CAR-T-Zelltherapie: Heilung bei B-Zell-Lymphomen?
Shownotes
Kann eine CAR-T-Zelltherapie Krebs wirklich heilen? Erstmals gibt es Antworten auf Basis von Daten über einen Zeitraum von zehn Jahren – und sie sind vielverprechend. Bei einem Teil der stark vorbehandelten Patient:innen mit aggressivem oder follikulärem B-Zell-Lymphom trat nach mehr als fünf Jahren kein Rückfall mehr auf. Das nährt die Hoffnung, dass diese Immuntherapie nicht nur Zeit schenkt, sondern manche Betroffene tatsächlich heilen könnte. Doch die Langzeitdaten zeigen auch eine Kehrseite der Therapie. Dr. Laura Weisenburger, Ärztin und Redakteurin der Apotheken Umschau, ordnet ein, was das für die Praxis bedeutet.
Für die Folge haben wir Informationen eingeholt bei: Prof. Dr. Christian Buske
Stand: 15. Juli 2026
Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt.
Quellen und nützliche Links:
- Aktuelle Studie zur Langzeitwirkung einer CAR-T-Zelltherapie bei B-Zell-Lymphomen (engl.; DOI:10.1056/NEJMoa2518035)
- Deutsche S3-Leitlinine Diagnostik, Therapie und Nachsorge für erwachsene Patient:innen mit einem diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom und verwandten Entitäten (Stand: Oktober 2022)
Das Team hinter „’ne Dosis Wissen“:
Hosts: Dennis Ballwieser, Laura Weisenburger; Autor:innen: Jana Hauschild, Christian Heinrich, Johanna Heuveling, Felix Kunz, Vincent Suppé, Klaus Wilhelm, Christian Wolf; Redaktion: Sina Metz, Kareen Seidler; Chefredakteur: Dennis Ballwieser; Postproduktion: BEBE Medien GmbH
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Transkript anzeigen
00:00:03:
00:00:04: Es ist inzwischen gut zehn Jahre her, dass die ersten Patientinnen und Patienten mit dem behandelt werden.
00:00:10: Was wir hier bei der Dosis wissen auch immer öfter diskutieren einfach weil es ein so weites Anwendungsspektrum hat.
00:00:17: Und zwar die KT-Zelltherapie.
00:00:21: Vor zehn Jahren waren das die Ersten Betroffenen mit B-Zellenemfo.
00:00:26: Jetzt liegen also Langzeitdaten vor, vorher gab's sie nicht ... haben wir jetzt eine Immuntherapie, die Krebs heilen kann.
00:00:39: Guten Morgen!
00:00:41: Willkommen zu Ne Dosis Wissen und zwar nicht irgendeine Folge von Ne Doses Wissen sondern ihr hört die Tausend Einhundertund Elfste Folge.
00:00:50: das hier kurz mal am Rande erwähnt uns.
00:00:53: seit eintausend einhundert und elf Folgen erscheinen wir immer Werktags.
00:00:57: Naja gut ausnahm bestätigen die regel.
00:00:59: letzten Samstag gab es die erste samstagsfolge Aber eigentlich immer Werktags ab sechs Uhr früh.
00:01:05: Und eigentlich auch immer in kompakten zehn Minuten es sei, denn wir haben größere Themen zu besprechen.
00:01:09: heute aber versuche ich das mal wieder!
00:01:12: Mein Name ist Laura Weisenburger Ich bin Ärztin und wissenschaftliche Redakteurin bei der Apotheken-Umschau Und natürlich besprechen wir die CAR-T-Zelltherapie nicht nur, weil es sich jetzt quasi zehn Jahre Jubiläum feiert.
00:01:36: Sondern weil's da eben ganz handfeste Ergebnisse gibt.
00:01:39: eine Gruppe der University of Pennsylvania hat veröffentlicht ein Studie im New England Journal Of Medicine und zwar in diesem Juni, sechsundzwanzig.
