1000 Folgen ’ne Dosis Wissen: Hören, lernen, dranbleiben
Shownotes
Unsere 1000. Folge! 🥳 Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Wir nehmen dieses Jubiläum zum Anlass, uns mit einer Frage zu beschäftigen, die ihr euch bestimmt auch schon gestellt habt: Wie um alles in der Welt schafft man es, während der Weiterbildung und auch danach auf dem Laufenden zu bleiben? Darüber sprechen Dr. Dennis Ballwieser und Dr. Laura Weisenburger in dieser Jubiläumsfolge. Wie lief das damals mit dem Lernen in der Weiterbildung bei unseren beiden Hosts? Welche Tipps und Strategien haben Expert:innen für die Weiterbildung und für strukturiertes, lebenslanges Lernen? Und welche Rolle spielt das Hören beim Lernprozess? Und welche Effekte hat das Hören von medizinischen Podcasts? Darum geht’s in dieser Spezialfolge.
Diese Folge wurde am 22. Januar 2026 aufgezeichnet.
Für die Folge haben wir gesprochen mit Prof. Dr. med. Thorsten Schäfer und Prof. Dr. Max Happel.
Quellen und nützliche Links
- Studie zum Hörverhalten bei medizinischen Podcasts (engl.; DOI: 10.2147/OPTH.S413795)
- Review zu Podcasts in der medizinischen Aus- und Weiterbildung (engl.; DOI: 10.1097/ACM.0000000000004565)
- Podcast „Frau Doktor, übernehmen Sie!“, Folge „Von der Rettungsstelle zum Roman“
Ihr habt Verbesserungsvorschläge, Ideen, Wünsche, Feedback? Dann schreibt uns gerne an redaktion@gesundheithoeren.de
Das Team hinter „’ne Dosis Wissen“:
Hosts: Dennis Ballwieser, Laura Weisenburger;
Autor:innen: Emeli Glaser, Jana Hauschild, Christian Heinrich, Johanna Heuveling, Felix Kunz, Vincent Suppé, Klaus Wilhelm, Christian Wolf;
Redaktion: Sebastian Brodkorb, Kareen Seidler;
Chefredakteur: Peter Glück;
Interne Postproduktion: Benedikt Möltner, Yves Seißler;
Postproduktion: BEBE Medien GmbH
[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer aktuellen Werbepartner findet ihr hier: https://www.apotheken-umschau.de/podcast/partner
Transkript anzeigen
00:00:00: DR. DENNIS BALLWIESER Können ja dieses Mal ganz offiziell begrüßen.
00:00:02: DR. LAURA WEISENBURGER Ein ganz offizielles Hallo sagen.
00:00:04: DR. DENNIS BALLWIESER Gut, wunderbar. Dann fängst Du an.
00:00:06: DR. LAURA WEISENBURGER Guten Morgen zu ’ne Dosis Wissen, aber ich kann gleich sagen, ich sitz hier heute nicht allein. Hallo Dennis.
00:00:15: DR. DENNIS BALLWIESER Guten Morgen Laura.
00:00:17: DR. LAURA WEISENBURGER Wir befinden uns mal wieder in unserem wunderschönen Podcaststudio in Baierbrunn. Nicht, weil's hier so cool und schön ist, das auch, aber wir haben was zu feiern und es nicht Weihnachten, sonst treffen wir uns ja hier zu Weihnachten.
00:00:32: DR. DENNIS BALLWIESER Wir feiern stattdessen heute die eintausendste Folge von ’ne Dosis Wissen gemeinsam mit euch und haben dafür einiges an spannenden Inhalten über das, was wir hier machen und was ihr jeden Tag hören könnt, vorbereitet.
SPRECHERIN: ’ne Dosis Wissen, der Podcast für Health Professionals.
00:00:52: DR. LAURA WEISENBURGER Genau, deshalb ist das heute auch mal wieder nicht eine 10 Minuten Folge. Also in kompakten 10 Minuten kriegen wir jetzt 1000 Folgen leider nicht und auch nicht alles, was wir euch dazu erzählen wollen. Wir nehmen sie auf jetzt am 22. Januar, da haben wir uns getroffen. Ihr hört die Folge am Freitag, den 6. Februar 2026 und mein Name ist Laura Weisenburger.
00:01:20: DR. DENNIS BALLWIESER Ich bin Dennis Ballwieser.
00:01:22: DR. LAURA WEISENBURGER Und herzlich willkommen zu der 1000. Folge ’ne Dosis Wissen.
SPRECHERIN: Ein Podcast von gesundheit hören und Apotheken Umschau Pro.
00:01:37: DR. LAURA WEISENBURGER So und an der Stelle muss ich das jetzt mal an dich übergeben, denn wir machen das hier zwar im Wechsel, aber ich noch gar nicht so lange wie Du. Du hast angefangen. Du musst mal erzählen, wie ging's eigentlich los mit ’ne Dosis Wissen?
00:01:51: DR. DENNIS BALLWIESER Ich musste tatsächlich auch nachschauen in den alten aufgenommenen Folgen und den Unterlagen. Wir haben angefangen am 27. September 2021. Die Jüngeren werden sich gar nicht mehr erinnern, da war Corona und das hat tatsächlich auch etwas damit zu tun, warum wir das hier machen, denn während der Coronapandemie hatten wir einen Podcast, Klartext Corona, in dem wir gerade am Anfang sehr regelmäßig täglich über die aktuellen Entwicklungen während der Pandemie informiert haben und dann haben wir hier intern diskutiert, dass es einen Bedarf gibt an solchen Informationen, aber eigentlich nicht mehr nur zu Corona. Und aus dieser Idee ist noch während der Coronapandemie ist ’ne Dosis Wissen entstanden. Die erste Folge war tatsächlich auch zum Thema Coronastress, aber dann hat sich das Gott sei Dank sehr schnell auch weit weg von Corona entwickelt und mittlerweile haben wir ja, glaube ich, jedes Thema, das es im Gesundheitswesen so gibt, einmal durch.
00:02:55: DR. LAURA WEISENBURGER Genau, wir sind da deutlich breiter geworden inzwischen. Aber ich kann euch auch beruhigen, wir machen jetzt hier keinen langwierigen Rückblick, sondern wir haben uns für die tausendste Folge bisschen was anderes überlegt. Wenn ihr den Rückblick haben möchtet, den machen wir auf jeden Fall bei Instagram. Schaut immer vorbei, da haben wir auch einen Kanal. Wir möchten heute mehr darüber reden, warum gibt es diesen Podcast überhaupt? Also nicht, was war der Anlass, die die erste Idee, sondern das hat ja viel unsere Themen mit Lernen zu tun, mit Medizin verstehen, auf dem Laufenden bleiben.
