Bewegungsspezial: Startschuss
Shownotes
Im Mai stehen die Zeichen bei ’ne Dosis Wissen auf Bewegung: Jeden Freitag gibt’s eine Spezialfolge. Los geht’s mit einem Gespräch zwischen den Hosts Dr. Dennis Ballwieser und Dr. Laura Weisenburger, die einen Ausblick auf die Themen der kommenden Wochen geben: Wie könnt ihr als Ärzt:innen eure Patient:innen gezielter beraten? Wie sorgt man dafür, dass Kinder die Freude an der Bewegung nicht verlieren? Welchen Einfluss hat der Zyklus auf die Leistungsfähigkeit? Und wie lässt sich Bewegung besser in den Klinikalltag integrieren? Dabei sprechen die beiden auch von ihren eigenen Erfahrungen: von Erinnerungen an den Schulsport bis zur Ergonomie im OP. Und bei einer solchen Spezialfolge dürfen natürlich ein oder zwei Bewegungspausen auch nicht fehlen.
Quellen und nützliche Links:
Artikel zum Thema Bewegung in der Apotheken Umschau: apotheken-umschau.de/1502755
Das Team hinter „’ne Dosis Wissen“-Spezial:
Hosts: Dennis Ballwieser, Laura Weisenburger;
Redaktion: Constanze Radnoti, Kareen Seidler;
Postproduktion: Benedikt Möltner, Yves Seißler;
Chefredakteur: Peter Glück
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Transkript anzeigen
00:00:00: SPRECHER: gesundheit-hören DR. LAURA WEISENBURGER: Du hast gerade auf deinen Tracker geguckt. Ich habe auch einen an. DR. DENNIS BALLWIESER: Und? DR. LAURA WEISENBURGER: Moment. Ah toll, genau. 4492. DR. DENNIS BALLWIESER: Ich habe so Ringe, damit weiß man dann auch, was das für eine Uhr ist. DR. LAURA WEISENBURGER: Ja, genau. DR. DENNIS BALLWIESER: Und das Interessante ist, der Bewegungsring, der ist noch nicht mal zur Hälfte geschlossen, aber die Uhr findet, ich habe heute schon die Hälfte der Zeit trainiert. Dabei wüsste ich jetzt nicht, wo ich trainiert habe, aber ich glaub Treppensteigen zählt da dazu. DR. LAURA WEISENBURGER: Ist und mir haben oder ich habe das mitbekommen von Eltern, dass dann immer die Uhr gesagt hat, also diese spezielle Uhr mit den Ringen meinte „Trainierst Du gerade?“ beim Kindern anziehen. DR. DENNIS BALLWIESER: Total beliebt, wenn man irgendwo gerade dem Zug oder der S-Bahn hinterherrennt, ja und dann vibriert die Uhr, weil sie denkt, Du bist beim Sport und Du willst eigentlich nur noch gerade so zur Tür reinwischen. DR. LAURA WEISENBURGER: Aber ist doch gut, zählt alles. DR. DENNIS BALLWIESER: Nur wenn du es bestätigst, glaube ich. Also es ist, es will dich die ganze Zeit zur Interaktion zwingen und das will ich nicht. Aber trotzdem, die Uhr ist ja dazu da, mir ein schlechtes Gewissen zu machen. DR. LAURA WEISENBURGER: Funktioniert's? DR. DENNIS BALLWIESER: Ja, schon. Also die nicht so, dass ich dann tatsächlich dahin komme, dass ich dann die Ringe schließe auf Teufel komm raus, aber es erinnert halt die ganze Zeit dran, dass es vielleicht doch besser ist, die Treppe zu gehen, statt den Aufzug zu nehmen. Das schon. DR. LAURA WEISENBURGER: Ihr hört, wir sind wieder in einer Spezialfolge, und zwar zu digitalen Endgeräten. Nein. Fast. Wir haben den Spezialmonat. Mai. Für Bewegung. Bei uns dreht sich alles rund um Bewegung im Mai in der Apotheken Umschau, in allen anderen Magazinen und auch bei ´ne Dosis Wissen. DR. LAURA WEISENBURGER: Und online natürlich auch. Genau und deshalb hört ihr im Mai jeden Freitag ein Spezial. Wir starten, wir geben den Startschuss, das bringe ich jetzt mal, diese offensichtliche Referenz, in den Bewegungsmonat mit unserem Gespräch, weil wir da, glaube ich, auch eine Menge, ja, sagen wir mal Meinung. DR. DENNIS BALLWIESER: Ich wollt grad sagen, weniger Expertise, mehr Meinung. DR. LAURA WEISENBURGER: Aber davon viel. DR. DENNIS BALLWIESER: Das muss auch mal sein. DR. LAURA WEISENBURGER: Dann lassen wir aber die Expertise beziehungsweise die Expertinnen und Experten sprechen und dazu heißen wir euch ganz herzlich willkommen. Wir sagen guten Morgen. Mein Name ist Laura Weisenburger. DR. DENNIS BALLWIESER: Und ich bin Dennis Ballwieser. DR. LAURA WEISENBURGER: Und ihr hört die Folge am 1. Mai 2026. SPRECHER: Ein Podcast von gesundheit-hören und Apotheken Umschau Pro. DR. LAURA WEISENBURGER: Und jetzt müsste eigentlich natürlich die Sache mit dem Kaffee kommen. DR. DENNIS BALLWIESER: Man kann Kaffee ja auch beim Sport trinken. DR. LAURA WEISENBURGER: Am besten so einen Proteinshake Kaffee. DR. DENNIS BALLWIESER: Um Gottes Willen. Okay, zieht euch eure Laufschuhe an, holt die Walking Stöcke raus und von mir aus auch den Proteinshake Kaffee und dann geht's los. Wir wollen diesen Monat unter anderem darüber reden, wie ihr eure Patientinnen und Patienten gezielter und individueller beraten könnt rund um das Thema Bewegung. DR. LAURA WEISENBURGER: Und dann müssen wir uns natürlich anschauen, wie das Ganze eigentlich losgeht, nämlich die Bewegung bei Kindern und ich werfe jetzt das böse Wort schon mal in den Raum Schulsport. DR. DENNIS BALLWIESER: Bundesjugendspiele. Richtig. DR. LAURA WEISENBURGER: Ihr merkt schon, da haben wir eventuell beide Schmerzpunkt. Aber das nächste Thema finde ich wiederum ganz toll. Ich habe es auch unter anderem vorgeschlagen, da geht's vor allen Dingen um Frauen und Bewegung beziehungsweise um Zyklusabhängigen Sportzyklus abgestimmten Sport. Da kann man unfassbar große Fässer aufmachen. Ich habe da schon mal mich reingelesen. DR. DENNIS BALLWIESER: Und dann kommt noch etwas, was ihr mit Sicherheit vergesst, wenn wir es nicht ansprechen, nämlich das, was ihr für eure eigene Bewegung im Alltag tun könnt als Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten. DR. LAURA WEISENBURGER: Ja, aber jetzt haben wir schon verdammt lange geredet. Jetzt haben