Daraxonrasib: Durchbruch beim Pankreaskarzinom?
Shownotes
Das Pankreaskarzinom ist eine der gefürchtetsten Diagnosen der Onkologie. Meist wird es zu spät entdeckt, wenn der Krebs schon fortgeschritten ist. Eine Operation kommt oft nicht mehr infrage, und selbst moderne Chemotherapien verlängern das Leben meist nur um wenige Monate. Schuld sind veränderte RAS-Proteine, deswegen galt das Pankreaskarzinom lange als therapeutisch kaum angreifbar. Umso größer war das Aufsehen um eine neue Studie: Der Wirkstoff Daraxonrasib greift den Tumor genau dort an, wo der entscheidende Wachstumsmotor des Tumors sitzt – an der aktiven Form des RAS-Signalwegs. Dr. Dennis Ballwieser, Arzt und Chefredakteur der Apotheken Umschau, stellt die Studie und ihre Bedeutung vor.
Für die Folge haben wir Informationen eingeholt bei: Prof. Dr. med. Thomas Seufferlein
Stand: 22. Juni 2026
Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt.
Quellen und nützliche Links:
- Aktuelle Studie zur Wirkung von Daraxonrasib bei metastasiertem Pankreaskarzinom (engl.; DOI: 10.1056/NEJMoa2605555)
Das Team hinter „’ne Dosis Wissen“:
Hosts: Dennis Ballwieser, Laura Weisenburger;
Autor:innen: Emeli Glaser, Jana Hauschild, Christian Heinrich, Johanna Heuveling, Felix Kunz, Vincent Suppé, Klaus Wilhelm, Christian Wolf;
Redaktion: Sina Metz, Kareen Seidler;
Chefredakteur: Peter Glück;
Postproduktion: BEBE Medien GmbH
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Transkript anzeigen
00:00:03: Gesundheit hören.
00:00:04: Bei kaum einer Krebsdiagnose verdüstern sich auch die Gesichtszüge von uns Ärztinnen und Ärzten so sehr wie beim Pankreaskarzinom.
00:00:14: Die Erkrankung wächst häufig unbemerkt, sie streut früh und spricht nur begrenzt auf die Chemotherapie an.
00:00:23: Jetzt sorgt ein neuer Wirksstoff für Aufsehen der möglicherweise die Wände einläuten könnte.
00:00:34: Guten Morgen und willkommen zu eine Dosis Wissen, dem täglichen Podcast für das Gesundheitswesen.
00:00:39: Mit Doses Wissen gibt es Werktags ab sechs Uhr in der Früh im kompakten zehn Minuten.
00:00:43: Ich bin Dennis Balbiser ich bin Arst und Teil der Chefredaktion der Apotheken-Umschau.
00:00:47: Ich schwitze mit euch gemeinsam hier durch diesen noch nicht Sommer und freue mich.
00:00:52: heute ist Montag der Zweiundzwanzigste Juni.
00:00:55: zwei tausend sechsund zwanzig
00:00:58: podcast von Gesundheit hören apotheken umschau pro.
00:01:05: Es geht um Darakson Rasib beim metastasierten Pankreaskarzinom.
00:01:10: Dazu gibt es eine neue Studie im New England Journal of Medicine, die im Mai erschienen ist.
00:01:15: Die Daten dazu kommen aus den USA vom Memorial Sloan Catering Center und dem Dana-Farber Cancer Institute.
00:01:21: Wir haben über diese neuen Daten und die Veröffentlichung mit Thomas Seuferlein gesprochen.
00:01:26: Er is der ärztliche Direktor der Klinik für innere Medizin am Universitätsklinikum Ulm Und er sagt... Ein Paradigmenwechsel.
00:01:36: Na dann, holt euch euren ersten Kaffee des Tages und dann geht's los!
00:01:54: In den frühen Stadien, und das ist genau eines der Probleme, sorgt ein solches Pankreiskazinom noch für gar keine Symptome.
00:02:02: Und wenn überhaupt dann sind die unspezifisch!
