Harnwegsinfektion: Ist Fosfomycin noch erste Wahl?

Shownotes

Mindestens jede zweite Frau bekommt im Laufe ihres Lebens eine Harnwegsinfektion. Oft verläuft sie unkompliziert. Allerdings ist die Zystitis ein häufiger Grund für die Verschreibung von Antibiotika. Die Leitlinien empfehlen in der ersten Linie mehrere Wirkstoffe. Aber welcher ist der wirksamste? Dr. Dennis Ballwieser, Arzt und Chefredakteur der Apotheken Umschau, ordnet ein, was eine neue Studie für die Verordnungspraxis bedeutet.

Für die Folge haben wir Informationen eingeholt bei: Privat-Dozent Dr. Giuseppe Magistro

Stand: 27. Mai 2026

Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt.

Quellen und nützliche Links:

  • Studie mit Vergleich von drei verschiedenen Kurzzeit-Antibiotikatherapien und einer Einzeldosis Fosfomycin bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen (engl., DOI: 10.1016/S0140-6736(25)02171-3)
  • S3-Leitlinie zu Harnwegsinfektionen bei Erwachsenen

Das Team hinter „’ne Dosis Wissen“:
Hosts: Dennis Ballwieser, Laura Weisenburger;
Autor:innen: Emeli Glaser, Jana Hauschild, Christian Heinrich, Johanna Heuveling, Vincent Suppé, Klaus Wilhelm, Christian Wolf;
Redaktion: Sebastian Brodkorb, Kareen Seidler, Sofia Zharinova;
Chefredakteur: Peter Glück;
Postproduktion: BEBE Medien GmbH


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Transkript anzeigen

00:00:03: Gesundheit hören.

00:00:04: Ist

00:00:04: Phosphormycin noch Erstwahl bei der Harnwegsinfektion?

00:00:08: Oder muss ich ein zweites Medikament lernen?

00:00:15: Guten Morgen und willkommen zu Ne Dosis Wissen, dem täglichen Podcast für das Gesundheitswesen!

00:00:20: Ne Doses Wissen gibt es Werktags ab sechs Uhr in der Früh in kompakten zehn Minuten.

00:00:24: Ich bin Dennis Ballwiese, ich bin Arzt und Teil der Chefredaktion der Apothekenumschau.

00:00:28: Heute ist Mittwoch, der siebenundzwanzigste Mai zwei

00:00:34: tausend sechsund zwanzig.

00:00:40: Die Handwichsinfektion ist ein sehr häufiger Grund für die Gabe von Antibiotika.

00:00:47: Die Leitlinien empfehlen in der ersten Linie mehrere Wirkstoffe, die Frage ist, welcher ist der wirksamste?

00:00:55: Der Anlass für die Frage und die Antwort ist eine nichthersteller finanzierte Studie in The Lancet, die im April erschienen ist.

00:01:03: Die Studie wird vorgelegt von Wissenschaftlern in Spanien, in Barcelona.

00:01:07: Wir haben darüber gesprochen mit Giuseppe Magistro – er ist Facharzt für Urologie und der Chefarzt der Urologi im Asclepius-Westklinikum in Hamburg.

00:01:16: Holt euch euren ersten Kaffee des Tages!

00:01:19: Und dann geht's los!

00:01:25: Natürlich sind Infektionen der unteren Hahnwege Sprichblasenentzündungen sehr häufig.

00:01:32: Mindestens die Hälfte der Frauen ist einmal im Lauf ihres Lebens betroffen, meistens glücklicherweise mit einer sogenannten unkomplizierten Blasenentzündung.

00:01:42: Wenn die unkompliciert ist, dann lauten die Leitlinienempfehlungen eine rein symptomorientierte Behandlung mit Schmerzmitteln oder pflanzlichen Präparaten, die auf die lokalen Beschwerden abzielt – also zum Beispiel das Brennen- oder Unterbauchschmerzen und eine kurze antibiotische Behandlung.

00:02:00: Giuseppe Magistro sagt dazu, man sollte nicht auf Breitbandantibiotika setzen sondern auf Antibiotiker die auf das Harnwegserregerspektrum ausgerichtet sind – und keine ungünstige Resistent-Situation zeigen!

