Gürtelrose-Impfung schützt womöglich auch das Herz

Shownotes

Gürtelrose ist vor allem für schmerzhafte Hautausschläge bekannt. Doch die Infektion kann offenbar auch das Herz-Kreislauf-System belasten. Eine neue Studie hat untersucht, ob eine Impfung gegen Gürtelrose mit einem rekombinanten Impfstoff vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen könnte. Die Forschenden griffen dafür auf ein „natürliches Experiment“ zurück. In den USA wurde 2017 der bis dahin verwendete Lebendimpfstoff weitgehend durch einen rekombinanten Impfstoff ersetzt. So konnte die Studie zwei Gruppen mit unterschiedlichen Impfstoffen vergleichen. Dr. Dennis Ballwieser, Arzt und Chefredakteur der Apotheken Umschau, fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet sie ein.

Für diese Folge haben wir gesprochen mit: Prof. Dr. med. Heribert Schunkert

Stand: 17. September 2026

Quellen und nützliche Links:

  • Aktuelle Studie zum Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse nach einer Impfung mit einem rekombinanten Herpes Zoster-Impfstoff (engl.; DOI: 10.1038/s41591-026-04606-0)
  • Studie zum erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignissen nach Herpes Zoster-Infektion (engl.; DOI: 10.1016/j.jstrokecerebrovasdis.2017.04.013)
  • Robert Koch Institut. STIKO-Empfehlung zur Impfung gegen Herpes Zoster

Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt.


Das Team hinter „’ne Dosis Wissen“:

Hosts: Dennis Ballwieser, Laura Weisenburger;

Autor:innen: Jana Hauschild, Christian Heinrich, Johanna Heuveling, Felix Kunz, Vincent Suppé, Klaus Wilhelm, Christian Wolf;

Redaktion: Sina Metz, Kareen Seidler;

Chefredakteur: Dennis Ballwieser;

Postproduktion: BEBE Medien GmbH


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Transkript anzeigen

00:00:03: Gesundheit hören.

00:00:04: Zuallererst soll die Varicellen-Impfung vor der Gürtelrose dem Herbis Zoster schützen und das ist wichtig, denn die Erkrankung ist zum einen sehr schmerzhaft und kann zum anderen auch Vollgeschäden hervorrufen.

00:00:15: Jetzt ist die Frage ob diese Impfungen auch vor karniovaskulären Ereignissen schützen können.

00:00:25: Guten Morgen und willkommen zu Ne Dosis Wissen, dem täglichen Podcast für das Gesundheitswesen!

00:00:30: Ne Doses Wissen gibt es werktags ab sechs Uhr in der Früh in kompakten zehn Minuten.

00:00:34: Ich bin Dennis Balwiser, ich bin Arzt und Chefredakteur der Apotheken-Umschau.

00:00:37: Heute ist Donnerstag, der siebzehnte September zweitausendsechsundzwanzig.

00:00:44: Podcast

00:00:45: von Gesundheit

00:00:46: hören.

00:00:48: Apotheke Umschau pro!

00:00:51: Schützt die Herbstzosterimpfung auch vor kardiovaskulären Ereignissen?

00:00:56: Dazu ist eine Studie in Nature Medicine erschienen im August dieses Jahres.

00:01:00: Die Studie kommt von der University of Oxford in Großbritannien.

00:01:05: Wir haben darüber gesprochen mit Herbert Schunkert.

00:01:08: Der ist Kardiologe und der Direktor der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen am Deutschen Herzzentrum München.

00:01:14: Und damit auch Amtum Universitätsklinikum.

00:01:18: Holt euch euren ersten Kaffee des Tages, dann geht's los!

00:01:27: Varicellen sind die Viren, die die Gürtelrose auslösen.

00:01:32: Beim Erstkontakt, meist im Kindesalter kommt es zu den Windpocken und später bei der Reinfektion kommt es dann zur Gürtelrose dem Herpes Zoster.

