Seelische Gesundheit geht durch den Magen

Shownotes

Neue Fachjournale sprießen aus dem Boden, Studien dazu boomen: Es geht um das noch junge Forschungsfeld der Ernährungspsychiatrie. Wie hängen Essen und Seele eigentlich zusammen und lässt sich das therapeutisch überhaupt nutzen? Dr. Laura Weisenburger, Ärztin und Redakteurin bei der Apotheken Umschau, ordnet ein.

Für die Folge haben wir Informationen eingeholt bei: Dr. Nazli Esfahani-Bayerl

Stand: 25.08 2026

Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt.

Quellen und nützliche Links:


Das Team hinter „’ne Dosis Wissen“:

Hosts: Dennis Ballwieser, Laura Weisenburger;

Autor:innen: Emeli Glaser, Jana Hauschild, Christian Heinrich, Johanna Heuveling, Felix Kunz, Vincent Suppé, Klaus Wilhelm, Christian Wolf;
Redaktion: Sina Metz, Kareen Seidler;
Chefredakteur: Dennis Ballwieser;
Postproduktion: BEBE Medien GmbH

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Transkript anzeigen

00:00:03: Gesundheit hören.

00:00:04: Heute widmen wir uns bei der Dosiswissen einem ganz, ganz neuen Thema, möchte ich schon sagen.

00:00:11: Es gibt dazu etliche neue Fachjournale die plötzlich erscheinen.

00:00:16: Studien dazu boomen ebenso.

00:00:18: es geht um Ernährungspsychiatrie!

00:00:26: Guten Morgen willkommen zu einer Dosis Wissen.

00:00:28: Ich freue mich sehr dass ihr wieder eingeschaltet habt.

00:00:30: Bei dem täglichem Podcast für das Gesundheitswesen.

00:00:33: Uns hört ihr jeden Werktag ab sechs in der Früh.

00:00:36: In schnellen zehn Minuten mit einem Thema für euch.

00:00:40: Mein Name ist Laura Weisenburger, ich bin Ärztin und wissenschaftliche Redakteurin bei der

00:00:52: Apothekenumschau.

00:00:56: Die Ernährungspsychiatrie beschäftigt sich sehr explizit.

00:01:00: Ihr ahnt es schon wie den Essen unserer Ernährung zusammenhängen der Psyche, der seelischen Verfassung und vor allen Dingen natürlich der Frage wie man das therapeutisch nutzen kann.

00:01:13: Wir haben gesprochen mit einer Expertin die genau das tut – und zwar mit Nazli Esfahani Bayerl.

00:01:20: sie ist Fachärztin von Neurologie Psychiatrie und Psychotherapie Aber auch Ernährungsmedizin.

00:01:27: In dieser Rolle hat sie die Sprechstunde Nutritional Psychiatry an der Charité in Berlin gegründet und ist jetzt in eigener Praxistätik.

00:01:36: Sie sagte uns, mit Ernährung kann man nicht nur das neu auftreten psychische Erkrankungen beeinflussen sondern diese als Intervention einsetzen wenn jemand schon psychisch erkrankt isst.

00:01:49: Also ein sehr spannendes Thema für euch zum ersten Kaffee des Tages!

00:01:58: Und zuallererst müssen wir uns natürlich bei so einem neuen Thema erst mal einen Überblick verschaffen.

00:02:03: Worum geht's?

00:02:04: Es soll der Blick auf den Lebensstil von Patientinnen und Patienten gelenkt werden, um therapeutisch besser und auch um fassender wirksam heilend zu sein – und das eben speziell im Bereich der Psychiatrie.

00:02:21: Ich hatte eben schon erwähnt, es gibt neue Fachschundere.

00:02:24: Nutrition of Psychiatry ist erschienen seit diesem Jahr, und geplant ist die Psyco-Nutrition erscheinend dann bei Nature nächstes Jahr, wir sind also mit dieser Folge unserer Zeit sogar ein bisschen voraus!

00:02:40: Und auch an Kliniken etabliert sich dieses Thema mehr und mehr.

00:02:43: Es gibt ernährungspsychiatrische Sprechstunden, ich hab eben schon Berlin erwähnt, aber auch in Frankfurt am Main zürich Graz.

00:02:51: In anderen Klinikens wird die Ernährungsmedizin deutlich mehr in die normale Behandlung mit einbezogen.

00:02:59: So zum Beispiel im Uniklinikum in Ulm oder der Klinikkwarendorf.

00:03:04: Auch in den S-Dreileitlinien sehen wir schon ... dass da die Ernährungsmedizin als therapeutischer Hebel eingesetzt wird, sie wird zum Beispiel explizit erwähnt in der S-III Leitlinie für Schizophrenie und auch in der Leit Linie für psychosoziale Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen.

00:03:21: Dementsprechend macht es total Sinn das auch die World Psychiatry Association einen Aktionsplan ausgerufen hat der als Kernelement Ernährung beinhaltet.

00:03:32: Und auch in Deutschland bei Der Nervenarzt wurde im Mai, ein Paper zu Neutritional Psychiatry im Dachraum veröffentlicht und davon war unsere Expertin auch Co-Autorin.

