MS-Therapie: Rituximab ist Ocrelizumab nicht unterlegen
Shownotes
Bei schubförmiger Multipler Sklerose zählen Anti-CD20-Antikörper zu den wirksamsten Therapieoptionen. Allerdings hat Rituximab in der EU keine Zulassung bei dieser Indikation – dabei gilt es seit Jahren als günstige Alternative zum zugelassenen Ocrelizumab und wird off-label eingesetzt. Bislang gab es keine Daten aus randomisiert-kontrollierten Studien für einen direkten Vergleich zwischen den beiden Antikörpern. Das ändert nun eine Studie aus Skandinavien. Dr. Dennis Ballwieser, Arzt und Chefredakteur der Apotheken Umschau, stellt die Studie vor und ordnet Wirksamkeit, Sicherheit und den möglichen Stellenwert von Rituximab für die MS-Therapie in Deutschland ein.
Für die Folge haben wir Informationen eingeholt bei: Prof. Dr. Christoph Heesen
Stand: 20. Juli 2026
Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt.
Quellen und nützliche Links:
- Aktuelle Studie zur Nicht-Unterlegenheit von Rituximab gegenüber Ocrelizumab (engl.; DOI: 10.1056/NEJMoa2600993)
- S2k-Leitlinie Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose, Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankung (NMOSD) und MOG-IgG-assoziierten Erkrankung (Stand: 27.04.2026)
- Beobachtungsstudie zu Rituximab gegenüber Ocrelizumab bei schubförmig-remittierender Multiplen Sklerose
Das Team hinter „’ne Dosis Wissen“:
Hosts: Dennis Ballwieser, Laura Weisenburger;
Autor:innen: Emeli Glaser, Jana Hauschild, Christian Heinrich, Johanna Heuveling, Felix Kunz, Vincent Suppé, Klaus Wilhelm, Christian Wolf;
Redaktion: Sina Metz, Kareen Seidler;
Chefredakteur: Dennis Ballwieser;
Postproduktion: BEBE Medien GmbH
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Transkript anzeigen
00:00:03:
00:00:04: Viel günstiger, aber ähnlich wirksam?
00:00:07: Rituximab ist bei schubförmiger Multiplasklerose dem für diese Erkrankung zugelassenen Okrelizumab nicht unterlegen.
00:00:16: Sollte das Off-Label-Medikament häufiger eingesetzt werden!
00:00:23: Guten Morgen und willkommen zu Ne Dosis Wissen – dem täglichen Podcast für das Gesundheitswesen.
00:00:28: Ne Doses Wissen gibt es werktags ab sechs Uhr in der Früh in kompaktem Zehn Minuten.
00:00:33: Ich bin Dennis Ballwieser, ich bin Arzt und Chefredakteur der Apotheken-Umschau.
00:00:36: Heute ist Montag, der zwanzigste Juli, zwei
00:00:42: Tausend sechsundzwanzig.
00:00:48: Es geht also um Wirksamkeit und Sicherheit von Rituximab im Vergleich zu Okrelizumab bei Multiplasklerose.
00:00:55: Dazu gibt es eine Studie in New England Journal of Medicine die im Juli erschienen ist.
00:01:00: kommt von der University Of Bergen in Norwegen Und wir haben darüber gesprochen mit Christoph Hesen.
00:01:06: Er ist Neurologo und Leiter der Multiplis-Klerose-Ambulanz am UKE Hamburg.
00:01:12: Christoph hesen sagt, es wäre vorteilhaft wenn alle Patienten früh ein so günstiges Präparat wie Rituximab bekämen.
00:01:20: Holt euch euren ersten Kaffee des Tages!
00:01:22: Und dann geht's los!
00:01:28: Multiplisklerose kennt ihr als die häufigste autoimmun vermittelte Erkrankung des zentralen Nervensystems.
00:01:35: In Deutschland leben mehr als zweihundertachzig tausend an Multiplasklerose Erkrankte.
00:01:40: Traditionell werden drei Verlaufsformen der MS unterschieden.
00:01:44: die schubförmig remittierende MS, ist dabei die häufigste initiale Verlauf-Sform.
00:01:50: Die ist gekennzeichnet durch Schübe mit kompletten oder auch inkompletten Remissionen der Symptome.
00:01:57: Mittlerweile weiß man, dass monoklonale Anti-CD-Zwanzig-Antikörper zu den wirksamsten Therapien beider schubförmigen Multiplenzklerose gehören.
00:02:05: In der Europäischen Union ist Ocrelizumab für diese Indikation zugelassen.
