Temocillin: Waffe in der Resistenzbekämpfung?

Shownotes

Resistenz gegen Antibiotika ist eines der großen Themen der modernen Medizin. In diesem Zuge nimmt auch die Zahl der Enterobacterales zu, die neben einer Cephalosporin-Resistenz zusätzlich unempfindlich gegen Carbapeneme geworden sind. Um diese Entwicklung zu bremsen, müssten andere Antibiotika eingesetzt werden, zum Beispiel Temocillin. Aber bringt das auch wirklich etwas für die Patient:innen? Dr. Laura Weisenburger, Ärztin und Redakteurin bei der Apotheken Umschau, mit den Daten einer neuen Studie aus Spanien.

Für die Folge haben wir Informationen eingeholt bei: Prof. Dr. Sören Gatermann

Stand: 26. August 2026

Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt.

Quellen und nützliche Links:


Das Team hinter „’ne Dosis Wissen“:

Hosts: Dennis Ballwieser, Laura Weisenburger;

Autor:innen: Emeli Glaser, Jana Hauschild, Christian Heinrich, Johanna Heuveling, Felix Kunz, Vincent Suppé, Klaus Wilhelm, Christian Wolf;
Redaktion: Sina Metz, Kareen Seidler;
Chefredakteur: Dennis Ballwieser;
Postproduktion: BEBE Medien GmbH

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Transkript anzeigen

00:00:03: Wir besprechen heute, inwiefern ein schon Länger bekanntes, inzwischen ein bisschen vernachlässigtes Betalaktarm da eventuell helfen könnte.

00:00:42: Guten Morgen!

00:00:43: Ich heiße euch wieder willkommen bei eine Dosiswissen – ihr habt eingeschaltet bei dem täglichen Podcast für das Gesundheitswesen und hört jeden Werktag ab sechs Uhr in der Früh mit einem Thema für euch in schnellen zehn Minuten.

00:00:56: Mein Name ist Laura Weisenburger, ich bin Ärztin und wissenschaftliche Redakteurin bei der Apothekenumschau.

00:01:02: Heute ist Mittwoch, der XX.

00:01:04: August.

00:01:15: Es geht heute also um die zunehmenden Resistenzen von Enterobakterien allgemein?

00:01:24: Welche genauer und spezieller dazu kommen wir später noch gegen C-Velosporine und ob Temu Cillin da vielleicht helfen könnte.

00:01:37: Das hat nämlich eine neue Studie im Lancet-Untersucht erschienen, ist sie im Juli, im Julien, im Juli, im Juni, in der es für uns Sören Gathamann eingeordnet hat.

00:01:49: Er ist Leiter der Abteilung für medizinische Mikrobiologie an der Ruhruniversität.

00:01:55: Holt euch also euren ersten Kaffee des Tages, damit wir gemeinsam ins Thema starten können!

00:02:05: Diese Resistenzentwicklung von Enterobacterialesbakterien gegen C-Valosporine der dritten Generation ist inzwischen in relativ vielen Regionen Europas der Fall und auch weltweit natürlich – das wird immer bedrohlicher ausgründen ganz klar – denn Es werden dann natürlich zuverlässige Reserveoptionen wie Carbapeneme gewählt als Zweitlinientherapie.

00:02:30: Jetzt inzwischen bilden sich aber auch zunehmend Resistenzen von diesen Entrobakterien gegen Carbpeneeme, das heißt wir kommen in den klassischen Kreislaufreihen, denen man ja auf jeden Fall vermeiden möchte.

00:02:43: Unser Experte Søren Gathermann erklärte das so ... Wenn man bei Zivallosporin-resistenten Entrobakteriales routinemäßig carbapeneme einsetzt, erhöht man langfristig die Wahrscheinlichkeit, carbapeneemresistente Keime zu fördern.

00:02:58: Und das ist ein ökologischer Effekt der nicht sofort sichtbar wird aber sich über Jahre akkumuliert!

00:03:04: Wer man stattdessen ein anderes wirksames Antibiotikum nutzt dass diese Selektionsrichtung nicht verstärkt kann man die Resistenzentwicklung verlangsamen.

00:03:12: Genau hier setzt Timo Zellin als Kabapenem sparen das Mittel an.