00:01:43: Die zeigt sich typischerweise durch einen brennenden Schmerz gefolgt von einer zumeist halbseitigen bandartigen Ausbreitung mit Bläschen auf der Haut – im Hautareal des Versorgungsgebiet eines betroffenen Spinal- oder Hirnerfs.

00:02:00: Das Risiko an Herbestoster zu erkranken steigt mit zunehmendem Alter, das Risiko ist auch erhöht bei Menschen aus welchem Grund auch immer.

00:02:09: Geschwächten Immunsystem und Menschen mit verschiedenen Grunderkrankungen trifft es auch.

00:02:16: In Deutschland erkrankengeschätzt mehr als dreihunderttausend Personen jedes Jahr an der Gürtelrose – die wiederum ist assoziiert mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte- und Schlaganfälle.

00:02:29: Möglicherweise könnte deshalb die Impfung gegen die Gürtelrose auch das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse senken.

00:02:37: Frühere Beobachtungsstudien haben einen solchen Zusammenhang nahegelegt, allerdings haben sie immer verschiedene methodische Schwächen aufgewiesen.

00:02:45: Die neue Studie, Veröffentlicht worden ist, hat untersucht ob die Impfung mit einem rekominanten Gürtelrose-Impfstoff das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse verringern kann.

00:02:59: Grundlage war die Untersuchung der Tatsache dass in den USA Ende des Jahrhunderts endet, relativ abrupt vom alten Lebendimpfstoff gegen Gürtelrose auf diesen rekombinanten Impfstoff umgestellt worden ist und das haben die Forscherinnen als eine Art natürliches Experiment für sich genutzt.

00:03:19: Unser Experteherbert Schunkert formuliert das so.

00:03:23: Das besondere und das intelligente Design dieser Studie liegt darin, dass praktisch alle Menschen innerhalb einem kurzen Zeitraum von dem einen auf den anderen Impfstoff.

00:03:35: Das ist so was wie eine kontrollierte Studie aus dieser Beobachtung machen konnte.

00:03:41: Die Forscherinnen

00:03:42: untersuchten die Daten von Menschen, aber sechzig Jahren, die im Zeitraum von April bis September zwei tausendsehnten gegen Herr Bistoster geimpft worden sind und diese Gruppe hat fast ausschließlich den Lebensimmstoff erhalten.

00:03:55: Zum Vergleich sind dann Menschen herangezogen geworden ,die im gleichen Zeitraum also jahreszeitlichen Zeitraum ein Jahr später geimpften wurden Denn diese Gruppe hat dann schon fast ausschließlich den rekombinanten Impfstoff bekommen.

00:04:08: Beide Gruppen haben nach dem statistischen Matching jeweils mehr als fünfund dreißig tausend Personen umfasst.

00:04:15: Der Nachbeobachtungszeitraum beträgt sieben Jahre, das ist das auch ganz ordentlich und der primäre Endpunkt ist ein zusammengesetzter Kaniowasculare Endpunkt bestehend aus ischemischer Herzkrankheit, ischemischem Schlaganfall und Herzinsuffizienz.

00:04:31: zu den Ergebnissen Bei den Personen in der Gruppe mit dem überwiegend rekombinanten Impfstoff gab es eine um neun Prozent geringere kaliovaskuläre Krankheitslast, über sieben Jahre hinweg als bei der anderen Gruppe und mit dem älteren dem lebend Impfstoff.

00:04:48: Außerdem hatte die Gruppe Mit dem Neueren dem Rekombinandten-Impfstoff eine geringe Inzidenz von ischemischer Herzerkrankung, Herzinsuffizienz und Vorhüfflemmern – mindestens die Männer hatten ein niedrigeres Risiko für einen ischemischen Schlagerfall!

00:05:02: Der Effekt hat sich vor allem in der ersten Hälfte dieser siebenjährigen Nachbeobachtung gezeigt und hat sich später im Verlauf dann abgeschwächt.

