“Nutznießer”: Merz’ Äußerung in der Kritik

Shownotes

Friedrich Merz bezeichnet Ärzt:innen als „Nutznießer des Gesundheitssystems” und löst damit heftige Kritik in der medizinischen Community aus. Dabei geht es längst nicht mehr um die einzelne Aussage, sondern auch um die Auswirkungen des GKV-Spargesetzes auf den Versorgungsalltag. Dr. Laura Weisenburger, Ärztin und Redakteurin der Apotheken Umschau, spricht mit Dr. Pedram Emami, Oberarzt für Neurochirurgie am Universitätskllinikum Hamburg-Eppendorf und Präsident der Ärztekammer Hamburg, darüber, warum die Empörung gerechtfertigt ist und was jetzt folgen muss.

Wir haben diese Folge am 1. September 2026 um 17 Uhr aufgezeichnet.

Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt.

Quellen und nützliche Links  

Video “Friedrich Merz am Tisch mit Bürgerinnen und Bürgern”, RTL News. 27.08.2026

Video von Dr. Pedram Emami zu Friedrich Merz Äußerungen

Folge “GKV-Sparpaket: Was der Bundestag beschlossen hat”, 11. Juli 2026

Folge “Krankschreibung ab dem ersten Tag in der Kritik”, 7. Juli 2026

Das Team hinter „’ne Dosis Wissen“:

Hosts: Dennis Ballwieser, Laura Weisenburger;

Redaktion: Sina Metz, Kareen Seidler;

Chefredakteur: Dennis Ballwieser;

Postproduktion: Benedikt Möltner, Yves Seißler

[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer aktuellen Werbepartner findet ihr hier: https://www.apotheken-umschau.de/podcast/partner

Transkript anzeigen

00:00:03: Gesundheit hören.

00:00:04: Und da sind Sie als Teil dieses Gesundheitssystems auch Nutznäßer, sie als Ärztin!

00:00:10: Sie könnten ohne dieses Gesundheitsystem nicht

00:00:12: leben.".

00:00:13: Diese Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz haben sicherlich jetzt inzwischen ziemlich viele von euch gehört und bestimmt seid ihr auch schon über die eine oder andere Kritik dazu gestolpert?

00:00:26: Wir schauen uns heute die Debatte nochmal ein bisschen genauer an... Guten Morgen.

00:00:38: Herzlich willkommen zu eine Dosis Wissen!

00:00:40: Ich freue mich sehr, dass ihr wieder eingeschaltet habt bei dem täglichen Podcast für das Gesundheitswesen und es hört ihr jeden Werktag schon ab sechs in der Früh eigentlich in schnellen zehn Minuten.

00:00:50: aber wir haben gesehen in letzter Zeit ist einfach so viel los und das müssen wir natürlich alles für euch gut aufbereiten sodass wir auch heute eine kleine Spezialfolge für euch haben.

00:01:00: ich habe ein Gast netterweise hat dieser ganz spontan Zeit gefunden.

00:01:07: Aber ganz kurz noch mal zu mir.

00:01:08: Mein Name ist Laura Weisenburger, ich bin Ärztin und Redakteurin der Apothekenumschau.

00:01:13: Wir zeichnen diese Folge am Dienstag den ersten September um siebzehn Uhr auf.

00:01:19: Und ihr hört sie keine vierzehn Stunden später.

00:01:21: so schnell sind wir am Dienstagn den zweiten September um sechs Uhr in der Früh oder ab sechs Uhr.

00:01:31: Ein Podcast von Gesundheit hören und apothekenumschau pro!

00:01:38: Ja und ich habe schon angedeutet Diese Aussage, die wir gehört haben hat natürlich Emotionen ausgelöst.

00:01:45: Ich formuliere es jetzt mal ganz neutral.

00:01:49: Das hat sich alles zugetragen am vergangenen Freitag in einer RTL-Sendung.

00:01:54: Die hieß am Tisch mit Friedrich Merz.

00:01:55: Das war ein Bürgerinndialog der da stattfand.

