Frühgeburt bei Schwangerschaft mit Bluthochdruck sicherer
Shownotes
Hypertensive Störungen in der Schwangerschaft gehören weltweit zu den wichtigsten Ursachen mütterlicher und perinataler Morbidität und Mortalität. Während vor der 34. Schwangerschaftswoche das Abwarten wegen der kindlichen Frühgeburtsrisiken meist überwiegt, verschiebt sich danach die Abwägung. Dann steht der mögliche Nutzen einer früheren Entbindung für die Mutter den Risiken einer späten Frühgeburt für das Neugeborene gegenüber. Ein aktueller Cochrane-Review hat nun die beiden Vorgehensweisen ab der 34. Schwangerschaftswoche miteinander verglichen. Dr. Laura Weisenburger, Ärztin und Redakteurin bei der Apotheken Umschau, stellt die Studie vor und ordnet sie ein.
Für die Folge haben wir Informationen eingeholt bei: Prof. Dr. med. Holger Stepan
Stand: 10. Juli 2026
Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt.
Quellen und nützliche Links:
- Aktueller Cochrane-Review zum Vergleich von früher Geburtseinleitung vs. engmaschigem Abwarten bei hypertensiven Erkrankungen während der Schwangerschaft (engl.; DOI: 10.1002/14651858.CD009273.pub3)
- S2K-Leitlinie Hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft: Diagnostik und Therapie (Stand: Juli 2024)
Das Team hinter „’ne Dosis Wissen“:
Hosts: Dennis Ballwieser, Laura Weisenburger; Autor:innen: Jana Hauschild, Christian Heinrich, Johanna Heuveling, Felix Kunz, Vincent Suppé, Klaus Wilhelm, Christian Wolf; Redaktion: Sina Metz, Kareen Seidler; Chefredakteur: Dennis Ballwieser; Postproduktion: BEBE Medien GmbH
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Transkript anzeigen
00:00:03: Gesundheit hören.
00:00:04: Ich finde, diese Folge kann man mit zwei guten Nachrichten starten.
00:00:08: zum einen wir haben mal wieder das Thema Erkrankungen in der Schwangerschaft also etwas was schon längst hätte richtig erforscht werden müssen und heute sprechen wir über einen Aspekt davon.
00:00:19: und zweitens ich kann euch jetzt schon verraten dass wir bei dem thema um das es heute geht schon quasi alles richtig machen.
00:00:33: Guten Morgen Willkommen zu einer Dosis Wissen, ihr hört den täglichen Podcast für das Gesundheitswesen.
00:00:39: Uns gibt's immer Werktags ab sechs in der Früh – in schnell zehn Minuten!
00:00:44: Mein Name ist Laura Weisenburger, ich bin Ärztin und wissenschaftliche Redakteurin bei der Apotheken-Umschau.
00:01:02: Und jetzt fragt ihr euch vielleicht schon die ganze Zeit, worum geht's denn?
00:01:05: bitte schön?
00:01:05: Also Schwangerschaft hab ich schon gesagt.
00:01:08: Es geht um einen sehr häufigen Aspekt in der Schwangersschaft, nämlich hypertensiver Erkrankungen gerade während Ende der Schwangerschaft.
00:01:16: und die Frage ist da eine geplante frühere Geburt sicherer als das abwartende Management?
00:01:26: Genau!
00:01:27: Diese Fragestellung hat sich nämlich ein Cochrane-Review angeschaut, der erschienen ist im Mai.
00:01:34: Und wir haben ihn natürlich für euch in unseren Shownotes hinterlegt damit ihr das alles auch noch mal nachlesen könnt wenn ihr denn wollt.
00:01:41: Aber wir haben natürlich auch uns eine Expertise eingeholt, eine Einordnung zu diesem ganzen großen Cochrane-Review und dem Fragenkatalog, der quasi dahinter steht.
00:01:52: Und zwar von Holger Stefan.
00:01:53: Er ist Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe und leitet die Abteilung Geburzmedizin am Universitätsklinikum in Leipzig.
00:02:01: Holt euch also den ersten Kaffee des Tages?
00:02:04: Dann können wir mit dem Thema starten!
00:02:10: Wir machen den Einstieg heute mal ganz klassisch mit ein paar Zahlen.
00:02:14: Wie häufig sind hypertensiver Erkrankungen in der Schwangerschaft?
00:02:18: Dazu gehört natürlich Präeklampsie, chronische Hypertonie, Gestationshypertonie und so weiter – das kommt bei rund sechs bis acht Prozent aller Schwangerschärften vor!
00:02:29: Aber wichtig... Diese Vorerkrankungen tragen zu zwanzig bis fünfundzwanzig Prozent, also gut ein Viertel der perinatalen Mortalität bei.