00:02:13: Nämlich Nitrophuren Tuin, Phosphomezin und Pifmezzilin Arm.

00:02:19: In der deutschen Leitlinie ist anders als in der europäischen Leit Linie noch ein weiteres Präparat aufgeführt, das Nitroxolin.

00:02:27: Das sind alles Antibiotika die ein sehr gutes Ansprechen zeigen und in den letzten Jahren häufig eingesetzt wurden.

00:02:36: Laut der Leit-Linie gilt die Einmalgabe von Phosphomycinthromethamol als Mittel der Wahl – es könnte auch eine zweite Dosis gegeben werden!

00:02:46: Die Wirksamkeit ist anhand einer Meteranalyse, anhand von Daten aus randomisierten Studien gut belegt.

00:02:53: Außerdem ist die Resistenzrate dagegen niedrig und es gibt wenig Kollateralschäden.

00:02:59: Auch in Frage kommt eine fünftägige Behandlung – ist natürlich viel aufwendiger mit Nitrofurantoin oder eine dreitägige Be Handlung immer noch aufwändig mit Pifmethilien am.

00:03:12: Aber, im Jahr zwei Tausend achtzehn hat eine kleine randomisierte Studie eine geringere Wirksamkeit von Phosphor-Mycin als Einzeldosis im direkten Vergleich mit Nitro-Furantoin gezeigt.

00:03:25: Das hat jetzt die neue Studie aus Spanien überprüft!

00:03:30: Die neue Studi ist eine multizentrische offene, randomisiert klinische Phase vier Studie in spanischen Einrichtungen der Primärversorgung.

00:03:38: Eingeschlossen worden sind knapp siebenhundertsiebzig Frauen im Medianalter von achtundvierzig Jahren mit mindestens einem spezifischen Symptom einer Harnwächsinfektion, also entweder der Dysurie, dem Handrang, dem häufigen Wasserlassen oder der Druckempfindlichkeit in subrapubischem Bereich.

00:03:57: Außerdem mussten Sie einen positiven Urinstreifentest auf Nitrite und Leukocytenesterase haben.

00:04:04: Dann wurden sie in vier Gruppen randomisiert.

00:04:08: Entweder haben sie eine Einzeldosis von drei Gramm Phosphomycin bekommen oder zwei Dosen von jeweils dreigramm Phosphomycin, oder hundert Milligramm Nitrophurantoin dreimal täglich über fünf Tage.

00:04:21: Oder vierhundert Millogramm Pifmycelinarm dreimal Täglich über drei Tage.

00:04:29: Eingeschlossen waren also pro Studien-Randomisierungsgruppe knapp zweihundert Patientinnen.

00:04:36: Verblindet waren die nicht Und der primäre Endpunkt war der Anteil der Patientinnen mit klinischer Heilung, definiert als das Verschwinden aller Infektionssymptome am siebten Tag.

00:04:47: Damit zu den Ergebnissen Die Phosphomycin-Einzeldosis hat den niedrigsten Anteil Klinischen Heilungen – knapp sechzig Prozent also etwa Hundertzehn von hundertfünfundundachzig Patientenen.

00:05:00: Nitrophoranthoin hat den höchsten Antteil dreiviertel, also hunderttwanzig vonhundertzweihensebzig.

00:05:06: Und dann folgt das PIF-Mizillinamen mit siebzig Prozent und schließlich die Phosphor-Mizin Zweifachdosis mit siebenundsechzig Prozent.

00:05:16: Zu unerwünschten Ereignissen kam es in allen Gruppen, am wenigsten in der Phosphormizien Einzeldosisgruppe, am höchsten mit siebeundzwanzig Prozent in der Gruppe mit dem Nitroforanthuin.

00:05:29: Allerdings waren alle diese unterwünschten Eregnisse leicht und selbst limitierend.

00:05:33: vorwiegend gab's Gastrointestinale Beschwerden Und in der Summe war das auch wenig.

00:05:39: Das heißt, das wisst ihr ja auch – das ist eine recht sichere Therapie!

00:05:43: Giuseppe Magistro sagt dazu, zum ersten Mal haben wir den Head-to-Head vergleicht.

