Long-COVID: Antihistaminika mit geringer Wirkung
Shownotes
Long-COVID bleibt eine große Herausforderung in der Versorgung: Vor allem Fatigue, Belastungsintoleranz und kognitive Beschwerden führen viele Patient:innen in spezialisierte Ambulanzen. Doch bislang gibt es für Patient:innen mit Long-COVID keine gesicherte kausale Therapie. Eine Studie hat in zwölf spezialisierten Ambulanzen untersucht, ob bereits bekannte Medikamente aus anderen Indikationen die Erschöpfung bei Long-COVID lindern können. Das Ergebnis ist ernüchternd. Dr. Laura Weisenburger, Ärztin und Redakteurin der Apotheken Umschau, stellt die Studie vor und ordnet die Ergebnisse ein.
Für die Folge haben wir Informationen eingeholt bei: Prof. Dr. Winfried Kern
Stand: 20. August 2026
Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt.
Quellen und nützliche Links:
- Studie zur Wirkung von Antihistaminika bei Long-COVID (engl.; DOI: 10.1016/S1473-3099(26)00242-2)
Das Team hinter „’ne Dosis Wissen“:
Hosts: Dennis Ballwieser, Laura Weisenburger;
Autor:innen: Jana Hauschild, Christian Heinrich, Johanna Heuveling, Felix Kunz, Vincent Suppé, Klaus Wilhelm, Christian Wolf;
Redaktion: Sina Metz, Kareen Seidler;
Chefredakteur: Dennis Ballwieser;
Postproduktion: BEBE Medien GmbH
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Transkript anzeigen
00:00:03: Gesundheit hören.
00:00:04: Ein Thema, das die Medizin und damit auch uns wohl noch die nächsten zehn, zwanzig, fünfzig vielleicht hundert Jahre dauerhaft beschäftigen wird ist Long Covid.
00:00:14: Es gibt bisher immer noch keine ursättlichen Therapien Und heute schauen wir einmal auf die Antihistaminika drauf ob die eine relevante Wirkung haben.
00:00:28: Guten Morgen Willkommen zu einer Dosis Wissen.
00:00:30: ihr hört dem täglichen Podcast für das Gesundheitswesen.
00:00:34: Uns gibt es immer Werktags ab sechs in der Früh mit einem Thema in schnellen zehn Minuten.
00:00:40: Mein Name ist Laura Weisenburger, ich bin Ärztin und wissenschaftliche Redakteurin bei der Apothekenumschau.
00:00:56: Und heute geht es um die Wirkung von Antihistaminika und noch zwei weiteren Medikamenten auf das Fatigue bei Long Covid.
00:01:06: Genau das hat nämlich eine Studie im Lancet Infectious Diseases-Untersuch, die ist erschienen im Juli zwanzig sechsundzwanzig und in unseren Shownotes verlinkt.
00:01:16: Und es geht wirklich nur bei diesem riesigen Thema um diesen speziellen Aspekt den die Studie untersucht hat – alles andere würde hier den Rahmen von lächerlichen zehn Minuten völlig sprengen!
00:01:30: Wir haben auch gesprochen mit Winfried Kern.
00:01:32: Er ist Facharzt für Innere Medizin und Infektiologie, Abteilung Infektziologie-Depart mit innerem Medizin am Universitätsklinikum in Freiburg Und ich zitiere ihn hier an der Stelle.
00:01:46: er sagt es gibt auch nach dieser Studie weiterhin keinen Standard Für die medikamentöse Behandlung.
00:01:53: wenn ihr Dennoch, mit mir auf die Ergebnisse dieser Studie schauen möchtet, holt euch jetzt den ersten Kaffee des Tages.
00:02:01: Und dann tun wir das gleich mal!
00:02:08: Das Post-Covid-Syndrom wird auch bezeichnet landläufig sozusagen als Longcovid ist aber definiert von der WHO, als dass Fortbestehen oder das Auftreten neuer Symptome drei Monate nach der ursprünglichen SARS-CoV II Infektion.
00:02:28: Und diese Symptome, die nach drei Monaten auftreten müssen mindestens zwei Monate anhalten und dürfen nicht durch eine andere Diagnose erklärbar sein.
00:02:39: Zu den typischen Symptomen – aber diese Liste ist nicht vollständig, gehören unter anderem Müdigkeit Atemnot- und kognitive Beeinträchtigungen, aber die betroffenen Wissen noch deutlich viel mehr!
00:02:51: Je nach Datenbasis und auch Populationen, die man sich anschaut, gibt es sehr unterschiedliche Prävalentseinschätzungen.
00:02:58: Wie häufig das auftritt?
00:03:00: Wir haben uns die vom RKI angeguckt.
00:03:02: laut diesen treten Long-Covid Symptome mit einer Häufigkeit von etwa zehn bis fünfzehn Prozent bei allen SARS-CoV-II Infizierten Erwachsenen auf.
00:03:12: Bislang gibt es keine gesicherte ursichtliche Behandlung zur Heilung von Long-COVID aber derzeit wird einiges R-Forscht, B-Forsch und dazu gehört unter anderem.
00:03:24: Keulche ziehen?
00:03:25: Dann Antihistaminika nämlich Pharmotidin und Loratadin und auch Rivaroxaban also wirklich der Gerinnungshemma den ihr kennt.
00:03:35: Die Studie im Lancet Infectious Diseases hat sich genau diese Medikamente angeguckt und zwar in einer randomisierten kontrollierten adaptiven offenen Phase drei Arzneimittelstudie.
00:03:47: In die wurden mehr als siebenhundert Erwachsene inkludiert.
