Neuer Asthma-Antikörper: Nur zwei Injektionen pro Jahr
Shownotes
Depemokimab bietet eine neue Therapieoption für Patient:innen mit schwerem Asthma mit Typ2Inflammation. Der monoklonale Antikörper wurde Anfang 2026 von der Europäischen Kommission zugelassen. Er richtet sich gegen Interleukin5 und reduziert signifikant die Zahl schwerer Exazerbationen. Welche Patient:innengruppen besonders profitieren und wo seine Grenzen liegen, erklärt Dr. Dennis Ballwieser, Arzt und Chefredakteur der Apotheken Umschau.
Für die Folge haben wir Informationen eingeholt bei: Ass.-Prof. Dr. Katrin Milger-Kneidinger
Stand: 19. Mai 2026
Quellen und nützliche Links:
- Depemokimab zweimal jährlich bei schwerem Asthma (engl.; DOI:10.1056/NEJMoa2406673)
- Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma (Stand August 2024)
- ’ne Dosis Wissen. Rhinosinusitis mit Polypen: Therapie-Meilenstein?. Folge vom 22.04.2025
Das Team hinter „’ne Dosis Wissen“:
Hosts: Dennis Ballwieser, Laura Weisenburger;
Autor:innen: Emeli Glaser, Jana Hauschild, Christian Heinrich, Johanna Heuveling, Vincent Suppé, Klaus Wilhelm, Christian Wolf;
Redaktion: Sebastian Brodkorb, Kareen Seidler, Sofia Zharinova;
Chefredakteur: Peter Glück;
Postproduktion: BEBE Medien GmbH
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Transkript anzeigen
00:00:03: Gesundheit hören.
00:00:04: Biologiker haben die Therapie des schweren Asthmars grundlegend verändert.
00:00:08: Mit DP-Mokimap ist jetzt ein Wirkstoff zugelassen, der das Dosierungsintervall auf sechs Monate ausdehnt.
00:00:16: Was das klinisch bedeutet und für wen dieser Wirkstoff infrage kommt?
00:00:20: Warum geht es heute?
00:00:25: Guten Morgen und willkommen zu eine Dosiswissen – dem täglichen Podcast für das Gesundheitswesen!
00:00:30: Eine Dosis Wissen gibt's Werktags ab sechs Uhr in der Früh im kompakten zehn Minuten.
00:00:34: Ich bin Dennis Balwiser, ich bin Arzt und Teil der Chefredaktion der Apotheken-Umschau.
00:00:38: Heute ist Dienstag, der neunzehnte Mai, zwei
00:00:44: Tausend sechsundzwanzig.
00:00:50: Es geht also um neue Antikörper zur Behandlung des schweren Astmas.
00:00:54: Dieser Antikörper heißt DP Mokimap, ist zugelassen durch die Europäische Kommission Anfang des Jahres.
00:01:03: Wir haben darüber gesprochen mit Katrin Milga Kneidinger von der Medizinischen Universität Graz, die außerdem an der Ludwig-Maximilians-Universität München zuständig ist für die Sprechstunde für schweres Asthma.
00:01:16: Holt euch euren ersten Kaffee des Tages und dann geht's los!
00:01:24: Asthma wird laut der aktuellen Leitlinie stufenweise bei Erwachsenen therapiert.
00:01:29: Da gibt es fünf verschiedene Behandlungsstufen.
00:01:31: auf der höchsten Stufe, der Stufe Fünf kommen verschiedene Biologika zum Einsatz.
00:01:36: Katrin Milga-Kneidinger sagt uns dazu, beide Asthmatherapien werden Biologiker vor allem bei Patienten eingesetzt, bei denen die Krankheit trotz einer hoch dosierten inhalativen Asthmetherapie nicht ausreichend zu kontrollieren ist Das heißt Patienten, die trotzdem noch Exhaltserbationen also Asthma-Anfälle haben bei denen sie Cortison brauchen oder ins Krankenhaus müssen.
00:01:57: Biologiker in der Asthmatherapie haben unterschiedliche Wirkmechanismen.
00:02:00: manche blockieren Immunglobuline andere richten sich gegen bestimmte Interleukine.
00:02:07: Dieser neue monoklonale Antikörper-DP-Mocchi MAP, der ist also Anfang des Jahrtausendzehnts und zwanzig zugelassen worden bei schwerem Asthma mit Typ II-Inflammationen.
00:02:16: Bei Erwachsenen und Jugendlichen ab zwölf Jahren die dann trotz einer hochtosierten inhalativen Corticosteroid Therapie plus weitere Erhaltungstherapien unzureichend zu kontrollieren sind.
00:02:28: das ist also ein Addon zusätzlich zur Erhaltungstherapie.
00:02:32: Dieser Wirkstoff im Speziellen blockiert Interleukin-V, ein Zytokin.
00:02:37: Das verantwortlich ist für viele Funktionen in der Entwicklung und Biologie der eosinophilen Granulozyten.