00:01:50: Wir haben diese Untersuchung und Studie für euch in unseren Show Notes hinterlegt Und die haben wir uns ganz genau angeguckt, gemeinsam mit unserem heutigen Experten Christian Buske.
00:02:00: Er ist Facharzt für innere Medizin natürlich mit dem Schwerpunkt Hematologie-Onkologie und auch ärztlicher Direktor des Instituts für experimentelle Tumorforschung am Universitätsklinikum in Ulm.
00:02:14: Ich gebe euch schon mal eine erste Vorab-Einschätzung von ihm.
00:02:17: Er sagte diese Daten geben vielen Patienten eine vollständig neue Lebensperspektive.
00:02:24: Das ist etwas, was wir uns ganz genau angucken müssen zum ersten Kaffee des Tages.
00:02:49: Und die CAR-T-Zelltherapie ist hier als Immuntherapy eine Standardbehandlung für alle geworden, die davon betroffen sind.
00:02:58: Ein rezidiviertes oder refaktäres B-Cellempfum haben einmal noch ganz kurz ausgesprochen das Akronym CAR-t Chimere Antigenrezeptor T-Zelltherapie, das wäre wirklich jedes Mal so lang, das komplett zu sagen.
00:03:13: Was passiert ganz schnell?
00:03:15: Körpereigene T- Zellen werden dabei gentechnisch letztendlich so verändert, dass sie spezifische Antigenrezeptoren exprimieren und damit dann letztendliche Krebszellen effektiver erkennen und zerstören können.
00:03:29: Diejenigen die unter einem großzelligen B-Zellemphom leiden oder auch ein follikuläres Lymphom haben Und gleichzeitig eine Therapie mit KT-Zelltherapien bekamen.
00:03:43: Die sind, das wissen wir aus vorangegangenen Studien bis zu fünf Jahre, dauerhaft remissionsfrei allerdings nur dreißig bis fünftig Prozent davon aber immerhin besser als gar nichts.
00:03:56: Aber natürlich gibt es da auch Nebenwirkungen von der KT-Zelltherapie, unter anderem verzückter Oholung der T-Zellen und auch anhaltende B-Zelle A-Plasie.
00:04:08: Bisher war unklar wie lange diese Remission dauert und auch die Langzeitnehmendwirkung aussehen können wenn man den Zeitraum auf mehr als fünf Jahre ausdehnt.
00:04:21: Das hat jetzt also die Studie im New England Journal of Medicine aber getan Und zwar in einem Phase zwei, Studien-Setting.
00:04:29: Das heißt also auch kein Vergleichsarm und sie war relativ klein.
00:04:34: insgesamt wurden nur achtunddreißig Patientinnen und Patienten untersucht.
00:04:39: diese erhielten als Karthezeltherapie Tysagenlecloid-Zehl.
00:04:44: das sage ich jetzt auch nur dieses eine Mal.
00:04:46: alle anderen Male dürfte euch das dazudenken oder gerne der Studi nachlesen.
00:04:51: Vierundzwanzig von diesen achtunddreißig PatientInnen hatten ein großzelliges Bezel-Lymphom, vierzehn hatten ein vollikuläres Lymphom und alle waren stark vorbehandelt.
00:05:02: Sprich hatten schon vorher eine Chemotherapie bekommen Und das Medianefollower plagt diesmal bei rund zehn Jahren und nicht wie sonst eben bei fünf.
00:05:12: Christian Buske sagte zu den Fallzahlen da ist natürlich diese Serie, Fallserie sehr klein mit wenigen Patienten die von einem Studienzentrum auch noch betreut wurden.
00:05:24: Deswegen muss man hier etwas vorsichtig sein und die Daten schon als vorläufig betrachten.
00:05:32: Aber nichtsdestotrotz, das tun wir jetzt natürlich, wie sahen die Ergebnisse aus?
00:05:36: Nach rund fünf einhalb Jahren tat kein einziges Rezediv auf!
00:05:41: Okay so viel wussten wir ja schon.
00:05:43: aber Lymphom freies Überleben.
