Preha vor OP: mehr als eine gute Idee?

Shownotes

Auf Bewegung und Ernährung basierende Prehabilitationsprogramme sind vielversprechende neue Strategien zur Verbesserung der postoperativen Genesung. Frühere Studien haben jedoch zu unterschiedlichen Ergebnissen hinsichtlich der Auswirkungen auf die postoperativen Ergebnisse geführt. Was kann die Prehabilitation wirklich bringen? Dr. Dennis Ballwieser, Arzt und Chefredakteur der Apotheken Umschau, mit einer neuen Metaanalyse und Vorschlägen zur praktischen Implementierung.

Für die Folge haben wir Informationen eingeholt bei: Prof. Dr. Andreas Schnitzbauer

Stand: 23. Juni 2026

Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt.

Quellen und nützliche Links:

  • Metaanalyse zu Bewegungs- und ernährungsbasierten Prähabilita
  • ACS. Pressemitteilung. Optimierte Bewegung und Ernährung vor einer Operation verbessern Behandlungsergebnisse. 29.4.2026 (engl.)

Das Team hinter „’ne Dosis Wissen“:

Hosts: Dennis Ballwieser, Laura Weisenburger; 
Autor:innen: Emeli Glaser, Jana Hauschild, Christian Heinrich, Johanna Heuveling, Felix Kunz, Vincent Suppé, Klaus Wilhelm, Christian Wolf; 
Redaktion: Sina Metz, Kareen Seidler;   Chefredakteur: Peter Glück; 
Postproduktion: BEBE Medien GmbH 

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Transkript anzeigen

00:00:03: Gesundheit hören.

00:00:07: Ob die Patientinnen vor einer Operation soweit es geht fit gemacht werden können, um danach die Rate der Komplikationen zu senken?

00:00:18: Das ist die Frage!

00:00:19: Funktioniert das

00:00:20: wirklich?!

00:00:25: Guten Morgen und willkommen zu eine Dosis Wissen, dem täglichen Podcast für das Gesundheitswesen.

00:00:30: Eine Dosis-Wissen gibt es Werktags ab sechs Uhr in der Früh in kompakten zehn Minuten.

00:00:35: Ich bin Dennis Ballwieser, ich bin Arzt und Chefredakteur der Apothekenumschau.

00:00:38: Heute ist Dienstag, der XXIII.

00:00:40: Juni, zwei

00:00:45: tausendzechsundzwanzig.

00:00:52: Es gibt Prähabilitationsprogramme die auf Bewegung und Ernährung basieren Und dahinter stecken vielversprechende neue Strategien zur besseren postoperativen Genesung.

00:01:05: Dazu gibt es eine Meta-Analyse im Journal of the American College of Surgeons, die im April in den Jahren ist.

00:01:12: Erst und letzte Autorinnen kommen von der University of California in Los Angeles.

00:01:17: Wir haben darüber gesprochen mit Andreas Schnitzbauer – er ist Chiroag und Direktor der Klinik für Chirurgie an dem Knapschaftkliniken Bochum des Universitätsklinikums Bochom.

00:01:28: Andreas Schnitzbauer begrüßt die Studie, er sagt jede seriöse Form der Evidenz in unserem Feld mit.

00:01:34: diese neue Meta-Analyse ist willkommen.

00:01:37: Holt euch euren ersten Kaffee des Tages und dann geht's los!

00:01:45: Allein in Deutschland werden jährlich mehr als sechzehn Millionen vollstationäre Operationen durchgeführt.

00:01:52: Bis zu ein Viertel der chirurgischen Patientinnen hat postoperative Komplikationen, das heißt längere Krankenhausaufenthalte und höhere Kosten für das Gesundheitssystem.

00:02:04: Möglicherweise können schlechte Operationsergebnisse durch den präoperativen Zustand und hier veränderbare Risikofaktoren beeinflusst werden.

00:02:15: Darunter also zum Beispiel die körperliche Fitness, die Frage ob jemand raucht ein unkontrollierte Diabetes Mangelernährungen oder auch Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit.

00:02:25: Da setzt die Idee der Prähabilitation an.

00:02:28: Also eine Strategie zur Förderung der präoperativen Optimierung und zu Minderung dieser Risiken, indem man die körperliche Ausdauer, die Ernährungsreserven und die psychische Bereitschaft verbessert.

00:02:42: Meist liegt der Schwerpunkt auf der Bewegung um die körperliche Fitness zu verbessern, um die Beweglichkeit zu erhöhen und die Muskelmasse zu trainieren.

