Klimawandel: Die Gesundheitsrisiken in Europa nehmen zu
Shownotes
Der Klimawandel schreitet unaufhaltsam voran und die gesundheitlichen Folgen sind schon heute zu spüren. Ein neuer Lancet-Report nimmt die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels in Europa unter die Lupe. Hitzewellen führen zu immer mehr Todesfällen. Außerdem verlängern sich Allergiesaisons und Krankheitserreger breiten sich weiter aus. Dr. Laura Weisenburger, Ärztin und Redakteurin bei der Apotheken Umschau, fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen und blickt auch auf die Situation in Deutschland.
Für die Folge haben wir Informationen eingeholt bei: Prof. Dr. Susanne Moebus
Stand: 05. Juni 2026
Quellen und nützliche Links:
- Lancet Countdown Europe Report 2026 zu Klimawandel und Gesundheit (engl.; DOI: 10.1016/S2468-2667(26)00025-3)
Das Team hinter „’ne Dosis Wissen“:
Hosts: Dennis Ballwieser, Laura Weisenburger;
Autor:innen: Emeli Glaser, Jana Hauschild, Christian Heinrich, Johanna Heuveling, Felix Kunz, Vincent Suppé, Klaus Wilhelm, Christian Wolf;
Redaktion: Sebastian Brodkorb, Sina Metz, Kareen Seidler;
Chefredakteur: Peter Glück;
Postproduktion: BEBE Medien GmbH
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Transkript anzeigen
00:00:03:
00:00:04: Der Mai ist vorbei und wir hatten definitiv in ganz Deutschland schon die erste Woche oder waren sogar zwei, mit definitiv dreißig Grad und vielleicht sogar mehr.
00:00:15: Und damit sind wir schon mittendrin im Thema zu dieser Folge heute – denn Klimawandel gerade Hitze betrifft Europa und Deutschland auch schon ganz deutlich!
00:00:27: Das zeigt ein neuer Lancet Report.
00:00:34: Guten Morgen, schön dass ihr wieder bei der Dosis wissen dabei seid.
00:00:38: Ihr hört den täglichen Podcast für das Gesundheitswesen und es gibt immer Werktagsabsechs in der Früh mit einem Thema was ich auch hoffentlich heute in zehn Minuten packen kann obwohl natürlich Klimawandel und gerade Hitzeproblematiken in Europa deutlich mehr Zeit kosten würden.
00:00:56: Mein Name ist Laura Weisenburger, ich bin Ärztin und wissenschaftliche Redakteurin bei der Apothekenumschau.
00:01:13: Warum reden wir heute darüber?
00:01:15: Ich habe es gerade schon gesagt, wer haben bzw.
00:01:17: unser Team von der Dosis Wissen hat genauer reingeschaut in den Lancet Countdown Europe Report, im April im Lancet Public Health erschienen ist und den ihr natürlich in unseren Show Notes verlinkt findet!
00:01:32: Und wir haben nicht nur reingeschaut, sondern auch mit einer Experte darüber gesprochen.
00:01:37: Mit Susanne Möbus ist sie Biologin und Direktorin des Instituts für Urban Public Health am Uniklinikum in Essen.
00:01:48: Holt euch euren Kaffee das Tages?
00:01:51: Ist das so klimatisch korrekt?
00:01:54: Schwierig!
00:01:55: Vielleicht gibt's demnächst Kaffees aus Deutschland, wenn es hier geht.
00:01:59: So oder so ... starten wir jetzt ins Thema.
00:02:06: Aufgrund des Klimawandels haben wir in Deutschland bereits einen Temperaturanstieg gehabt und zwar lag die mittlere Temperatur im vergangenen Jahrzehnt bereits zwei Grad über dem vorindustriellen Niveau, da sieht man es also schon.
00:02:25: Die WHO bezeichnet außerdem den Klimawandel als die größte Gesundheitsbedrohung für die Menschheit weltweit sozusagen.
00:02:32: Und man darf immer nicht vergessen, dieser Klimawandel und die gesundheitlichen Konsequenzen kann sich auf verschiedene Wege bemerkbar machen.