wir doch bestimmt schon unsere ersten 6, 7, 8 Minuten durch und wir wären jetzt nicht die Bewegungsfolge, wenn ich sagen würde, los geht's, wir müssen uns jetzt bisschen bewegen. DR. DENNIS BALLWIESER: Tun wir was für unsere Kreise und Schrittzählertracker. Und was wir so tragen. DR. LAURA WEISENBURGER: Und ich glaube, das ist jetzt wirklich so gedacht, wir stehen jetzt auf und machen das. DR. DENNIS BALLWIESER: Aber nur, wenn die draußen hier, wir sitzen im Aquarium im Studio und nehmen auf und draußen vor der Tür und vor dem Fenster stehen die Kolleg:innen, die die Aufnahme betreuen. Die müssen dann schon mitmachen, oh, jetzt will ich sehen, wie das geht. DR. LAURA WEISENBURGER: Ganz genau. Also wir machen den Hüftöffner und wirklich jetzt kein Witz. Alle, die zuhören, die laden wir natürlich auch dazu ein. DR. LAURA WEISENBURGER: Hüftöfner starten. Ich erkläre es kurz, ich mach dann auch wirklich mit, aber sonst sehe ich nix. Ein Knie heben. Bein langsam in kreisenden Bewegungen nach außen führen. Bein wechseln. Im Rumpf stabil bleiben. DR. LAURA WEISENBURGER: Jetzt mach ich mit. DR. DENNIS BALLWIESER: Hüftbrecher. DR. LAURA WEISENBURGER: Genau, auch bekannt als der OSG-Distorsion. DR. DENNIS BALLWIESER: Das wird präsentiert von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie. Okay. DR. LAURA WEISENBURGER: Da kommen wir später noch zu. Also beanspruchte Muskulatur, Hüftbeuger, solange bis der noch kommt. Gesäßmuskulatur, tiefe Hüftmuskulatur und Rumpf natürlich. DR. DENNIS BALLWIESER: Es kneift im Sarg rum. DR. LAURA WEISENBURGER: Warum gut? Verbessert die Beweglichkeit der Hüftgelenke, gleicht langes Sitzen aus. Ja, hallo, wer fühlt sich da jetzt angesprochen? Denn das führt häufig zu Verkürzung. DR. DENNIS BALLWIESER: Aber wir haben ja eher das Problem, dass wir mal zu lang werden DR. LAURA WEISENBURGER: Das heißt also jetzt mal schnell weiter. Kommen wir gleich zu dem Thema, was wir ganz schnell abgehandelt haben. Kinder und Sport wird super. DR. DENNIS BALLWIESER: Warum meinst Du, dass wir das ganz schnell abgehandelt haben? Weil der Schulsport sowieso ausfällt. Da willst Du drauf hinaus. Oder? Aber fangen wir mal ernsthaft an mit Kindern und Sport. Also eigentlich ist das ja etwas, wo sich alle Menschen einig sind. Kinder sollten sich viel bewegen und es wird ja sowieso immer darauf hingewiesen, dass Kinder heute viel zu viel Zeit vor irgendwelchen elektronischen Geräten verbringen. DR. LAURA WEISENBURGER: Aber an der Stelle wollte ich auch gleich mal sagen, ich weiß nicht, wie's bei deinen ist, aber ich hab bei meinen eigentlich nicht das Gefühl, die haben jetzt zu wenig Bewegungsdrang. Also wir reden jetzt natürlich nicht über meine Teenietochter, schöne Grüße. Die muss sich inzwischen 'n bisschen mehr motivieren, aber wenn wir sagen wir mal ab Betreuungsalter 2, 3, 5, 6 Jahre gucken, Grundschule dann irgendwann, teilweise kann ich die doch gar nicht bremsen. DR. DENNIS BALLWIESER: Also das, mir zumindest bei allen 3 unserer Kinder, alle Kinder- und Jugendärztinnen gesagt haben, dass ja die Kinder einen eigenen Bewegungsdrang haben und man das nur ein bisschen bahnen muss quasi, das hat sich komplett bewahrheitet. Wollen die ganze Zeit eigentlich auch sich nicht nur draußen bewegen, die würden sich auch drinnen bereitwillig mit Ball und Trampolin und weiß ich nicht, was einem nicht einfällt bewegen. Ist eher die Frage, ob das halt das die eigene Wohnung aushält, ja. Aber das Problem ist, glaube ich eher, dass wir tatsächlich jetzt mal außerhalb von dem, dass sie nachmittags auf den Spielplatz gehen oder rausgehen mit Freunden und sich einfach da verausgaben, halt wenn sie in der Schule sind und da verbringen sie halt verdammt viel Zeit. Häufig nicht die Möglichkeiten haben, auch so auszutoben, wie sie das eigentlich wollen würden. DR. LAURA WEISENBURGER: Genau, denn was ist ja eigentlich in der Schule, da habe ich nämlich auch beide Exemplare, die eigentlich eben zu viel Drang haben, da was zu machen. Was muss ich aber eigentlich die meiste Zeit machen? DR. DENNIS BALLWIESER: Warten. DR. LAURA WEISENBURGER: Am besten stillsitzen. Ja. Leise sein, warten, aufpassen. Das heißt also, das ist der ganz große Teil des Schultages, der sowieso schon genug Zeit für die in ihrem Tagesablauf einnimmt. Und der Witz ist ja dann auch, dann wird ja wieder verlangt, so und jetzt bitte sofort, jetzt rennt ihr aber 3 Runden um Block. DR. DENNIS BALLWIESER: Ja und da ist auch tatsächlich was, also das versteh ich wirklich nicht am Schulsystem. In der Grundschule ist das noch sehr spielerisch alles und da glaube ich auch wirklich, das habe ich bei den Grundschullehrerinnen und -lehrern meiner Kinder auch wirklich so wahrgenommen, die wollen einfach nur, dass sie sich irgendwie bewegen. Das ist nicht in irgendeiner Form, ihr müsst dieses oder jenes tun. Solange die rumlaufen und sich verausgaben, ist alles gut. Jetzt in den weiterführenden Schulen, da geht's ja dann drum, dass das irgendwie benotet werden muss, und das finde ich so absurd. Also ich verstehe nicht, warum man Schulsport überhaupt mit Noten versieht. Denn wenn unser Ziel doch ist, dass die Kinder sich mit Freude mehr bewegen und wenn wir auch wissen und das kennen die meisten aus dem eigenen Erfahren, dass das halt auch dann spätestens, wenn die so ins Teenageralter kommen, mit der Peinlichkeiten versehen ist, weißt Du, wenn Du nicht sonderlich gut mit Bällen umgehen kannst oder Du bist halt nicht der Schnellste. Oder so wie ich, also mein absoluter Horror in der, weiß ich nicht, in fünften, sechsten Klasse muss das gewesen sein, der Felgaufschwung, wo