00:03:46: Was ist jetzt das Ziel von Ernährungspsychiatrie?

00:03:51: Da muss man erst mal klarstellen, welche Rolle nimmt die Ernährung – also die Diät im weitesten Sinne da eigentlich ein.

00:03:57: Sie wird gesehen als modifizierbares Element aber eben auch als Risikofaktor.

00:04:03: Das heißt, also die Ernärung kann als präventiver Ansatz fungieren oder als zusätzliche Therapieoption.

00:04:10: Ganz wichtig und auch hier für diese Folge gilt es werden nur wissenschaftlich validierte und praktisch relevante Methoden bei uns besprochen und dann in der Ernährungspsychiatrie angewendet.

00:04:22: Und was braucht man dafür alles?

00:04:25: In der Ernärungspsychatrie, da teilt es sich so ein bisschen in Teilbereiche auf natürlich eine Ernährung beratung Dann die entsprechende Diagnostik Labordiagnostika bestellt sich raus.

00:04:35: Es gibt einen Mangel denn auch die Supplementierung und Substitution von speziellen Nährstoffen Pharmakotherapie natürlich nichtsdestotrotz, aber im weitesten Sinne auch Lebensstil Medizin wie Bewegung und Sport integrieren.

00:04:50: Und natürlich nach wie vor – und immer noch wichtig die psychotherapeutische Intervention!

00:04:56: Und warum hat sich das jetzt alles nach und nach etabliert bzw.

00:04:59: ist es gerade im Prozess eben so wichtig zu werden, weil wir inzwischen immer mehr wissen über den Zusammenhang von Ernährung und Psyche?

00:05:09: Da jetzt nur ein ganz, ganz schneller Ausflug in die Basics, wie wir wissen – Vitamin D B-Vitamina, Omega-Dreifettsäuren, Eisen und Zink zum Beispiel wissen wir regulieren Schilddrüsenfunktionen, Neurotransmitter-Synthesen, Neuroendocrinomechanismen.

00:05:23: Und auch antioxidative Systeme.

00:05:26: das heißt sie sind de facto beteiligt diese Nährstoffe die ich gerade genannt habe an Kognition gefüllt Regulationen und auch Energiehaushalt.

00:05:35: unsere Expertin SVH Anibaya sagte dazu innerhalb von wenigen Millisekunden gelangt das was im Darm ankommt über das Mikrobiom den Vargusnerv und Botenstoffe auch ins Gehirn, über die Darm-Hirnachse.

00:05:49: Wir wissen zudem dass ein Großteil der Neurotransmitter im Darm entstehen – etwa neunzig Prozent des Serotonins kommt aus dem Darm und Glutamat wird von bestimmten Bakterien zu Gaber umgewandelt.

00:06:00: Beides wissen wir auch psychisch wirksame Stoffe.

00:06:04: Ein weiterer Fakt der inzwischen bekannt ist So die Ernährungspsychiatrin, ungünstige Ernährung kann niedriggradige Entzündungen im Körper verursachen.

00:06:13: Die sich eben auch psychisch auswirken können.

00:06:16: und natürlich untermauern wir das für euch mit ein paar Studien.

00:06:20: da könnt ihr gerne gerne in den Show Notes reinschauen Da haben wir alle vor euch hinterlegt.

00:06:24: Zum Beispiel ein Systematicus-Review mit neunzehn Studien zur mentalen Gesundheit von Jugendlichen und den Ernährungsverhaltensweisen erschienen, da führte eine gesündere Ernährung zu deutlich weniger depressiven Symptomen.

00:06:39: Eine schlechtere Ernärung war dann eine höhere psychologische

00:06:43: Belastung.".

00:06:44: Eine andere Meta-Analyse mit über fourhundertsechzeigtausend Erwachsenen aus achtundzwanzig verschiedenen Kohorten zeigte, dass Risiko für Depressionen wird um zwanzig Prozent reduziert wenn wir uns gesünder oder wenn diese Personen sich gesündernärten.

00:07:00: Das heißt also, die kognitive Beeinträchtigung sank um thirty-four Prozent und die für Demenz um treizehn Prozent.

00:07:06: Und wenn wir jetzt die ganze Zeit sagen gesunde Ernährung was meinen wir damit?

00:07:10: Auch da erzähle ich euch nichts Neues.

00:07:12: in allen Studien war eigentlich die mediterrane Ernährungen das Maß aller Dinge sprich also Hösenfrüchte um ihr Getreife zu hören wenig Fleisch viel Gemüse viele Polyphenole wie Univenöl Obst.

00:07:26: Also Nichts Neues.

00:07:29: Allerdings nannte unsere Expertin SV Hani Bail auch noch ein, zwei andere Ernährungsweisen.

00:07:34: Die sind vielleicht nicht ganz so geläufig.

00:07:36: Zum Beispiel die Okinawa-Diet, die wurde ebenfalls in der Forschung untersucht.

00:07:40: So erzählte sie es unserem Team, die sich eben an der traditionell japanischen Ernährung orientiert.