00:02:40: Natürlich direkt wie so was wie die Hitze dazu kommen wir gleich noch aber natürlich auch indirekt denn er nimmt Einfluss auf die Qualität und die Quantität und Die Möglichkeit an Lebensmittel- und Trinkwasser zu kommen.
00:02:55: Jetzt aber der genaure Blick Auf den Lancet Counter in Europe Report.
00:03:02: Das ist bereits die dritte Ausgabe, d.h.
00:03:05: zwei gab es zu Klimawandel und Gesundheit.
00:03:09: Beteiligt waren mehr als sechzig Fachpersonen, Forscherinnen aus Europa den USA und Australien.
00:03:17: Und die haben sich mehr als vierzig verschiedene Indikatoren wie mitunter die hitzebezogene Mortalität genauer angeguckt.
00:03:26: Die Daten reichen bis zum Jahr zwanzig, also bis dahin wurden sie natürlich inkludiert.
00:03:31: Aber unsere Expertin sagte dazu auch schon, sie findet den Lancet Report sehr gut gemacht.
00:03:37: Die Autoren haben zahlreiche etablierte Indikatoren genutzt und sehr große Datensätze analysiert, um Entwicklungen und Trends über Zeit- und Regionen hinweg sichtbar zu machen.
00:03:49: Und sie betonte solche systematischen Aushaltungen bilden die Entwicklung sehr gut ab – und die Trends sind trotz unterschiedlicher Datenquellen eindeutig!
00:03:59: Dann schauen wir mal auf die leider durchaus beunruhigenden Ergebnisse des Reports zu den Hitzeereignissen.
00:04:06: Da wurde deutlich, es gibt einen Anstieg der direkten und indirekten negativen gesundheitlichen Folgen von Hitzeexpositionen in Europa.
00:04:16: In fast allen untersuchten europäischen Regionen stiegt die Zahl der hitzebedingten Todesfälle von im Jahr two-tausend fünfzehn bis zwei tausend vierundzwanzig an!
00:04:26: Und zwar wurde untersucht, beziehungsweise verglichen zu der Periode, reichen das in Relation.
00:04:35: Da hatten wir fast überall Anstiege.
00:04:38: Und zwar durchschnittlich jährlich, zweiundfünfzig Todesfälle mehr pro Million Einwohnern.
00:04:48: Jetzt sagt ihr vielleicht Gott, zweiundfünftig auf eine Million?
00:04:51: Das klingt ja nach gar nicht so viel.
00:04:54: aber nicht vergessen!
00:04:55: Dahinter steht jeweils ein Mensch bei diesen Zweiundfünfzig, der aufgrund der Hitze nicht gestorben wäre.
00:05:03: Wenn es diese Hütze nicht gegeben hätte!
00:05:06: In Deutschland ist Sachsen da ganz vorne mit dabei – bei der Todeszahl dich gefolgt von Brandenburg und Baden-Württemberg.
00:05:15: Hier gab's die stärksten Anstiege der hitzebedingten Sterblichkeit, und zwar mit über sechs Todesfällen auf eine Million Einwohnerinnen.
00:05:24: Noch ein Thema und auch nicht wirklich bedeutend neu sind Infektionen, die eben einfach durch die klimaktoschen Bedingungen neu und vermehrt wiederkehren können.
00:05:37: So zum Beispiel die jährliche Übertragungsrate – das Risiko für Denkfieber, für das Denkvirus nimmt in Europa deutlich zu!
00:05:46: Auch Allergien Gehören zu diesem großen Komplex dazu.
00:05:51: Durch den Klimawandel hat sich die Poln-Saison um ein bis zwei Wochen verlängert, bei Birke und Erle haben wir sogar eine Steigerung des saisonalen Schweregrats seitdem es den Report im Jahr ist, von fünfzehn bis zwanzig Prozent höherer saisonale Schweregrad in Teilen von Europa, was Birke betrifft.
00:06:14: Und wenn wir dann weitergucken auf die Lebensmittelunsicherheit, hier sind deutlich mehr Menschen betroffen im Jahr.
00:06:24: Im Vergleich zum Referenzzeitraum waren das in Europa wieder eine Million Menschen mehr, die entweder mäßig oder schwere Ernährungsunsicherheiten hatten.