00:02:40: Und damit stehen sie gerade in Industrie lienden an erster Stelle bei den Ursachen vom maternalen Tod.
00:02:48: Also keine Bagatelle!
00:02:52: Eine geplante Frühgeburt ist derzeitig die einzig kurative Behandlungsmethode.
00:02:57: Das haben wir auch in fören Dosis-Wissenfolgen schon besprochen, wenn wir über schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck reden.
00:03:06: Die Alternative zur geplanten Frühgeburt ist abwarten, das heißt also dass alles engmaschig überwachen gerade die Blutdruckmessung sowohl Mutter als auch Ungeborenes dann mit CTG Und natürlich auch ganz genau auf die Zielorgane und deren Komplikationen gucken.
00:03:25: bei der Mutter, wenn man weiß ja da habe ich jetzt schon länger bestehend ein Gluthochdruck.
00:03:31: Fakt ist auch vor der vierhundreißigsten Spangerschaftswoche ist eine eingeleitete Frühgeburt nicht zu rechtfertigen weil die riesigen von dieser Frühgeburte dann einfach zu hoch sind.
00:03:44: das heißt also wenn wir über eingeleitete Frühgeburt sprechen, dann tun wir das nur ab der dreißigsten Woche.
00:03:53: Denn da ist das Verhältnis von Risiken und Vorteilen weniger
00:03:57: eindeutig.".
00:03:59: Ganz so hat es der Cochrane-Review auch gehandhabt.
00:04:02: Dieser hat also Schwangere verglichen die alle eine hypertensive Erkrankung hatten Und entweder Ab der Dreißigste Schwangerschaft hat zwar eine geplante frühe Geburt Es war entweder durch Wien, Auslösung oder Kaiserschnitt versus einer Gruppe die Engmaschig überwacht wurde.
00:04:23: Die Idee ist tatsächlich auch gar nicht so neu.
00:04:26: Das ist nämlich eine Aktualisierung einer schon älteren Fassung dieses Reviews zum gleichen Thema.
00:04:33: Eingeschlossen hat das Team für den Review dann sechs RCT's also Randomized Control Trials.
00:04:39: Darin waren eingeschlossen mehr als dreitausend Frauen und diese Geburten Passierten alle zwischen zwei und zweitausendzwanzig.
00:04:48: Bewertet wurde nach den Great-Kriterien, auch da könnt ihr gerne noch mal nachgucken wenn euch das genau interessiert.
00:04:54: Das gehe ich jetzt nicht so detailliert durch.
00:04:58: Und was wurde an Outcome angeguckt?
00:05:01: Der zusammengesetzte Endpunkt mütterliche Morbidität beziehungsweise Mortalität.
00:05:06: dazu gehörten zum Beispiel Eklamsie, Zerebrovascularereignisse bei der Mutter oder Lungenüde.
00:05:14: der zusammengesetzte Endpunkt perinatale Morbidität beziehungsweise Mortalität.
00:05:21: Dazu gehörten einzelne Komponenten wie der fetale oder neonatale Tod, also eines der dramatischsten Ergebnisse auch intraventrikuläre Blutung, das Grad ist drei oder vier und natürlich das ARDS, also Acute Respiratory Distress Syndrome beim Neugeborenen.
00:05:42: Die Methodik der Studie ist sehr gut.
00:05:45: So fasst das unser Experte Heuger-Steffern zusammen und jetzt schauen wir mal auf die Ergebnisse.
00:05:51: Bei der maternalen Morbidität bzw.
00:05:53: Mortalität ergab sich, dass wenn man nur in Anführungsstrichen Engmarschig kontrolliert und abwartet – also wartet bis die Geburt dann von alleine losgeht und es weiterlaufen lässt über die vierndreißigste, fünfundreißige Schwangerschaftswoche hinaus – die eine Bluthochdruckerkrankung hatten, eine dieser schweren Komplikationen.
00:06:25: Wenn eine geplante Frühgeburt stattfand, dann waren es nur von einem Tausend Schwangerinnen.
00:06:33: Und dieses Ergebnis dieser Vergleich hat auch eine hohe Evidenz wallgenügend Ereignisse stattfanden.
00:06:40: Bei der perinatalen Morbidität und Mortalität sieht es anders aus.
00:06:45: Da gab es nur sehr wenige Ereignisse zum Glück, das ist dementsprechend eine niedrige Evidenz.
00:06:51: Und da konnte kein klarer Nutzen oder Nachteil herausgearbeitet werden.
00:06:57: Gleiche Geschichte beim maternalen Tod ebenfalls keine klare Aussage möglich.
00:07:03: Und totgeburt und fetal tot war unter geplanter früher Geburt deutlich reduziert mit einer moderaten Evidenz, aber immerhin.