00:02:11: Rituximab wird in Deutschland aufgrund seiner deutlich geringeren Kosten häufig off Label eingesetzt – die Vergleichsdaten zwischen Ritucsimap und Ocrelizumab beschränken sich bislang auf Beobachtungsstudien!
00:02:24: Und damit zu der Studie im New England Journal of Medicine.
00:02:27: Das ist eine Phase III-Studie, multicentrisch doppelblind – eine Nicht- und Erlegenheitsstudie mit mehr als zweihundert behandelten Erwachsenen zwischen achtzehnundsechzig Jahren die eine neu diagnostizierte schubförmige Multiplesklerose haben Entzündungstechnisch eine aktive Erkrankung aufgewiesen haben.
00:02:49: Die Teilnimmenden haben dann im Verhältnis drei zu zwei alle sechs Monate entweder Rituximab oder Okrelizumab bekommen, das ganze über insgesamt vierundzwanzig Monate.
00:03:00: Der primäre Endpunkt war das Ausbleiben neuer oder vergrößerter Lesionen im Kernspin von Monat sechs bis Monat vierund zwanzig.
00:03:10: Sekundäre Endpunkte gab es auch, zum Beispiel die Wirksamkeit und die Sicherheit.
00:03:14: Christoph Hesen sagt dazu – Die Studie ist gut gemacht!
00:03:17: Und damit zu den Ergebnissen.
00:03:32: Die Risiko-Differenz hat damit zwei Komma sechs Prozentpunkte betragen und das lag innerhalb der vordefinierten Nichtunterlegenheitsgrenze.
00:03:41: Die Schubrate, die Behinderungsentwicklung und kognitive Ergebnisse waren zwischen den Gruppen insgesamt ähnlich und Nebenwirkungen traten in beiden Gruppen auf aber die Infektionen waren unter Errituximab häufiger.
00:03:56: Bei den schweren unerwünschten Ereignissen sah es so aus, dass die insgesamt ähnlich häufig waren.
00:04:02: Die Schlussfolgerungen der AutorInnen aus dieser Studie sagen das Reduximab hinsichtlich der Kontrolle der entzündlichen Krankheitsaktivität Okrelizumab nicht unterlegen ist.
00:04:13: Es gibt natürlich Einschränkungen der Interpretation dieser Studienergebnisse.
00:04:17: Etwa die Hälfte der Teilnehmerinnen wurden an einem einzigen Zentrum mit hohen Fallvoluminar rekrutiert, was sie für allgemeinbarkeit einschränken könnte und die Nachbeobachtungszeit war auf dreißig Monate begrenzt, was mögliche längerfristige Unterschiede nicht ausschließen kann.
00:04:36: Das heißt, Retuximab ist bei der schubförmigen Multiplensklerose dem Ocrelizumab in dieser Studie nicht unterlegen.
00:04:43: Christoph Hesen ordnet das Ganze so ein.
00:04:46: In der Community ist das eigentlich schon längst klar – dass Retuxi-Map wahrscheinlich genauso gut wirkt wie Ockelizumap oder andere gegen B-Zellen gerichtete Antikörper.
00:04:56: Die sind das Effektivste was wir derzeit in der Therapie haben!
00:05:00: Er sagt weiter, in Deutschland gibt es einzelne Ärzte die Retuximab Off Label geben und auch Modellverträge von MS-Schwerpunktpraxen mit den Krankenkassen auch RetuxiMap Off Labels zu geben.
00:05:12: Das hat die Datenlage eigentlich schon vorher hergegeben.
00:05:16: Im Grunde muss man sagen, es wäre vollkommen in Ordnung wenn die Patienten Retuxima bekämen – hinsichtlich der Wirksamkeit und Sicherheit gibt es keine relevanten Unterschiede zu den anderen Wirkstoffen!
00:05:26: Der Vorteil ist, Rituximab ist deutlich günstiger als Okrilizumab.
00:05:30: Und abschließend sagt Christophesen es wäre vorteilhaft wenn alle Patienten früh ein so günstiges Präparat wie Ritucsimap bekämen.
00:05:38: Nach fünf Jahren sollte man dann schauen – Wie aktiv ist die Erkrankung?
00:05:42: Muss man das weitergeben oder kann man deeskalieren?
00:05:45: Das wäre gerade angesichts eines unter Druck stehenden Gesundheitssystems wünschenswert.
00:05:53: Das war eine Dosis Wissen für heute, die nächste Folge gibt's morgen ab sechs Uhr in der Früh überall da wo ihr Podcast findet.
00:06:00: Wenn euch die heutige Folge gefallen hat dann lasst uns doch bitte eine gute Bewertung da!
00:06:04: Danke dass ihr eine Doses wissen
00:06:26: hört.
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