Ovarialablation: weniger Rezidive bei Brustkrebs?

Shownotes

70 bis 80 Prozent aller Brustkrebsfälle sind hormonrezeptor-positiv – und damit sensitiv für eine darauf abzielende Behandlung über möglichst fünf Jahre. Ob im Zuge dessen auch eine Ovarialablation bzw. Ovarialfunktionssuppression einen Nutzen bringt und vor allem, welche Patientinnengruppen besonders profitieren, ist noch nicht eindeutig geklärt. Eine neue Meta-Analyse hat sich nun dieser Frage angenommen, mit eindeutigem Ergebnis. Dr. Laura Weisenburger, Ärztin und Redakteurin bei der Apotheken Umschau, mit den Einzelheiten.

Für die Folge haben wir Informationen eingeholt bei: Prof. Dr. Rachel Würstlein

Stand: 26. Juni 2026

Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt.

Quellen und nützliche Links:

  • Meta-Analyse zur Wirksamkeit von Ablation oder Suppression der Ovarialfunktion auf das Rezidiv von Brustkrebs und das Überleben (engl., DOI: 10.1016/S0140-6736(26)00313-2)

Das Team hinter „’ne Dosis Wissen“:

Hosts: Dennis Ballwieser, Laura Weisenburger; 
Autor:innen: Emeli Glaser, Jana Hauschild, Christian Heinrich, Johanna Heuveling, Felix Kunz, Vincent Suppé, Klaus Wilhelm, Christian Wolf; 
Redaktion: Sina Metz, Kareen Seidler;   Chefredakteur: Peter Glück; 
Postproduktion: BEBE Medien GmbH 

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Transkript anzeigen

00:00:03: Gesundheit hören.

00:00:04: Brustgebs-Pessi ist ja schon mal gar kein leichtes Thema, aber heute besprechen wir inwiefern eine Ovarial-Aplation oder eine Supposition der Ovarielfunktion als Teil der Anti-Hormontherapie für premene Pausale Frauen eingesetzt werden kann und was das bringt.

00:00:28: Da haben wir uns ganz schön etwas vorgenommen bei den Dreißig Gratsch, die aktuell überall herrschen.

00:00:33: Nichtsdestotrotz sage ich, guten Morgen.

00:00:36: Willkommen zu einer Dosis Wissen dem täglichen Podcast für das Gesundheitswesen.

00:00:40: und es gibt jeden Werktag ab sechs in der Früh auch wenn da schon ... Achtundzwanzig Grad im Schatten herrschen mit einem Thema in schnell zehn Minuten für euch aufbereitet.

00:00:51: Mein Name ist Laura Weisenburger Ich bin Ärztin und wissenschaftliche Redakteurin bei der Apothekenumschau Und heute ist Freitag, der sechstundzwansächste Juni.

00:01:01: Ein Podcast

00:01:02: von Gesundheit

00:01:03: hören.

00:01:05: Und warum ist das so?

00:01:09: eine spannende Frage, gerade bei Brustkrebs?

00:01:12: Da sind mehr als siebzig Prozent aller Fälle Hormonrezepter positiv.

00:01:17: Das heißt also Sie sind sensitiv für eine speziell darauf abzielende Behandlung – also eine adjuwante endokrene Therapie!

00:01:26: Die wird dann häufig über fünf Jahre hinweggegeben.

00:01:29: Was aber bisher nicht eindeutig geklärt ist, ist eben die Frage bringt um zugedessen auch eine Ovarial-Aplation bzw.

00:01:37: eben eine Suppression einen Nutzen?

00:01:39: Welche Gruppen profitieren eventuell davon besonders?

00:01:43: Das hat sich jetzt eine neue Meta-Analyse angeschaut.

00:01:46: Sie ist erschienen im Mai, in den Show Notes natürlich für euch!

00:01:54: hinterlegt, und sie wurde durchgeführt von der Early Breast Cancer Trialists Collaborative Group.

00:02:01: Und darüber gesprochen haben wir mit Rachel Würstleinsies Fachärztin für Gynäkologie und Leitende Oberarztin des Brustzentrums des LMO-Klinikums in München.

00:02:11: Damit wir gemeinsam jetzt gut durch dieses wichtige aber komplizierte Thema durchkommen, schlage ich einen Kaffee für uns alle vor – gerne auch On the Rocks.

00:02:21: meiner steht schon vor mir!

00:02:23: genug trinken ist ja wichtig.

00:02:24: Und dann starten wir ins Thema!

00:02:31: Ein paar Fakten sind natürlich als Grundlage wichtig, bevor wir so richtig reingehen in dieses sehr spezielle Thema.

00:02:39: Frauen die einen Östrogenrezeptor, also IR-positiven Brustkrebs im Frühstadium haben von denen wissen wir dass eine adjuante Endocrine Therapie deren Überleben deutlich verbessert.