00:05:10: Als möglichen Mechanismus verweisen die AutorInnen neben der Verhinderung von Herbis-Zursteerkrankungen auch auf immunologische Wirkungen des rekombinanten Impfstoffs – genau da sieht Herr Herbert Schunkert eine Limitation der Studie!

00:05:24: Man weiß nicht genau, weswegen dieser Effekt jetzt so zu beobachten ist.

00:05:28: Weil beide Gruppen hatten hier eine Gürtelrose-Impfung.

00:05:32: Das heißt die Gürttelrose selbst war in beiden Fällen deutlich reduziert und unterschied sich kaum zwischen den beiden Gruppen.

00:05:42: Das heisst also, die Göttelrose war es nicht und so weiss man auch nicht genau woher dieser Effek stammt.

00:05:49: Der Effekt ist jedenfalls da.

00:05:51: Und man fragt sich jetzt natürlich, wie klinisch relevant ist der dazu?

00:05:57: Das

00:05:57: handelt sich hier um einen Unterschied von relativ betrachtet neun bis zehn Prozent.

00:06:02: Das klingt erst mal viel aber in absolut Zahlen sind das vielleicht zwei oder drei Prozent die sich die Gruppen im Zeitraum von mehreren Jahren unterscheiden haben.

00:06:16: sehr, sehr großer Effekt.

00:06:17: Aber auf eine Population betrachtet, wo ja in der gleichen Situation Zehntausende oder Hunderttausende solche Gürtelrose-Impfung bekommen macht das schon einen gewissen Unterschied.

00:06:28: Was bedeutet das alles jetzt zusammengenommen?

00:06:30: Sollten Menschen mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen eine Gürtelroseimpfung vornehmen lassen oder nicht, Herbert Schunkert sagt klar ja.

00:06:38: Also der erste Grund für die Impfung ist natürlich keine Gürttelrose zu bekommen.

00:06:42: dass eine schlimme Erkrankung mit großen Schmerzen und auch Funktionsausfällen verbunden Das sollte erstmal der Hauptgrund sein.

00:06:51: das nächste ist natürlich dass man als Herz-Kreislaufpatient keine schweren Viruserkrankungen haben möchte, wie zum Beispiel die Gürtelrose oder auch eine Grippe.

00:07:03: Das heißt also, das Herz- Kreislaufpatienten haben besonderen Schutz von diesen Impfungen und sollten das auf jeden Fall wahrnehmen.

00:07:11: Und als Sahnehäubchen kommt jetzt noch oben drauf, dass eventuell auch vor Herz-, Kreislauferkrankungen ein gewisser zusätzlicher Schutz

00:07:18: besteht.".

00:07:19: Das heißt für uns zusammengenommen?

00:07:21: Die Herbestosterinfektion ist ... zunächst mal sowieso mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse verknüpft.

00:07:28: Das wissen wir aus den Voruntersuchungen.

00:07:30: Die neue Studie ging jetzt demnach, ob die Impfung mit dem rekombinanten Impfstoff statt dem lebend Impfstoff eine geringere Krankheitslast gerade bei den kardiovaskulären Eregnissen zeigt.

00:07:42: und ja das tut sie der ist tatsächlich auch spürbar.

00:07:46: dieser Effekt Und wie er aber zu erklären ist dass kann diese Studie eben nicht herausfinden.

00:07:53: Wenn es eine Untersuchung gibt in der Zukunft, die das dann zeigt.

00:07:56: Dann stellen wir sie euch hier bei Ne Dosis Wissen vor!

00:08:04: Das war Ne Doses Wissen für heute.

00:08:05: Die nächste Folge gibt's morgen ab sechs Uhr in der Früh überall da wo ihr Podcast findet mit meiner Kollegin Laura Weißenburger und damit danke dass Ihr ne Dosis wissen hört.

00:08:31: Das ist das Audioangebot der Apothekenumschau.

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