00:02:00: Und ich habe schon gesagt, wir haben auch einen Gast der sich ebenfalls zu dieser Debatte bereits geäußert hat.

00:02:07: Und zwar herzlich willkommen Petram Imami, er ist Oberarzt in der Neurochirurgie am UKE in Hamburg und Präsident der Ärztekammer in Hamburg!

00:02:18: Herzlich Willkommen, schön dass Sie da sind.

00:02:19: Herzlichen Dank für die Einladung.

00:02:22: Weil das oft früh gehört wird, fordern wir dann morgens immer auf einen Kaffee zum Start in den Tag zu holen.

00:02:30: Sie hatten bestimmt ihren heute schon und ich hatte meinen auch schon.

00:02:33: um siebzehn Uhr trinke ich jetzt keinen mehr aber wenn ihr sie in der Früh hört ist ja jetzt der richtige Zeitpunkt da mit Kaffees zu starten.

00:02:45: Ja!

00:02:45: Ich habe eben gerade schon gesagt die sind Oberarzt.

00:02:48: Die kennen die Arbeit als Kliniker auch den Stress der damit zusammenhängt.

00:02:54: dieser Aussage gehört haben, haben Sie sich auch gleich am vergangenen Samstag aus der Klinik mit einem Video zu Wort gemeldet.

00:03:04: Was war da Ihr Beweggrund?

00:03:06: Wo haben sie gesagt, das hat nicht Zeit bis zum Sonntag, das muss in der Pause oder vielleicht nach Dienstschluss am Samstag.

00:03:13: Das muss jetzt raus!

00:03:15: Das haben Sie sicherlich bemerkt, dass ich nicht die einzige wurde an dem Trab in den sozialen Medien sich zu Wort.

00:03:22: Ich habe seitdem eine hohe zweistätige Zahl, vielleicht sogar mittlerweile über hundert unterschiedliche Userinnen und User aus dem Collegium.

00:03:32: Und das mit man sich nur ärztlichen Ärzte, sondern auch andere Gesundheitsfachberufe gehört, die ich so geäußert haben was irgendwie für mich gezeigt hat dass ich nicht ganz dünne Nervenstränge habe, sondern das offensichtlich Aussage ist kannst du als einen Nerv bei allen läuten getroffen hat, die in diesem System arbeiten.

00:03:53: Offen gesagt sie berichten ja auch sehr viel über die Reformen, die uns bevorstehen und wir wissen alle dass viele Gesundheitsfachberufe uninstitutionen und natürlich auch Patientinnen und Patienten von den Reformen betroffen sind zum Teil aber auch in den letzten Wochen und Tagen mit berechtigter Kritik an die Öffentlichkeit gegangen ist.

00:04:15: all die Leute, die so hart an diesem System nicht nur arbeiten sondern verzichten müssen.

00:04:21: So wie meine Kolleginnen und Kollegen, die gerade am Wochenende in der Klinik waren im Krankenhaus waren, Notarztwagen gefahren sind

00:04:28: usw.,

00:04:31: mit einer Wortwahl so tief ins Markt zu treffen zeigt nicht nur das politische Ungeschick, sondern auch die fehlende Sensibilität darüber was man als Politikerin heutzutage eigentlich braucht um die Leute zu überzeugen, was nötig ist und was nicht.

00:04:50: Und dass man Begrifflichkeiten benutzt immer wieder – das betrifft ja nicht nur die Gesundheitsfachberufe, mal sind es die Pashas, mal sehen es die Migrantinnen mit ihrem Aussehen der Stadtbildversorgung.

00:05:04: Dieser Umgang mit der Öffentlichkeit und mit der fleißigen Bevölkerung, die dann auch noch mal als faul und mal als Lifestyle-Teilzeitabend arbeitende degradiert werden scheint im Prozess zu sein.

00:05:18: Der ein Klimax gefunden hat in dieser Aussage mit einer konkreten Berufsgruppe, wie ich finde, zu Recht darauf reagiert.

00:05:27: Und es war nicht nur zu recht weil ich das auch gemacht habe sondern weil offensichtlich viele hunderte andere Kolleginnen und Kollegen das öffentliche auch gemacht

00:05:34: haben.