00:02:45: Es gibt tatsächlich auch schon andere Wirkstoffe die auf diesen Wirkmechanismus eingehen also die gegen interleukinen V wirken zum Beispiel Mepolytumap Auf dem tatsächlich dieser neue Antikörper DPMOKMAP auch basiert.
00:02:58: Katrin Milga Kneidinger sagt dazu ist für die Therapie des intrinsischen Astmaphynotypen, der mittlerweile auch als eosinophiler Phenotyp bezeichnet wird zugelassen.
00:03:11: Das sind meistens Patienten bei denen das Astma erst im erwachsenen Alter auftritt und die eben keine Allergien als Auslöser haben.
00:03:19: Typisch für diese Asthmaform ist auch eine Komorbidität, nämlich die Nasalpolypen.
00:03:24: Und da ist DP-Mukimap auch zur Behandlung der schweren Nasalpolypen zugelassen!
00:03:29: Für Patienten, die beide Krankheiten haben, ist DP Mokimap nun besonders interessant, weil man mit einem Medikament beide Krankigkeiten behandeln kann.
00:03:38: Wir haben tatsächlich hier bei einer Dosis Wissen schon einmal über DP MOKIMAP gesprochen – beider schwerem chronischen Rhinosinositis mit Nasenpulypen.
00:03:48: Falls euch die Folge interessiert, haben wir euch den Link in die Show notes gepackt.
00:03:51: Die Folge lief am zwanzigsten April zweitausendundzwanzig.
00:03:56: Aber hier geht es jetzt weiter um das Asthma!
00:04:00: Damit dieser Antikörper zugelassen werden konnte sind zwei Studien maßgeblich erschienen.
00:04:05: Swift I und Swift II, die beide Zwei-Tausendvier-Zwanzig im New England Journal publiziert worden sind.
00:04:11: Untersucht wurden knapp achthundert Menschen darunter auch dreißig Jugendliche zwischen zwölf und siebzehn Jahren und die sind ein Jahr lang nachbeobachtet worden.
00:04:22: Und da konnte gezeigt werden, dass die durchschnittliche Zahl schwere Asthmafälle pro Jahr- und Propatient auf einen halben Anfall pro Jahr und Pro Patient bei den Menschen reduziert werden konnte, die den Antikörper erhalten haben – in der Placebokruppe lag diese Zahl bei mehr als dem Doppelten bei.
00:04:42: Kathrin Milga-Kneidinger sagt uns, ob DP-Mukimap im Vergleich zu den bisherigen Antikörpertherapien stärker oder weniger wirksam ist – das lässt sich aktuell nicht abschließend sagen.
00:04:53: Es gibt bisher keine direkten Vergleichsstudien!
00:04:56: Allerdings hat DP-mukimup einen anderen Vorteil für die Patienten.
00:05:00: Seine lange Wirksamkeit.
00:05:01: der Wirkstoff wird alle sechs Monate subkutan verabreicht.
00:05:04: Das muss also nur zweimal pro Jahr injiziert werden….
00:05:07: Dazu sagt Katrin Milga-Kneidinger, der wichtigste Vorteil ist aus meiner Sicht das DPemokimab länger wirksam ist.
00:05:15: Die anderen Antikörpertherapien die wir bisher hatten waren etwa für vier bis maximal acht Wochen wirksam und jetzt haben wir eben ein Medikament, dass über sechs Monate wirkt.
00:05:23: Das heißt, die Patienten brauchen nur noch jedes halbe Jahr eine Spritze – das macht es für sie deutlich einfacher!
00:05:30: Und dazu kommt, sagt Katrim Milga Kneidinga, in der Summe gut verträglich sind.
00:05:37: Die überwiegende Zahl der Patienten hat überhaupt keine Nebenwirkungen, auch langfristig nicht!
00:05:42: Wenn Nebenwürkungen berichtet werden, hängen diese häufig mit dem Ausschleichen der Kottisontherapie zusammen.
00:05:48: Deswegen ist die Frage jetzt für Praktiker?
00:05:51: Sollte man Patienten auf Depimokimab umstellen – da sagt Katrin Milga-Kneidinger.
00:05:56: Gerade jetzt, wo die Therapie neu ist stellt sich die Frage ob man gleich mit diesem Medikament anfängt da es entsprechend teurer ist als die bisherigen.
00:06:04: Deshalb könnte es Sinn geben mit den kurz wirksamen Medikamente anzufangen und wenn das Therapie-Prinzip für den Patienten gut funktioniert auf die langwirkende Therapie mit DPemokimap umzustellen.
00:06:17: Insofern bleibt abzuwarten wie sich DPemocimap in der Praxis bewährt und ob es sich durchsetzt Und dann hören wir sicher auch mehr hier bei.
00:06:26: eine Dosis Wissen genau darüber.
00:06:31: Was war eine Doses Wissen für heute?
00:06:33: Die nächste Folge gibt es morgen ab sechs Uhr in der Früh überall da, wo ihr Podcast findet.
00:06:38: Wenn euch die heutige Folge gefallen hat, dann lasst uns unbedingt eine gute Bewertung da!
00:06:42: Danke dass ihr eine Dose wissen
00:07:04: wird.
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