Du so eine Reckstange vor dir hast und dann sollst Du dich da so hochschwingen. Wenn Du keine wirkliche nachweisbare Muskelkraft in deinen oberen Extremitäten hast und dann einfach so wie so ein nasser Sack unter diese Reckstange fällst, sehr zur Freude deiner Klassenkameradinnen, dann bist du an der Stelle für das Schuljahr durch mit dem Thema, ja? Und ich verstehe jetzt nicht, was ist denn das Ziel von diesen Noten? Also klar, wenn irgendjemand dann in der Oberstufe sagt, das geht auch vielleicht in Richtung Sportstudium, da kann man ja Wege finden, wie man das dann in den Kursen, die da dann stattfinden, tatsächlich mit Noten versieht, damit das in zum Beispiel Abiturnote oder auch in die mittlere Reife eingehen kann. Aber gerade in der in der Unterstufe, Mittelstufe muss das sein oder würde es nicht viel mehr bringen für die Motivation, wenn man sagt, spielerisch sich bewegen weiterhin wie in der Grundschule und versuchen rauszufinden, was den einzelnen Kindern liegt und die dann so da zu fördern, damit sie das vielleicht auch in ihrer Freizeit weitermachen können? DR. LAURA WEISENBURGER: Ja, weil das mit dem motiviert sein und bleiben, dazu kommen wir später noch dann auch für die Erwachsenen, aber daran kann ich mich selber auch so extrem gut erinnern. Bei mir wars, ich glaub, es war also alles, mit Leichtathletik Turnen und war auch nicht so super. Aber daran kann ich mich ja auch noch erinnern, dann hab ich mich saumäßig angestrengt. Ich hab das mit meinem Papa geübt im Garten: werfen. Ich war, ich bin son Ballwunder, ja? Und dann habe ich also werfen und fangen geübt und war auch total motiviert und hab mich echt angestrengt. Und ich weiß noch halt, weiß ich, ob's eine Lehrerin oder Lehrer war, keine Ahnung, kann ich mich nicht mehr erinnern, aber es war einfach nur so, guckte auf dir und dann wird ja gemessen, wie weit hast Du geworfen? Dann guckte der eben auf sein Blatt und da steht ja dann quasi, ein halber Zentimeter entscheidet ja dann über die Note. Und dann war so, ja, das ist jetzt eine 4 bis 5. DR. DENNIS BALLWIESER: So eben. DR. LAURA WEISENBURGER: Und beim nächsten Mal, was hab ich beim nächsten Mal gemacht? Ich habe den Ball hinter mich geworfen. Wirklich. DR. DENNIS BALLWIESER: Ja, verstehe ich total. Und also wenn wir grade dann drüber reden, dass da die Lust dazu fehlt oder dass sie sich dann auch nicht mehr im Verein bewegen und dass sie keine Lust haben, zum Beispiel im Sportverein da mitzumachen, selbst da, wo es niederschwellige Angebote gibt und wo das finanziell unterstützt wird. Dann muss man sich nicht drüber wundern, wenn das einerseits im Schulunterricht so ist und das also absolute Horrorvorstellung kann natürlich, ich hab's ja vorhin schon ausgesprochen, Bundesjugendspiele. Teilnehmerurkunde und Ehrenurkunde und so dieses Durchgereicht werden in der in der Klassenstufe oder Jahrgangsstufe dann nach ganz hinten war auch anwesend körperlich, hat halt nix gerissen. Also wem dient das, ja? DR. LAURA WEISENBURGER: Na, vor allen Dingen, also soweit ich das überrissen habe, bei meinen jetzt, es gibt inzwischen bei mir gab's das nicht, so Mathewettbewerb gibt's auch, Kunstwettbewerbe, Englisch, ja, das die heißen dann auch alle irgendwie ganz süß, das Mathe Känguru oder irgendwie so was. Aber das ist freiwillig. Also Du kannst dich melden. Willst Du da mitmachen oder willst Du nicht mitmachen? Bei Sport ist das halt so, ja, friss oder stirb. Also entweder Du machst halt mit und das ist die Vollblamage vor der gesamten Schule ja dann auch oder Du bist zufällig krank. DR. DENNIS BALLWIESER: Also ich muss sagen, es gab bei mir an der Schule, habe ich sehr genossen dann so ab der Mittelstufe Schüler Lehrer Fußball und das hatte natürlich 'n entscheidenden Vorteil. Man konnte, wenn man sich geschickt angestellt hat, also war nie jemand, der den Ball getroffen hätte, aber ich konnte halt meinen Mathelehrer faulen und er konnte mir wenig anhaben. Also herzlichen Gruß an Herrn Weser an der Stelle. Ich hätte dann auch später ohne ihn kein Abi gekriegt. Aber das ist dann natürlich, das hat mich durchaus motiviert, aber das ist ja nicht Schulsport. DR. LAURA WEISENBURGER: Jetzt gerade versuchen Sie es ja bisschen zumindest in Bayern, weiß nicht, ob andere Bundesländer da auch so Initiativen haben, aber hier in München haben wir es mitgekriegt. Die Bewegung halbe Stunde, die wurde jetzt großmundiger von Söder angekündigt im Mai 2025. Ich habe jetzt von meinen Kindern da noch nix gehört, einmal zweite Klasse, einmal sechste Klasse. Es kann aber auch einfach sein, dass die das so banal finden, dass sie's mir nicht erzählen. DR. DENNIS BALLWIESER: Wird denn die Bewegung halbe Stunde dann angerechnet gegen all die Schulstunden im Sport, die wegen Lehrermangels ausfallen oder wegen nicht zu nutzender Schulsporthallen, die in erbärmlichen Zustand sind. DR. LAURA WEISENBURGER: Geräte, die kaputt sind, kann man nicht nutzen. DR. DENNIS BALLWIESER: Da ist ja dann wieder und das ist das hat jetzt nicht nur was mit Schulsport zu tun, sondern allgemein Schulfinanzierung ist ja großes Problem und da kommen wir dann wieder an die ganz große Diskussion ran, dass halt kleine Kinder und Familien von kleinen Kindern eine absolute Minderheit sind in Deutschland und entsprechend wenig natürlich Druck dahinter ist, da Geld reinzupumpen. Und das macht sich halt dann auch im Schulsport bemerkbar. DR. LAURA WEISENBURGER: Ja und so viele Themen, wie wir jetzt angesprochen haben, dazu gehört natürlich auch, muss man vielleicht viel früher als wir das jetzt benannt haben, nämlich in der Schule schon eben