00:05:34: Fährerweise haben wir uns auch gesagt zeichnen wir jetzt mal diese ganze Situation nochmal ein bisschen genauer nach.

00:05:40: sollte es jemand nicht komplett gesehen oder mitbekommen haben?

00:05:45: Ich hab schon gesagt dass war die Diskussionsrunde Fernsehsendung.

00:05:50: Da fragte dann ein Familienvater relativ konkret, warum der Führte sich benachteiligt.

00:05:55: Auch Familien nehmen ja Kürzungen hin.

00:05:58: Warum kommen wir als Familien da in der Politik nicht weiter vor?

00:06:01: Und dann schaltet sie sich eine Kinderärztin die ebenfalls am Tisch saß, nämlich Dr.

00:06:06: Bea Merischer, die auch auf den sozialen Medien sehr viel unterwegs ist und auch viel postet, auch politischen Inhalte dazu.

00:06:15: Sie kritisierte sehr konkret das an der Gesundheit gespart wird.

00:06:19: noch konkreter, sie meinte glaube ich die Budgetierung gerade auch in den Kinderarztpraxen was natürlich dazu führt dass dann eben eventuell Impfungen.

00:06:29: also das ist alles noch nicht fix.

00:06:30: Auch das müssen wir natürlich an der Stelle dazusagen aber dass eventuelle Untersuchung und Impfungen plötzlich da nicht mehr ins Budget fallen und man da eventuell Familien- und Kinder abweisen muss und sagen muss Ich bin schon voll für mein Quartal.

00:06:44: Und daraufhin entgegnete Merz einen Moment.

00:06:46: Wir haben aber die ärztlichen Budgets in den vergangenen zehn Jahren um vierzig Prozent erhöht und dann sagte er den Satz, und den hören wir jetzt mal mit ein bisschen mehr Kontext noch weil da gehört noch ein Teilchen vorher dazu der der große Aufreger war.

00:07:02: Wir geben über fünfhundert Milliarden Euro für unser Gesundheitssystem aus und da sind sie als Teil dieses Gesundheitssystems auch Nutznäßer.

00:07:11: Sie als Ärztin Sie könnten ohne dieses Gesundheitssystem nicht leben.

00:07:16: Sie haben ja schon gesagt, sie waren ja nicht die einzige Person, nicht der Einzige, der da so sehr schnell auch reagiert hat und sehr schnell gepostet hat.

00:07:24: Haben sich ein bisschen ausgetauscht mit Kolleginnen und Kollegen über Reels und Videos hinweg?

00:07:31: Was war deren Eindruck, was war ihr erster, diese Reaktion auf dieser Aussage?

00:07:43: Auch wenn es sehr impulsiv gewirkt hat, und ich glaube im Vergleich zu vielen anderen Posten, die Sie gesehen haben, war ich doch recht zurückhaltend in meinen Formulierungen.

00:07:53: Ich habe nicht sofort zum Handy gegriffen, ich hab's doch gemacht, aber erst mal umzugugeln.

00:07:58: Ob ... ich bin ja Migrant, ich musste die deutsche Sprache auch lernen, ich bin kein Native-Speaker, ob ich das Wort Nutzniesa wichtig verstehe?

00:08:07: Weil meine erste Assoziation war genau das was ich im Video sage, Und Duden sagt tatsächlich dazu, dass der Nutznieser ein Mensch ist, der von den Leistungen anderer profitiert.

00:08:21: Etwas was andere erarbeiten nutze ich ohne etwas dazu beigetragen zu haben und Synonym dazu wird angebracht Schmarotzer Parasitabstauber.

00:08:35: Das heißt auch diejenigen, die dort sprachkundiger sind als ein Arzt scheinen eine negative Konnotation zu sehen in der Begriffswahl.

00:08:44: Und die Inkompetenz des Kanzlers an vielen Städten was zur gesellschaftlichen Unzufriedenheit führt ist genau das das Kontext hin oder her aber die Begriffswahl am Ende doch Die Leute gebrannt.

