Vitiligo: neue Schweregradskriterien

Shownotes

Mit neuen Therapieoptionen wie JAK-Inhibitoren wächst in der Behandlung von Vitiligo der Bedarf an klaren Kriterien: Wer gilt als schwer betroffen, wann liegt ein Rückfall vor, wer sollte Zugang zu systemischen Therapien haben? In einer globalen Konsensusstudie haben Expert:innen und Patient:innen gemeinsam bestimmt, wann Vitiligo als leicht, mittelschwer oder schwer einzustufen ist. Sie berücksichtigen dabei auch ausdrücklich psychosoziale Kriterien wie Stigmatisierung. Dr. Dennis Ballwieser, Arzt und Chefredakteur der Apotheken Umschau, stellt die neuen Kriterien vor und schätzt ein, was sie für die Versorgung von Patient:innen bringen.

Für die Folge haben wir Informationen eingeholt bei: Prof. Dr. Dr. med. Alexander Zink




Stand: 11. Juni 2026

Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt.

Quellen und nützliche Links:


Das Team hinter „’ne Dosis Wissen“:

Hosts: Dennis Ballwieser, Laura Weisenburger;
Autor:innen: Emeli Glaser, Jana Hauschild, Christian Heinrich, Johanna Heuveling, Felix Kunz, Vincent Suppé, Klaus Wilhelm, Christian Wolf;
Redaktion: Sina Metz, Kareen Seidler;
Chefredakteur: Peter Glück;
Postproduktion: BEBE Medien GmbH

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Transkript anzeigen

00:00:03: Gesundheit hören.

00:00:04: Bei der Hauterkrankung Vitiligo wird bislang der Schweregrad vor allem über die sichtbare Ausdehnung auf der Haut definiert.

00:00:14: Die tatsächliche Belastung der Betroffenen bleibt da außen vor.

00:00:18: Jetzt gibt es eine globale Konsensusstudie, die neue Schweregradskriterien für die Vitiligofest gelegt hat.

00:00:30: Guten Morgen und Willkommen zu einer Dosis Wissen dem täglichen Podcast für das Gesundheitswesen.

00:00:34: Eine Dosiswissen gibt es werktags ab sechs Uhr in der Früh, in kompakten zehn Minuten.

00:00:39: Ich bin Dennis Balmiser, ich bin Arzt und Teil der Chefredaktion der Apothekenumschau.

00:00:43: Heute ist Donnerstag, der elfte Juni, zwei tausendzechsundzwanzig.

00:00:49: Ein Podcast von Gesundheit

00:00:51: hören.

00:00:53: Apothekeumschau Po.

00:00:56: Dieses neue internationale Konsensus-Statement für die VitiLigo ist im Herz veröffentlicht worden.

00:01:05: Die Erstautorin kommt von der University of Birmingham in Großbritannien und der Letztautor von der Uniklinik Henri-Modor in Crétay, in Frankreich.

00:01:14: Wir haben darüber gesprochen mit Alexander Zink, der ist Dermatologe und leitender Oberarzt in der Dermathologie am Biederstein in München – das ist das Turmuniversitätsklinikum für die Dermalogie!

00:01:30: Alexander Zing sagt uns im Gespräch mit eine Dosiswissen Vitiligo wird endlich als das behandelt, was sie ist.

00:01:36: Eine Erkrankung die weit über die Haut hinausgeht.

00:01:39: Und euch euren ersten Kaffee des Tages und dann geht's los!

00:01:47: Die Vitiligoo ist eine autoimmunologisch bedingte Pigmentstörung bei der Pigmentierung verloren geht und sich die pigmentierte Flecken bilden.

00:01:57: Die Erkrankung ist mit einer Prävalenz von einem halben bis zwei Prozent eine der häufigsten Hauterkrankungen, bei denen es um Pigmentverluste geht.

00:02:07: Die PatientInnen berichten von einer erheblichen Belastung für die Lebensqualität das emotionale Wohlbefinden den Alltag und die psychosoziale Gesundheit.

00:02:17: Alexander Zink sagt uns dazu – bisher wird der Schweregrad der Vitiligo vor allem anhand der betroffenen Körperoberfläche bemessen.

00:02:24: Das heißt, wie viel Prozent der Haut ist depigmentiert.

00:02:27: Das klingt zunächst logisch, kräft aber insgesamt zu kurz – denn mit Heligo ist keine rein kosmetische Erkrankung!

00:02:34: Weiße Flecken zum Beispiel im Gesicht oder an den Händen werden von Betroffenen aber auch von ihrer Umwelt ganz anders wahrgenommen als gleich große Flächen zum Beispiel am Rücken.

00:02:45: Hinzu kommen erhebliche psychosoziale Folgen die Stigmatisierung, die Scham, der Rückzug aus dem sozialen Leben Auswirkungen auf Beruf und Schule.

00:02:54: All das bleibt in bisherigen Schweregrad-Einteilungen unsichtbar.

00:02:58: Für Forschung, klinische Studien und die Zulassung neuer Therapien fehlt außerdem eine international einheitliche Definition – was den Vergleich von Studienergebnissen erschwert.

00:03:09: Neue Schweregratkriterien sind daher definitiv nötig!