00:03:19: Und genau das schaute sich die Studie aus Spanien, die wir uns heute genauer angucken – an!

00:03:25: Nämlich hilft Timo Zelin genauso gut.

00:03:29: Das heißt also ist es nicht unterlegen und das war auch die Frage Nichtunterlegenheit von Timo zelin gegenüber Kabapennemen bei gezielter Behandlung einer Baktremie verursacht durch Entrobakteriales, die wiederum gegen C.V.Losporine der dritten Generation Resistenz

00:03:46: sind.".

00:03:47: Diese Untersuchung war multizentrisch offen, randomisiert, pragmatisch und auch öffentlich finanziert – dazu kommen wir später noch – und wurde an neunundzwanzig spanischen Krankenhäusern durchgeführt.

00:04:00: Die Patientinnen-Patienten mit einer drei G-CRE Bakteriemi wurden randomisiert, einmal in eine Gruppe mit intravenösverabreichtem Temosilin.

00:04:11: Zwei Gramm alle acht Stunden oder in einer Gruppe Mero-Penem ein Gramm aller acht Stunden beziehungsweise eventuell sogar Erdepenem einen Gramm pro Tag.

00:04:24: Alle eingeschlossenen ProbandInnen waren mindestens achtzehn Jahre alt hatten wie gesagt eine monomikrobielle Bakteremie Die aber, das wurde vorher getestet gegenüber Meropenem und Timozellin empfindlich war.

00:04:39: Und die definitiv eine Indikation für eine Behandlung über mindestens vier Tage mit eben einem wirksamen intravenösen Medikament nach sich zog.

00:04:50: Der primäre Endpunkt war definiert als der klinische Erfolg – also zum einen die Klinische Heilung Zum anderen aber auch keine Notwendigkeit, da Studienmedikament egal welches aufgrund einer unerwünschten Nebenwirkung eines unerwinsten Ereignisses oder des klinischen Versagens abzusetzen.

00:05:08: Zusätzlich floss in den klinischem Erfolg noch ein Ausbleiben eines Rezedivs und überleben bis zum achtundzwanzigsten Tag nach Behandlung.

00:05:17: Und die festgelegte Nichtunterlegenheitsmarge war zehn Prozent!

00:05:22: So fanden sich letztendlich dreihundertundzwanzig PatientInnen in der sogenannten modifizierten Intention to Treat-Population wieder.

00:05:31: Hundertdreihundsechzig wurden mit T-Muzellin und hundertfünfundsechzlich mit den beiden Körperpenehmen behandelt, mit Janis Alter waren zweiundsechtzig Jahre, achtundsechszig Prozent waren männlich, zweiunddreißig weiblich.

00:05:42: also es war alles einigermaßen ausgewogen und erwartbar Und der klinische Erfolg lag bei seventy-four Prozent, der mit Timozillinbehandelten Patientinnen und bei seventy drei Prozent, die mit Carbapenem behandelten.

00:05:57: Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse gab es bei nineteen Prozent in der Timozylinkruppe und bei vierundzwanzig Prozent in einer Carbappenemgruppe.

00:06:06: Die Interpretation des Studienteams war dementsprechend.

00:06:11: auch PatientInnen mit einer durch drei G-CRE verursachten Bakteriemi, war Timozillin als zielgerichtete Therapie den Carbapenemen nicht unterlegen.

00:06:23: Diese Ergebnisse sprechen für den Einsatz von Timozilien als wirksame und sichere Alternative zu Carbappenemen in diesem Setting – so die Konklusio!

00:06:34: Aber und jetzt kommt unser Experte Sören Gathamann da muss man nochmal genauer hinschauen.

00:06:40: Zunächst einmal findet er die Studie sehr interessant, weil sie offenbar nicht wie viele andere, die er kennt, rein firmenfinanziert ist.

00:06:48: Sondern von der öffentlichen Hand.

00:06:51: und für ihn wirkt auf den ersten Blick das Protokoll auch solide.

00:06:54: Die beteiligten Forscherinnen und Forscher gehören zu einem starken infektiologischen Netzwerk in Spanien Und dass alles macht für ihn die studie methodisch erst mal sehr vertrauenswürdig und lässt vermuten dass die Ergebnisse Nicht durch industrielle adressen verzerrt sind.