in der Kita, in der Betreuung da ansetzen und die Kinder noch mehr motivieren, zu richtiger, besserer Bewegung bringen. Das ist die Frage und das klärst Du auch in einem langen Gespräch. DR. DENNIS BALLWIESER: Und die Folge hört ihr dann am 15. Mai, am Freitag, da, wo ihr sonst immer ´ne Dosis Wissen findet. DR. LAURA WEISENBURGER: Und ich freue mich, dass ich wiederum auch ein großes Gespräch führe, und zwar zum Thema Zyklus und Sport. Das hatte ich schon vor, ich glaub 3 oder 4 Jahren wollte ich das dann mal vorschlagen. Da stellte sich aber raus, da gibt's nicht wesentlich mehr als so eine Randnotiz, habe ich dann, glaub ich, in irgendeine Ausgabe von der Apotheken Umschau hinbekommen. Mit bisschen der Quintessenz, das da könnte was dran sein. Wir haben noch keine Studien, weil oh, Frauen menstruieren erst seit zu kurzer Zeit. Nein, was mir nämlich aufgefallen ist bei den Olympischen Winterspielen, die dieses Jahr stattgefunden gefunden haben in Italien, da wurde mal drüber geredet. Hast Du's auch mitbekommen? DR. DENNIS BALLWIESER: Nee, das ist tatsächlich an mir vorübergegangen, wobei ich dazu sagen muss, die Olympischen Winterspiele sind an mir vorübergegangen. Das ist jetzt bei mir auch nicht so ungewöhnlich, aber richtig. DR. LAURA WEISENBURGER: Tatsächlich wurde das bei mir in der Bubble geteilt. Nicht, dass ich jetzt 20000 Sportinfluencer:innen folgen würde, aber da kamen einfach die Schnipsel. Zum Beispiel die deutsche Skispringerin Agnes Reisch hat auch gesagt, ich lass jetzt den dritten Übungssprung aus. Warum? Ich befinde mich in meiner prämenstruellen oder fast Periodenphase und warum? Ich habe da einfach so viel Schiss immer und ich lass das jetzt mal weg, weil es ist nur Übungssprung. DR. DENNIS BALLWIESER: Es ist erstaunlich, dass das 2026 tatsächlich noch Thema ist, das dann ganz neu ist, wo man zum allerersten Mal wahrnimmt, dass drüber geredet wird. DR. LAURA WEISENBURGER: Man nimmt es zum ersten Mal wahr und es wird jetzt wahrscheinlich auch niemanden und dich auch nicht verwundern, wenn ich sage und es gab auch verdammt viel negative Resonanz. DR. DENNIS BALLWIESER: Das wundert mich gar nicht, ja. DR. LAURA WEISENBURGER: Ja. Für eine Profiathletin, die, ich weiß nicht, was dann am Ende bei rauskam, aber also viele haben sich da geäußert, auch am Ende Medaillengewinner*innen und dann gab's da halt einfach wie, hä, warum wird jetzt hier aber die Periode, das darf man nicht machen. Und das geht so natürlich nicht, deshalb machen wir's. DR. DENNIS BALLWIESER: Hervorragend. DR. LAURA WEISENBURGER: Ich habe nämlich im letzten Herbst beim Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie, da ist sie wieder, die DKOU, habe ich Lisa Bode gehört und sie ist die medizinische Leiterin der Frauenmannschaft des SC Freiburg und die hat superspannende Sachen erzählt über eben, also manchmal muss man die Trainer eben auch überzeugen, bitte setzt die jetzt nicht ein, sonst hat die im Spiel wahrscheinlich ihren nächsten Kreuzbandriss. Ja, solche Geschichten. Was kann was kann man da alles rausfinden? Aber auch ein Thema, was so ein bisschen in die Kinder mit reinspielt und das fand ich extrem spannend, dass wir zum Beispiel Mädchen ganz falsch in Anführungsstrichen fördern, wenn sie in den Leistungssport gehen wollen, auch beim Fußball wird ja sehr früh dann rekrutiert. Warum? Weil wir sie letztendlich so behandeln wie Jungs. DR. DENNIS BALLWIESER: Also es wird gar nicht berücksichtigt. DR. LAURA WEISENBURGER: Es wird nicht berücksichtigt. Und dieses mit, die müssten viel früher in die Koordination und das Training müsste viel angepasster sein, und zwar nicht erst mit 14, sondern die dürfen schon gerne mit 10 und so. DR. DENNIS BALLWIESER: Dafür, dass man sich die ganze Zeit darüber streitet, wie viel Gramm Nudeln man am Vorabend eines wichtigen Spiels essen darf und welcher Proteinshake der richtige ist, was, wäre mal meine Annahme, dem gegenüber alles weniger relevant sein dürfte für so die Gesamtleistungsfähigkeit. Ist doch schon erstaunlich ignorant, aber ehrlicherweise ja auch nicht ungewöhnlich in der Medizin. Also dass man nur vom Mann als Standardmodell quasi auf alle Menschen schließt. DR. LAURA WEISENBURGER: Immer. Ja. Das war doch immer in den Klausuren auch der 30 Jahre alte 70 Kilo schwere ein weiß ich nicht mehr wie große Mensch da. DR. DENNIS BALLWIESER: Richtig. DR. LAURA WEISENBURGER: Genau. DR. DENNIS BALLWIESER: Ja, das ist ja auch, Frauen wurden ja lange Zeit gerade wegen des Zyklus aus ganz vielen medizinischen Studien ausgeschlossen. Das ist steht ja teilweise im Methodenteil, wenn man da mal so reinschaut in die Veröffentlichungen drin. Selbst wenn Frauen quasi Teil der Studie waren, dann nur die, die postmenopausal sind, weil das dann einfacher zu händeln ist. Und das wurde ja also, als ich studiert habe Anfang der Zweitausenderjahre, galt das noch als Standard. DR. LAURA WEISENBURGER: Ja und inzwischen muss man sich ja eigentlich fragen, wenn man da diese ganzen Sachen zusammenträgt, also inzwischen gibt's eben zum Glück ja mehr Studien, müssten wir da nicht vielleicht eben sogar Leitlinien, Trainingspläne und so weiter umschreiben und darüber will ich sprechen. DR. DENNIS BALLWIESER: Spannend. Jetzt ist Zeit, sich zu bewegen. DR. LAURA WEISENBURGER: Ja, diesmal hast Du's gesagt. Ich habe mir 2 Sachen ausgesucht. Wir können entweder Wandliegestütze machen oder Kniebeugen vom Stuhl. DR. DENNIS BALLWIESER: Wenn das heißt, dass die Wand die Liegestütze macht, dann bin ich dabei. DR. LAURA WEISENBURGER: Wir müssen uns anlehnen. DR. DENNIS BALLWIESER: Was heißt Kniebeugen vom