00:03:31: DR. DENNIS BALLWIESER Und da können wir auch noch mal an die Anfänge zurückgehen, warum ich der Meinung bin, dass Podcast genau das Richtige dafür ist. Insbesondere, wenn man gerade einsteigt ins Berufsleben. Das machen wir ausführlich und wir haben auch Expertinnen und Experten dazu befragt, aber jetzt gibt's erst einmal das Wichtigste für euch und für uns, nämlich den frischen Kaffee zum Start in den Tag. Hol euch euren.
00:03:55: DR. LAURA WEISENBURGER Ein kleines Kaltgetränk.
00:03:57: DR. DENNIS BALLWIESER Wir haben unseren vor uns.
00:03:59: DR. LAURA WEISENBURGER Zum Wohl.
00:03:59: DR. DENNIS BALLWIESER Und dann geht's los. Zum Wohl.
00:04:06: DR. LAURA WEISENBURGER Ich hab's grade schon angedeutet. Wir sind grade als Medizinerinnen, Mediziner, aber ja eigentlich auch schon im Studium quasi überrollt von dieser Masse an Wissen. Im Studium ist es noch so, das muss ich alles wissen, ja, das wird abgefragt und dann baller ich mir das ins Hirn. Mir fällt gerade tatsächlich keine leichtere Formulierung dafür ein, aber so ist das, ja. Das ist ja oft so eine Druckbetankung.
00:04:32: DR. DENNIS BALLWIESER Und das heißt ja im Studium bei uns umgangssprachlich auch Bulimie lernen. Paukst es dir quasi so lange irgendwie in deinen Körper rein, bis es dann hinterher einmal erbrochen werden kann und wenn das dann nach der Prüfung vorbei ist, kann man normalerweise auch nicht mehr sonderlich viel davon wiedergeben.
00:04:50: DR. LAURA WEISENBURGER Und es hört ja blöderweise nicht auf, also für all diejenigen, die noch im Studium sind, sorry, den Zahn muss ich euch leider ziehen oder wir beide euch. Das geht weiter mit dem Lernen, weil man muss ja up to date bleiben. Man muss wissen, was gibt's für neue Studien, was sind da die neuesten Therapieoptionen, gab's eine neue Leitlinie? Also und das wird auch wirklich verlangt. Das war bei mir ganz normal, dass da die obere Riege, Chefärztin, Chefärzte, Oberärzt:innen wissen wollten, hier, wir haben jetzt hier eine Sigmadiverticulitis. Was würden Sie denn machen? Was ist denn die neuesten, was sind die neuesten Leitlinienänderungen gewesen? War das bei dir auch so?
00:05:33: DR. DENNIS BALLWIESER Das war bei mir definitiv auch so und wir haben noch eine Besonderheit, die ich in Deutschland auch anders wahrnehme als in vielen anderen Ländern. Aus dem persönlichen Erleben kann ich's nur mit den Vereinigten Staaten vergleichen. In den USA, als ich da im Studium war und in der Klinik war, gehörte zu jedem Tag mindestens eine halbe Stunde offiziell vom Arbeitgeber vorgesehene Arbeitszeit, die irgendetwas mit Fort- und Weiterbildung zu tun hatte.
00:05:58: DR. LAURA WEISENBURGER Aber das ist ja quasi Luxus fast schon.
00:06:02: DR. DENNIS BALLWIESER Das ist in Deutschland anders. Das meine ich gerade, denn in der Klinik, jetzt hatte ich meine Tätigkeit in der Klinik in in Umgebung, die wirklich sehr offen und sehr freundlich war und sehr modern auch in ganz vielen Punkten, aber der Großteil von Fort- und Weiterbildung war ganz klar Privatsache. Das ist es gab Angebote, die waren auch während der Arbeitszeit, aber das war schon für sich schwierig, da überhaupt teilnehmen zu können aufgrund der ganzen Aufgaben in der Klinik und es war auch völlig klar, dass du den größten Teil dessen, was du dir drauf schaffen musst, um überhaupt nach dem Studium fit zu werden und dann auch fit zu bleiben, dass du das irgendwie privat organisieren musst. Und das heißt, ich war schon zu Ende des Studiums auf der Suche händeringend nach Angeboten, die nicht alleine nur im Studium von Zeitschriftenartikeln liegen oder im Selbstlesen von Leitlinien oder im Weiterwälzen von irgendwelchen Büchern, die dann irgendwann auch mal auf die Verratsprüfung vorbereiten könnten. Ich habe immer nach irgendetwas leichtgängigerem gesucht, weil ich von mir wusste, dass ich mich leichter tue, wenn ich's auf verschiedenen Wegen angeboten bekomme.
00:07:09: DR. LAURA WEISENBURGER Da bist Du ja schon einen Schritt weiter sozusagen, weil erst mal muss man ja sortieren, okay, was ist denn wirklich wichtig? Du hast es gerade auch schon gesagt, ja, ich muss mich eigentlich auch irgendwie für den Facharzt vorbereiten, muss da gucken, dass ich mein Wissen reinschaufe. Vielleicht habe ich irgendeinen Fall gehabt im letzten Nachtdienst, wo ich dachte mir, Mist, das musst Du auf jeden Fall noch mal nachlesen, weil da standest Du ganz schön blank da. Das heißt, man muss ja erst mal aussortieren. Was brauche ich und was ist jetzt am wichtigsten? Wie priorisiere ich das richtig? Und da haben wir, ihr fragt euch wahrscheinlich schon, wo eigentlich hier heute die Expertinnen und Experten bleiben, einen Experten gefragt. Unser Team hat das dankenswerterweise für uns gemacht und sie haben gesprochen mit Professor Thorsten Schäfer. Er leitet das Zentrum für medizinische Lehre der Ruhr Universität in Bochum.