00:06:36: Was ist das genau?
00:06:38: Die können sich einfach nicht mehr so gut ernähren aufgrund der Hitze.
00:06:44: Und da wird eine soziale Ungleichheit besonders deutlich, denn gerade Haushalte mit niedigerem Einkommen in Europa haben im Vergleich zu Haushalten mit einem mittleren Einkommen eine mehr als zehn Prozentpunkte höhere Wahrscheinlichkeit diese Ernährungsunsicherheit zu erleben.
00:07:01: Das Team was den Report erstellt hat hatte auch einige Empfehlungen für Deutschland parat.
00:07:06: Es bräuchten noch mehr Hitzeaktionspläne, Frühwarnsysteme für Hochrisikoregionen.
00:07:11: Da müssen wir nachbessern und das muss gestärkt werden.
00:07:15: Und auch bei Zecken ist natürlich auch hitzebedingt eine stärkere Ausbreitung.
00:07:20: Bräuchte es noch eine bessere Überwachung, Prävention, Früherkennung?
00:07:23: Das muss alles nachgebessert werden!
00:07:25: Unsere Expertin Susanne Möbus sagte dazu insgesamt bietet der Report jetzt nicht viel Neue.
00:07:36: Wirklich neue Krankheitsbilder beschreibt der Bericht nicht, aber er bestätigt in erschreckender Weise was seit Jahren vorhergesagt wird.
00:07:45: Nämlich bekannte Krankheiten wie Infektionen nehmen zu, Hitze Tote werden mehr und die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels sind einfach jetzt schon längst in Europa und Deutschland angekommen.
00:07:56: Besonders betonenswert fand sie auch nochmal diesen Fokus auf die soziale Ungleichheit.
00:08:03: Besonders von der higste Exposition betroffen sind Menschen mit wenigen Ressourcen, also kleinem Wohnraum kaum Grünflächen und die meistens vielkörperliche Arbeit im Freien leisten.
00:08:16: Und sie nannte uns dann zum Schluss auch noch einige Maßnahmen, die eigentlich sofort umgesetzt werden könnten und die auch sofort wirken würden wie zB ein Tempolimit auf den deutschen Straßen – das wäre eine Maßnahme, betonte Sie?
00:08:28: Die wirkt sofort.
00:08:30: Auch das Gesundheitssystem steht natürlich und sieht sie in der Pflicht, es gehört zu den größten CO-Zweihemitenten und muss seine eigenen Emission einfach deutlich reduzieren.
00:08:40: Hier gibt es schon erste Ansätze so hat sie es beschrieben aber noch zur wenig politische Unterstützung.
00:08:46: Und für ganz akute Hitzeperioden im Fall Sie da brauchen wird deutlich mehr Trinkbunden offenzugängliche Grünflächen und auch Wasserflächen in den Städten also sehr konkrete Dinge, die unsere Expertin da benennt.
00:09:00: Die man ändern könnte, die wahrscheinlich noch nicht mal so wahnsinnig viel Zeit kosten würden.
00:09:04: Aber das werden wir mal sehen, wieviel davon umgesetzt werden kann in den nächsten Jahren.
00:09:13: Zeit wäre es jetzt auf jeden Fall!
00:09:18: Das war's mit der Dosis Wissen für heute und für diese Woche.
00:09:22: Wenn ihr noch ein Hörtipp fürs Wochenende braucht, dann habe ich hier jetzt einen für euch!
00:09:28: Und zwar die aktuelle Folge von Frau Doktor übernehmen Sie – Mit meiner Kollegin Chefin Joja Rothabel.
00:09:35: Sie spricht über echte Gleichberechtigung im Job und auch zu Hause.
00:09:39: Das geht nämlich das zumindest sagen ihre Gästinnen in dieser Folge.
00:09:45: Sie haben beide ein Pendelmodell entwickelt, zwei Elternteile kümmern sich abwechselnd je eine Woche um die Care-Arbeit und um den Mental Load während die oder der andere mit voller Power im Job durchstattet.
00:09:56: Und dann umgekehrt!
00:09:58: Wenn ihr da spannend findet, hört auf jeden Fall
00:10:17: da rein.
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