Stuhl? DR. LAURA WEISENBURGER: Kniebeugen vom Stuhl. Vielleicht unsere Wand hier im Studio ist so schön weich gepolstert und sieht so schick aus. Vielleicht machen wir's lieber nicht. Wir machen Kniebeugen vom Stuhl. Das hatte ich neulich auch in einer Folge von ´ne Dosis Wissen. Das ist der Stand Chair Test oder so was. Das auch ein standardisiertes Ding. Also aus dem Sitzen kontrolliert aufstehen, langsam wieder hinsetzen. Die Arme können unterstützend nach vorne geführt werden. Viel Spaß. DR. DENNIS BALLWIESER: Na, ich bin gespannt, aber hier draußen vorm Studiofenster wieder mitmachen. DR. LAURA WEISENBURGER: Muss man wissen, müssen wir erzählen, wie viel schafft man so. Das ist eigentlich gar nicht so viel verlangt. DR. DENNIS BALLWIESER: Also es ist jetzt sehr wissenschaftlich ausgedrückt, was Du uns da aufgetragen hast. Wir stehen vorm Stuhl auf und setzen uns wieder hin. DR. LAURA WEISENBURGER: Also hier kommt, beanspruchte Muskulatur sind Oberschenkelmuskeln, Spaten, Gesäß, Rumpf. DR. DENNIS BALLWIESER: Ja, spür ich. Und das linke Knie war voroperiert. DR. LAURA WEISENBURGER: Ah. Ja, mein linkes Knie ist nicht voroperiert, aber ich merke es DR. DENNIS BALLWIESER: Also ich würde euch klinisch tätigen Menschen da draußen an den Podcasthörern ja empfehlen mitzumachen, aber wenn ihr solche Arbeitsplätze in der Klinik habt, wie ich die früher hatte, ich hatte gar keinen Stuhl an dem Arbeitsplatz. DR. LAURA WEISENBURGER: Wie, Moment, halt. Du willst mir jetzt nicht erzählen, weil Du es als Anästhesist bahinter dem Vorhang keinen Stuhl hattest. DR. DENNIS BALLWIESER: Der Standardarbeitsplatz hatte keinen Stuhl. Ich gebe zu. Je länger man dann dabei war, desto mehr konnte man sich so einen Hocker holen, ja? Ja. Aber das war nicht gerne gesehen. Also insbesondere, wenn dann die Oberarztriege durch die OPs kamen oder gar der Chef, da war das mit dem Stuhl nicht so. DR. LAURA WEISENBURGER: Ernsthaft? DR. DENNIS BALLWIESER: Wir haben da nicht dem Klischee entsprochen. DR. LAURA WEISENBURGER: Ja, aber wirklich, ich habe keine Abteilung gesehen, wo nicht Stuhl direkt, aber egal. DR. DENNIS BALLWIESER: Ich lege Wert darauf, dass ich nicht gesagt habe, dass ich keinen Kaffee und kein Kreuzworträtsel in der Hand hatte, ja? Also ich hatte nur keinen Stuhl. DR. LAURA WEISENBURGER: Sudoku. Ich habe es im Stehen gemacht. Richtig. Kaffeepause im Stehen. So jetzt Moment, weiter im Text. Wir sind ja jetzt eigentlich nicht beim Kaffee trinkenden Anästhesisten, sondern ah ja, sehr schöne Frage. Letztes Mal Gesundheit-Check-up. DR. DENNIS BALLWIESER: Ich bin jetzt wieder dran. Ich muss jetzt wieder, weil das letzte Mal war vor 3 Jahren. DR. LAURA WEISENBURGER: Und ich war grade, voll die doofe Sache, das sagt man ja als Chirurgin so selten, aber ich muss operiert werden, Schultergeschichte. DR. DENNIS BALLWIESER: Ah, was Einfaches. Schulter kann ja jeder. DR. LAURA WEISENBURGER: Wenn Du jetzt auch noch das sagst, was mir sonst allen anderen gesagt haben, nämlich das tut doch so wahnsinnig weh, davon halte ich schon richtig Schiss. DR. DENNIS BALLWIESER: Nee, geh doch zu Anästhesisten, der das kann. DR. LAURA WEISENBURGER: Das steht da bloß. DR. DENNIS BALLWIESER: Wir haben da eine Fachrichtung drin. DR. LAURA WEISENBURGER: Steht da bloß hinter dem Vorhang und trinkt Kaffee. DR. DENNIS BALLWIESER: Ich sag nur Regionalanästhesie, Frau Kollegin. DR. LAURA WEISENBURGER: Die kriege ich. DR. DENNIS BALLWIESER: Immerhin. DR. LAURA WEISENBURGER: Ist schon gerechnet. Aber ja, darauf freue ich mich nicht, aber ich war auch beim, also das war dann so bisschen mit der OP-Vorbereitung, hab ich mir eigentlich muss man das ja nicht mehr so intensiv machen mit so viel Blutentnahme und ich bräuchte wahrscheinlich auch kein EKG, ne, wobei Mitte 40. DR. DENNIS BALLWIESER: Aber also ernsthafter Gedanke steckt ja dahinter, weil man ja sagen muss, wir wissen alle ganz viel über das, was richtig wäre und grade wenn ihr im Gesundheitswesen arbeitet, wisst ihr sowieso die Basics, aber wir sind alle wahnsinnig schlecht daran, das auch in den eigenen Alltag zu integrieren und da kann so ein Nudging, so in Erinnerung rufen bei Kollegin oder Kollegen, die einen einmal in Augenschein nehmen, schon hilfreich sein. DR. LAURA WEISENBURGER: Ja genau, aber da glaube ich, sind wir gerade schon bei dem Problem, dass es mich so Du sagst doch so, ja einmal kurz und ne, Kollegin guck mal kurz drauf und das sind wir mal ehrlich, das reicht doch nicht. Also wenn Du jetzt vor deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt, Betreuenden, wem auch immer sitzt und er sagt, Mensch, Sie wissen schon, Herr Ballwieser. DR. DENNIS BALLWIESER: Nee, das bringt gar nichts. Das kann nur quasi ein Auslöser sein dafür, dass Du dir dann einen Ruck gibst und zum Beispiel sagst, also wenn Du jetzt noch nicht so eine Uhr trägst wie wir beide schon, die dir den ganzen Zeit aufn Zeiger geht, weil sie sagt, Du musst dich mehr bewegen und zwar von morgens bis abends, dann ist das vielleicht der Auslöser, dass Du dir anschaust, gibt's ja in allen Preisklassen, das geht irgendwo bei 50 Euro los und Du kannst auch Hunderte oder Tausende von Euro dafür ausgeben und wenn Du das dann machst und das irgendwie in deinen Alltag integrierst, das wird noch nicht automatisch dazu führen, dass Du jeden Tag mehr als diese 7000 jetzt auch evidenzbasierten täglichen Schritte gehst, aber es bringt dich vielleicht von 1500 auf 3000 Schritte und wir wissen aus den Studien heute, dass das auch schon eine Menge bringt. DR. LAURA WEISENBURGER: Genau das hat mir nämlich Professorin Christine Joisten