00:08:04: PROF. THORSTEN SCHÄFER Die größte Herausforderung für lebenslanges Lernen bei Ärztinnen und Ärzten ist, bei dieser unglaublich großen Flut von Wissen und neu produzierten Erkenntnissen Schritt zu halten. Sich zu orientieren, was sie in welcher Reihenfolge machen müssen, das ist der eine Aspekt. Der andere ist, dass das Leben als Ärztin, als Arzt ja nicht langweilig ist und dass man große Herausforderungen im Alltag hat und diese beiden Dinge zusammenzubringen, dass man funktioniert, so wie die eigenen Ansprüche es erfordern und gleichzeitig eben zusätzliches Wissen beibehält, sind die großen Herausforderungen. Das hat man früher mit Büchern gemacht, das ist heute, glaube ich, kaum noch realisierbar, zumal ja auch die Buchinhalte schnell veralten und da gibt es eben digitale Möglichkeiten zunehmend, die einem das Leben da erleichtern.
00:08:53: DR. LAURA WEISENBURGER Was unser Experte Schäfer grade gesagt hat, was ja so ein bisschen das Hauptproblem ist und das war immer auch mein Problem, wann soll ich das dann sonst machen? Ja, wenn nicht irgendwie nebenbei schnell schnell, denn wann habe ich denn die Zeit? Nach meinem 24 Stundendienst, den dritten in der Woche, ja, gerne genommen diese Kombination Montag, Freitag, Sonntag und dann steht man da am Montag früh wieder da, ja, haben Sie das noch nicht gelesen? Und Du denkst, ja, wann soll ich denn das lesen? Und du nimmst es dir irgendwie vor, ja, ja, mach ich bestimmt. Und dann vergisst man's wieder und irgendwann werden wir ja auch bisschen leben. Das heißt, das ist ja das, wo wir einfach erst mal reinkommen müssen. Wo schaufeln wir uns irgendwie was frei in dieser ja, rush hour des Lebens, in der man dann auch noch mittendrin steht in der Assistenzarztzeit. Wie kriege ich da ein Fuß in die Tür?
00:09:51: DR. DENNIS BALLWIESER Die einzige Zeit, während ich in der Klinik immer im Schichtdienst gearbeitet habe, wo ich nicht komplett fremdbestimmt war. Was ich währenddessen tun konnte, war die Zeit auf dem Weg zur Arbeit und auf dem Weg von der Arbeit wieder nach Hause. Denn das musste ja irgendwie stattfinden. Das waren jetzt bei mir so zwischen 20 und 40 Minuten, die ich da jeweils einfach unterwegs war und diese Zeit konnte ich füllen. Jetzt muss ich auch ehrlicherweise sagen, wenn du morgens vor 5 Uhr in der U-Bahn sitzt, da Fachartikel zu lesen, das fällt echt schwer und wenn Du nach dem gerade schon angesprochenen 24 Stunden Dienst wieder in der U-Bahn sitzt auf dem Weg nach Hause, dann willst du auch nichts mehr in der Hand haben, was Du lesen musst, und da sind wir wieder schnell bei dem Thema. Gibt's das nicht anders nebenbei zum Hören, zum Schauen, also gerne auch Videos, ja? Aber deswegen suchen ja alle verzweifelt nach irgendwelchen Möglichkeiten, wie man das auch mit nebenbei Medien, wie das eben Podcasts so schön sind, vielleicht machen kann. Ist übrigens, weiß nicht, ob dir das auch so ging, wir hatten ja neulich den Buchtipp in der Apotheken Umschau von Eva Mirasol, das Staying Alive, die Julia Rotherbl, unsere Kollegin, die den Podcast „Frau Doktor, übernehmen Sie!“ bei uns macht, hatte sie ja auch zu Gast. In dem Buch, da ist viel, finde ich, von dem drin gewesen, was wir am eigenen Leib erlebt haben.
00:11:12: DR. LAURA WEISENBURGER Es geht halt allen irgendwie gleich. Es ist, auch wenn die Fachrichtungen unterschiedlich sind und natürlich die Leben nicht vergleichbar, aber das, das ist uns allen doch gemeinsam und was dann auch noch bleibt, ist, dass es nicht aufhört. Also wir sprechen jetzt über unsere Assistenzarztzeit, aber das geht ja weiter. Ja, dann habe ich endlich meine Prüfung hinter mich gebracht und bin Fachärztin und dann dann bin ich ja verpflichtet. Also vorher war das ja, kannst Du schon machen, dann gibt's halt Anschiss von oben, wenn Du's nicht machst, aber ab hier habe ich ja die Verpflichtung, mich weiterzubilden. Das ist ja auch ganz wunderbar, dass das in Deutschland so ist. Also bin ich heilfroh, dass dass dies diese Regelung da ist, die ja CME-Punkte. Ich habe noch mal nachgeguckt, wusstest Du eigentlich, was CME heißt? Ja, Du weißt das bestimmt.
00:12:05: DR. DENNIS BALLWIESER Continuing medical education. War jetzt so ausm Kopf, aber auch nur, weil ich mich beruflich damit beschäftigt habe.
00:12:11: DR. LAURA WEISENBURGER Und wie viele sind's?
00:12:13: DR. DENNIS BALLWIESER Ich glaube, also Du bist ja Fachärztin, ich nicht. Ich meine, Du musst innerhalb von 5 Jahren 250 Punkte vorweisen.
00:12:20: DR. LAURA WEISENBURGER Ja, ganz genau.
00:12:21: DR. DENNIS BALLWIESER Ich find's übrigens, also an der Stelle auch noch mal, ich verstehe nicht, warum ich als Nichtfacharzt keine solche Verpflichtungen habe. Da gibt's überhaupt keine Begründung dafür. Im Gegenteil, ich fänd's ja bei Nichtfachärzten wie mir noch wichtiger für den Erhalt der Approbation eigentlich darauf zu achten, dass die sich irgendwie fortbilden. Also um Gottes Willen, ich mach da jetzt Fass auf, wo Kolleginnen und Kollegen mich verdammen werden, aber wenn wir der Meinung sind, dass wir alle lebenslang lernen müssten, dann müsste das auch für Menschen wie mich gelten formal. Und da sind wir bei einem anderen Punkt, den auch unser Experte Thorsten Schäfer thematisiert hat im Gespräch mit uns. Wir haben ja wie so Vieles im Studium auch das Lernen nicht gelernt.
00:13:02: DR. LAURA WEISENBURGER Nee.
00:13:03: DR. DENNIS BALLWIESER Das gehört an keiner Stelle dazu. Es gibt Universitäten, die bieten das an, die machen das in so übergreifenden Kursen, aber und also auch viele Kolleginnen und Kollegen an den Lehrstühlen für Medizindidaktik, die es mittlerweile Gott sei Dank gibt, aber da müssen wir mal ehrlich sein, das ist immer noch sehr in den Kinderschuhen so auf das gesamte Thema betrachtet.
