Schlaf-EEG und KI: Aussagen zu Hirngesundheit und Mortalität
Shownotes
Eine neue Studie hat mehr als 36.000 nächtliche Schlafmessungen von rund 27.000 Personen ausgewertet. Ein Deep-Learning-Modell analysierte die EEG-Daten und verdichtete sie zu einem „Brain Health Score“. Ergebnis: Der Score hing moderat mit kognitiven Tests und mehreren Erkrankungen zusammen, darunter Demenz, leichte kognitive Beeinträchtigung, Depression, Hypertonie und Vorhofflimmern. Besonders auffällig war der Zusammenhang mit der Sterblichkeit: Menschen mit günstigerem Score starben im Beobachtungszeitraum seltener, teils war das Risiko um etwa ein Drittel niedriger. Dr. Laura Weisenburger, Ärztin und Redakteurin bei der Apotheken Umschau, ordnet die Ergebnisse ein.
Für die Folge haben wir Informationen eingeholt bei: Prof. Dr. Peter Berlit
Stand: 16. Juli 2026
Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt.
Quellen und nützliche Links:
- Studie. Deep Learning analysiert mit Schlaf EEGs die Hirngesundheit (engl.; DOI: 10.1056/AIoa2500487)
Das Team hinter „’ne Dosis Wissen“:
Hosts: Dennis Ballwieser, Laura Weisenburger;
Autor:innen: Emeli Glaser, Jana Hauschild, Christian Heinrich, Johanna Heuveling, Felix Kunz, Vincent Suppé, Klaus Wilhelm, Christian Wolf;
Redaktion: Sina Metz, Kareen Seidler;
Chefredakteur: Dennis Ballwieser;
Postproduktion: BEBE Medien GmbH
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Transkript anzeigen
00:00:03: Gesundheit hören.
00:00:04: Wie wichtig Schlaf ist für uns?
00:00:06: Darüber wissen wir schon jede Menge, jetzt gibt es aber neue Untersuchungen dazu wie EEGs so ausgewertet werden können dass sich daraus vorher sagen lässt wie hoch oder er niedrig eventuell das Sterberisiko ist.
00:00:29: Guten Morgen!
00:00:30: Willkommen zu Ne Dosis Wissen, eurem täglichen Podcast für das Gesundheitswesen.
00:00:36: Und uns gibt es jeden Werktag ab sechs in der Früh mit einem Thema in schnellen zehn Minuten für euch aufbereitet!
00:00:43: Mein Name ist Laura Weisenburger.
00:00:44: ich bin Ärztin und wissenschaftliche Redakteurin bei der Apotheken-Umschau.
00:01:00: Wir haben uns für euch eine neue Studie angeschaut, die mithilfe von KI gearbeitet hat und rausgefunden hat aus einem EEG lässt sich etwas über das künftige Mortalitätsrisiko und auch die kognitive Leistungsfähigkeit ableiten.
00:01:18: Die Studie ist erschienen im New England Journal.
00:01:20: AI macht Sinn verlinkt in unseren Show Notes und wir haben darüber gesprochen mit Peter Berlett, Erstneurologe und Generasekretär der deutschen Gesellschaft für Neurologie.
00:01:33: Meine Nacht war leider nicht so fürchterlich super.
00:01:36: dafür ist es immer noch ein bisschen zu warm.
00:01:38: ich hatte mein Kaffee schon.
00:01:39: holt euch euren ersten des Tages und dann legen wir los.
00:01:48: Alte Erkenntnis, ich hab schon gesagt, Schlafqualität ist wichtig für die Gesundheit.
00:01:53: Das ist immer frustrierend, weil ich sehr häufig gar nicht so gut schlafe wie ich es gerne täte und damit bin ich nicht allein aber ich weiß auch von genügend Erzählungen und Interviews mit Schlafmedizinerinnen und Medizinern Schlaf ist etwas was wir nur ganz schwer beeinflussen können Auch wenn wir selber wissen, wie wichtig er eigentlich ist.
00:02:15: Jetzt hat sich also eine neue Studie die Schlafqualität angeschaut und herausgefunden, dies nicht nur wichtig für die Gesundheit.
00:02:21: Sie hat auch noch einen prognostischen Wert.
00:02:24: Find ich jetzt so mittelpräglich?
00:02:26: Weil das bedeutet ... Ich hab da noch ein schlechteres Gewissen nach jeder schlechten Nacht aber wir gucken's uns trotzdem genauer an!
00:02:33: Für die Untersuchung hat das Team Daten von sixhundreißigtausend sechshundert nächtlichen Schlafmessungen analysiert, von insgesamt siebenundzwanzigtaussend vierhundert Personen.
00:02:45: Also ihr merkt schon – das waren mehrfach auch die gleichen Personen, die da geschlafen haben.
00:02:50: und es wurde rekrutiert aus mehreren großen Kohortenstudien und aus klinischen Daten des Massachusetts General Hospitals.
00:02:58: Und dann hat das team Ein Deep-Learning-Modell kreiert und auch trainiert, und zwar direkt mit diesen nächtlichen EEG-Daten.
00:03:08: Und mit klinischen Informationen dazu zum Beispiel kognitiven Testergebnissen und Erkrankungsdiagnosen.
00:03:16: Das Modell selbst lernte dann aus den SchlafEEG Daten ein komplexes Muster aus Tausendundzwanzig rechnerischen Merkmalen, welche mit Gehirngesundheit usw.
