Psychische Störungen nehmen weltweit stark zu
Shownotes
Mehr Betroffene, mehr Belastung, mehr verlorene Lebensjahre: Eine aktuelle Global-Burden-of-Disease-Studie zeichnet ein alarmierendes Bild der psychischen Gesundheit. Weltweit leben über eine Milliarde Menschen mit einer psychischen Störung – so viele wie nie zuvor. Auch in Deutschland steigen die Zahlen, besonders bei Angststörungen und Depressionen, verstärkt durch die Coronapandemie. Dr. Laura Weisenburger, Ärztin und Redakteurin bei der Apotheken Umschau, stellt die Studie vor und nennt mögliche Erklärungen für diese Trends.
Für die Folge haben wir Informationen eingeholt bei: Prof. Dr. Frank Jacobi
Stand: 02. Juli 2026
Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt.
Quellen und nützliche Links:
- Aktuelle Global-Burden-of-Disease-Studie in Lancet zur weltweiten Häufigkeit und Krankheitslast von psychischen Störungen (engl.; DOI: 10.1016/S0140-6736(26)00519-2)
Das Team hinter „’ne Dosis Wissen“:
Hosts: Dennis Ballwieser, Laura Weisenburger;
Autor:innen: Emeli Glaser, Jana Hauschild, Christian Heinrich, Johanna Heuveling, Felix Kunz, Vincent Suppé, Klaus Wilhelm, Christian Wolf;
Redaktion: Sina Metz, Kareen Seidler;
Chefredakteur: Dennis Ballwieser;
Postproduktion: BEBE Medien GmbH
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Transkript anzeigen
00:00:03: Gesundheit hören.
00:00:04: Ich hab eben mal in unserer Bibliothek von der Dosiswissen gekrammt quasi im Archiv und mir fehl auf, es vergeht eigentlich kein Monat dass wir nicht eine Folge zu einer psychischen Erkrankung oder Störung einer Therapie oder derartiges haben.
00:00:22: Und heute besprechen wir warum das Eigentlich so ist, denn wir gucken uns die aktuelle Global-Birden-Of-Disease Studie an.
00:00:31: Die sich mit psychischen Störungen weltweit befasst hat.
00:00:38: Guten Morgen!
00:00:38: Schön dass ihr wieder dabei seid bei der Dosis Wissen dem täglichen Podcast für das Gesundheitswesen und es hört immer Werktags schon morgens ab sechs Uhr früh wenn ihr mögt mit einem Thema in schnellen zehn Minuten für euch aufbereitet.
00:00:53: Mein Name ist Laura Weisenburger, ich bin Ärztin und wissenschaftliche Redakteurin im Team der Apothekenumschau.
00:00:59: Heute ist Donnerstag, der zweite Juli.
00:01:04: Ein Podcast von Gesundheit hören.
00:01:08: Die Apothekeumschau pro!
00:01:11: Diese Studie um dies heute gehen soll zeigt vor allen Dingen wie sich die Zahl der psychischen Störungen in den letzten Jahrzehnten auf der ganzen Welt verändert hat ... Erschienen ist sie im Lancet, wie jetzt relativ aktuell.
00:01:27: Und natürlich findet ihr sie in unseren Show Notes verlinkt wenn ihr da genauer reingucken wollt.
00:01:32: und eingeordnet hat uns das alles.
00:01:35: Frank Jacobi als Experte und Psychologe und Psychotherapeut von der Psychologischen Hochschule in Berlin holt euch euren ersten Kaffee des Tages und dann starten wir ins Thema.
00:01:51: Ich erzähle nichts Neues, wenn ich sage Depressionen oder Angststörungen sorgen für einen sehr hohen Leinstruck bei den Betroffenen und natürlich auch ihren Angehörigen.
00:02:01: Aber vielleicht wissen das noch nicht alle?
00:02:05: In Deutschland stellen sie die zweithösten direkten Krankheitskosten – und zwar direkt nach dem Herzkreislauferkrankung!
00:02:14: Das heißt also, dass kostet uns alles gar nicht so wenig….