00:13:23: DR. LAURA WEISENBURGER Hattest Du so eine Strategie? Also ich muss ganz ehrlich sagen, genau bei uns gab's das nicht, als ich studiert habe in Berlin an der Charité, so um die die Nullerjahre rum. Wann habe ich angefangen? 2002 oder so was? Also da gab's keinen Kurs. Das war alles DIY. Ja, hier ist der Stoff, hier ist diese Welle an Infos, die in dich rein müssen, Bulimie lernen. Gab's nicht. Ich habe es dann, ich habe im Studium lernen gelernt, wie ich ganz gut lerne. Ich habe echt so 100 Tage Lernpläne gemacht und so Kram. Aber ich weiß auch noch, für mich war ganz wichtig die Leute, mit denen ich gelernt habe.
00:14:00: DR. DENNIS BALLWIESER Bei mir war's dreiteilig, würde ich sagen. Ich muss zugeben, dass ich dadurch, dass ich an der LMU in München studiert habe, ein großes Privileg hatte, weil das eine der ersten Universitäten war, die einen Lehrstuhl für Medizindidaktik eingeführt hat und den gab es dann während meines Studiums wurde der eingerichtet und Martin Fischer, der da bis heute der Institutsleiter ist, ist auch einer der Pioniere wirklich, was das Thema angeht. Davon habe ich wahnsinnig profitiert mit vielen anderen gemeinsam. Aber der hat damals halt daran gearbeitet, dass das dann umgesetzt werden kann. Wir hatten so Modellversuche, wo ich viel als Student drin war, und die waren alle super, aber da kannst Du nicht sagen, hey hier, wir haben 10 Jahre ausprobiert, was funktioniert und das bieten wir euch jetzt an, sondern nein, wir waren die Meerschweinchen. Wir waren dankbar, dass wir die Meerschweinchen sein dürften, an denen das ausprobiert worden ist, aber es war trotzdem in der Frühphase. Ich glaube heute, die Kolleginnen und Kollegen kriegen da schon viel mehr mit. Das zweite, es gibt verschiedene Kollegen, die ich jetzt hier an der Stelle mal grüße, die hören uns auch alle, weiß ich, ohne die wäre ich nicht approbiert. Jakob, Benny, danke schön nochmal für meine Approbation und das war mindestens so wichtig wie die Lernpläne, die ich mir auch gemacht habe, ja, die 100 Tage. Du sprichst es an, man sitzt ja da, damals noch schwarze Liste, gelbe Liste und Du versuchst quasi IMPP. Ja, dir die Tage so einzuteilen stundenweise, kapitelweise, was Du machen musst. Gibt's heute andere technische Mittel, wo die Kolleginnen und Kollegen viel smarter, glaube ich, unterwegs sind, als wir das damals waren. Aber ich hätte gerne das, was die Medizindidaktiker heute quasi so selbstverständlich mitgeben, auch damals schon gewusst. Ich find das spannend. Wir haben O-Ton von Thorsten Schäfer, der uns dazu was gesagt hat. Vielleicht hören wir uns den einmal an, der geht nämlich genau in die Richtung, wie man dieses lebenslange Lernen eigentlich lernen kann.
00:15:49: PROF. THORSTEN SCHÄFER Beim lebenslangen Lernen für Ärztinnen und Ärzte kann man sich verheddern und einige Fehler machen, wobei man berücksichtigen muss, das ist natürlich eine sehr individuelle Angelegenheit. Jeder lernt anders und hat seine Erfahrung natürlich aus dem Medizinstudium mitgebracht, aber drei Fehler gehen mir so durch den Kopf. Das eine ist, man geht unter in der Flut des neuen Wissens und wird oberflächlich und verfehlt eben so die Systematik oder man verzichtet, man verschiebt, man verdrängt an angesichts der aktuellen Aufgaben, hatte immer schon vor und sammelt ein schlechtes Gewissen an und es fehlt die Systematik, mit der man an die Sache drangeht und dokumentiert mich, was man gelernt hat, und dann schwebt im Kopf noch irgendwo habe ich da mal was gelesen und man kommt da nicht zurück. Da Methoden zu entwickeln, dass man konsistent nachhaltig lernt, ist, glaube ich, ganz wichtig und da hätte ich drei Vorschläge. Das eine, wenn die Zeit es hergibt, systematisch vielleicht doch noch mal ein gutes Buch oder eine digital aufbereitete Quelle, die einem eine empfohlene Reihenfolge vorgibt. Zweitens das Ad hoc Lernen, bei Fragestellungen, die sich aus dem klinischen Alltag ergeben, eben solche Situationen zu nutzen, um dann tiefer zu recherchieren. Und die der dritte Tipp ist, das Ganze institutionalisiert zu machen, etwa im Rahmen von Klinikfortbildungen oder Praxisfortbildungen, mit einem Journal Club, mit internen und externen Fortbildungen oder sogar mit einem Podcast, der mich einfach anteasert und mich auf Ideen bringt, wo ich noch nicht dran gedacht habe. Ich sehe ja nur das, worauf ich aufmerksam gemacht werde, und das kann sein, dass man da blinde Flecken hat und deshalb finde ich auch solche Podcasts klasse. Die sind niederschwellig und die bringen einen auf Ideen, dass man dann denkt, jetzt an der Stelle muss ich weitermachen. HIER
00:17:32: DR. DENNIS BALLWIESER Bei den Fehlern, die Thorsten Schäfer hier anspricht, fühlst Du dich da ertappt? Kommt dir was bekannt vor?
00:17:38: DR. LAURA WEISENBURGER Ja, sicher. Also institutionalisiert habe ich das nie gemacht, ja. Also das ist die einzige Sache, an die ich mich sehr gut erinnern kann. Hat er das eigentlich erwähnt, dieses dieses Emotionale, also diese Bindung, die man dann vielleicht auch aufbaut? Also Du hast deine Crew schon genannt, ich grüße meine jetzt auch ohne Leonie wäre ich mit Sicherheit auch schlechter gewesen. Und ich weiß noch, wir haben, wann war denn das, Histologie. Da habe ich vorgeschlagen, also für die Histoprüfung, lasst uns doch Histo Montagsmaler spielen, sprich also jemand zeichnet, wenn sobald jemand anders das erkennt, schreit die Person
00:18:16: DR. DENNIS BALLWIESER Der Golgi-Apparat.