00:09:00: markt hat immer wieder als etwas, womit sie sich nicht identifiziert haben.

00:09:05: Natürlich kann man sagen die Situation in den Innenstädten einer Großstadt bedürfen einer grundlegenden Veränderung und dazu zählt auch das Thema wie man mit Obdachlosigkeit oder wie man Mitmigration umgeht.

00:09:22: Das ist eine Formulierung da wäre niemand an die Decke gegangen aber im Kontext ausschließlich der Migration zu sehen.

00:09:32: Das hat mich ja auch auf den Plan gebracht und damals habe ich ja auch ein ähnliches Video gepostet dazu, das ist auch in diesem Fall nicht anders.

00:09:42: man kann zum Beispiel sagen wir sind in Bereiche gekommen Wo wir mit den bisherigen Methoden das Gesundheitswesen finanziell nicht tragen können, ohne dass das aus allen Nettenplatz.

00:09:55: Lass uns gemeinsam überlegen wie man das macht und es betrifft auch euch Ärzte mit dem was hier verdient.

00:10:01: aber ich glaube gerade die Kolleginnen und Kollegen die sechzig-siebzig Wochenstunden in den Parks arbeiten und trotzdem sich immer anhören müssen Ihr habt keine Termine frei und ihr begünstigt keine Ahnung, Privatpatienten oder sonst was ohne zu sehen wie viel die tatsächlich arbeiten.

00:10:20: Und dann wird man von dem Kanzler in der Öffentlichkeit so dargestellt als wäre man als Kritiker der bevorstehenden Reform ja ein Parasite auch noch Mozart-und Nurgut.

00:10:31: Das ist glaube ich kein vernünftiges Vorgehen in der Führung eines öffentlichen Diskurses In so schwierigen Zeiten, in denen die Leute, die gerade wenig verdienen viel arbeiten das Gefühl haben dass die bürgerlichen Parteien sie nicht mitnehmen und sie nicht ernst nehmen.

00:10:50: Und wenn Sie meinen Kommentarbereich lesen, das sind nicht alles Kolleginnen und Kollegen die mir beipflichten.

00:10:56: Das sind einfache Bürgerinnen und Bürger, die sagen wir stehen auf eurer Seite weil wir fühlen uns mit Verlaub genauso vererbelt von der Politik.

00:11:04: also da scheint etwas kommunikativ grundlegend schiefzumauf

00:11:07: dieses dass nutze nie sah als wort per se erst mal theoretisch nichts negatives bedeuten muss.

00:11:16: das kam immer wieder.

00:11:17: das haben wir auch nachverfolgt aber wie Sie auch schon richtig gesagt haben.

00:11:22: Und ich verstehe das ähnlich, ich hab mich da als ehemalige Klinikerin natürlich durchaus zurückerinnert zumindest an meine Überstunden die da geleistet werden, an die Nachtarbeiten, die man macht und dann fragt man sich natürlich schon okay im Moment.

00:11:36: Da hatte ich jetzt nicht das Gefühl dass ich das System aus Sauge.

00:11:39: aktiv habe Ich auch gesagt Das hat aber eigentlich einen Beigeschmack Der Klang ist irgendwie der falsche.

00:11:47: Ähnlich saß tatsächlich auch der Marburger Bund, ganz offizielles Statement.

00:11:51: da hieß es hier wird medizinische Versorgung auf den Preis reduziert ja?

00:11:56: Da geht es einfach nur um wie viel wird hierwo verdient?

00:12:00: insgesamt als Zusammenfassung dann das wertet die Arbeit ab, verdreht die Verhältnisse.

00:12:06: also die haben das ähnlich negativ auch interpretiert und ich hatte auch gesehen sie hatten Im weiteren Verlauf dann tatsächlich aber auch nochmal Bezug genommen auf die fünfhundert Milliarden, die er erwähnt.

00:12:20: reinfließen und haben das ein bisschen auseinander genommen, also auseinander klamüsert sag ich jetzt mal.

00:12:26: Also einfach nur aufgeteilt was denn da eigentlich alles dazugehört?