00:02:53: Und dann geht es häufig noch um ernährungsbezogene Maßnahmen, weil eine perioperative Mangelernährung mit höheren Komplikationsraten einhergeht.

00:03:02: Mit längeren Krankenhausaufenthalten und auch einer höheren Morbidität.

00:03:08: Es gibt unterschiedliche Ergebnisse hinsichtlich der Effektivität solcher Programme in bisherigen Studien und deswegen ist diese Meteranalyse einer US-amerikanischen Arbeitsgruppe so spannend.

00:03:20: Dabei handelt es sich um eine systematische Übersicht unter Verwendung von verschiedenen Datenbanken, in denen nach Studien gesucht worden ist.

00:03:29: Die Studien sind zwischen dem Jahr zwei-tausendvier und zweitausend vierundzwanzig mit Begriffen wie eben Prähabilitation, Bewegungen Ernährung und Operation gefunden worden.

00:03:40: Gefunden haben die Autorinnen fast dreihundert infragekommende Studien vor allem randomisierte kontrollierte Studien also RCTs die Bewegungs- und Ernährungsbasierte-Prehabilitationsprogramme evaluiert haben.

00:03:52: Die übungsbasierten Programme kommen am häufigsten bei orthopädischen Operationen zum Einsatz der ernährungspasierenden Programme hauptsächlich bei Magendamen oder Herzoperationen.

00:04:03: Die primären Endpunkte waren jeweils die Verweildauer in den Kliniken sowie die Komplikationen.

00:04:09: Sekundäre Endpunkten gab es häufig auch noch, also z.B.

00:04:11: für Lebensqualitätsschmerzen In die Meta-Analyse einbezogen werden konnten.

00:04:18: schlussendlich dreiundzwanzig randomisiert kontrollierte Studien mit fast zwei tausend zweihundert Teilnehmenden und damit zu den Ergebnissen.

00:04:27: Tatsächlich konnte die Prehabilitation, die Zahl der Komplikationen und die Verwaltdauer reduzieren – und zwar sowohl durch die Bewegungs-, als auch durch die Ernährungsbasierten.

00:04:39: Programme im Vergleich zur jeweiligen Standardbehandlung!

00:04:44: Wenn man die Interventionsmöglichkeiten miteinander vergleicht, dann hat die Ernährung alleine eine stärkere verkürzte Verwaltdauer zur Folge als die Bewegung alleine und die Bewegungen alleine wiederum verbessert die Lebensqualitätswerte im Vergleich zur Standardbehandlung.

00:05:02: In allen analysierten Studien konnte die Rate der postoperativen Komplikationen um fast die Hälfte reduziert werden und die Krankenhausaufenthalte haben sich um mehr als zehn Prozent verkürzt.

00:05:16: Die Trainingsprogramme hatten die höchste Erfolgsquote bei der Risikosenkung für Kompliktionen, bei mehr als fünfzig Prozent.

00:05:24: Und hier geht es vor allem um Programme mit Kraft- oder Intervalltraining, die zwischen zwei Wochen und einem halben Jahr vor der Operation angedauert haben.

00:05:35: Etwa zwei Drittel der übungsbasierten Prähabilitationsprogramme sind direkt unter der Aufsicht des klinischen Teams eingeführt worden.

00:05:44: Ein Drittel war unbeaufsichtig – mit einer Dokumentation durch die Teilnehmenden selbst!

00:05:50: Die Ernährungsprogramme sind tatsächlich effektiver bei der Verkürzung des Krankenhausaufenthaltes.

00:05:56: Die verkürzen den Krankenhaus-Aufenthalt um etwa vierzehn Prozent, diese Ernährungprogramme seien zwischen fünf Tage und zwei Wochen lang häufig mit speziellen Nahrungsergänzungsmitteln, um das Immunsystem zu unterstützen so der Gedanke dahinter.

00:06:11: Alle Programme haben gemeint dass die Lebensqualität verbessert worden ist,

00:06:15: d.h.,

00:06:15: die Patientinnen haben sich allgemein besser gefühlt waren leistungsfähiger im Alltag.

00:06:22: Was es nicht gegeben hat, war eine wesentliche Schmerzlinderung oder eine Verbesserung der emotionalen Gesundheit nach der Operation.

00:06:31: und zuletzt vermuten die Autorinnen das die Arzt der Operation, der man sich unterziehen muss auch einen Einfluss auf die Wirkungsstärke der Trainings- oder Ernährungsprogramme haben könnte.