00:07:09: Und jetzt wurde er aber ein bisschen genauer.

00:07:12: Für ihn, sagte er, zeigt die Studie das Timozellin bei Blutstrominfektionen aus dem Harn-Trakt oder den Gallenwegen vergleichbare Ergebnisse erzielt wie ein Carbapennem.

00:07:25: Damit könnte man in geeigneten Fällen Timo Zellin einsetzen um die wertvolle Reserveklasse der Carbpennemer zu schonen.

00:07:32: und warum betont ihr es so dass Eigentlich nur für Hantrakt- oder Geilenweigsinfektionen gilt, weil seventy-fünf Prozent der eingeschlossenen Patienten Infektionen aus dem Hantakt hatten.

00:07:46: Und erklärte weiter solche Infektion sind oft leichter zu beantworten, weil Fehler Antibiotika über die Niere ausgeschieden werden.

00:07:52: Klar wissen wir alles.

00:07:53: dann besonders hohe Konzentration und so weiter ist es eine gute Methode!

00:07:58: Und weitere zwanzig Prozent der Fälle stammten aus den Geilenwegen.

00:08:01: Wir sind also bei ninety-fünf Prozent entweder Harnwegsinfektionen oder Geilenwegsinfektion, beides vergleichsweise gut therapierbare Infektionsorte.

00:08:11: Für schwere Infektionen aus anderen Quellen liefert die Studie daher für ihn kaum Daten.

00:08:17: Im Grunde bestätigt sie das – so fasste er das zusammen -, was EU-Cast ohnehin schon empfiehlt, nämlich Timo Zellin vor allem hernehmen, die aus dem Uruginital-Trakt stammen.

00:08:30: Und was wäre da seine Empfehlung für die Praxis?

00:08:33: ganz konkret?

00:08:35: Dass lokale Anthabiotic Stewardship Teams überlegen können – so formuliert er es Timo Zellin statt eines Kabapenemes einzusetzen wenn eben diese Bedingungen der Studie erfüllt sind!

00:08:49: Die Entscheidung, so betont er es aber auch hängt von ökonomischen Faktoren unter anderem ab.

00:08:55: Denn Timozillin ist deutlich teurer als ein Kabapenem.

00:08:58: Am Ende ist es also eine Abwägung zwischen Resistenzvermeidung, klinischer Evidenz und auch finanziellen Rahmenbedingungen.

00:09:08: Und er gab zu bedenken das wenn man eine Urosepsis behandelt!

00:09:12: Man ja sofort therapieren muss und nicht lange abwarten kann, bis die Resistenzbestimmung abgeschlossen ist.

00:09:18: Das bedeutet da muss man auch eine Antibiotikum wählen das ein breites Spektrum abdeckt einschließlich möglicher Enterokocken oder sogar Pseudomonas.

00:09:27: Timo Zulin hat genau hier aber Lücken insbesondere im kram-positiven Bereich.

00:09:31: deshalb eignet es sich eben eigentlich nicht als Erstlinientherapie sondern eher als gezielte Therapie wenn der Erreger und seine Sensibilität bekannt sind.

00:09:42: Gartermann wies noch auf einen anderen kleinen Aspekt hin.

00:09:45: Nämlich, es wird in der Studie auch behauptet, dass Timozillin gegen Amp-C produzierende Bakterien wirken könnte – obwohl nur sehr wenige dieser Isolate eingeschlossen waren!

00:09:55: Das würde er so nicht herleiten.

00:09:58: dafür ist die Datenlage für ihn zu dünn.

00:10:02: Insofern ist sein Fazit verslässig.

00:10:05: sind die Ergebnisse die auch den Großteil der Untersuchten Isolate ausmachten.

00:10:17: Sprich Fazit für diese Folge von Dußes Wissen?

00:10:20: Ja, Timo Zillin kann eine gute Alternative für die untersuchten Bakterien sein!

00:10:26: Aber das muss man sehr genau betrachten, ob es in dem individuellen Fall wirklich passt.

00:10:31: Ich danke euch fürs zuhören und wenn euch diese Folge gefallen hat dann lasst uns doch gerne ein paar Sterne und Apothekenumschau pro.

00:10:54: Gesundheit hören!

00:10:56: Das ist das Audioangebot der Apothekensumschau.

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