00:02:52: Die wird häufig nach der OP eingesetzt und sofern, dass denn auch indiziert war Nachstrahlen- und Chemotherapie.

00:02:59: Bei Prämenopausalen Frauen ist nicht ganz klar wie stark zirkulierende Oestrogene das Rezidiefrisiko beeinflussen – insbesondere unter Tamoxifin, was ja dann natürlich auch als selektiver Oestrogenereceptor Modulator gegeben wird!

00:03:17: Und genauso unklar ist logischerweise dann auch, ob und in welchem Ausmaß denn eine Unterdrückung der Eierstockfunktionen dieses Risiko relevant senken könnte.

00:03:29: Deshalb also der Ansatz die Funktion der Eirstöcke gezielt ausschalten mit dem Ziel estrogen Stopp – also der Körper soll kein eigenes Wehr produzieren.

00:03:39: Dauerhaft, das erreicht man dann natürlich durch eine Operation oder Bestrahlung – also eine echte Ovarial-Aplation.

00:03:46: Oder revasibel durch Gunadotropin Releasing Hormon Agonisten Eine echte ovarial Funktionssupression.

00:03:56: Die bisherigen Studien die da zuvor liegen liefern keine eidörtige Ergebnisse zu den Vorteilen.

00:04:02: und jetzt gucken wir mal ob die neue Meteranalyse da mehr Antworten für uns hat.

00:04:07: Es wurden natürlich Studien angeschaut, in denen die Frauen jeweils in Gruppen mit und ohne Uwe Real-Aplation randomisiert wurden.

00:04:15: Insgesamt waren das dreiundzwanzig Studien mit über fünfzehntausend Frauen – mit ER-Positiven oder eher unbekannten Brustkrebs im Frühstadium, die zum Zeitpunkt der Randomisierung Bremenopausal und auch jünger als fünfundfünfzig Jahre waren.

00:04:30: Das war also die Bedingung, weil logisch.

00:04:32: bei denen kann ich davon ausgehen dass da Eustrogene zirkuliert und von den Eierstöcken produziert wird.

00:04:38: Die Studien wurden kategorisiert ob der Prämien- und Pausale Status nach einer Chemotherapie, wenn es die denn gab bestätigt wurde oder nicht sowie nach einer Einnahme von Taximoxifen oder nicht.

00:04:51: Als primäre Endpunkte wurden festgelegt Rezidiv natürlich des invasiven Bruchskrebs dann die Brustkrebssterblichkeit, sonstige Sterblichkeit und auch die Gesamtmortalität.

00:05:04: Und dann erfolgte eine Schätzung der Ereignisratenverhältnisse ganz tolle Worte hier mit statistischen Verfahren.

00:05:12: Die Ergebnisse waren folgendermaßen bei Frauen mit bestätigtem Prämenopausalemstatus – und bei denen keine andere Endocrinotherapie vorgesehen war, konnte durch Ovarial-Aplation Das Fünfzehn-Jahresrisiko für ein Brustkrebsrezidiv und oder Tod deutlich gesenkt werden.

00:05:35: Und auch bei Frauen, die Tamoxifen für ungefähr vier Jahre Einnahmen gab es eine eindeutige Verbesserung.

00:05:43: Bei Frauen unter fünfundvierzig gab es ebenso eine erhebliche Reduktion der Raten für Rezitiive, Fernrezitiative, Brustkrebssterblichkeit und auch der Gesamtmortalität in den ersten zehn Jahren.

00:05:54: Und das jeweils um ein Viertel was ja doch deutlich ist!

00:05:59: Bei hohem Rezitivrisiko also wenn da zum Beispiel nur da positiver Status war, jungeres Alter, hoher Proveliferationsraten im Tumor Dann gab es einen großen, absoluten Nutzen.

00:06:12: Bei niedrigem Risiko gab's kleinere statistisch signifikante Risikoreduktionen.

00:06:18: Insgesamt fanden sich nur wenige Todesfälle aus anderen Ursachen als dann den Burschrebs selbst.

00:06:24: aber auch unter der ovarialen Suppressionstherapie fand ich da keinen Anstieg.

00:06:31: Keinen Unterschied fand die Methanalyse bei den Ergebnissen abhängig von Applation oder Suprationsmethode.

00:06:38: das heißt das war egal.

00:06:40: Für eine zuverlässige Subgruppenanalyse reichten aber die Zahlen leider nicht aus.

00:06:46: Unsere Expertin Rachel Würstlein sagt dazu, diese Studie ist hervorragend gemacht!

00:06:52: Es gibt weitere aktuelle Studien zum Thema, die zum gleichen Ergebnis kommen – z.B.

00:06:56: Daten einer französischen Arbeitsgruppe.