00:03:14: Diese Konsensusstudie, die jetzt im Drama of Dermatology erschienen ist und die wir natürlich in den Shownotes verlinken, baut auf einem mehrstufigen Vorgehen auf….

00:03:22: zuerst eine Literaturübersicht, dann qualitative Interviews mit Betroffenen zwei Delfi-Runden und eine finale Konsensoskonferenz.

00:03:31: Insgesamt waren rund neunzig Personen aus mehr als zwanzig Nationen beteiligt darunter Fachleute und Betroffene mit sehr unterschiedlichen ethnischen Hintergründen und Hauttypen.

00:03:42: Die Ergebnisse sind der Vorschlag von drei Basisstufen bzw schwere Graden leicht bei weniger als drei Prozent betroffener Körperoberfläche, mittelschwer bei drei bis zehn Prozent und schwer bei zehn Prozent oder mehr.

00:03:58: Zudem soll die Schnellprokrediente wie die LIGO als schwer eingestuft werden unabhängig vom Prozentsatz der betroffenen Körperober fläche.

00:04:06: Die Messung der Körperober Fläche ist weiterhin notwendig und ein geeigneter Ausgangspunkt für die Beurteilung des Schweregrats, sagt die Konsensuskonferenz.

00:04:16: Der Maßstab allein reiche jedoch nicht aus um die Krankheitslast zu

00:04:20: erfassen.".

00:04:22: Für Patientinnen mit mittelschwerer Vitiligo kann der Schweregrad durch Zusatzkriterien hochgestuft werden – zu schwer!

00:04:29: Dafür muss dann entweder mindestens eines der folgenden Hauptkriterie erfüllt sein, aktive eine sich ausbreitende Vitilio der befallgutsichtbarer oder besonders belastender Areale wie zum Beispiel das Gesichts, die psychische Belastung, die Stigmatisierung, die fehlende Selbstakzeptanz.

00:04:46: Oder eine Gesamtbelastung durch wie die LIGO inklusive sozialer, psychologischer körperlicher und finanzieller Belastungen.

00:04:54: oder mindestens zweiter folgenden Nebenkriterien.

00:04:57: Ein dunklerer Hauttyp, ein besonders junges Alter der Befall von Kopf- oder Gesichtsharen, ein erhöhtes Sonnenbrandrisiko Auswirkungen auf Schule oder Beruf sowie der empfundene Verlust persönlicher oder kultureller Identität.

00:05:12: Ihr seht da ist durchaus dann Spielraum drin in der Klassifikation für Behandlerinnen und Behandlern.

00:05:20: Die systemische Therapie kann nach der neuen Konsensuskonferenz bei mittelschwerer bis schwerer Vitiligo sinnvoll sein und sollte bei rasch pro kredienter Form unabhängig vom Prozentsatz betroffener Körperoberfläche unmittelbar eingeleitet werden.

00:05:35: Ein Rückfall wird nach der neue Konsensus Konferenz definiert als erneuter Pigmentverlust in zuvor repigmentierten Lesionen, nach drei oder mehr Monaten unabhängig davon, ob die Reprikmentierung spontan oder unter Therapie erreicht worden ist.

00:05:53: Wir wollten von Alexander Zink wissen wie er diese neuen Kriterien einschätzt – er sagt, sie sind sinnvoll!

00:05:58: Besonders klug ist der Ansatz, die Messung der betroffenen Körperoberfläche nicht zu verwerfen sondern als notwendigen Ausgangspunkt zu behalten und Sie dann durch klinische und psychosoziale Kriterium zu ergänzen.

00:06:10: Das macht das System praktikabel und gleichzeitig deutlich aussagekräftiger.

00:06:14: Auch die Definition eines Rückfalls wurde nun erstmals international vereinheitlicht.

00:06:20: Dieser Konsens ist aus seiner Sicht ein echter Vorschritt für Betroffene auf mehreren Ebenen.

00:06:26: Erstens werden ihre Erfahrungen jetzt offiziell anerkannt, wer trotz zum Beispiel nur fünf Prozent betroffener Körperoberfläche stark leidet Weil die Flecken zum Beispiel im Gesicht sitzen oder die berufliche Situation belasten, kann nun mit objektivierbaren Kriterien als schwer betroffen eingestuft werden und damit Anspruch auf intensivere Behandlungen haben.

00:06:46: Zweitens verbessert der Konsens die Grundlage für neue Therapien, einheitliche Definitionen ermöglichen vergleichbare Studien und damit eine schnellere Entwicklung und Zulassung wirksame Medikamente.

00:06:58: Drittens stärkt der participative Ansatz das Vertrauen, dass die Kriterien die Realität der Erkrankung widerspiegeln und nicht nur ärztliche Sichtweisen.

00:07:08: Das heißt ein großes Lob von einem leitenden Oberarzt Zettel München, der sich damit wirklich gut auskennt und insofern einen großen Schritt für Betroffene mit Vitiligo – das ganze Thema wird euch mit Sicherheit in der Klinik immer wieder begegnen!

00:07:23: Und Vitilugo gehört ja zu den wenigen Erkrankungen, einfache Blickdiagnose sind und insofern auch immer dazu auffordern, sich mit der Diagnose der PatientInnen auseinanderzusetzen.

00:08:11: Gesundheit hören.

00:08:13: Das ist das Audioangebot der Apothekenumschau.

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