00:12:30: Das sind mich natürlich mit nicht nur in Anführungsstrichen sage ich jetzt die Gehälter sondern da ist natürlich ein großes ganzes Paket das ist das Gesundheitssystem was er da finanzieren muss natürlich als Bund irgendwo ja muss das Geld kommen dass haben sie fand ich sehr gut aufge Fächert, was da eigentlich alles sonst noch dazugehört?

00:12:51: Weil man natürlich sonst den Eindruck gewinnt.

00:12:53: Naja Moment wir haben euch ja die Gehälte erhöht und jetzt beschwert ihr euch noch dort drüber!

00:12:58: Ja, also wir haben etwa fünfhunderttausend Ärzte in Deutschland.

00:13:02: Wenn man sagt, fünfhundert Milliarden wird da ausgegeben und sie sind die Nutzer dann würden die Leute vielleicht einfach fünfhundred Milliarden durch die Fünfhundert Tausende Ärzten teilen und denken das sind unsere Gehälter?

00:13:13: Das ist mitnichten der Fall.

00:13:14: deswegen muss man natürlich Kontext geben und sagen Da sind Medikamente drin, da sind Heilmittel drin, das sind Hilfsmittel drin Und das ist natürlich auch der große Block des Verwaltungswesens drin.

00:13:25: Das sind die Eigenkosten der Krankenkasten drinnen.

00:13:28: der medizinische Dienst wird davon finanziert.

00:13:31: Die ganzen Qualitätssicherungsinstrumente werden darüber finanzieren.

00:13:36: und wenn sie bedenken, dass etwa ein Drittel der Arbeitszeit des Personal im Bereich der Gesundheitsfachberufe – also nicht die Verwaltungsleute, Ärztinnenpflege, MTA's

00:13:51: etc.,

00:13:53: Spezielle Personal zur Patientenversorgung etwa ein Viertel bis zu einem Drittel der Arbeitszeit auch mit Verwaltungsaufgaben verbringt.

00:14:01: Zu dem, was die Verwaltung selbst kostet?

00:14:05: Dann muss die Bevölkerung eine Idee davon haben, wohin die Gelder fließen.

00:14:09: Man kann natürlich Arzt-Bashing betreiben.

00:14:11: Natürlich kann man sagen vor fünf Jahren haben wir die Pflege beklatscht heute sind sie nur Nutzer eines sozialen Systems.

00:14:18: Man kann sich das sprachlich so einfach machen in der Diskussion.

00:14:22: Der Realität entspricht das aber in keinster Weise.

00:14:26: und vielleicht ein kleines Setzchen auch zur Definition natürlich beziehen wir unsere Gehälter oder die Vergütung im ambulanten System aus einem sozial erwirkt zusammengestellten Topf, aber am Ende des Tages bin ich einfacher Eingestellter.

00:14:44: Auch jemand, der ein Auto zusammenbaut am Fließband arbeitet ist ja nicht den Nutznieser der Autorindustrie sondern einen Leistungs-Erbringer innerhalb der Autoindustrie.

00:14:55: Und genauso muss man sehen wir sind Leistungs Erbringer und wir sind sogar leistungstragende Grundpfeiler des Gesundheitswesens nicht die Leute, die von irgendeinem Geschäft profitieren.

00:15:06: Und das ist auch ein Kernpunkt des Problems, was zeigt mit welchem merkantilen Auge man mittlerweile auf die Gesundheit der Leute

00:15:14: guckt.".

00:15:16: Was auch immer wieder in dieser ... großen Debatte jetzt, die da ja angestoßen wurde.

00:15:22: Gleichzeitig auch kommt ist das GKV-Sparkpaket – wir hatten es jetzt auch schon angesprochen – was der Bundestag beschlossen hat.

00:15:29: Da hat mein Co-host, mein Kollege Dennis Baywisser, schon darüber berichtet, auch über die Krankschreibung ab dem ersten Tag.

00:15:36: Auch das ist ja eine Debatte!

00:15:37: Das sind so Bausteine, die sich immer weiter aufbauen war problematisch und in der Diskussion.