00:07:14: Kaiserschnitt gab keine relevanten Unterschiede und das war auch eine hohe Evidenze.
00:07:18: Das heißt also es war quasi egal wie die Geburt früh eingeleitet wurde oder wie sie stattfand?
00:07:25: Dementsprechend kamen die Autorinnen In dem Review auch zur Schlussfolgerung bei hypertensiven Erkrankungen der Schwangerschaft jenseits von vierundweißig Wochen ist eine geplante frühe Geburt mit weniger maternalen Komplikationen verbunden und wahrscheinlich auch mit weniger Fetaltod, ohne mehr Kaiserschnitte.
00:07:47: Besonders bei Präklamsi war die Schlussfolge und bei schweren Zeichen könnte das Frühere entbinden besonders sinnvoll sein?
00:07:55: Während bei solchen anderen, ich sage meinen Anführungsstrichen weniger dramatischen Erkrankungen wie Digestion oder chronischer vorbestehender Hypertonie ohne Komplikation eher ein abwartenes Vorgehen vertretbar sein kann.
00:08:10: Eine Entschränkung gehabt ist die perinatalen Endpunkte sind weniger sicher als die maternalen weil eben wie gesagt nur sehr wenige Ereignisse in dieser Gruppe auftraten.
00:08:21: Und wie schätzt das jetzt unser Experte-Häuser Stefan ein?
00:08:25: Erst mal sagt er, Methodik hatte ich schon erwähnt.
00:08:27: Findet ihr gut!
00:08:28: Aber die Ergebnisse sind nicht neu und sie haben ihn auch nicht überrascht.
00:08:32: Bei der Hypertonie Préerclampsie profitiert die Schwangere im Gegensatz zum Kind immer von der frühzeitigen Embindung.
00:08:39: Das ist ja auch diejenige, die quasi da die unmittelbaren Schäden davon
00:08:45: trägt.".
00:08:46: Aber für eine Übernahme der Resultate in der Versorgung in Deutschland braucht es auch nicht mehr nationale Daten, so war das seine Meinung.
00:08:53: Die Ergebnisse sind nämlich schon im Prinzip Teil des üblichen Vorgehens bzw.
00:08:58: aufgenommen in die entsprechende deutschsprachige Leitlinie.
00:09:02: Das was ich also am Anfang gesagt hatte, da machen wir im Grunde genommen schon alles richtig!
00:09:07: Aber es kann in seinen Augen auch nicht abgeleitet werden, dass bei jeder Schwangerschaft mit hypertensiver Komplikation in der vierendreißigsten Schwangerschachzocke entbunden bzw.
00:09:16: eingeleitet werden sollte.
00:09:18: Tatsächlich findet er es besonders schwierig zwischen der viertendreißigsten und sie mundreißigen Schwangerschochsuche das richtig abzuwiegen zwischen den Problemen der späten Frühgeburtlichkeit für das Kind und dem mütterlichen Risiken bei der Prolongation.
00:09:34: Ein wichtiger Aspekt in der Entscheidungsfindung muss daher das Auftreten mütternlicher Symptome sein oder eben eine Verschlechterung des Bluthochdrucks, in seinen Augen.
00:09:43: Daher ist das Fazit dieser Folge von Der Dosis Wissen für euch im Grunde genommen das was ich schon am Anfang sagte nämlich Bei hypertensiven Erkrankungen während der Schwangerschaft ist eine früher geplante Geburt wahrscheinlich sicherer als ein abwartendes Management, ist aber immer ne individuelle Entscheidung und Abwägung muss gut überlegt sein.
00:10:04: Und wir machen hier in der Praxis schon ganz ganz fair richtig.
00:10:08: das heißt da muss jetzt niemand sagen oh Gott!
00:10:11: Da muss ich mein Management ändern.
00:10:16: Das war eine Dosiswissen für heute und auch für diese Woche.
00:10:20: Und ich kann euch jetzt schon ankündigen, wir kommen aus den Spezials quasi gar nicht mehr raus!
00:10:25: Wir haben nochmal eine Folge Frau Doktor übernehmen Sie in Kooperation mit Nodoroses Wissen.
00:10:33: Also am Montag diese Folge wird noch mal eine Koop-Folge sein, denn wir haben unser Versprechen eingelöst und sind an dem Thema Machtmissbrauch in der Medizin dran geblieben.
00:10:45: Da gibt es einiges Neues zu berichten.
00:10:47: also einschalten!
00:10:49: Und wenn ihr das nicht verpassen wollt dann jetzt gleich die Glocke aktivieren den Podcast abonnieren Dann kriegt ihr da automatisch ne Erinnerung für
00:11:01: Ein Podcast von Gesundheit hören und Apothekenumschau pro.
00:11:12: Gesundheit Hören, das ist das Audioangebot der Apothekeumschau.
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