Wie man als Ärzt:in der Impfskepsis begegnet

Shownotes

In Deutschland ist die Impfquote immer noch zu niedrig. Es wird allerhöchste Zeit, Impfgegner und Impfskeptiker von der Bedeutung einer Corona-Impfung zu überzeugen. Dennis Ballwieser, Arzt und Chefredakteur der Apotheken Umschau, gibt Ärzt:innen Tipps dafür.

Weitere Informationen:

Nützliche Links:

Allgemeine Einwände gegen das Impfen – und die passenden Antworten!

Für Ihre Patient:innen: Impfmythen

Für Ihre Patient:innen: Aufklärung über Impfmythen

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Quelle "3-fach höhere Thymolkonzentration": EMA/HMPC/342334/2013.

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INe Dosis Wissen der Podcast für Healt Professionals.

Speaker 200: 00:05

Speaker 200: Herzlich willkommen zu. Eine Dosis Wissen jeden Tag ab 7 Uhr morgens sprechen wir gemeinsam über die Themen, die Gesundheits Profis interessieren. Mein Name ist Dennis Ballwieser. Ich bin Arzt und Chefredakteur der Apotheken Umschau. Heute ist Freitag, der achte Oktober 2021.

Speaker 100: 00:24

Speaker 100: Ein Podcast von Gesundheit-hören.de und Apotheken Umschau Pro.