00:02:18: Wie wichtig die psychische Gesundheit ist und auch inzwischen zum Glück immer mehr angesehen wird, zeigt das auch die WHO einen Aktionsplan anerkannt hat für die psychischen Gesundheit.
00:02:31: Der soll laufen von zehnzehntzehn bis zwanzig dreißig und den dem fordert die Organisation eine Verdoppelung also wirklich nochmal Verdopplung der weltweiten Versorgung mit psychischen Gesundheitsdiensten bis zwanzig Dreißig.
00:02:48: Kleine Nebenbemerkung von mir an der Stelle, ich zweifle jetzt stark, dass sich in Deutschland so schnell diese Versorgung verdoppeln lässt.
00:02:55: Aber gut auch die WHO darf natürlich hoffen und träumen!
00:02:59: Jetzt aber zur Studie – also Global burden of disease-Studie, Studie zwanzig dreiundzwanzig untersuchte die weltweite Entwicklung psychischer Störungen von neunzehnhundertneinzig, also schön langer Vergleich bis zweitausenddreihundzwanzig einbezogen.
00:03:15: in diese Störung wurden unter anderem Angststörungen, Depressionen, Essstörung aber auch ADHS und Autismus.
00:03:24: Und die Daten hat das Team gesammelt aus verschiedenen Quellen, Bevölkerungsstudien, Gesundheitsregister-, Versicherungsdaten- und auch Krankenhausdaten.
00:03:34: Warum das eventuell problematisch ist dazu sagt unser Expert später noch was?
00:03:39: Wir bleiben erst mal bei der Methodik, um die Veränderung über die Zeit hinweg auch unabhängig vom Bevölkerungswachstum und der Alterung beurteilen zu können hat nämlich das Team neben absoluten Fallzahlen auch altersstandardisierte Prävalenzraten berechnet.
00:03:56: Und hier lasse ich jetzt gleich mal unseren Experten Frank Jakobi zur Wortkommen.
00:03:59: her sagte diese Global burden of disease Studien sind methodisch immer sehr aufwendig kompliziert sofort nachvollziehbar und es gibt auch sicherlich einige Limitationen in seinen Augen, die insbesondere in Richtung Unterschätzung der Krankheitslast weisen.
00:04:16: Aber dennoch ist diese Studie aktuell sehr aussagekräftig was die Bedeutung psychischer Störung auch im Vergleich zu anderen Erkrankungen angeht.
00:04:24: Und jetzt schauen wir auf die Ergebnisse, da schlackert man ganz schön mit den Ohren.
00:04:50: Alters standardisiert ist es nicht mehr ganz so dramatisch, da stieg die Prävalenzrate pro hunderttausend Personen aber immer noch um rund twenty-fünf Prozent an.
00:05:01: Die größten Zuwächse fand das Team bei Angststörungen und Depressionen – und nicht weiter verwunderlich.
00:05:08: besonders stark waren diese Anstiege ab im Zusammenhang mit der weltweiten COVID-IX Pandemie.
00:05:15: Und eine weitere Zahl, die riesig und auch erschreckend ist.
00:05:19: Manchmal schwierig zu fassen, aber total wichtig sind die Dailies.
00:05:24: Das habt ihr hier bei uns vielleicht schon mal gehört?
00:05:26: Die Disability Adjusted Life Years.
00:05:29: Sprich also wie viele gesunde Lebensjahre sind durch die Erkrankung, die psychische Belastung verloren gegangen?
00:05:38: Und das waren in den Jahren im Jahr-zu-zehnten weltweit etwa Hundertsiebzig Millionen Dailys!
00:05:44: Lebensjahre.
00:05:46: Damit waren psychische Störungen die fünf wichtigste Ursache für Krankheitslast weltweit.
00:05:52: Noch mal so im Vergleich, in dem Sie haben den ersten Platz erobert in Anführungsstrichen.
00:06:11: Jugendliche und Frauen sind am stärksten betroffen.
00:06:16: Aber als ich den Punkt gelesen habe, musste ich – da komme ich nicht umhin – daran denken oder darüber nachdenken ob das nicht eventuell ein Produkt- oder Ergebnis unserer Gesellschaft ist.
00:06:32: Ich bezweifle mal, dass Männer immun gegen Angststörungen oder Depressionen sind.
