Osteoporose: Neues Disease-Management-Programm
Shownotes
Schätzungen zufolge werden 80 Prozent der Osteoporose-Patient:innen in Deutschland nicht oder nicht adäquat behandelt. Ziel einer Behandlung ist es, Frakturen und das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Mit einem erweiterten Disease-Management-Programm soll die Versorgungslücke nun deutlich kleiner werden. Dr. Laura Weisenburger, Ärztin und Redakteurin bei der Apotheken Umschau, über die Neuerungen.
Für die Folge haben wir Informationen eingeholt bei: Prof. Dr. Peyman Hadji
Stand: 30. Juni 2026
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00:00:03: Gesundheit hören.
00:00:04: Wir haben heute ein Thema, Osteoporose bei denen vielleicht einige von euch denken Moment ja aber das tangiert mich ja gar nicht ist er gar nicht so.
00:00:13: mein Fachgebiet moment.
00:00:16: eventuell liegt ihr da ein wenig falsch denn wir sprechen über die Erneuerung des disease management Programms und was dass eventuell auch für eine Erweiterung mit sich bringt.
00:00:31: Guten Morgen Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt bei der Dosis Wissen.
00:00:36: Demtäglich im Podcast für das Gesundheitswesen.
00:00:38: Dazu heiße ich euch herzlich willkommen und hört jeden Werktag ab sechs Uhr morgens mit einem Thema was wir für euch aufbreiten in schnellen zehn Minuten!
00:00:51: Mein Name ist Laura Weisenburger.
00:00:52: Ich bin Ärztin und wissenschaftliche Redakteurin bei der Apothekenumschau Und heute ist Dienstag der dreißigste Juni.
00:01:07: Wenn wir uns gleich mal die erste Zahl zu Osteoporose anschauen, dann ist das die ExpertInnen-Einschätzung.
00:01:14: Wie viele Menschen in Deutschland nicht ganz adäquat dazu behandelt werden oder vielleicht sogar gar nicht?
00:01:20: Und die is leider erschreckend hoch nämlich achtzig Prozent!
00:01:24: So schätzen es die Fachleute ein.
00:01:26: Die erfahren gar keine oder keine Adequate Therapie.
00:01:30: Deshalb müssen wir darüber reden über das Disease-Management-Programm Ostiporose, was erneuert wurde.
00:01:36: Das wurde alles bekannt gegeben im April, und natürlich haben wir uns darüber auch unterhalten mit Paimon Hajid.
00:01:44: Er ist Facharzt für Gynäkologie & Geburtshilfe, Osteologe und Leiter des Frankfurter Hormon- und Ostiporosezentrums.
00:01:52: Und zum DMP, also Disease Management Programme Ostiporrose sagte er uns von der Dosis Wissen.
00:01:59: Das ist ein großer Sprung in der Versorgung der Patientinnen und Patienten.
00:02:04: Das klingt extrem nach etwas, was man sich zum ersten Kaffee des Tages genauer anschauen muss.
00:02:09: das tun wir jetzt.
00:02:10: schnappt euch einen wahrscheinlich Kaltgetränk eurer Wahl und dann geht's los!
00:02:19: Wir gehen ganz schnell durch die Eckdaten also Osteoporosisystemische Eskalaterkrankungen niedrige Tochenmaske mikroarchitektonische Verschlechterung des Knochengewebesfolge natürlich Anstieg der Fragilität, also Frakturrisiko erhöht.
00:02:35: Die Prävalenz kommt gleich mal die zweite Zahl.
00:02:37: In Deutschland liegt bei gut sechs Prozent insgesamt fast dreiundzwanzig Prozent bei den Frauen und fast sieben Prozent deutlich weniger, also bei den Männern.
00:02:46: Und das Frakturerisiko bei Frauen jenseits der fünfzig- und bei Männern jenseitzeinsechzig, das nimmt einfach enorm zu!
00:02:55: Das Lebenszeitrisiko Für Frakturen nach gesamteuropäischen Untersuchungen liegt dementsprechend auch bei Frauen jenseits der Fünfzig, bei dreiunddreißig Prozent also wirklich über ein Drittel oder ziemlich genau dieses Drittel und beim Männern bisschen niedriger.
00:03:09: Bei zwanzig Prozent.
00:03:10: und das große Problem ist die Versorgungslücke denn so erklärte es unser Experte meistens kommt es nicht mehr zu einer Diagnose.
00:03:20: Und selbst bei Fällen von bereits vorliegender Wirbelkörperfaktur oder Schenkelheitsfaktor, so berichtete er es erhalten nur fifty-fünfzig Prozent der Frauen.
00:03:28: Also gerade mal die Hälfte und grade mal so sechsundsechzig Prozent also zwei Drittel der Männer eine osteoporose Therapie.