00:18:19: DR. LAURA WEISENBURGER So was oder so. Das habe ich nicht mehr gemacht in der Pathologie, dementsprechend sah das aus. Histo war ich deutlich besser. Aber ja, na klar, also da ist viel dabei, was man hätte noch besser machen können, wie Du ja sagtest. Bei uns gab's das noch nicht. Jetzt sieht's inzwischen anders aus und tja, man muss ja auch ganz klar sagen, am Ende sagt Thorsten Schäfer ja auch, Podcast kann da eine Möglichkeit sein, dir ein Thema, dich auf ein Thema zu stoßen, dir quasi eine Anregung zu geben, eine Idee so, hey, hast Du mal darüber nachgedacht? Und ich hab mich da bei von ihm sehr angesprochen gefühlt und dachte mir, Mensch, ja cool, ich hab das Gefühl, das schaffen wir bei ’ne Dosis Wissen, dass sie ich auch, wenn natürlich nicht alle Dermatologinnen hören sich dann mit Sicherheit den Podcast zur neuen Uro-Leitlinie ein. Sollen sie auch gar nicht, aber und wenn man doch mal in ein Thema reinschnuppert, was vielleicht nicht so genau in dem eigenen Fachgebiet liegt, immer mal wieder kommt's ja vor, jetzt grad erst habe ich die Folge gemacht, Spätfolgen von Essstörung war's, glaube ich. Fast überall kann uns das begegnen. Das ist auch immer der Punkt, dass wir ganz oft Themen haben, wo wir sagen, ja, ist jetzt vielleicht nicht euer Spezialgebiet, aber so und so viele Menschen sind betroffen. Das kann echt sein, dass die Person vor euch sitzt.
00:19:51: DR. DENNIS BALLWIESER Das ist ja schon auch genau der Gedanke, den wir verfolgen, wenn wir ’ne Dosis Wissen machen. Also einmal hier gibt's Team von Kolleginnen und Kollegen, die natürlich die ganze Zeit die Augen offenhalten und querbeet, das geht vom New England Journal über den Lancet oder Jama hin zu neu veröffentlichten Leitlinien oder auch Pressemitteilungen von Fachgesellschaften, die auf bestimmte Themen aufmerksam machen natürlich. Dann sind viele von uns das Jahr über unterwegs auf Kongressen und hören sich Vorträge an und schauen, was wird da diskutiert. Und wir tragen das alles zusammen und überlegen uns, was könnte man einer Gruppe von ein paar Tausend Hörerinnen und Hörern jede Woche anbieten, die ja aus ganz unterschiedlichen Fachgebieten kommen, die auch nicht alle Ärztinnen und Ärzte sind. Wir haben viele Pflegekräfte, Physiotherapeuten, Ergotherapeutinnen, die uns hören und uns auch Feedback geben.
00:20:42: DR. LAURA WEISENBURGER Eine Logopädin hört uns sehr gerne. Hallo Jule, schön, dass Du dabei bist. Entschuldigung.
00:20:46: DR. DENNIS BALLWIESER Genauso soll das auch sein, weil wir ja für alle Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten, Angebot machen wollen. Und die Frage ist dann immer, welches Bedürfnis befriedigen wir da eigentlich? In meiner Vorstellung ist es, dass man einmal am Tag in 10 Minuten die Möglichkeit hat, teilweise einfach auch das schlechte Gewissen zu erledigen, dass man ja etwas tun muss. Das ist niederschwellig, das geht nebenbei, das kannst Du beim Kochen hören auf dem Weg zur Arbeit oder wenn Du joggen gehst oder was auch immer und es kann dich interessieren, es muss dich nicht interessieren, danach kannst Du auch dosieren, wie sehr Du uns tatsächlich zuhörst oder ob es nur nebenbei läuft, aber Du kriegst immer wieder Hinweise und wir haben ja auch in den 1000 Folgen unglaublich viele Expertinnen und Experten, die wir vorgestellt haben, deren Wissen wir abrufen dürften.
00:21:39: DR. LAURA WEISENBURGER Ohne die geht's ja gar nicht, ne. Also da müssen wir ja auch zugeben, auch wenn wir beide jetzt eine Fachärztin in der Chirurgie, ein ein Notfall- und Anästhesiemediziner hier sitzen vor euch, aber wir sind ja nicht die Expertin und der Experte in Genetik oder in dann, ne. Und wir brauchen die ja, damit da eine wirklich fachlich fundierte Einordnung erfolgt. Denn natürlich können wir die 700-seitige Leitlinie auch nicht durchlesen. Und da muss man schon ganz klar sagen, das ist natürlich super, dass wir da auch so viele Menschen, also so viele Fachleute aus ganz Deutschland immer für die Folgen gewinnen können.
00:22:23: DR. DENNIS BALLWIESER Und im Idealfall führt das eben, je nachdem, wie ihr als Hörerinnen und Hörer uns hört, zu unterschiedlichen Folgen. Wenn ich, Du hast die Dermatologin angesprochen, die uns hört und da ist irgendwas in der neuen Leitlinie zu, weiß ich nicht, urologischen Karzinomen oder sowas. Und dann hat sich das mit den 10 Minuten, die es irgendwann im Jahr dazu gibt, auch erledigt und man hat das mal gehört und das spielt für die eigene Praxis vermutlich gar keine Rolle, aber es waren keine 10 verschenkten Minuten, weil irgendwas wird drin gewesen sein, was auch wieder Gewinn ist. Wenn Du aber dann eben die urologische Assistenzärztin bist und da ist Experte aufgetaucht oder eine Expertin, die wir zitiert haben, die Du noch nicht kanntest und dann ist es eine Google Suche oder unsere Shownotes davon entfernt.
00:23:10: DR. LAURA WEISENBURGER Unsere Shownotes. Da stehen Sie drin.
00:23:12: DR. DENNIS BALLWIESER Sich da schlauer zu machen und dann kann man vielleicht Augenmerk drauflegen, dass man beim nächsten Kongress Vortrag von der Person besucht oder bei Spezialfrage vielleicht sogar Kontakt aufnimmt. Und dann hat man wahnsinnig viel darüber erreicht. Und unsere Aufgabe ist es eben, den Mix so hinzukriegen, dass es für euch beim Hören ausreichend spannend bleibt, nicht langweilt, dass immer wieder das eigene Fachgebiet natürlich auch vorkommt, aber grade dieser Mix es möglich macht, dass Podcast bleibt, was er hier bleiben soll, nämlich Angebot, nicht eine Verpflichtung, dass Du jede Folge 10 Minuten hören musst und hinterher gibt's am besten noch 3 Fragen dazu, Du's auch verstanden hast.