auch genauso erzählt. Mit der habe ich mich nämlich schon unterhalten. Das Gespräch haben wir schon geführt und für euch aufgezeichnet. Das ist quasi unser dritter großer Block. Da ging's nämlich darum, wie mache ich's denn, wenn ich in der Praxis sitze und ich sehe meine Patientinnen, meinen Patienten so für 10 Minuten und will dem gerne noch mal mitgeben, Mensch und Sie wissen schon, auch Bewegung ist wichtig und dass das natürlich nicht reicht, das können wir uns glaube ich alle ausrechnen. Und mit ihr habe ich länger drüber gesprochen, okay, aber wie können wir es denn dann besser machen? Was braucht's? DR. DENNIS BALLWIESER: Die Folge hört ihr am nächsten Freitag, das ist der 8. Mai. DR. LAURA WEISENBURGER: Und was mich bei dem Gespräch tatsächlich am meisten überrascht hat, beziehungsweise was ich mir auf jeden Fall gemerkt habe, ist, wir stoßen da auf exakt die gleichen Probleme wie bei der Adipositas Thematik. Also wir waren da ganz, ganz schnell bei diesem, also das hat sie auch wirklich gesagt, die Personen, die vor uns sitzen und sich zu wenig bewegen, die sind nicht schuld und ihr seid auch nicht schuld in der Praxis, in der Ambulanz, wo auch immer, wenn ihr sagt, ich krieg den einfach nicht motiviert, ich hab's schon 20 Mal gesagt. Das ist ganz viel Veranlagung, ja, da quasi der Säbelzahntiger in uns, den wir überwinden müssen, nicht der Schweinehund, denn sie meinte, das haben wir halt gelernt in der Vorvoruhrzeit. Wir brauchen unsere Reserven und deshalb, wenn Du Pause machen kannst, mach Pause. Du musst früh genug wegrennen und brauchst dann deine Energie. Das ist das eine, aber das andere, was sie eben auch ganz deutlich angesprochen hat, die Strukturen sind Mist. DR. DENNIS BALLWIESER: Ich hab immer in Erinnerung ein Zitat von dem Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln, der ja seit Jahrzehnten mit dem Thema hausieren geht und viele Bücher darüber geschrieben hat und da hab ich noch bei Spiegel Online gearbeitet, als der diesen Satz brachte bei uns in dem Text, man kann in 1 Stunde Sport am Tag gar nicht das wieder aufholen, was man in 8 oder 9 oder 10 Stunden am Arbeitsplatz verloren hat und das ist ja genau das, was Du jetzt auch ansprichst, wenn wir unsere Umgebung nicht so verändern, ob das in der Schule bei den Kindern und Jugendlichen ist, ob das am Arbeitsplatz ist und zwar überall da, wo man gerade so denkt, na ja, der Arbeitsplatz, der ist halt so. Nee, der ist nicht einfach so, sondern der ist so, weil wir den so gestaltet haben- DR. LAURA WEISENBURGER: Er könnte jetzt auch anders ausschauen. DR. DENNIS BALLWIESER: Also wir sind beide Büroarbeiterinnen. Wir haben hier als das höchste der Gefühle und jetzt sind wir schon sehr fortschrittliches Unternehmen, was diesen Punkt angeht. Es gibt bei uns fast überall höhenverstellbare Schreibtische und es gibt ergonomische Stühle, aber man kann das natürlich alles noch viel innovativer denken. Man kann jeden Arbeitsplatz mit einem integrierten, leisen Laufband denken und dann ist die Frage immer, ja muss man das alles tun, ne? Die Frage ist, was will ich denn erreichen und wenn ich jetzt mal so in die Arbeitswelt gehe, ich will erreichen, dass die Menschen weniger krank sind. Da geht's ja am im Arbeitsumfeld dann immer darum und klar. Wenn ich sage, natürlich, ich muss eine ganze Menge investieren, damit die sich in der Möglichkeit die ganze Zeit irgendwie bewegen können und das auf deren Gesundheit einzahlt, aber ich krieg dann am Ende auch als Unternehmen was dabei raus und genauso könnte ich jetzt hingehen und sagen, warum sind denn Klassenzimmer heute noch so gestaltet, wie sie gestaltet sind? Da reden wir nicht über höhenverstellbare Tische oder irgendwie sowas, dass Kinder auch im Stehen oder Jugendliche dann später auch im Stehen arbeiten können irgendwo in der Schule. Da haben wir noch nicht mal drüber nachgedacht, davon wie Schulen gestaltet sind und wie die Umgebung von Schulen gestaltet ist und so weiter und so fort. Brauchen wir gar nicht anzusprechen. DR. LAURA WEISENBURGER: Ja, das kommt, dann könnt ihr alles am 8. Mai dann hören in Länge mit der Professorin Joisten. Sie erklärte auch, ja, das das ist auch, das geht auch um Stadtgestaltung. Radwege, wie breit sind die? Können wir Kinder sicher fahren? Kann ich denen das gut beibringen? Habe ich Spielplätze, auf die ich gerne gehe? Wo die Kinder gut spielen können, mehrere Altersgruppen, also ganz, ganz viel. Das war eine sehr spannende Geschichte und jetzt haben wir eben gerade schon, hast Du im Grunde genommen schon unser nächstes Thema mit angesprochen, nämlich Arbeitsplatz. Und da haben wir uns gedacht, klar, da können wir jetzt viel über so grundsätzlich Sport, Gesundheit, Prävention und so weiter am Arbeitsplatz sprechen, aber in der Vorbereitung fiel uns auf, Moment mal, an welchem Platz ist es paradoxerweise genauso, dass alle wissen, was gut wäre und sie begeben sich in unergonomische Haltungen für Stunden als dritte Assistenz bei der Hüft-OP oder sie sie wissen ganz genau, Mist, ich bin alleine für 4 Betten zuständig und da sind Patient:innen dabei, die muss ich alleine heben, die müssen ausm Bett raus, das macht mein Rücken so eigentlich nicht gut mit, egal wie viel Rückenschule ich schon gemacht habe. Also sprich das Krankenhaus und alle, die darin arbeiten, egal ob jetzt im Labor oder im OP oder auf Station und auch egal in welcher Position, die haben's glaube ich besonders schwer. DR. DENNIS BALLWIESER: Absolut. Arbeitsplatz Krankenhaus ist einer der Arbeitsplätze, egal welche Berufsgruppe, wo man sich durchschnittlich am meisten bewegt im