00:02:05: Deswegen wird der Tumor in der Folge häufig erst spät erkannt – und dann hat er eben normalerweise schon gestreut.
00:02:11: Das führt dazu, dass in Deutschland fünf Jahre nach der Diagnose nur noch rund jeder zehnte Betroffene überhaupt am Leben.
00:02:23: Wenn die Erstlinientherapie versagt, dann gibt es bisher keine besonders wirksamen Standardbehandlungen.
00:02:30: Bei den Chemotherapien der Zweit-Linientherapie liegt die Überlebenszeit in der Regel bei gerade einmal sechs bis sieben Monaten.
00:02:39: Rund neunzig Prozent der ductalen Pankreiskarzinome haben Mutationen im Rassignalweg – meist im Grasgehen.
00:02:48: Diese Mutationen treiben dann das Tumorwachstum an.
00:02:51: Und genau da greift das Deraxon Rasib an, das ist ein neuartiger oraler Wirkstoff der die aktive Form von RAS also wenn das RAS eingeschaltet ist hemmt.
00:03:04: In dieser neuen Veröffentlichung im New England Journal of Medicine geht es um eine internationale Phase III-Studie, die randomisiert offen durchgeführt worden ist an rund fünfhundert PatientInnen mit einem bereits vorbehandelten duktalen Pankraskarzinom.
00:03:19: Die eine Hälfte der Betroffenen hat dann das Daxon Rasip bekommen – die andere Hälfe einer Standardchemotherapie nach Wahl der behandelnden Ärztinnen und Ärzte.
00:03:29: Mehr als neunzig Prozent der Betroffenen hatte eine Mutation im RAS G-Zwölf.
00:03:35: Der primäre Endpunkt war dann das Gesamtüberleben einerseits und das progressionsfreie Überleben andererseits, und zwar das progressionsfrei überleben in der Subpopulation der Patientinnen mit dieser RASG-ZWölfmutation.
00:03:49: Thomas Säuferlein sagt dazu, die Studie ist von der Teilnehmerzahl her groß.
00:03:54: An der Methodik des Studien ist aus meiner Sicht nichts zu beanstanden.
00:03:58: eine Verblindung der Studie isst aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich.
00:04:02: Eine Tablette gegen eine Infusion zu verblinden geht nicht.
00:04:07: Jetzt könnte man natürlich diskutieren ob das dann geht dass beide jeweils eine Tablette und eine Infusion bekommen.
00:04:11: aber da hat man auch wieder den Placeboeffekt bei dem jeweils anderen Und insofern hat er schon recht, das kann man natürlich auch offen machen.
00:04:18: Auch wenn ihr wisst dass es die Datenverwertbarkeit bzw.
00:04:21: die Qualität etwas einschränkt.
00:04:24: und damit zu den Ergebnissen.
00:04:26: Das Gesamtüberleben der Patientinnen mit RASG-Zwölfmutationen liegt bei Daraxon Rasib bei mehr als drei Zehn Monaten Standard-Zweitlinienchemotherapie bei unter sieben Monaten.
00:04:41: Das heißt, das Sterbensrisiko in diesem beobachteten Zeitraum sinkt um sechzig Prozent.
00:04:49: In der Gesamtpopulation waren die Zahlen fast diegleichen.
00:04:54: Bei dem progressionsfreien Überleben bei der RASG-II Mutation hat sich das Progressionsrisiko um mehr als die Hälfte reduziert.
00:05:04: Das Objektivansprechen auf die Therapie war beim Daraxon-Rasib fast dreimal so häufig wie bei der Standardzweitlinien Chemotherapie.
00:05:13: Und auch die Patienten berichteten Endpunkte, z.B.
00:05:17: Schmerz und Lebensqualität waren unter Daraxons Rasib besser.
00:05:22: Bei den Nebenwirkungen gab es tatsächlich Unterschiede.
00:05:24: Beim Daraxone-Rasyb kam es häufig zu Hautausschlag-, Durchfall- und Übelkeit.
