Alternde Gesellschaft: Multimorbidität richtig behandeln

Shownotes

Die Zahl multimorbider Patient:innen nimmt angesichts einer alternden Gesellschaft seit Jahren zu. Vor allem für Hausärzt:innen stellt das eine besondere Herausforderung dar: Während die meisten medizinischen Leitlinien auf einzelne Krankheiten ausgerichtet sind, müssen in der Realität oft konkurrierende Therapieziele, komplexe Medikamente und individuelle Lebenssituationen miteinander in Einklang gebracht werden. Vor diesem Hintergrund wurde die S3-Leitlinie Multimorbidität umfassend aktualisiert. Dr. Laura Weisenburger, Ärztin und Redakteurin bei der Apotheken Umschau, stellt zentrale Empfehlungen der Leitlinie vor.

Für die Folge haben wir Informationen eingeholt bei: Dr. Dagmar Lühmann

Stand: 1. Juli 2026

Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt.

Quellen und nützliche Links:


Das Team hinter „’ne Dosis Wissen“:

Hosts: Dennis Ballwieser, Laura Weisenburger; 
Autor:innen: Emeli Glaser, Jana Hauschild, Christian Heinrich, Johanna Heuveling, Felix Kunz, Vincent Suppé, Klaus Wilhelm, Christian Wolf; 
Redaktion: Sina Metz, Kareen Seidler; 
Chefredakteur: Dennis Ballwieser; 
Postproduktion: BEBE Medien GmbH.

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Transkript anzeigen

00:00:03:

00:00:04: Die Multimobilität gehört in unserem Versorgungsalltag immer mehr dazu, und zwar nicht nur unbedingt für die allgemeinen Medizinerinnen.

00:00:14: Deshalb nehmen wir uns heute die aktualisierte Leitlinie Multimobilität vor!

00:00:25: Ich sage guten Morgen und begrüße euch nicht nur im Juli, sondern auch gleichzeitig zu der eintausend einhundertsten Folge von Ne Dosis Wissen.

00:00:36: Wenn ihr uns schon länger hört, vielen herzlichen Dank dafür.

00:00:39: Ihr hört den täglichen Podcast für das Gesundheitswesen und es gibt jeden Werktag seit tausend einhundert Folgen immer ab sechs Uhr morgens mit einem Thema für euch in schnellen zehn Minuten.

00:00:52: Mein Name ist Laura Weisenburger – immer noch!

00:00:54: Und ich bin immer noch Ärztin und wissenschaftliche Redakteurin bei der Apothekenumschau.

00:00:59: Heute ist, wie gesagt, Mittwoch der erste Juli.

00:01:12: Und diese aktualisierte Leitlinie der Multimobilität ist nicht nur eine S-III-Leitlinia und jetzt eben gerade neu, sondern sie ist auch noch eine Living-Guide Line.

00:01:23: Rausgebracht von der deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin?

00:01:28: Und deshalb haben wir uns natürlich auch genau eine solche Expertin gesucht mit Dagmar Lühmann, sie ist Oberärztliche Koordinatorin des Forschungsbereichs am Institut und der Polyklinik für Allgemeinmedizin im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

00:01:46: Jetzt geht es los – mit dem Blick auf die Leitlinie zum ersten Kaffee des Trages!

00:01:57: Warum wird Multimobilität natürlich immer wichtiger?

00:02:01: Und zwar nicht nur, ich habe schon gesagt für alle in der Allgemeinmedizin, Familienmedizin und hausärztlichen Medizin.

00:02:09: Weil einfach inzwischen jede zweite Person in Deutschland heute älter ist als fünfundvierzig und jede fünfte Person ist älTER als sechsundsechzig Jahre!

00:02:19: Wenn man sich diese Gruppe anschaut also alle abfünfundsächzig dann leiden Rund siebzig Prozent ein großer Teil dieser Menschen unter Multimobilität.

00:02:31: Und natürlich ganz, ganz kurz an der Stelle nur die Begriffsklärung.

00:02:36: Multimobilität beschreibt einfach nur den Zustand wenn bei einer Person mehrere chronischer also länger darunter Erkrankungen gleichzeitig vorliegen.

00:02:46: und da erzähle ich jetzt auch keine Neuigkeiten oder Geheimnisse.

00:02:50: natürlich Ist das bei immer mehr und zunehmend, bei Personen der Fall?

00:02:55: Denn wir haben einen demografischen Wandel.

00:02:58: Das betont auch unsere Expertin Lümannen – sie sagte, dass spielt natürlich vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft eine zunehmen große Rolle!

00:03:06: Je älter die Menschen werden, desto mehr Erkrankung sammeln Sie in Anführungsstrichen an, oft auch verquickt mit ganz normalen Alterungsprozessen, die natürlich ebenfalls mit Funktionsverlusten einhergehen können.

00:03:20: Sie erklärte weiter in Deutschland, dass viele Patienten ihre Hausärztin ihren Haus als primären Ansprechpartner haben und so ein bisschen als Begleitpersonen wählen über Jahrzehnte hinweg.

00:03:32: Und deshalb sind genau diese Hausärzten und Hausärzte diejenigen, die den Überblick über die Beschwerden- und Behandlungen dieser Menschen haben.