Berufsleben, wo überhaupt kein Augenmerk draufgelegt wird zum Beispiel sind die Schuhe, die die Menschen tragen. Wenn wir in die Funktionsbereiche reinschauen, das sind typischerweise irgendwelche Schlappen, die getauscht werden müssen, weil sie dann durch die Steri gehen, wenn sie gereinigt werden. Ja, aber DR. LAURA WEISENBURGER: Das ist der Kritikpunkt, ne? Also um das mal ganz klar zu sagen, das geht ja nicht darum, wie weich und wie gefedert sind. Stehen die jetzt, wenn ich da auf 8 Stunden beim Wippel stehe, blöderweise, sondern wie gut lassen die sich reinigen? DR. DENNIS BALLWIESER: Ja und die Frage, was das mit deinem Rücken macht und was das mit deinem ganzen Bewegungsapparat macht und dann natürlich die Ergonomie am Arbeitsplatz und dass Du quasi immer deine eigene Gesundheit als Mitarbeiter*in dort unterordnest, denen an manchen Stellen vielleicht tatsächlich so gegebenen Rahmenbedingungen, die man nur schwer ändern kann. Aber ich glaube eben, Detail könnte man an ganz vielen Stellen ansetzen und es leichter machen. Aber das ist Aufwand und das ist natürlich, wenn wir jetzt mal in die Klinikstrukturen reinschauen, das ist Aufwand, der wird nicht vergütet. Also da kannst Du keine Ziffer dafür abbrechen, da kriegst Du keinen Investitionshaushalt, da kommt auch nicht das Bundesland und sagt, wir haben nicht nur in Eimer Farbe, sondern wir machen die Arbeitsplätze auch ergonomisch, ja. Aber wenn wir drüber reden, wie's den Mitarbeiter*innen in den Kliniken geht und dass das immer weniger werden und der Bettenschlüssel für pro Mitarbeiterin gerade in der Pflege wird immer schlechter, dann sollten wir uns zuvorderst die Frage stellen, wie diese Menschen gut und lange sich bewegen und das auf ihre Gesundheit einzahlt. Alleine, wenn man's nur ökonomisch betrachten würde, ja, also weil man kommt ja in der politischen Diskussion dann mit Prävention und Gesundheitsaspekten. Für Menschen kommst ja nicht weiter, Du kommst ja nur mit Euro weiter, wo Du sagen kannst, das bringt euch wirtschaftlich auch was, ja, dann wird dir vielleicht zugehört. DR. LAURA WEISENBURGER: Und das ist ja so besonders schwer, habe ich immer das Gefühl, das war auch in dem anderen Gespräch deutlich, sobald es darum geht, ja in Zukunft ist es dann gut, ja? Das da sind wir ganz schnell bei diesem „There is no glory in Prevention“. Niemand interessiert, also dummerweise, niemand interessiert sich dafür, wie das dann in der Zukunft ist, dass ich dann in Zukunft gesündere Menschen habe, die bei mir im Unternehmen bleiben und länger arbeiten können und nicht krankheitsbedingt ausfallen. Das finde ich, ist das ist so schwer rüberzubringen. DR. DENNIS BALLWIESER: Ja und auch, also wenn ich jetzt mal akzeptieren würde, jetzt gehen wir noch mal ins Funktionsbereich, OP, weil das so einfach ist und weil da auch die Belastung so offensichtlich ist. Ich habe keinen OP erlebt von innen, in dem es zum Beispiel so was gegeben hätte, was es in vielen Büroumgebungen heute schon gibt, nämlich so eine bewegte Pause, wo jemand kommt und sagt, ich nehme dich hier jetzt mal 5, 10 oder 15 Minuten, das geht ja in ganz kleinen Einheiten, aus dem, was Du gerade tust, da raus. Ich habe mich, weil ich Fachkraft bin, damit beschäftigt, was deine einseitigen Belastungen sind, also bei den Büroarbeitern ist das so dieses klassische Nacken Schulter ja und dann unterer Rücken und dann machst Du diese Ausgleichsübungen. Jetzt, wenn man sich einen OP-Arbeitsplatz anschauen würde, wär das noch bisschen anders, aber auch da könnte man Ausgleichsübungen anbieten, wo man sagt, wenn ich die regelmäßig anbiete, dann verringere ich die Wahrscheinlichkeit, dass alle, die da arbeiten, bestimmte typische Berufserkrankungen des muskuloskelettalen Apparats entwickeln. Und das kenne ich überhaupt gar nicht, weil das überhaupt nicht in dem in dem den Köpfen von den Leuten drin ist, dass man so was machen könnte. Das erste Gegenargument, was kommen würde, ja, aber die haben ja nicht alle gleichzeitig Pause. Und das ist jetzt der Grund, weshalb wir das nicht machen, ja. Das heißt ja eher, dass ich halt eine Fachkraft brauche, die in einem OP-Bereich die ganze Zeit anwesend ist. Ich rede jetzt nicht vom Klinikum Kleinkeckersheim mit zwei Seelen, wo paar Eingriffe am Tag gemacht werden, aber nimm mal so große Maximalversorger mit OP-Zentren, da sind über 24 Stunden Hunderte unterschiedliche Mitarbeiter drin. Wenn ich mir da nicht rausschneide, dass ich da eine Fachkraft habe, die sich drum kümmert, wie diese Hunderte Mitarbeiter nicht dauerhaft erkranken, dann muss ich mich über was anderes, was in Kliniken Alltag ist, nicht wundern, weil wir haben in Kliniken ganz viele Mitarbeiter, die langzeitkrank sind aufgrund von Erkrankungen im Bewegungsapparat, die typischerweise in der Pflege von diesem ewigen Lagern und Heben kommen und die ja dann reihenweise in die Berufsunfähigkeit rausgehen. Die kommen ja nie wieder und wenn ich das andersrum vorher bearbeiten könnte, dann tue ich nicht nur was für die Bewegung und für diese eine Mitarbeiterin oder den einen Mitarbeiter, sondern ich tue tatsächlich auch wieder was fürs System und dann müsste nach unserer Logik, die normalerweise gilt, auch irgendwo Geld dafür aufzutreiben sein. DR. LAURA WEISENBURGER: Ja, hoffentlich und im besten Falle ja dann auch noch die Motivation, weil ich könnt mir auch gut vorstellen beziehungsweise ich kann mich an mich selber erinnern. Nach einem 24 Stunden Dienst, da war ich jetzt keine, hab ich keine große Meinung, jetzt gehst Du noch mal laufen oder wenn ich ganz Hardcore mäßig drauf war, dann war ich da