00:23:50: DR. LAURA WEISENBURGER Wann hörst Du deine Podcasts?
00:23:53: DR. DENNIS BALLWIESER Meistens tatsächlich beim Pendeln. Ist die meiste Zeit auf dem Weg in die Arbeit oder auf dem Weg von der Arbeit nach Hause oder bei Reisen für die Arbeit. Das ist eine gute Zeit. Ansonsten gerne auch mal beim Kochen oder bei der Hausarbeit. Da sind einfach Phasen, wo ich irgendwo manuell irgendwas anderes zu tun habe, aber ich hab die Ohren frei und kann mich konzentrieren drauf.
00:24:16: DR. DENNIS BALLWIESER Und ansonsten, wenn die Kinder schlafen.
00:24:21: DR. LAURA WEISENBURGER Echt? Dann auch noch Podcasts?
00:24:24: DR. DENNIS BALLWIESER Ja, also kommt natürlich auf den Tag an, aber bei mir geht's auch immer um die Frage, bin ich noch fit genug, um was zu lesen oder muss es teilweise auch eine Berieselung sein?
00:24:35: DR. LAURA WEISENBURGER Ich war ja, muss ich jetzt mal gestehen, bevor ich hier bei ’ne Dosis Wissen angefangen habe, überhaupt gar keine Podcast Hörerin. Ich glaub, war very late to the Party und hab dann erst so festgestellt, Mist, Du müsstest wahrscheinlich mal bisschen reinhören, wie das so funktioniert, wenn Du hier jeden Tag oder jeden Werktag im Wechsel mit dem Dennis zusammen eine Folge moderieren möchtest, dann solltest Du mal gucken, wie das so sich eigentlich anhören sollte im Ohr. Aber da bin ich auf den Geschmack gekommen. Also bei mir ist es Geschirrspüler ein- ausräumen und Wäsche aufhängen, wenn ich mit den Händen was arbeiten kann. Und ich merke auch tatsächlich, ich dann kann ich mich ganz gut konzentrieren. Also es ist dieses Haptische, was ich irgendwie mach und nebenbei. Aber die meisten haben wir auch rausgefunden, machen das ganz genauso wie Du beim Pendeln. Das sind 81 Prozent, das ist eigentlich so der Klassiker. Und deswegen haben wir uns ja auch entschieden zu sagen, das soll so ein schönes neudeutsches Wort. Das soll snackable bleiben, also das soll kompakt sein. 10 Minuten, auch wenn ich mich nicht immer ganz dran halte. Aber möglichst, natürlich orientieren wir uns an den 10 Minuten, möglichst in der Zeit und dann seht es uns an der Stelle auch manchmal nach. Ich weiß, es gab so ein, 2 Kommentare, habe ich mal gesehen oder weitergeleitet bekommen von unserem Team, ja, da wart ihr jetzt ungenau. Seht es uns nach. In den 10 Minuten gehen wir dann, ist das kein Deep Dive und können wir nicht alle Themen oder alle Sichtweisen zu einem Thema abbilden, aber ihr kriegt einen guten Eindruck von.
00:26:11: DR. DENNIS BALLWIESER Und das, was Du angesprochen hast mit dem nebenbei und man macht was mit der Hand währenddessen und beschäftigt sich mich noch mit anderen Sachen. Es gibt da ja durchaus auch Neurowissenschaftler, die sich das angeschaut haben, warum wir das auch als angenehm empfinden und wie das funktioniert. Unser Team hat mit Max Happel dazu gesprochen, der ist Professor für Physiologie an der MSB Medical School Berlin, Hochschule für Gesundheit und Medizin und kann uns in seinem O-Ton, den wir gleich hören, das einmal einordnen, warum wir mit dem Hören einen besonderen Zugang zu Informationen haben.
00:26:47: MAX HAPPEL Wenn wir lernen, spielt Hören eine viel größere Rolle als vielen bewusst ist. Sprache, die wir hören, wird nämlich nicht nur im Hörkortex analysiert, also der Region im Gehirn, wo Sprache direkt oder Hören direkt verarbeitet wird, sondern diese Sprach- oder Bedeutungsnetzwerke im Gehirn, die sind sozusagen auch im Temporallappen und im Frontallappen verschaltet und jedes Mal, wenn wir Dinge hören oder Sprache hören, nutzen wir diese eben auch, um Inhalte zu verarbeiten. Das passiert auch beim Lesen und aber gerade beim Hören unterscheiden wir daher eben auch unterschiedliche Sprachstörungen, sogenannte Aphasinen, die sich in sensorische oder motorische Aphasinen unterteilen lassen, also ob Menschen Sprache nicht mehr verstehen oder Sprache nicht mehr selber produzieren können. Und das zeigt, dass Hören sozusagen im Grunde genommen das gesamte Gehirn in seiner Aktivität oder in seinen verschiedenen Feldern mitaktiviert. Sehr eindrucksvoll sieht man die Bedeutung des Hörens vor allem daran, dass gerade Schwerhörigkeit heute einer der wichtigsten Risikofaktoren für Demenz ist. Also je schlechter unser Gehör ist, desto höher ist eben auch das Demenzrisiko und wir vermuten vor allem, dass diese fehlende Information, das Gedächtnisnetzwerk, was ich ja schon erklärt hatte, weniger füttert und dass vor allem eben auch dadurch die soziale kognitive Stimulation abnimmt und daher ist sozusagen die Behandlung von Schwerhörigkeit gerade durch Hörhilfen einer der zentralen Faktoren bei der Behandlung von oder bei der Prophylaxe von Demenz.
00:28:22: DR. LAURA WEISENBURGER Was er jetzt ja gar nicht gesagt hat oder worauf er keinen Bezug genommen hat, sind diese ominösen Lerntypen. Das spukte bei mir damals im Studium viel rum, visuell, auditiv, motorisch, kommunikativ, so wurde das mal ja klassifiziert, aber auch dazu haben wir Max Happel befragt und da hat er uns noch mal bisschen mehr drüber erklärt, warum das eigentlich Quatsch ist.