00:03:41: Deshalb richtet sich die Empfehlung der Leitlinie auch in erster Linie an diese Fachpersonen.

00:03:49: Und jetzt gucken wir uns mal an.

00:03:51: Ganz zentral in der Leitlinie steht ein Meta-Algorithmus, denkt ihr um Gottes Willen was soll das sein?

00:03:58: Das ist im Grunde genommen nur so eine Art Empfehlung wie ein Gespräch ablaufen kann und ganz geschickt gemacht, dass soll möglichst diesen Denkprozess, der da in einer hausärztlichen Praxis in den Gesprächen abläuft, abbildend.

00:04:14: Es heißt also es sollte nachvollziehen!

00:04:17: Und diesem Algorithmus sind dann neue, ganz konkrete Empfehlungen zugeordnet.

00:04:23: Kleines Beispiel an der Stelle – Empfehlung dafür wie so ein bisschen der Kontext also der Rahmen dieses ganzen Gesprächs aussehen sollte….

00:04:31: Das ist jetzt auch hier nichts weltbewegend Neues aber ich glaube es ist gut wenn man sich das immer wieder ins Gedächtnis ruft genügend Zeit einplanen und empathische Sprache fehlen!

00:04:43: Basics zwar aber nie schlecht, wenn man die auch wiederholt.

00:04:48: Und eine weitere Besonderheit ist auch dass die Leitlinie besonders die Patientinnen- und Patientenperspektive in den Vordergrund rückt.

00:04:56: Unsere Expertin betonte da es wichtig das die angesprochenen Personen also ihr als ärztliches Personal die persönlichen Perferenzen und Werte dieser Patientinnen und Patienten schon kennt und spätestens dann auch erfragt, worum geht es denn eigentlich?

00:05:14: Was soll der Fokus sein?

00:05:16: Will mein Gegenüber den oder die ich behandle bestimmte Symptome loswerden?

00:05:21: Stören andere vielleicht gar nicht.

00:05:23: Oder will er oder sie in zwei Jahren unbedingt noch die Hochzeit der Enkelkinder miterleben?

00:05:28: Das sind wichtige Punkte, die man abklären muss!

00:05:31: Und diese ausführlichen Gespräche sollen dann einfach der gemeinsamen Entscheidungsfindung dienen.

00:05:38: Weiter unten, ich sag ja das folgt ein bisschen dem Gespräch wie es idealerweise dann auch erfolgen würde geht es konkreter um Krankheitsmanagement und da ganz klar wichtig um den Ausschluss von abwendbar gefährlichen Verläufen.

00:05:55: Das sollte glaube ich niemand überraschen aber auch ganz übergreifende Maßnahmen wie einen Medikamenten Review Und da sagt der Algorithmus auch klar, bei jeder Konsultation soll die Medikationszahl und die Dosierung überprüft werden.

00:06:11: Das haben wir hier auch immer wieder besprochen.

00:06:13: bei der Dosiswissen – nichtindizierte wechselwirkende Medikamente natürlich!

00:06:18: Noch mal checken sind sie dabei?

00:06:20: Kann ich die reduzieren?

00:06:22: Kann das raus?

00:06:23: Denn wir haben eine Multimedikation und nicht jede ist sinnvoll oder

00:06:29: notwendig.".

00:06:30: Hierzu, sagte Dagmar Lühmann das ganze Dienst im Grunde einer Sache nämlich Prioritäten setzen.

00:06:37: Man kann als Hausarzt nicht alle Probleme des Patienten gleichzeitig angehen – denn sonst ist man überfordert und es überfordet auch den oder die Patientin!

00:06:46: Dafür muss ein intensiver Austausch mit der Patientin gesucht werden insbesondere zu Präferenzen.

00:06:53: Wenn es euch also betrifft und auch wenn es euch nicht betrifgt, denn so groß wie die Zahl an multimorbiden Patientinnen und Patienten ist und immer weiter wird, werdet ihr früher oder später wahrscheinlich damit in Kontakt kommen.

00:07:07: Dann werft einen Blick in die Leitlinie – wir haben sie natürlich für euch in die Show-Notes gepackt!

00:07:15: Jetzt habe ich aber noch in eigener Sache eine kleine Ankündigung bzw.

00:07:20: einen Teaser Denn wir, also die Dosiswissen ist live beim Festival der Zukunft in München dabei.

00:07:28: Und zwar am zweiten Juli, also morgen werden wir dort mit dem Altersforscher Prof.

00:07:34: Björn Schumacher darüber sprechen was in unseren Zellen passiert wenn wir altern.

00:07:39: das ist quasi so eine kleine Vorgeschichte zu der Folge heute denn da ging es ja auch ums altern von molekularen Mechanismen in den Zellen bis zur gesellschaftlichen Frage wie leben sondern altern natürlich auch gesünder.

00:07:54: Das ganze Gespräch, wenn ihr jetzt nicht gerade zufällig auch beim Festival der Zukunft dabei seid werden wir als Live-Podcast aufzeichnen und ihr könnt es dann in der kommenden Woche hören!

00:08:06: Deshalb auf jeden Fall die Erinnerung einstellen unseren Podcast abonnieren, wenn Ihr das nicht verpassen wollt und solltet ihr wirklich auf dem Festival der Sag doch gerne mal Hallo, das würde mich sehr

00:08:42: freuen.

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