00:05:29: Die schweren Nebenwürkungen waren tatsächlich unter dem Darxon-rasib etwas seltener als bei den Standard-Zweidlinien Chemotherapeutika.
00:05:38: Wir wollten von Thomas Seuferlern einmal seine abschließende Meinung zu diesen Ergebnissen hören und er sagt uns im Gespräch mit Nedosis wissen, es ist eine wirklich eindrucksvolle Studie!
00:05:50: Das ist für das Pankreaskarzinom nie da gewesen und ein Paradigmenwechsel für diesen Tumor.
00:05:55: Daryx und Rasib zielt auf das G-Protein RAS ab.
00:05:58: Das ist ein wesentlicher Treiber für Entstehung und Propagation des Pankreiskatzinums.
00:06:04: Und das galt lange als undruggable, also nicht mit Medikamenten zu behandeln!
00:06:10: Wie die Studie zeigt hat die Hemmung dieses Proteins maximale Effekte.
00:06:13: Das haben wir bei diesem Tumor noch nie gesehen.
00:06:16: Das Überleben im Rasinhibitorarm in der Zweitlinientherapie ist übrigens auch länger als das, was wir bisher in Studien in der Erstlinientherapie des metastasierten Pankreiskatzinums mit intensiver Chemotherapie gesehen
00:06:29: haben.".
00:06:30: Interessant aus meiner Sicht ist auch, die Autoren haben erst kürzlich die Ergebnisse der Phase eins und zwei Studie veröffentlicht.
00:06:37: Und es ist praktisch der einzige Fall den ich bei diesem Tumor kenne, bei dem sich die Ergebnisse der Phase Eins und Zwei-Studie eins zu eins in die Phase Drei-Studien
00:06:47: übersetzen.".
00:06:48: Thomas Säuferlein sagt abschließend nach der erfolgten Publikation der Daten wird dieses Therapiekonzett sehr rasch in nationale und internationale Leitlinien aufgenommen werden.
00:06:58: Ebenso ist davon auszugehen, dass eine Zulassung des Medikaments erfolgen wird.
00:07:02: Herausfordernd bleibt derzeit die Kommunikation mit unseren Patienten.
00:07:06: Die Studiendaten sind bereits verfügbar – das Medikament hingegen ist zumindest in Deutschland aktuell noch nicht zugänglich!
00:07:13: Für die USA ist ein Early Access Programme geplant und wir hoffen, dass ein entsprechendes Angebot zeitnah auch in Europa etabliert wird um die Zeit bis zu regulären Zulassungen zu überbrücken.
00:07:24: Das ist natürlich tatsächlich Problematisch, gerade bei einem Tumor der so kurze Überlebensraten hat wie das Bankreskatzinom.
00:07:32: Denn es ist für die Patientinnen aus verständlichen Gründen schwer auszuhalten, dass diese Daten jetzt in der Welt sind aber das Medikament hier zumindest ohne Tricks und Kniffe in Deutschland noch nicht verfügbar ist.
00:07:45: Wir halten euch auf dem Laufenden, wie's damit weitergeht!
00:07:52: Das war die Dosis Wissen für heute.
00:07:56: Wir hatten tatsächlich gerade im Januar, es ist eine Folge über die schlechten Überlebenschancen beim Pankreiskartzinum.
00:08:03: Wenn ihr noch ein paar Minuten Zeit habt dann hört doch rein in die Folge vom neunzehnten Januar zwanzig.
00:08:08: Da ging es um die Krebsdiagnosen in Deutschland.
00:08:12: Findet ihr überall da wo's eine Dosis Wissen gibt und das heißt überall da, wo ihr Podcast hört?
00:08:17: Wenn euch die heutige Folge gefallen hat, lasst uns bitte eine gute Bewertung da!
00:08:21: Das sorgt dafür dass Menschen hier noch nicht hören, eine Doses Wissen leichter finden.
00:08:26: Danke, dass ihr eine Dosis wissen
00:08:48: hört.
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