00:03:36: Bei den Zahlen finde ich ganz kurz bemerkenswert dass mehr Männer die richtige Therapie dann erhalten obwohl ja eigentlich prozentual gesehen weniger betroffen sind.
00:03:43: Ganz spannende Geschichte.
00:03:44: völlig anderes Thema aber Unter anderem wegen dieser schlechten Versorgung wurde seit Herbst zwanzig dreiundzwanzig eben ein DMP, ein Disease Management-Programm etabliert.
00:03:55: Allerdings muss man auch ganz klar sagen und das ist noch eine Zahl die man sich genau anschauen muss.
00:04:01: Namen insgesamt nur siebenundvierzichtausend gesetzlich versicherte Menschen teil!
00:04:08: Und das ist, wenn wir uns jetzt wieder zurückerinnern an die anderen Zahlen natürlich nur ein Bruchteil der jenigen Millionen tatsächlich Betroffenen.
00:04:18: Deshalb jetzt also die erneuerte Fassung dieses DMP mit den ganz klaren Zielen Vermeidung von Knochenbrüchen Verhinderung des Vortreitens der Erkrankungen und Schmerzreduktion.
00:04:32: Als wissenschaftliche Grundlage davon diente natürlich eine tonusmäßige Auswertung von siebzehn evidenzbasierten medizinischen Leitlinien, so aus Fiorose.
00:04:42: Und das hat das IQUIC – also das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen gemacht!
00:04:48: Und jetzt kommen wir gleich mal zu den Neuerungen.
00:04:50: die allererste findet sich bei den Einschreibekarterien.
00:04:54: Also wen kann ich inkludieren?
00:04:57: Denn die Teilnahmemöglichkeit ist nun für alle ab fünfzig mit gesicherter Diagnose aus die Prose gegeben.
00:05:05: Vorher war die Teilnahme für Männer erst ab sechzig Jahren möglich, da wurden also die Altersgrenzen runtergezogen.
00:05:12: Zusätzlich gibt es noch ein neues Einschreibekriterium und zwar muss Das Frakturrisiko innerhalb der nächsten drei Jahre um fünf Prozent erhöht sein.
00:05:23: Dann kann ich die Menschen einbeziehen, das wird errechnet anhand von weiteren Risikofaktoren Alter und Knochenlichter usw.
00:05:29: Und es kann sogar noch weiter sinken auf Faktorrisiko von mindestens drei Prozent wenn weitere Risikophaktoren dazukommen.
00:05:39: Zu dieser Inklusion von Männern ab fünfzig sagte unser Experte, das findet er absolut sinnvoll.
00:05:45: Denn es gibt einfach in dem Alter eine Reihe von Männeren die durch verschiedene Risikofaktoren bereits an einer Osteoporose erkrankt sind und Brüche erleiden.
00:05:56: Zweite wichtige Aktualisierung findet sich bei körperlichen Training- und Sturzprofilachse.
00:06:03: Da wurde nämlich die Bedeutung des Funktionstrainings unter frachkundiger Anleitung, sprich also Physiotherapie anerkannt mit dem Ziel zur Selbsthilfe.
00:06:14: Und dazu meinte unser Experte es gibt einige Leitlinien für Physiotherapie und da hat sich in randomisierten Studien gezeigt dass das Funktionstraining effektiv ist.
00:06:23: deshalb wurde sie eben auch mit ins DMP aufgenommen.
00:06:26: Da haben natürlich auch die Patientenvertreter sehr gut gepusht, wie er das formulierte.
00:06:31: Weil dass etwas jenseits der Medikamentösentherapie ist wo Patienten selbst aktiv etwas beitragen können und wenn es in das DMP integriert ist dann kann man das eben auch verordnen.
00:06:41: Dritte Aktualisierung bei der medikamentösen Behandlung.
00:06:45: da gibt's nämlich inzwischen ein ganzes Arsenal was wir haben an antiresoptiven und osteoanabolen Therapien.
00:06:54: Da nennt das DMP nämlich jetzt auch zum Beispiel die Wirkstoffe Abaloparatid und Romosuzumab.
00:07:02: Und gibt auch Empfehlungen zur Dauer- und auch zur Nachbehandlung, und da konnte unser Experte berichten manche brauchen eben diese teuren Medikamente einfach aber normalerweise ist die Bereitschaft zu Verordnung von denen nicht besonders groß.
00:07:15: Warum?
00:07:16: Weil sie natürlich das Budget sehr belasten, one eventuell in eine Prüfungsgerät.
00:07:21: Aber wenn man im DMP nach Leitlinie behandelt, dann kann man eigentlich nicht in der Regress kommen.