00:28:52: MAX HAPPEL Wenn wir über das Lernen reden, werden auch immer die sogenannten Lerntypen thematisiert, also eher auditive oder visuelle Lerntypen. Das ist allerdings heute mittlerweile klar wissenschaftlich widerlegt, dass es diese Präferenz gibt von Menschen, dass sie eher auditiv oder eher beim Lesen lernen. Allerdings liefern beide Zugänge unterschiedliche Vorteile. Beim Lesen kann ich beispielsweise Zusammenhänge auf einen Blick erfassen in Tabellen, in Diagrammen. Ich kann mein Tempo kontrollieren. Beim Hören bin ich auf die sozusagen Analyse nach dem Gesagten angewiesen. Allerdings kann die menschliche Stimme durch Betonung, durch Pausen, durch Gewichtung Emotionen erzeugen, kann Geschichten erzählen und das kann helfen, grade auch in Podcasts zum Beispiel komplexe Fallgeschichten emotional so aufzubereiten, dass sie einen starken Wiedererkennungs- und einen starken Erinnerungswert haben.
00:29:46: DR. LAURA WEISENBURGER Und das versuchen wir ja, glaube ich, wenn sich's anbietet, immer mal wieder auch so ein bisschen. Du machst das, hab ich schon gehört, ich mach das auch immer mal wieder, das, was Max Happel hier sagte, Emotionalität hilft uns, das dann besser zu erinnern. Das, was wir jetzt auch beide schon gesagt haben, ne, die emotionalen Momente im Studium, da können wir uns heute noch dran erinnern, wie wir gelernt haben. Aber wir liefern euch das in unserem Podcast ja auch immer manchmal so ein bisschen mit, wenn da so eine kleine persönliche Geschichte reinfließt, wenn eine Anekdote drin ist, dann machen wir da, glaube ich, was ganz Gutes, auch wenn's an der Stelle vielleicht gar nicht so wichtig erscheint.
00:30:25: DR. DENNIS BALLWIESER Das ist auch ein Grund, weshalb wir ja, wenn wir eine Meinung zu Thema haben, grade wenn die vielleicht auch abweicht von dem, was eigentlich zum Beispiel das Autorenteam der Studie transportiert, wir das dann auch einfließen lassen. Das machen wir ja nicht, damit wir sagen, wir wissen's aber besser, aber wir glauben schon sehr stark, dass wenn wir erkennen lassen, wie wir das einordnen, ihr euch das unter Umständen besser merken könnt, wenn's für euch eine Relevanz hat und sei es auch nur, weil ihr entschieden anderer Meinung seid als wir.
00:30:55: DR. LAURA WEISENBURGER Genau, weil ich denke, nein, Quatsch.
00:30:57: DR. DENNIS BALLWIESER Bleibt aber genau dann im Kopf und darum geht's ja. Ich find auch sehr interessant, unser Team hat sich die Mühe gemacht.
00:31:04: DR. LAURA WEISENBURGER Vielen Dank noch mal an der Stelle. Genau. Viel recherchiert.
00:31:07: DR. DENNIS BALLWIESER Und hat nach Studien gesucht, die sich explizit mit dem Thema Podcasts für Mediziner:innen beschäftigt. Wir verlinken die natürlich alle für euch in den Shownotes. Wenn's euch tiefer interessiert, ist das Blick wert. Es gibt eine Studie von der University of Iowa und aus Portland in Oregon, ging um die Frage, wann und wie man Podcasts einsetzt. Pendeln haben wir schon gemacht, was anderes, Sport machen. Ja, also während des Sports sich Podcast aufs Ohr. Ich weiß nicht, da machen die meisten vermutlich eigentlich eher Musik an, aber das wäre was, was man sich auch noch mal überlegen kann. Und besonders spannend fand ich die Studie aus dem Childienst Hospital auf Philadelphia und von der Brown University in Rhode Island in den USA, der die Frage behandelt hat, wie lang sollte eigentlich son Podcast sein? Und der gibt uns mit dem, was wir hier tun, eigentlich recht, Laura.
00:32:02: DR. LAURA WEISENBURGER Ja, stimmt. Ein Glück. Puh, 10 bis 15 Minuten ist okay. Ich bin immer noch in den 15 Minuten drin. Sehr schön fand ich die Frage nach den Qualitätspunkten, die so ein Podcast mitbringen sollte für die, also beantwortet natürlich von denjenigen, die den Podcast hören. Und da wurde genannt, da war ich natürlich auch ganz glücklich, dass wir durchaus einige Boxes da ticken können, ein Podcast sollte auf glaubwürdige Quellen zurückgreifen, aufbauen. Das ist ja eine Qualität, die wir in all unseren Medien hier ganz, ganz hochhalten und wo wir auch immer wieder sagen, wollt ihr euch genauer informieren, klickt in die Shownotes rein, da sind die Links. Also wir geben euch die auch dann gleich mit. Ihr könnt gleich weiterlesen, wenn ihr wollt. Wir versuchen immer, die wichtigsten Punkte am Ende ein bisschen zusammenzufassen. Das ist ja auch immer bisschen die Frage, machst Du, glaube ich, genauso, was bedeutet das jetzt für mich im klinischen Alltag? Also das ist das, was ich mir dann immer stelle. Was nehme ich mit, wenn ich jetzt eben die Urologin wäre, wenn ich die Kinderärztin wäre? Was ist dann für mich wirklich die Quintessenz? Akronyme erklären, mache ich sehr gern. Es gibt so viele schöne. Gute Audioqualität, auch an der Stelle natürlich danke an unser Team, das ist nicht nur uns geschuldet, dass hier die Audioqualität super ist, sondern das war natürlich einfach selbstverständlich. Genau und was wir nicht immer erfüllen können, aber wir machen es immer öfter. Lieber ein Dialog als ein Monolog. Ja, da versuchen wir euch deutlich mehr an Gesprächsfolgen anzubieten, als wir das in der Vergangenheit gemacht haben und natürlich sind wir auch offen für Vorschläge von euch, was ihr euch von ’ne Dosis Wissen noch wünscht. Wir wissen, dass in anderen Formaten mittlerweile zum Beispiel viel mit Wissensquizzen am Ende gearbeitet wird, gibt es auch in vielen Nachrichtenformaten mittlerweile und wir diskutieren auch hier im Team der Redaktion regelmäßig, wie wir ’ne Dosis Wissen noch besser machen können. Es gab noch so ein paar sehr spannende Effekte, die mich total überrascht haben, was auch rausgefunden wurde, was passiert denn, wenn ihr jetzt Podcasts hört, ja? Und das ist das möchte ich euch einfach mal mitgeben, weil das wusste ich selber nicht. Wer Podcast hört, hat mehr Zugehörigkeitsgefühl. Und jetzt Obacht, jetzt kommt's, und zwar sogar bezogen auch auf nationale und globale Institutionen. Das heißt also STIKO, mein bester Freund. Wir helfen euch dabei, aber auch mit Kolleginnen und Kollegen natürlich. Das heißt also, ihr könnt euch da mental bisschen besser vernetzen. Das ist wahrscheinlich so, das erkläre ich mir jetzt gerade selber so ein bisschen, da steckt er vielleicht dahinter.