Speaker 200: 00:32

Speaker 200: Ich möchte heute über ein Thema sprechen, das den meisten von Ihnen vermutlich wirklich schon zu den Ohren heraushängt. Wie sprechen wir als Ärzte mit Menschen, die nicht an die Impfungen gegen Covert 19 glauben? Die Skeptiker sind oder Impfgegner oder einfach schwanken? Ob das Impfen gegen SARS jetzt wirklich eine gute Idee ist oder ob da nicht noch die Risiken und möglichen Nebenwirkungen überwiegen? Es gibt eine Vielzahl von Empfehlungen, wie man Menschen, die sich bisher noch nicht von den Vorteilen des Impfpass haben überzeugen lassen, mit Argumenten begegnen soll. Ehrlicherweise Ich glaube nicht, dass man irgendjemanden von den Menschen, die jetzt noch nicht geimpft sind, wirklich mit sachlichen Argumenten noch davon überzeugen kann. Und vermutlich gibt es tatsächlich eine Gruppe von Menschen, die. Wirklich nicht erreichbar sind für ein Gespräch, auch wenn es nicht alleine um die Fakten geht, sondern vielleicht eher um die Überzeugung und über das gute Gefühl, dass man sich darauf einlassen kann, sich impfen zu lassen. Also die wirklichen Skeptiker, die echten Impfgegner. Da muss man sagen Vermutlich ist es tatsächlich vertane Zeit von Ärzten, wenn sie sich um die kümmern wollten und die im Gespräch vom Vorteil vom Nutzen einer Impfung gegen Sauerstoff II überzeugen wollten. Und gleichzeitig glaube ich auch das muss nicht unbedingt ein Problem sein, auch gesamtgesellschaftlich nicht, weil ich glaube, dass die Gruppe dieser harten Impfgegner und Skeptiker in Wahrheit sehr, sehr klein ist. Und die machen wir vermutlich auch durch unsere mediale Berichterstattung über diese Gruppe größer als sie in Wahrheit ist. Aber dass eine andere Gruppe und ich glaube, über die sollten wir noch mal ausführlicher reden. Das sind Menschen, die sind keine Impfgegner, das sind auch keine Skeptiker. Der Begriff ist unzutreffend. Das sind Menschen, die einfach großen Respekt davor haben, sich impfen zu lassen mit einem Impfstoff, der sehr neu ist, der das kriegen wir alle ja mit in sehr kurzer Zeit entwickelt worden ist und in kurzer Zeit zugelassen worden ist und wo sich vielen medizinischen Laien eben nicht sofort erschließt und auch nicht auf den zweiten oder dritten Blick. Warum Ärzte der Meinung sind, dass das trotzdem mit allen notwendigen Vorsichtsmaßnahmen geschehen ist und dass das trotzdem mit mehr Studiendaten versehen geschehen ist als bei fast allen anderen Impfstoffen, die heute so im Einsatz sind. Das heißt, es sind Menschen, die werden grundsätzlich schon bereit, sich impfen zu lassen, aber die haben ein ungutes Gefühl. Und da sind wir bei einem Thema, das natürlich der sogenannte Bias, eine Verzerrung, eine große Rolle spielt. Die Denk Verzerrung, die dann entsteht, wenn man im eigenen Umfeld normalerweise niemanden kennt, der schwer an Coruna erkrankt ist oder tatsächlich an Krebs gestorben ist, weil Gott sei Dank die absoluten Zahlen gerechnet auf die Gesamtbevölkerung immer noch niedrig sind. Und für Menschen, die keinen Bezug, keinen direkten Kontakt mit dem Gesundheitswesen haben, die keine Ärzte auf Intensivstationen kennen, keine intensiv Pflegekräfte kennen, die auch sonst nicht mit dem Krankenhaus zu tun haben, für die ist es viel naheliegender, dass die Risiken von SARS, CO2 und Co. mit 19 irgendwie vergleichbar sein könnten mit den Risiken einer Impfung. Und auch diese Menschen werden wir im Gespräch nicht damit erreichen, dass wir ihnen Studienergebnisse erzählen, dass wir ihnen versuchen, Statistiken nahezubringen, sondern ich glaube, was diese Menschen brauchen. Das ist tatsächlich ein ärztliches Gespräch. Das muss nicht lang sein, das muss nicht mit Fakten gespickt sein, aber das muss getragen sein von der herzlichen Überzeugung, dass es das Richtige ist, sich impfen zu lassen. Und das muss vor allem getragen sein von Empathie, von Einfühlungsvermögen. Die Patienten da im Gespräch zu treffen, auf Augenhöhe, tatsächlich auf Augenhöhe, wo ihre Bedenken sind, wo ihre Ängsten und wo ihre Sorgen sind. Die ernst zu nehmen, mit ihnen darüber zu sprechen, zu verstehen, was sie daran hindert, sich impfen zu lassen und ihnen dann als Ärztin oder als Arzt das gute Gefühl zu vermitteln, dass es richtig ist, sich impfen zu lassen, dass das Risiko absolut ok ist und dass man als Arzt oder Ärztin für sie da ist. Das klingt vielleicht ein bisschen wolkig im ersten Augenblick, aber ehrlicherweise, obwohl ich nicht als Arzt in der Praxis arbeite, obwohl ich nicht als Arzt im Krankenhaus arbeite, obwohl ich Schreibtisch Arzt bin, habe auch ich in den vergangenen eineinhalb Jahren eine Reihe von solchen Gesprächen geführt. Und ich glaube nicht, dass ich irgendjemanden alleine durch ein Gespräch mit mir überzeugt habe, sich dann doch impfen zu lassen. Aber sowohl ganz nah an mir dran. Menschen, die mir sehr nahestehen, als auch im entfernten Bekanntenkreis gab es immer wieder so Aha-Momente, wo Menschen gesagt haben Na ja, wenn du das machst. Und wenn das deine Familie macht. Und wenn ich weiß, dass da auch bei manchen Ängste da waren, dann kann ich mich das vielleicht doch trauen. Jetzt, nach einer ganzen Zeit, da sind, glaube ich, die Menschen, die wir jetzt erreichen können, die jetzt noch zu denen 65, 70, bei den Erwachsenen vielleicht sogar 80 oder 85 Prozent, die schon geimpft sind, dazukommen können. Und für die lohnt sich das Gespräch.

Speaker 200: 06:21

Speaker 200: Haben Sie Themen, die Sie gerne hier in diesem Podcast hören würden? Jeden Morgen ab 7 Uhr? Dann schicken Sie mir doch eine Mail an NeDosisWissen@ApothekenUmschau.de und sagen Sie Kollegen Bescheid, dass es sich lohnt reinzuhören.

Speaker 100: 06:36

Speaker 100: Ein Podcast von Gesundheit-hören.de und Apotheken Umschau Pro.

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