00:07:28: So sollte nicht nur die Diagnostik sondern auch die medikamentöse Versorgung kein Problem mehr sein in seinen Augen denn letzten Endes bekommt er Arzt durch das DMP mehr Sicherheit um eine fachgerechte Diagnastik und Therapie durchzuführen.
00:07:41: Und beim vierten Aspekt kommt jetzt der Punkt, wo ich meinte, vielleicht solltet ihr auch zuhören wenn ihr denkt das ist doch aber gar nicht mein Fachgebiet.
00:07:50: Ja, koordinierende Fachpersonenarzt Ärztin ist grundsätzlich in der Langzeitberatung im DMP auch so genannt Hausarzt, Hausärztin oder wenn keine Multimobilität vorliegt Facharzt, Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie.
00:08:07: Aber neu dazugekommen sind jetzt eben auch mögliche Koordinationen durch die Gynäkologie, die innere Medizin oder auch die Endocrinologie- und Diabetologie oder
00:08:19: Rheumatologie.".
00:08:21: Da erklärte Paimon Hadji ganz klar – ja, die allermeisten Osteoporose betroffenen sind Frauen!
00:08:27: Darum ist es besonders zentral dass jetzt die Gynecologen mit im Boot.
00:08:31: Das wird hoffentlich, sagt er dem Programm Großen und Schwung geben.
00:08:35: Denn die primäre Osteoporose hängt bei vielen Frauen eben an der Menopause als einzigem Risikofaktor.
00:08:42: Männer wissen alle haben keinen Hormonverlust aber eine Minderheit etwa zwanzig bis fünfundzwanzig Prozent haben eine sekundäre Ostreoporosse durch andere Risikophaktoren zum Beispiel Krebsdiagnose oder Chemotherapie oder derartiges.
00:08:54: Deshalb sieht er es als großen Vorteil an, wenn auch diese Kollegen im DMP eingebunden sind und im Sinne der osteoporose Prävention aktiv werden können.
00:09:04: Und für alle die sich jetzt fragen ja Moment moment moment aber wenn das mit der Vergütung so schwierig ist wie machen wir das denn dann?
00:09:10: Für die hat unser Experte auch gute Nachrichten denn ihr berichtete parallel zur Aktualisierung vom DMP haben jetzt bundesweit alle KV'en die nötigen Verträge abgeschlossen.
00:09:21: Das war zwar eigentlich schon seit zwanzig, dreiundzwanzig ein DMP.
00:09:25: Aber die meisten kassenärztlichen Vereinigung der Länder hatten bis vor kurzem eben noch keine Verträge so dass man praktisch dieses Programm gar nicht flächendeckend umsetzen konnte.
00:09:37: Denn ohne Verträge, keine Vergütung und ohne Vergütungsregelungen Keine Einschreibung.
00:09:42: Das berichtet er so und das, glaube ich, können auch alle gut nachvollziehen.
00:09:46: Das hat trotz Absegnungen vom Bundesministerium für Gesundheit die praktische Umsetzung eben einfach
00:09:51: blockiert.".
00:09:52: Und Haji hofft daher ... Jetzt geht's so richtig los, dann kommen neben den Hausärzten und Orthopänen jetzt auch noch die Internistinnen und die Gynäkologen dazu.
00:10:01: So dass jetzt hoffentlich alle größeren Fachgruppen mit an Bord sind.
00:10:05: Und in seinen Augen geht es natürlich um die Umsetzung.
00:10:08: Das heißt darum, dass viele davon erfahren.
00:10:12: An der Stelle schön Dank, dass ihr uns hört!
00:10:14: Ihr tragt doch zu hoffentlich bei Erzählts gerne weiter.
00:10:18: Denn erbete unter auch je mehr drüber Wissen, desto mehr Ärzte werden auch teilnehmen kann dann geholfen werden.
00:10:26: Deshalb jetzt seine Take-home Message.
00:10:29: auch an euch.
00:10:30: ganz klar teilnehmen, Patientinnen und Patienten einschreiben das ist gut für die Ärztinnen Ärzte denn sie haben zufriedenere Patientinnen Und Patienten, die gut behandelt sind.
00:10:39: und für Betroffenen ist es gut weil sie Teil eines strukturierten Programms sind in dem geregelt ist was wann wie gemacht wird und man wird dafür vernünftig vergütet.
00:10:53: Das ist doch eine sehr schöne take home Message bei dieser Dosis Wissen.
00:10:57: Schön, dass ihr wieder dabei wart.
00:10:59: Und wenn ihr die morgige Folge auf keinen Fall verpassen wollt, dann jetzt gleich den Podcast abonnieren oder die Glocke aktivieren je nachdem wo ihr uns hört!
00:11:08: Wenn ihr das nicht ohnehin schon getan habt, dann der Ersteller natürlich.
00:11:10: vielen Dank!
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