00:06:38: Jugendliche werden da nicht differenziert.
00:06:39: Warum sollten männliche Jugendliche im Alter weniger stark betroffen sein als Frauen?
00:06:46: Das ist nach wie vor ein Ausdruck des Systems in dem wir legen, das eben Männer sich dann tendenziell weniger Hilfe suchen und dementsprechend werden sie auch schlechter erfasst.
00:06:57: Das nur eine kleine Randnotiz von mir!
00:07:00: Für Deutschland gibt es auch ganz konkrete Ergebnisse.
00:07:04: So beträgt zum Beispiel bei Depressionen der Anstieg, der alterstandisierten Prävalenzrate rund forty-fünfzig Prozent also fast die Hälfte und auch bei den Angststörungen gab es einen ganz deutlichen Anstieb.
00:07:17: Und wenn ihr die Ergebnisse jetzt alle so gehört habt ... Also natürlich im Schnelldurchlauf das ist ja hier nur noch die kleine Zusammenfassung.
00:07:23: verwundert nicht, wenn Frank Jakobi das ähnlich zusammenfasst psychische Störungen betreffen heute mehr Menschen als jemals zuvor, und zwar weltweit.
00:07:33: Und das liegt nicht nur am Bevölkerungswachstum aber er stellte auch Überlegungen an ob es sich da um eine wirkliche Zunahme der psychischen Störung handelt oder ob in erster Linie in Anführungsstrichen natürlich nur die Diagnosen zugenommen haben.
00:07:50: In Deutschland so beschrieb er dass der Dosis Wissen gegenüber sieht her ganz Klar, einen starken und anhaltenden Anstieg der Degnosen im Versorgungssystem.
00:07:59: Aber das hat in seinen Augen mehrere Ursachen.
00:08:01: Es werden heute psychische Störungen besser und mehr erkannt?
00:08:05: die früher zum Teil unerkannt geblieben wären.
00:08:07: Dann gibt es aber auch die Tendenz, dass teilweise psychische Störungen zu häufig diagnostiziert werden.
00:08:13: Konkret meint er da, es gibt schon Fälle das Ärztin Ärzte um den Patienten überhaupt behandeln zu können erst einmal eine Diagnose stellen müssen und die ist natürlich dann im System zB bei den Krankenkassen drin ohne dass die betreffende Person vielleicht wirklich eine vollwertige psychische Strörung hat oder hatte.
00:08:32: Und dann mag es auch sein, dass psychische Störungen möglicherweise wirklich zugenommen haben – etwa im Kontext von COVID-IX.
00:08:39: Aber diesen Effekt schätzt er deutlich geringer ein als der allgemeine Diagnose Trend!
00:08:46: Als Fazit und das soll auch unser Folgenfazit heute sein, meinte er die psychische Gesundheit muss man als ganz zentrale Säule unserer öffentlichen Gesundheit ansehen.
00:08:58: Ansetzen nicht zuletzt, weil in der GPD, also Global Burden of Disease Studie ermittelte Krankheitsplatz bereist vor dem zwanzigsten Lebensjahr ihren Höhepunkt erreicht.
00:09:08: Das heißt also je früher wer da ansetzend desto besser ist es!
00:09:15: Das war die schnelle Dosiswissen zu der weltweiten Belastung durch psychische Erkrankungen für heute.
00:09:23: wenn ihr tiefer eintauchen wollt und vielleicht auch ein bisschen mehr über die Geschichte Krankheit dieser Depression, was ist das eigentlich erfahren möchtet?
00:09:34: Dann lege ich euch jetzt die Folge zur Geschichte der Depression ans Herz.
00:09:40: Und zwar aus der Reihe Siege der Medizin.
00:09:42: kennt ihr habt ihr vielleicht auch schon mal reingehört.
00:09:45: Das ist die Folge vom Eften März diesen Jahres, zwanzig sechsundzwanzig.
00:09:49: da wird es alles ganz genau und deutlich länger besprochen.
00:09:58: Podcast von Gesundheit hören und Apothekenumschau pro Gesundheit hören.
00:10:11: Das ist das Audioangebot der Apothekenumschau.
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