00:03:50: Und Sie alle hatten, anfänglich natürlich eine akute Covid-IX-Erkrankung.
00:03:55: Wegen dieser waren sie aber nicht hospitalisiert und später wurden sie dann in einem von zwölf Behandlungszentren für Longcovid im Vereinigten Königreich vorstellig.
00:04:07: Im Median litten alle Betroffenen unter neun Symptomen gab natürlich mehr und auch weniger.
00:04:14: Unter anderem war häufig dabei starke Fatigue mit im Mittelmeer als dreißig Punkten von maximal fünfzig Erreichbaren auf der Fatigue Assessment Scale.
00:04:25: Alle in der Studie erhielten die übliche, in Anführungsstrichen spezialisierte Long-Covid Versorgung – aber zusätzlich wurden sie randomisiert und dann einer von vier Gruppen zugeteilt.
00:04:37: Eine Gruppe erhielt Köychezin, eine weitere Pharmotidin plus Loratadin – also beide Antihistamedika.
00:04:45: Eine Grupe Riva-Roxaban, alles jeweils für zwölf Wochen und es gab eine Kontrollgruppe die erhielte aber gar nichts, also auch kein Placebo!
00:04:55: Der primäre Endpunkt war definiert als Veränderung der Fatigue nach zwölfen Wochen gemessen auf der schon erwähnten Fatigue Assessment Scale, zehn bis fünfzig Punkte.
00:05:06: Wobei eine Veränderung von mehr als zehn Prozent als klinisch bedeutsam galt.
00:05:12: Außerdem wurden die Qualität und die Sicherheit natürlich erfasst bezüglich der Nebenwirkungen.
00:05:17: Und ja ... Die Ergebnisse sind unser Experte hat es schon angedeutet eher ernüchternd.
00:05:24: Nach zwölf Wochen zeigte sich eine klinische relevante Reduktion allerdings in allen Gruppen auch in der Kontrollgruppe.
00:05:33: Verglichen mit der Kontrolgruppe, erzielten Korche Zin und die beiden Antihistaminika-Inkommunationen Vermudidine und Loratadin eine zusätzliche kleine statistisch signifikante Verbesserung der Fatigue.
00:05:47: Riva Roxaban hatte gar keinen statistischen Vorteil.
00:05:51: Aber jetzt das große, aber nach insgesamt vier und zwanzig Wochen also dann auch noch mal Nachbeobachtungszeit, zwölf Wochen nach Ende der Behandlung, während diese Unterschiede zwischen den Gruppen verschwunden.
00:06:04: Das heißt die Behandlungen hatten keine anhaltende Wirkung.
00:06:09: Es gab auch keinen Hinweis auf Änderung der Lebensqualität nach vierundzwanzig Wochen im Sinne eines Behandlingseffektes.
00:06:15: Insgesamt wurden die Medikamente gut vertragen.
00:06:18: In der Koechi-Zing-Gruppe gab es häufiger Magendarmbeschwerden und unter Riva-Roxaban wenig erstaunlich leichte Blutungen bzw.
00:06:26: verstärkte Menstruationsblutungen, aber schwere unerwünschte Ereignisse immerhin blieben aus, waren sehr selten.
00:06:34: Allerdings war die Schlossfolgerung aller Autorinnen und Autoren der Studie denn auch keines der Medikamente rechtfertige eine breite Anwendung zur Behandlung von Long Covid fatig!
00:06:45: Wir gucken aber auch bei diesem ernüchternden Ergebnis kurz auf die Limitation in der Studie.
00:06:52: Es ist ein Open Label Design, es gab hat ich schon erwähnt keinen wirklichen Placebo-Kontrollarm nur einen Kontrollarm ohne Medikation und unser Experte Winfried Kern sagt das handelt sich zwar um ein komplexes Studiendesign was dann auch noch einige Male geändert wurde Aber letztlich doch nur wenig Patientinnen und Patienten rekrutieren ließ.
00:07:15: Gut findet er auf jeden Fall, dass es sich bei den Teilnehmenden tatsächlich unbetroffene Hannity wie wir sie in den Spezialambulanzen gesehen haben.
00:07:23: Also mittleres Alter eher Frauen betroffen relativ viele Schlafstörungen in der Krankengeschichte und auch insgesamt unauffällige Laborwerte.
00:07:32: das findet alles sehr passend.
00:07:35: Er sagte auch die Effekte sind rechnerisch statistisch dokumentiert aber klinisch eben nicht relevant und sicher auch etwas gebei ist durch die fehlende Verblindung.
00:07:44: Fazit ist dementsprechend auch nach Winfried Kern die Ergebnisse bedeuten, dass es weiterhin keinen Standard für die Behandlung gibt.
00:07:51: Also zumindest kein Medikamentösen!
00:07:54: Die gute Nachricht dabei ist, dass die Beschwerdeintensität über die Zeit doch ein wenig spontan abnehmen kann – aber das hilft allen Betroffenen natürlich nicht fürchterlich viel weiter.
00:08:09: Der letzte Satz einer Ergänzung von mir Wir werden dementsprechend natürlich nicht das letzte Mal über dieses Thema berichtet haben.
00:08:21: Wenn ihr die nächste Folge von Ne Dosis Wissen und auch vielleicht zu diesem Thema nicht verpassen möchtet, dann jetzt am besten gleich Ne Doses Wissen abonnieren, die Glocke aktivieren, dass ihr sofort Nachricht bekommt wenn eine neue Folge erscheint!
00:08:38: Podcast von Gesundheit hören und Apothekenumschau Pro.
00:08:49: Gesundheit Hören Das ist das Audioangebot der Apothekenumschau.
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