00:15:44: Da ist mit Sicherheit das letzte Wort noch nicht gesprochen.

00:15:48: Aussagen von Bärbel Bass, dass das eventuell doch nochmal anders wird.

00:15:53: Aber das hat man auch in der Sendung um da noch mal darauf zurückzukommen gemerkt denn Bea Mercher warf März ja auch in sehr deutlichen Worten vor mit diesem Sparpaket Menschenverachtende uns jetzt stöhrerische Gesetze zu erlassen oder sogar seinen Anzeit zu brechen.

00:16:12: Das war ihre Aussage.

00:16:14: Daraufhin sah er wiederum das Maß quasi nun wirklich voll.

00:16:18: Also, das war ja so ein Schlagabtausch der da kamen.

00:16:22: wenn sie jetzt an diese Neuregelung die alle noch nicht durch sind vom GKV-Paket denken vom Sparpaket gibt es da eine die für sich als sich als die gefährlichste darstellt wo Sie sagen da müssen wir wirklich aufpassen dass wir da In der Versorgung unseren Standard halten können, dass wir niemand vergessen und uns niemand runterfällt?

00:16:48: Die Frage die Sie stellt ist sehr vielschichtig.

00:16:51: Es fängt schon mit dem letzten Satz an.

00:16:53: Wen haben wir im Auge wenn Verliehen wir nicht können bei die Qualitätaufricht erhalten?

00:16:59: Wie können wir mit einem System das wir strukturell und grundlegend nicht reformieren wollen wo wir aber sagen Wir definieren die Leistungen anhand der Gelder, die wir zur Verfügung haben.

00:17:13: Sicherstellen, dass man die Qualität mit der Zeit nicht nur aufrecht erhält sondern alles dem aktuellen Stand des modernen Medizin immer wieder anpasst?

00:17:24: Das ist schon ein Widerspruch in sich.

00:17:27: Die Medizin entwickelt sich weiter.

00:17:29: Die Bandbreite der Möglichkeiten, die Wir haben Erweitert sich immer weiter.

00:17:34: Wir können heute Krankheiten behandeln, die wie vor fünfzig Jahren nicht behandeln konnten Und das heißt ja nicht immer nur, dass eine Behandlung teurer wird.

00:17:43: Sondern die Vielzahl der neuen Behandlungen machen auch in der Summe was aus über die Quantität.

00:17:50: Aber ich sag mal, der Topf den wir haben ist über Jahrzehnte etwa elf, zwölf, dreizehn Prozent des Boto-Inlandproduktes.

00:17:57: Das ändert sich der Faktor nicht und das muss man doch im Auge behalten.

00:18:02: wie soll das denn gehen?

00:18:03: Das ist die Quadratur des Kreises.

00:18:05: entweder müssen wir das System grundlegend ändern indem wir sagen Wir definieren wir mit dieser Summe bezahlen können oder andersherum.

00:18:14: Wir müssen sagen, wir wollen immer auf der Höhe der Zeit bleiben auch in der Qualität.

00:18:19: aber da müssen wir zu sehen wo das Delta an Euro finanziert wird und woher man das Geld hat um das zu bezahlen.

00:18:28: natürlich geht ich auch mit der Politik konform.

00:18:33: haben wir Reserveräume im System?

00:18:35: wir können vieles optimieren natürlich angefangen bei meinem eigenen Berufsstand und bei den Möglichkeiten, die wir zur Hand haben, Dinge pragmatischer anzugehen.

00:18:47: Die operative Medizin in Teilen durch klinische Medizin sinnvoll ersetzen all diese Dinge und alle anderen Sparpotenziale.

00:18:57: aber um auf ihre ursprüngliche Frage zurückzukommen ich glaube dass die Reformen die angestoßen worden sind zwar einen vernünftigen und einen absolut berechtigten Grundgedanken haben, aber in Teilen auch miteinander oder aufeinander nicht abgestimmt sind.

00:19:14: Wir können nichts sagen.

00:19:15: wir wollen eine Notfallreform durchführen die zum Ziel hat vieles was heute im Krankenhaus sich abspielt auf den ambulanten Sektor zu verlagern.