00:34:48: DR. DENNIS BALLWIESER Wir sind ganz kurz vor der Eröffnung eins Merchandise Shops. Ihr merkt das schon, Damit ihr euch zugehörig fühlen könnt.
00:34:56: DR. LAURA WEISENBURGER Aber noch son sehr schöner Punkt, der auch gepusht wird und das ist natürlich grade in der Assistenzarztzeit superwichtig. Also klar, das festigt das klinische Wissen und dadurch oder dazu wird das Selbstbewusstsein gepusht.
00:35:13: DR. DENNIS BALLWIESER Und das finde ich wahnsinnig wichtigen Aspekt, weil ich glaube, dass mindestens so wichtig, wie dass man tatsächlich dranbleibt am Wissen, gerade bei den Menschen, die sich Gedanken darüber machen, wie sie dranbleiben können, auch ist, dass sie selbstbewusst werden oder sein können. Denn machen wir uns auch mal ehrlich, da sind eine ganze Menge Menschen im Gesundheitswesen unterwegs, die haben dieses Problem überhaupt gar nicht. Die sind selbstbewusst, kümmern sich aber im Zweifelsfall gar nicht um die eigene Fort- und Weiterbildung und das System belohnt diese Menschen aber unglaublich. Und wenn ihr uns hört bei ne Dosis Wissen, dann zeigt ihr ja schon, dass ihr definitiv dran seid, euch um euer eigenes Wissen und Können zu kümmern und dann gehört ihr mutmaßlich eher zu der Gruppe von Menschen, die sich die ganze Zeit einen Riesenkopf machen, wie sie das eigentlich alles schaffen sollen und das sind meiner Erfahrung nach die Menschen in der Klinik, die eher vielleicht in der zweiten Reihe stehen und dreimal überlegen, ob sie zu dem Thema was zu sagen haben, wo man sich aber, wenn die mal den Mund aufmachen wünscht, Mensch, die könnten eigentlich häufiger was sagen, ob bei der Visite oder im OP oder auch im Kolleg:innengespräch in der Pause. Und da wollen wir euch auf jeden Fall Mut machen, indem wir euch auch Wissen anbieten, das ihr einfließen lassen könnt und wenn das dazu führt, dass ihr euch sicherer fühlt und das auch in der Klinik oder in der Praxis zeigen könnt, dann haben wir schon guten Job gemacht.
00:36:41: DR. LAURA WEISENBURGER Und das zeigen auch die Zahlen, also das ist belegt. Medizinstudierende, die Podcasts gehört haben oder auch Blogs gelesen hatten, die schlossen bei dann Abfragen besser ab und total spannend und das ist ja immer immer wieder Thema, ja leitliniengerechte Behandlung, evidenzbasiertes Behandeln. Diejenigen, die Podcasts gehört hatten an Medizinerinnen und Medizinern, die änderten in ihrer klinischen Praxis was und behandelten dann wirklich leidliniengerecht und zwar gar nicht so wenig, nämlich über die Hälfte bis 90 Prozent. Also da wurde etwas bewirkt.
00:37:21: DR. DENNIS BALLWIESER Jetzt haben wir euch eine ganze Menge an Sachen erzählt, die ihr vielleicht auch schon gewusst habt oder die für euch Grund sind, warum ihr ’ne Dosis Wissen manchmal oder immer hört. Uns würde wahnsinnig interessieren, was euch fehlt an der Dosis Wissen, was ihr euch noch zusätzlich wünschen würdet oder auch gerade die Punkte, die ihr besonders gut findet an unserem Angebot. Schreibt uns das doch unbedingt an redaktion@gesundheit-hoeren.de, wenn ihr die E-Mail-Adresse noch mal sucht. In den Shownotes ist sie versteckt und natürlich auch auf der Website von Gesundheit hören auf Au.de. Gebt uns Bescheid, was wir noch besser machen können, damit ihr auch in den nächsten 1000 Folgen gerne dabei seid.
00:38:10: DR. LAURA WEISENBURGER Genau und an der Stelle natürlich an euch ein ganz großes Dankeschön, dass ihr uns hört, sonst gäbe es uns nicht und dass ihr schon vielleicht sogar sehr lange dabei seid. Und jetzt, last but not least fehlt natürlich der Dank an die ganzen Menschen, die ihr nicht hört, wenn ihr ’ne Dosis Wissen hört, aber die dabei sind. Ich beginne mal mit unseren Autorinnen und Autoren, da sind es zu nennen. Also die recherchieren für uns Themen und sprechen mit Expertinnen und Experten und fassen Dinge zusammen. Emily Glaser, Jana Hausschild, Christian Heinrich, Johanna Heuveling, Felix Kunz, Vincent Supé, Klaus Wilhelm und Christian Wolf.
00:38:59: DR. DENNIS BALLWIESER In unserer Redaktion hört und seht ihr nicht, aber das sind die beiden, die verantwortlich sind dafür, dass jede Folge erscheinen kann. Sebastian Brotkorb und Kareen Seidler und unser Chefredakteur Peter Glück.
00:39:14: DR. LAURA WEISENBURGER Und ich hab schon gesagt, den Ton, dafür sind wir nicht selbst verantwortlich, sondern dass es hier alles so klasse klingt, dafür sind Benedikt Möltner und Yves Seißler für die interne Produktion verantwortlich.
00:39:28: DR. DENNIS BALLWIESER Wenn unsere Folgen dann aufgenommen sind und wir hier intern alles erledigt haben, schicken wir die übrigens zu großartigen Kollegen in Leipzig, den Podcastproduzenten. Da geht ein herzliches Dankeschön an die Kolleginnen und Kollegen der Bebe Medien.
00:39:47: DR. LAURA WEISENBURGER Und wenn ihr das jetzt alles gehört habt und hier angekommen seid, dann super Sache. Checkt doch noch mal ganz kurz, habt ihr uns eigentlich schon abonniert und wenn nicht, ist jetzt nicht der perfekte Zeitpunkt. Das würde uns beide, glaube ich, sehr, sehr glücklich machen.
Speaker 3: Ein Podcast von Gesundheit hören und Apotheken Umschau pro.
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