00:06:42: Das klingt einleuchtend!

00:06:44: Wir wollten von Andreas Schnitzbauer wissen wie er diese Ergebnisse Einordnet.

00:06:49: Er sagt uns im Gespräch mit eine Dosis wissen?

00:06:53: Früher war die Evidenz eher ambivalent, doch jetzt kommen immer mehr randomisierte kontrollierte Studien, die methodisch inhaltlich und von den Endpunkten her überzeugende Evidenzen bringen.

00:07:02: Mittlerweile ist es unbestritten, dass man viele Patienten einfach verbessern kann, denen nicht optimal ins Rennen gehen – sei es auf ernährungstechnischer Ebene oder auf der Bewegungsebene!

00:07:12: Wir haben momentan eine große, randomisierte kontrollierte Studie in Deutschland am Laufen und schon über einhundertdreißig Patienten eingeschlossen aus vielen Indikationsbereichen.

00:07:21: Da machen wir die Preha digital – über eine App!

00:07:24: Weil wir gesagt haben, Klinik fern macht es für uns mehr Sinn um nicht die Ressource Krankenhaus völlig adapsurdum zu führen und explodieren zu lassen.

00:07:32: Die Implementierung ist die große Aufgabe.

00:07:34: wenn Sie zum Beispiel in die S-III Leitlinie perreoperatives Management von gastrointestinalen Tumoren schauen dann steht da drin Eine ressourcenschonende Prähabilitation wird empfohlen, das heißt aber in der Realität wir haben keine Infrastruktur.

00:07:49: Wir haben keine abrechenbare Ziffer es ist nicht vergütet und wir können mit dem was wir haben den Patienten momentan eigentlich nur sagen was gut für ihn wäre oder aber die Dinge umsetzen die schon funktionieren wie Ernährungs Screening die ja auch vorgesehen sind in den Leitlinien.

00:08:05: Aber im Prinzip ist Prehabilitation nichts etabliertes im klinischen Alltag, weil sie keinen Physiotherapeut haben der sich drei bis viermal die Woche um die Leute kümmert.

00:08:14: Es ist auch schwierig für Patienten drei bis vier mal die Woche fünfzig Kilometer ans Akutkrankenhaus zu fahren nur um irgendwie, ich sag mal Salopp, zu turnen und strukturiert zum Beispiel Intervall oder Krafttraining zu machen.

00:08:25: Das ist schon sehr, sehr aufwendig!

00:08:28: Und daran arbeiten wir gerade.

00:08:31: Das Ordnet ist doch noch einmal ganz deutlich ein, was Andreas Schnitzbauer uns da sagt.

00:08:39: Es gibt glaube ich hier wieso häufig im Gesundheitswesen kein Erkenntnisproblem?

00:08:44: Es ist klar auch von der Datenlage her das es eine Prehabilitation geben sollte und es ist ebenso klar dass das System das derzeit nicht leisten kann.

00:08:55: Absurd wird es an der Stelle, dass ja gerade das ein Entlassen der Faktor hinten raus wäre.

00:09:00: Weswegen man sich umso dringender darum kümmern müsste!

00:09:04: Wir behalten das Thema für euch in Blick und halten euch auf dem Laufenden falls sich hier etwas Neues tut.

00:09:14: Das war eine Dosis Wissen für heute.

00:09:16: die nächste Folge gibt's morgen ab sechs Uhr in der Früh überall da wo ihr Podcasts findet.

00:09:20: Und zum Schluss habe ich noch einen Hurt-Tipp für euch.

00:09:23: Es gibt den neuen Podcast gepflegt, gefragt von Gesundheitshörern.

00:09:27: Für alle die Angehörige pflegen oder selbstpflegebedürftig sind.

00:09:31: Fragen, die wir da beantworten, sind zum Beispiel wie finde ich eine Haushaltshilfe?

00:09:35: Oder für wen eignet sich eine vierundzwanzig Stundenpflege?

00:09:40: Das Thema treibt euch beruflich um aber viele von den Menschen denen ihr tagtäglich begegnet ganz persönlich.

00:09:46: deswegen ist gepflegt gefragt ein podcast sowohl für euch als auch für alle die ihr behandelt.

00:09:51: Gepflegt, gefragt mit den Hosts Aglaya Adam und Kai Klint findet ihr ebenso überall da wo es Podcast gibt.

00:09:57: Und natürlich ist auch dieser Podcast für euch kostenfrei!

00:10:01: Danke dass ihr eine Dosis wissen

00:10:21: hört.

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