00:05:48: D.h.,

00:05:48: man hat ganz klar eine Substanz mit einer anderen verglichen und das sind vier unterschiedlichen Ansätzen.

00:05:54: Neben Bemerkung von mir finde ich ja schon bemerkenswert, dass es des Jahres zwanzig Jahre werden musste bis wir eines solche Studie vorliegen haben.

00:06:03: Er sagt weiter Für den Praktiker ist das eine lehrreiche Studie, weil er jetzt weiß wenn er zuerst Nitrophoranthuin verordnet wird der mehr Patientinnen geholfen haben als mit der Einmalgabe von Phosphomidzin.

00:06:13: Die Ergebnisse sagen uns dass die Substanz Nitrophorangthuin tatsächlich besser ist.

00:06:18: Besser im Sinne von – die Beschwerden gehen innerhalb einer Woche häufiger weg als wenn man nur einmalig mit Phosphamidin behandelt!

00:06:25: Die Kollegen in dieser Studie haben auch nach vierzehn und achtundzwanzig Tagen geschaut, ob sich das bestätigt.

00:06:30: Und auch dann war die Therapie mit Nitrophorantoin die erfolgreichste.

00:06:34: Bleibt ja dann die Frage wie es steht zwischen Nitrophonantoin zu Pifmycillinam und Nitropho-Rantoin zur doppelten Gabe von Phosphormycin?

00:06:44: Dazu sagt Giuseppe Magistro Wie die anderen zueinander stehen, konnte uns diese Studien nicht schlussendlich sagen.

00:06:50: Weil in die Endanalyse leider nicht ausreichend Patientinnen eingeflossen sind.

00:06:55: In dieser Hinsicht war die Studie unterpowered.

00:06:59: Das ja bedauerlichter.

00:07:00: hat man also im Jahr zwanzig endlich so eine Studie gemacht und dann ist sie unterpowered?

00:07:04: Aber gute Nachricht!

00:07:05: Es laufen gerade mehrere Studien, die untersuchen welche dieser Substanzen besser funktionieren.

00:07:11: Selbst wenn Magistro sagt Für den praktizierenden Arzt ist es eine absolute Hilfe auf ein Präparat setzen zu können, das mit hoher Wahrscheinlichkeit eine erfolgreiche Behandlung ermöglicht.

00:07:22: Das Essymö der Autor in dieser Studie ist – in den Leitlinen sollte man eher Nitroforanthuin über fünf Tage empfehlen als die einmalige Phosphormiziengabe.

00:07:31: Meine bescheidene Prognose ist, es bleibt alles wie es ist bei einer eintägigen Phosphoremitziehengabe weil es in der Praxis schlicht einfacher ist!

00:07:42: Das war eine Dosis Wissen für heute.

00:07:44: Die nächste Folge gibt's morgen ab sechs Uhr in der Früh überall da, wo ihr Podcasts hört mit meiner Kollegin Laura Weißenburger.

00:07:51: und bis dahin empfehle ich euch einen neuen Podcast von Gesundheit hören.

00:07:56: zu einem ganz anderen Thema endlich sechzig.

00:07:59: die beiden Journalistinnen Anne-Bärbel Köhler und Brigitte Huber sprechen über das Leben ab Sechzig.

00:08:05: Für den Podcast haben sie mit Expertinnen und Experten über das älter werden gesprochen.

00:08:10: Wie entwickelt sich das Gehirn mit steigendem Alter, welche Premieren möchte und kann man mit über sechzig noch feiern?

00:08:17: Was soll sich im Leben noch verändern.

00:08:19: Und was darf so bleiben wie es ist, glaubt mir!

00:08:22: Eine Berbel ist ja eine Kollegin aus der Chefredaktion der Apothekenumschau – und Brigitte Huber ist die ehemalige Chefredakteurin der Brigitte.

00:08:30: Das ist unterhaltsam.

00:08:32: Hört euch das unbedingt an.

00:08:33: findet ihr überall wo's Podcasts gibt unter dem Schlagwort Endlich Sechzig.

00:08:39: Danke, dass ihr eine Dosis wissen

00:08:59: hört.

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