00:06:59: Je besser und umfassender die Hormontherapie inklusive der Ovarialfunktions-Suppression über fünf Jahre gemacht wird, desto wirksamer ist sie

00:07:08: auch.".

00:07:08: Und sie ergänzte weiter, je mehr positive Daten wir zum Überleben und zum Nutzen der einzelnen Therapiekomponenten haben, desto besser können wir die Patientinnen auch motivieren diese optimale Therapie durchzuhalten.

00:07:21: Das bedeutet viel Kommunikation dass wir mit den Frauen über den Nutzen und auch die Risiken sprechen und beides natürlich in Relation setzen.

00:07:29: aber wir sollten mit ihnen darüber sprechen was man im Nebenwirkungsmanagement besser machen kann.

00:07:35: Dazu kommt außerdem, sagte sie das wir heute zunehmend ausgefählte Therapiekonzepte verfolgen.

00:07:40: Bei denen man den Frauen die Chemotherapie ganz erspart!

00:07:43: Das bedeutet dass gerade dann die konsequente Anti-Hormontherapie mit der Ovorrealsuppression umso wichtiger ist – denn dann entfällt ja dieser subremierende Effekt der Chemotherapien auf die Ovarien.

00:07:56: Wenn eine Patientin die Tabletten der Hormonbehandlung nicht nimmt, hat sie Null Adjuvantetherapie und wäre schlecht.

00:08:04: Wurstlein erklärte uns auch, wir peilen grundsätzlich fünf Jahre antihormonelle Therapie an.

00:08:10: Da kommen natürlich ganz viele Faktoren dazwischen.

00:08:13: Schafft die Patienten das so überhaupt?

00:08:15: So lange hat sie ein hohes Risiko, dass sogar mehr als fünf Jahre indiziert sind.

00:08:20: Und natürlich Fertilität und Kinderwunsch.

00:08:22: Auch das ist ein Thema, das hat unser Team auch angefragt bei unserer Experte.

00:08:26: Sie sagte ja die jetzigen neuen Daten zeigen dass man vor allem bei sehr jungen Patientinnen das Thema der Familienplanung frühzeitig ins Visier nehmen sollte.

00:08:36: wenn wir es nicht machen ist das einer der ganz großen Gründe dafür dass die Frauen die Therapie von sich aus unterbrechen oder ganz abbrechen.

00:08:43: Das ist alles natürlich sehr komplex und auch mit viel Aufwand für die Frauen verbunden.

00:08:47: Deswegen sind diese neuen Studiendaten wichtig, sie belegen dass sich der Therapieaufwand wirklich lohnt!

00:08:55: Und sie ergänzte natürlich ist beim Einsatz der Ovarial-Aplation durch Medikamente die Fertilität reversibel.

00:09:01: Die kommt wieder, aber sie betonte auch man sollte die ganz jungen Frauen vor jeder medikamentösen Therapie in die Färti Protect Sprechstunden schicken weil nur dann habe ich ja noch die Chance Eizellen oder auch Ovarialewebe einzufrieren.

00:09:16: Zum Schluss hatte sie noch ganz gute Nachrichten.

00:09:18: Sie sagte, Therapieabbruchraten sind wahrscheinlich nicht mehr so hoch wie wir es früher mal gedacht haben.

00:09:24: Dennoch müssen wir davon ausgehen, dass höchstens seventy-fünf Prozent der Frauen die antihormonelle Therapie über die ganzen fünf Jahre machen.

00:09:32: Das ist sehr relevant in ihren Augen wenn man bedenkt was das für den Zeitpunkt der Metastasierung und natürlich auch die Sterberate bedeutet.

00:09:42: Das heißt, noch mal ganz kurz und schnell.

00:09:45: Message von dieser Dosiswissen für euch heute ist Kommunikation mit den Patientinnen.

00:09:50: Rechtseitige Aufklärung über die Familienplanung.

00:09:52: Das hilft alles dabei, dass die Frauen die optimale Therapie möglichst lange durchhalten.

00:09:57: Und ja!

00:09:59: Über real Suppression oder Applation in welcher Form auch immer gehört dazu bei den meisten.

00:10:10: Jetzt habt ihr es geschafft.

00:10:12: Das war die Dosis Wissen für heute und für diese Woche.

00:10:16: Kommt gut durch das heiße Wochenende, dass uns allen bevorsteht!

00:10:20: Und damit ihr nicht an noch eine Sache in dieser Hitze denken müsst, abonniert doch jetzt gleich unser Podcast oder aktiviert die Glocke – wenn ihr das nicht schon getan habt, dann werdet ihr automatisch erinnert, wenn am Montag die neue Folge erscheint

00:10:40: Gesundheit hören.

00:10:51: Das ist das Audioangebot der Apothekenumschau.

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