00:19:24: Aber zugleich sagen Die Fachärztin und Fachärzte im ambulanten sektor sollen strenger budgetiert werden als bisher.

00:19:32: wie soll das funktionieren?

00:19:35: Ich glaube auch nicht.

00:19:36: eingeweite können sehen, dass es da logische Brüche gibt und dass es fehlende Abstimmung gibt.

00:19:42: der einen Reform auf die andere Reform.

00:19:46: Und das sind Dinge, die kann man ganz nüchtern und ganz einfach miteinander diskutieren wenn man die Fachhäute zur richtigen Zeit zu rate zieht.

00:19:55: Das ist der eine Aspekt.

00:19:57: und gestatten Sie mir vielleicht ein Ausflug in die allgemeine Politik Zurzeit der Aufzeichnung in Sachsen-Anhalt noch nicht entschieden.

00:20:09: Aber wenn Sie mit vielen Leuten sprechen, ist der Punkt, der sie alle bewegt – Der Eindruck eines Karlschlags im Sozialen und zwar im Bereich einer gesellschaftlichen Einkommensklasse die er nicht wirklich auf großen Fuß lebt Und das sind die klassischen Wähler der Mitte Parteien gewesen, die alle nach rechts rücken.

00:20:35: Das heißt das was man übersieht, dass man offensichtlich nicht nur die Reformen so ansetzt sondern auch die Kommunikation der Reformen.

00:20:45: So gestaltet hat, dass viele Menschen das Gefühl haben viel mehr zu verlieren als die Leute die eigentlich sehr viel besitzen wie sie es eigentlich gar nicht zum Leben brauchen und diese egal ob berechtigt oder unberechtigter Wahrnehmung zeigt wirklich klarer auf die Sprache achten müssen.

00:21:09: Vielleicht noch lieber auf die Inhalte, das sei dahingestellt!

00:21:13: Aber wir sehen schon wie viel wir allein mit der Sprache gerade dabei sind zu

00:21:16: zerstören.".

00:21:18: Das ist bei uns auch immer wieder großes Thema Kommunikation.

00:21:22: Das ist natürlich eigentlich viel häufiger im Kleineren der Fall nämlich, wie kommuniziere ich mit den Menschen, die mir anvertraut sind als Arzt oder Ärztin?

00:21:31: Pflegekraft, Mensch im Gesundheitssystem.

00:21:35: Wie bekommen wir da eine gute Kommunikation her?

00:21:37: Aber das lässt sich natürlich auch übertragen auf die große Politik.

00:21:41: Jetzt haben wir diese Welle der Aufregung ... Ich glaube sie ebbt jetzt langsam ein bisschen wieder ab.

00:21:50: Gibt es irgendwas oder was müssten wir jetzt eigentlich tun damit wir aus dieser Emotion etwas ziehen Damit nicht nur Empörung bleibt am Ende, damit nicht mehr eben die Aufregung war?

00:22:08: und jetzt gehen wir aber alle wieder der Sache nach.

00:22:11: Und jetzt müssen wir dann irgendwann auffangen was da beschlossen wird.

00:22:16: gibt es etwas wo sie sagen hoffentlich können wir diesen Schwung nutzen um etwas anzustoßen, um etwas zu tun dass sich doch eventuell die Sache das Zünglein in die richtige Richtung bewegt?

00:22:29: Also ich glaube, dass was sich ändern müsste ist auch ein Bewusstsein in der Politik an vielen Stellen.

00:22:37: Die Politik muss auch schauen wer wählt sie und mit welchem Auftrag wird sie gewählt?

00:22:43: Und ist das was ihr am Ende entscheidet etwas, was genau diesen Menschen die Sie gewählt haben zu Gute kommt oder nicht mit diesem Reformen?

00:22:51: In der Patientenversorgung genauso wie in den anderen Ratschen Und die Leute immer zu beschimpfen und zu sagen, ihr habt es nur nicht verstanden weil ihr zu doof seid.

00:23:01: Das ist nicht der Weg!