00:03:28: zusammenhängen sollten!
00:03:30: Es wurde ein Brain Health Score auf diese Art und Weise ermittelt, also einen Wert der Hinweise gibt auf kognitive Leistungsfähigkeit Erkrankungstatus- und Sterberisiko.
00:03:44: Und in der Studie kam eben raus – dieser Brain Health score funktioniert tatsächlich zumindest ein Stück weit!
00:03:51: Das KI-Modell konnte aus dem EEG einer einzigen Nacht deutlich mehr Informationen ziehen als andere klassische Modelle, die sonst eben alter Geschlecht und herkömmliche Schlafparameter nutzen.
00:04:06: Zum Beispiel bei Gedächtnis aufmerksamkeits-und Denkaufgaben verriet das SchlafEEG den Modell Etwas darüber, wie gut diese Menschen da abschneiden.
00:04:17: Die Zusammenhänge waren zwar eher moderat aber sie waren vorhanden.
00:04:21: Bei Krankheitsklassifikationen fand das EEG-KI-Modell ebenfalls moderate Zusammenhinge und das lag richtig zum Beispiel bei Demenz, leichten kognitiven Beeinträchtigungen, subjektiven Gedächtnisproblemen, aber auch ganz konkreten körperlichen Problematiken wie Frau Hoflehmann, Herzinfarkt, Bluthochdruck, bipolarische Störung und
00:04:41: Depression.".
00:04:43: Natürlich hat sich die Studie auch einzelne Schlafmerkmale rausgepickt.
00:04:48: Zum Beispiel, die längere Gesamtschlafdauer war über die Kohorten hinweg tendenziell mit besserer Kognition und geringerer Krankheitslast verbunden – das ist jetzt was uns alle wahrscheinlich nicht überrascht!
00:05:00: Aber interessant ist die Mortalität.
00:05:02: Menschen mit einem höheren Brain Health Score, was das Modell dann ermittelt hatte, starben auch im Beobachtungszeitraum tatsächlich seltener.
00:05:12: Bei einer deutlichen Verbesserung des Gores lag ihr Sterberisiko in mehreren Gehorten etwa um ein Dritzel niedriger.
00:05:19: Das heißt also, da konnte man auch dagegen wirken und das Blieb bestehen dieser Effekt – auch wenn das Alter herausgerechnet wurde!
00:05:26: Unser Experte Peler Berlitz sagte zu diesem ganzen Untersuchungen, dass er den Ansatz zumindest schon mal sehr spannend findet Und die gefundenen Korrelation, wenngleich sie auch meist nur moderat sind, zeigen das im EEG einige Aussagekraft steckt.
00:05:42: Faszinierend findet er besonders mit welch hoher Aussage Kraft eine Vorhersage der Mortalität verbunden war!
00:05:49: Er hält alle Ergebnisse für plausible Auch wenn sie ihn nicht weiter überraschen.
00:05:54: Sie bestätigen in seinen Augen viel mehr bisherige Studien und gefunden eine Hinweise.
00:05:59: Die Korrelation von Schlaf, EEG- und Schlafqualität mit zahlreichen Erkrankungen auch der prognostische Wert sind schon länger bekannt.
00:06:07: Man hat es bisher nur noch nicht so klar geschafft das im klinischen Alltag breit auch abseits der Schlafankrankung zu nutzen!
00:06:16: Er gab allerdings ein paar Dinge zu bedenken.
00:06:18: Nämlich einmal die EEG-Ableitung wurde meistens nur über eine Nacht gemacht.
00:06:22: Und das ist natürlich sehr schwankungsanfällig, man kann sich natürlich vorstellen wenn man jetzt in ein Schlaflabor geht und da zehn oder mehr Elektroden auf den Kopf geklebt bekommt dann schläft man nicht so wie sonst!
00:06:34: Das kann natürlich die Ergebnisse verzerren.
00:06:36: und ein weiteres Problem war auch die Kohorten waren sehr heterogen.
00:06:40: Zum Beispiel PatientInnen aus der Framingham Studio waren dabei dann wieder Daten aus einer anderen großen Klinik.
00:06:47: Und ziemlich kurios, die Testungen des Gedächtnisses erfolgen dementsprechend auch zu sehr unterschiedlichen Zeitpunkten.
00:06:55: Manche waren eine Woche nach dem EEG, erfolgt andere erst nach zwei Jahren – das ist natürlich ein yrer langer Abstand!
00:07:01: Das macht die Vergleichbarkeit eher schwierig so die Anmerkung von unserem Experten.
00:07:07: Das heißt als Fazit müssen wir sagen okay es ist ein ganz spannender Index.
00:07:11: eventuell wird der irgendwann mal Teil der klinischen Routine, vielleicht wenn wir alle dann einfach so ein EEG ableiten können.
00:07:20: Peter Berlett überlegte man könnte zum Beispiel den Score für eine intensivere Beratung von Betroffenen heranziehen und schauen welche Risikofaktoren vorhanden sind und wie die auch zu verringern sind.
00:07:31: auf jeden Fall ist die Studie einen Indiz dafür dass ein EEg in Zukunft einen höheren diagnostischen Stellenwert haben könnte der über die Funktion aktuell bei Schlafproblematik hinausgeht.
00:07:47: Das
00:08:19: ist das Audioangebot der Apothekenumschau.
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