mit dem Fahrrad hingefahren. DR. DENNIS BALLWIESER: Das war das Einzige, was ich geschafft habe. Ich bin mit dem Fahrrad in die Klinik gefahren und genau, am nächsten Tag nach dem 24 Stunden Dienst hab ich's dann bereut, dass ich das Fahrrad auch irgendwie wieder nach Hause bringen musste. DR. LAURA WEISENBURGER: Genau und ich glaube, wenn man dann aber eben, sei es jetzt im OP oder es auf Station oder wo auch immer in Pausenraum rumgeht, in der Kantine, hast Du ja total, also bei uns gab's eine Öffnungszeit und eine Schließzeit. DR. DENNIS BALLWIESER: Ich war nie in der Kantine deswegen. DR. LAURA WEISENBURGER: Die organisierten Chirurgen haben's geschafft, manchmal. Ihr wurdet immer ausgelöst. DR. DENNIS BALLWIESER: Wir haben außer der Reihe gegessen. Ja, stimmt. DR. LAURA WEISENBURGER: Also da trafen da trafen sich ja schon paar Leute, erzähle ich dir jetzt einfach mal aus Erfahrung. Und da kann ich doch auch hingehen und wenn ich da sage, hey, kommt, alle jetzt 10 Minuten, mehr machen wir gar nicht, dann hab ich's abgefrühstückt. Ich kann sehr gut so antagonistische Übungen machen, ja, also alles für, wir dehnen jetzt mal den Rücken, wir machen jetzt mal diese klassische Rumpfbeuge, what not? Da gibt's wahrscheinlich zehntausende Möglichkeiten. Dann kriege ich doch die Leute auch viel leichter gegriffen, als wenn ich denen sage, Mensch und Frau Soundso, das wäre total super, wenn sie nach ihren 3 Überstunden auf Stationspflege jetzt auch noch folgende Übung machen, eine halbe Stunde lang. DR. DENNIS BALLWIESER: Das das eine ist, glaube ich, Du musst es einfach machen, dass Du es machen kannst und das Zweite ist, Du musst es entstigmatisieren, weil etwas, was Du für dich tust in der Klinik ja sofort stigmatisiert ist, als Du lässt die Gruppe im Stich, weil eigentlich sind wir ja hier alle so komplett drunter und drüber, dass Du kannst jetzt nicht einen Kaffee trinken, Du kannst jetzt kurz an die frische Luft gehen, Du kannst auch nicht kurz deine 5 Minuten bewegte Pause machen. Und deswegen musst Du es in einem Format machen, wo das nicht diskutiert wird. Also ich weiß nicht, bei uns in der Klinik gab's die klassische Morgenandacht noch, kurz bevor es losging, ja und jetzt wenn da 50, 60 Kolleg:innen in einem Raum sind und man fängt damit halt an, dass vorne 1 3 so Entlastungsübungen, die an allen Arbeitsplätzen sinnvoll sind, macht und das macht man einfach jeden Tag ohne zu fragen. Dann wird da eine Woche lang gelacht drüber, aber nach Woche machen das irgendwie halt alle mit und die, die es doof finden, kommen halt nicht. Und dann hast Du es aber in entstigmatisiert für diejenigen, die dir in Wahrheit dankbar sind, weil sie genau wie Du sagst, also dass sie das selber noch irgendwie in den Alltag integrieren, keine Chance. Und das ist wieder so ein Thema, ja, da muss sich die Klinikchefin oder der Klinikchef vorne hinstellen und anfangen. Sonst wird das nicht gelebt. DR. LAURA WEISENBURGER: Und darüber soll's dann in der allerletzten Folge gehen. Das ist dann unser Abschluss. Das heißt, darauf müsst ihr noch ein bisschen warten, das ist dann dein Gespräch. Aber also das finde ich unfassbar spannend, diese Fragestellung, diejenigen, die sich ja im Gesundheitssystem kaputt arbeiten, anders kann man's glaube ich nicht sagen, wie wir die besser schützen können und wie sie selbst vielleicht eben auch was machen können. DR. DENNIS BALLWIESER: Das wird die letzte Spezialfolge werden im Bewegungsmonat Mai, bevor wir dann den Strandkorbmonat Juni einläuten. DR. LAURA WEISENBURGER: Haben wir da schon Thema? DR. DENNIS BALLWIESER: Noch nicht, aber wir arbeiten daran. DR. LAURA WEISENBURGER: Die besten alkoholfreien Cocktails. DR. DENNIS BALLWIESER: Hier auf diesem Kanal wieder ein weiterer Grund, ´ne Dosis Wissen unbedingt zu abonnieren. DR. LAURA WEISENBURGER: Genau, da müsst ihr natürlich gucken, damit ihr diese Spezials nicht verpasst, also DR. DENNIS BALLWIESER: Unser Tipp für euch an der Stelle, geht in die nächste Apotheke eures Vertrauens DR. LAURA WEISENBURGER: Auf jeden Fall! DR. DENNIS BALLWIESER: Und holt euch die Magazine von uns mit dem orangenen Band auf dem Titel. Ist leicht zu erkennen, wir haben extra eine leuchtende Neonfarbe gewählt. Sticht euch sofort ins Auge. Es gibt eine ganze Spezialausgabe der Apotheken Umschau, fast 100 Seiten nur zu diesem Thema und außerdem gibt's Titelgeschichten im Senioren Ratgeber, im Diabetes Ratgeber, in ELTERN und eine Sonderausgabe von Medizini. Viel Spaß damit! DR. LAURA WEISENBURGER: Also wir machen genau das, was wir jetzt die ganze Zeit gesagt haben, wir müssen das strukturell angehen und das haben wir bei all unseren Publikationen gemacht. Online findet ihr natürlich auch ganz, ganz viel dazu. DR. DENNIS BALLWIESER: Wenn euch trotzdem was fehlt oder ihr Wünsche, Anregungen oder Fragen an uns habt, dann schickt uns eine E-Mail an redaktion@gesundheit-hören.de und noch einmal der Appell, abonniert jetzt ´ne Dosis Wissen, dann verpasst ihr keine dieser großartigen Freitagsfolgen im Mai und auch sonst bekommt ihr jeden Morgen Bescheid, wenn wir eine neue Folge online stellen. SPRECHER: Ein Podcast von gesundheit-hören und Apotheken Umschau Pro. DR. LAURA WEISENBURGER: Und jetzt natürlich die alles entscheidende Frage, wie viele mehr Schritte hast Du jetzt nach den zwei oder drei Bewegungsproben? DR. DENNIS BALLWIESER: Ich glaub, ich habe die falsche Uhr. DR. LAURA WEISENBURGER: Steh Okay, nächste Folge doch beste Fitness Digits. DR. DENNIS BALLWIESER: Wir testen Fitnesstracker demnächst auf diesem Kanal.
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