00:05:46: nach zehn Jahren hatte etwa jede dritte Person mit aggressiven Lymphom und nahezu jede zweite Person mit follikulierendem Lympho.
00:05:58: Und zwar nach einer einzigen KT-Zellinfusion.
00:06:02: Das heißt, wir haben einmal ein Drittel nach zehn Jahren symptomfrei lymphomfrei überlebt und in der anderen Gruppe die Hälfte.
00:06:14: Das ist natürlich schon recht beeindruckt!
00:06:16: Insgesamt darf man sich nicht wundern, wenn man sich die Studie anschaut.
00:06:19: Das Gesamtüberleben lag natürlich niedriger als das Lymphomfreie Überleben.
00:06:24: Warum?
00:06:25: Weil auch an anderen Ursachen gestorben werden konnte.
00:06:28: Das war ja nicht ausgeschlossen!
00:06:30: Wie sah die hematologische Toxizität aus?
00:06:33: Es gab keine chronischen Anämiefälle.
00:06:37: Es wurde keine dauerhafte Trombozytopenie beobachtet.
00:06:41: Zwei von diesen Achtundreißig-Patienten hatten eine anhaltende Neutropinie.
00:06:47: Das schon!
00:06:49: Und innerhalb von zehn Jahren entwickelten neun Patientinnen und Patienten ein zweitmaling Nomen, die kumulative Inzidenz lag hier bei rund zwanzig Prozent also gar nicht so wenig.
00:07:00: aber das hat sehr wahrscheinlich nichts mit der KTZ Therapie zu tun.
00:07:05: Das ist für er auf die sehr starke Vorbehandlung sprich also Chemotherapie zurückzuführen.
00:07:11: Und wie sah es mit der Immun-Rekonstitution aus?
00:07:15: Eine höhere Persistenz des Kartransgains schien mit einem langfristigen Ansprechen verbunden zu sein.
00:07:21: Das heißt also, je länger es persistierte, desto besser macht's Sinn.
00:07:26: Gleichzeitig bestand aber bei fast der Hälfte der Langzeitresponder eine B-Zell-Aplasie.
00:07:32: D.h.,
00:07:32: da dementsprechend auch noch mal ne stärkere Nebenwirkung und dem entsprechend brauchte ein ähnlich hoher Anteil nach zehn Jahren immer noch eine Immunglobulin- Substitution.
00:07:45: Was war jetzt das Fazit von unserem Experten?
00:07:48: Er sagte, nichtsdestotrotz die Ergebnisse sind sehr ermutigend und weisen darauf hin, dass man bei stark vorbehandelten Patienten mit aggressiven Lymphom durch eine einmalige Therapie tatsächlich Heilung erzielen kann – ist insbesondere bei den follikulären Lymphom bemerkenswert in seinen Augen, da diese durch Standardtherapien derzeit als nicht halber gelten.
00:08:14: Und ich sage nicht galten aber vielleicht müssen wir das demnächst.
00:08:18: Zur Verträglichkeit ergänzte Christian Buske ja insgesamt sind die KAT-Zellentherapie schon gut verträglich, aber natürlich mit Nebenwirkungen, die man ernst nehmen muss und die wir zum Teil so auch nicht von konventionellen Behandlungen her kennen.
00:08:32: Auf der anderen Seite sind die Daten zur Effektivität bei diesem lebensbedrohlichen Erkrankung Practice Changing, und geben vielen Patienten eine vollständig neue
00:08:41: Lebensperspektive.".
00:08:42: Da ist also das Zitat, was wir am Anfang schon hatten – und so schließt sich der Kreis!
00:08:48: Das sind also gute Neuigkeiten.
00:08:50: in puncto Langzeitdaten Wir sind am Ende von dieser one-tausend-einhundert und elften folgende Dosiswissen angelangt.
00:09:02: Ich danke euch sehr fürs Zuhören!
00:09:04: Und wenn sie euch gefallen hat, dann lasst uns das doch gerne wissen durch Sterne oder Kommentare die ihr da lasst.
00:09:11: Vielen
00:09:29: Dank!
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