00:23:03: Ich glaube der erste Schritt zur Entspannung müsste in diesem Fall und in dieser weit über das Gesundheitswesen und über dieses Interview hinausgehende Konfliktproblem von oben kommen.

00:23:17: D.h.,

00:23:18: es nützt jetzt nicht dass man sagt ich habe doch nie gesagt die Leute sind faul Und zwei Sekunden später ist das Netz überschwemmt mit seinen eigenen Zitaten aus der Vergangenheit.

00:23:29: Ich glaube, diese Politik des Leugnens und alles von sich weisens und sich überlegen fühlen ist keine Politik mit der man dieser Situation in den Griff bekommen kann.

00:23:45: Ich kann nur warnend sagen, weil man gerade an die Reaktion eher gebildeten und privilegierten Schicht.

00:23:56: Ich kann sagen, ich kann über mein Leben mich nicht beklagen.

00:24:00: Ich lebe in einem Wohlstand, was sich viele Menschen wünschen oder was dich auch vielen anderen Menschen wünsche.

00:24:06: Aber wenn man schon mit der Kommunikation uns zur Weißglut treibt ... In dieser Situation muss ein Kanzler einen Schritt zurücknehmen um das Volkes wählen, selbst wenn ich recht haben sollte.

00:24:21: Muss ich die Größe besitzen zu sagen?

00:24:23: Wenn ich euch persönlich getroffen habe tut es mir leid.

00:24:26: Vielleicht war die Wortwarnmisslung erinnert.

00:24:28: Ich wollte dich das und dass sagen.

00:24:30: Wenn ihr inhaltlich noch mal Gesprächs bedarf habt lasst uns weiter miteinander sprechen.

00:24:35: Das ist die letzten anderthalb Jahre in keinster Weise passiert Und das ist was die Bürgerinnen und die Bürger zurecht auf die Barrikaden bringt.

00:24:46: Die Ereignisse der letzten drei Tage wären ein gutes Signal, ein wichtiges Signal auch in Richtung Politik sich selbst ihre Entscheidungswege, ihre BeteiligungsweGE der Betroffenen und dann auch die Kommunikation komplett neu zu überdenken und neu auszurichten.

00:25:08: Sonst sind nicht nur die lost sondern wir alle anderen gleich mit.

00:25:13: Deutliches Schlussstatement, vielen Dank dafür.

00:25:17: An der Stelle auch von mir die kleine Ergänzung.

00:25:19: Das hatten wir ja auch noch mal recherchiert und ich glaube das hätte man auch vorher gesehen.

00:25:23: irgendwo bis jetzt hat sich März zu dieser Debatte, die aus Äußerungen und die Wortwahl mit den Nutznießern ausgelöst hat und auch sein Team nicht geäußert.

00:25:33: Das heißt also diese gewünschte Kommunikation und dieser gewünschte Dialog.

00:25:38: auf denen warten wir noch.

00:25:41: Herr Emami, herzlichen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben für das Gespräch zu diesem aktuellen Anlass.

00:25:47: Ich hoffe wir sprechen uns noch mal wieder vielleicht zu einem etwas besseren und schöneren Anlas – es würde mich sehr freuen auf jeden Fall!

00:25:53: Aber ganz wunderbar, dass sie bei uns waren.

00:25:56: Danke für die Einladung und ich freue mich auch auf bessere Zeiten.

00:26:07: Mehr kann man dazu jetzt leider in dieser Situation auch nicht sagen.

00:26:12: Aber wenn ihr sagt, ich würde da gerne nochmal genauer nachhören um was es denn eigentlich bei dem Sparpaket und bei dieser Krankschreibung ab dem ersten Arbeitstag geht, hatte ich ja schon erwähnt.

00:26:24: Da hatten wir ebenfalls zwei Spezialfolgen zu Am siebten und am elften Juli, die Links packen wir euch jeweils dazu in die Show Notes.

00:26:35: Hört ihr einfach nochmal rein wenn ihr sagt die Hintergrund-Info?

00:26:39: Die hätte ich auch ganz

00:26:58: gerne!

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