00:07:46: außerdem die Western African Heritage Diet und den Nordic Diet also die Deed, wie sie traditionell in Nordeuropa üblich ist.

00:07:54: Sie alle beinhalten fermentierte Nahrungsmittel haben ungesättigte Fettsäuren von Ölen, Fische, Gemüse und Obstsorten mit reichlichen Polyphenolen – diese Kombination sagt er sich ist

00:08:06: entscheidend.".

00:08:08: Wie entscheidender sei der allerletzte Review an dieser Stelle erwähnt, mit twenty RCTs inkludiert.

00:08:14: Da reduzierte die mediterane Diät Symptome der Depression um ... Also wirklich ganz, ganz deutlich.

00:08:25: Aber wenn wir über gesund sprechen müssen wir natürlich auch über ungesund sprechen und wer unsere Adipositas folgen im letzten Sommer gehört hat, der weiß, um die bösen-bösen ultrahochvorarbeiteten Lebensmitteln.

00:08:38: Bisher sehen wir da nur korrelative Befunde, aber wir wissen auch vor allen Dingen wie früher Ernährungsweise mit vielen hochverarbeiteten Lebensmitteln kann.

00:08:47: Dauerhafte kognitive Defizite begünstigen und macht einfach anfälliger für psychische Erkrankungen so zum Beispiel gezeigt in einer Zwillingstudie aus Großbritannien.

00:08:59: Mit Zucker wäre von den Zwillingen weniger Zucker zu sich nahm hatte bessere Werte im Depressionsscreening.

00:09:07: Aber unsere Expertin SWH nie betonte auch, die Ernährungspsychiatrie heißt natürlich nicht dass man sich nur gesund ernähren und dann nie wieder ein Medikament nehmen muss.

00:09:15: Aber als add-on ist Ernährung eine sicher geprüfte Therapieoption!

00:09:21: So vielleicht haben wir ja hoffentlich bei euch das Interesse geweckt?

00:09:25: Und wenn ihr euch jetzt fragt okay was kann ich denn dann machen in der Praxis?

00:09:29: worauf muss ich achten?

00:09:31: Da kommen jetzt ein paar Tipps.

00:09:33: Es war Hanni Bayer, sagt erst mal sie wird hellhörig bei.

00:09:36: Therapierresistenzen Bauchschmerzen Übergewicht Autoimmunerkrankungen Hashimoto und so weiter chronische Leiden wie Rheuma.

00:09:43: Und wenn jemand Medikamente dagegen eingenommen hat auch wenn jemand berichtet dass er ein parma Antibiotika bekommen hat oder mit reizsam diagnostiziert ist Dann fragt sie genauer nach.

00:09:55: Und was kommt dann?

00:09:56: Dann lässt sie sich einen typischen Tag inklusive Ernährung schildern, also durchaus auch mal so ein Ernährungs-Tagebuch verlangen sozusagen, dass das geführt wird und dann wurde abgeleitet welche Probleme könnten denn bestehen natürlich auch im Blutbild ich habe die Labordiagnostik eben schon erwähnt inklusive Mikronährstoffe.

00:10:14: Dann muss man gucken was fehlt.

00:10:16: das was wirklich einen Mangel aufweist sollte natürlich supplementiert werden.

00:10:21: Natürlich muss man auch Ernährungsweise, Geschmack und Vorlieben das gegenüber berücksichtigen.

00:10:27: Aber grundsätzlich auch über die Ernährung und psychische Wirkung aufklären!

00:10:32: Und natürlich auch ganz wichtig Nebenwirkungen von Medikamenten, die schon eingenommen werden – denn auch diese können daher mit Verursacher sein.

00:10:42: Es bläst sich also Zusammenfassung ja Ernährungspsychiatrie wichtig.

00:10:47: Wir haben schon sehr viele Daten zur Depressionen, es gibt einige wenige für ADHS und Angststörungen.

00:10:53: Und da kommt aber noch viel auf uns zu.

00:10:55: Es gibt Forschung zu Psychosen, bipolaren Störungen

00:10:59: usw.,

00:11:00: das heißt also dass werden wir hier vielleicht auch nicht das allerletzte mal besprochen haben bei der Dosis Wissen.

00:11:05: Wichtig ist einfach auch mal nach den Ernährung Fragen vielleicht ein Blutbild dazu machen Gucken, wenn wir uns in diese Richtung bewegen.

00:11:14: Vielleicht kann ich da ja eine bessere Therapie erzielen?

00:11:21: Das war die Dosis Wissen für heute und wenn ihr da noch mal tiefer ins Thema einsteigen möchtet großes Thema Essen und Ernährung dann sei euch empfohlen!

00:11:30: Ich habe es eben gerade schon kurz erwähnt Die Folge zwei unserer Adipositas mini Serie den Link haben wir euch in die Show Notes gepackt.

00:11:38: Da reden wir nochmal sehr sehr lange Darüber, wie wir beeinflusst werden in Bezug auf unsere Ernährung und natürlich auch was das wiederum mit unserem Körper so

00:12:06: macht.

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