Akne: neue Leitlinie – nach 16 Jahren
Shownotes
Akne ist eine entzündliche Erkrankung des Talgdrüsenfollikels und gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen. Besonders betroffen sind Jugendliche, aber die Krankheit geht oftmals über die Adoleszenz hinaus. Neben den körperlichen Belastungen wiegen die psychischen Effekte schwer, sie reduzieren die Lebensqualität. Wie sollte behandelt werden? Dazu ist die neue „S2k-Leitlinie Therapie der Akne“ erschienen. Nach 16 Jahren Wartezeit. Dr. Laura Weisenburger, Ärztin und Redakteurin der Apotheken Umschau, erklärt, was neu ist.
Für diese Folge haben wir gesprochen mit: Prof. Dr. Martin Schaller
Stand: 23. September 2026
Quellen und nützliche Links
- S2k-Leitlinie Therapie der Akne (AWMF-Register-Nr.: 013-017)
Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt.
Das Team hinter „’ne Dosis Wissen“:
Hosts: Dennis Ballwieser, Laura Weisenburger;
Autor:innen: Jana Hauschild, Christian Heinrich, Johanna Heuveling, Felix Kunz, Vincent Suppé, Klaus Wilhelm, Christian Wolf;
Redaktion: Sebastian Brodkorb, Sina Metz, Kareen Seidler;
Chefredakteur: Dennis Ballwieser;
Postproduktion: BEBE Medien GmbH
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Transkript anzeigen
00:00:03:
00:00:05: Das ist ja in der Medizin nicht gerade wenig Zeit, die da vergeht.
00:00:11: Aber so lange hat's gedauert bis wir jetzt eine neue Leitlinie zur Therapie der Acne hatten?
00:00:18: Was steht da drin?
00:00:22: Guten Morgen!
00:00:23: Willkommen zu einer Dosis Wissen.
00:00:24: Ihr hört den täglichen Podcast für das Gesundheitswesen und es gibt sie jeden Werktag ab sechs Uhr in der Früh mit einem Thema vor euch in kompakten zehn Minuten.
00:00:34: Mein Name ist Laura Weisenburger, ich bin Ärztin und wissenschaftliche Redakteurin im Team der Apothekenumschau.
00:00:40: Und heute ist Mittwoch der XXIII.
00:00:43: September.
00:00:51: Arzne ist eine der häufigsten Hauterkrankungen überhaupt betrifft natürlich vor allen Dingen Jugendliche.
00:00:59: das hat man immer sofort im Kopf.
00:01:01: Aber diese Erkrankung geht natürlich auch weit über die Adoleszenz hinaus, im schlimmsten Falle.
00:01:06: Denn natürlich belastet sie körperlich, sie hat aber auch psychische Effekte und reduziert nachweislich die Lebensqualität.
00:01:14: Und deshalb muss sie natürlich richtig behandelt werden!
00:01:17: Dazu gibt es jetzt die neue S-IIK Leitlinie Therapie der Acne.
00:01:23: Nach sechzehn Jahren ist sie jetzt erschienen, veröffentlicht von der deutschen dermatologischen Gesellschaft und wir konnten mit Martin Schaller sprechen.
00:01:31: Er ist Facharzt für Dermatologie, stellvertretender ärztlicher Direktor, der Hauptklinik des Universitäts-Klinikums Tübingen und auch Mitglied der Leitliniengruppe.
00:01:41: Er sagte uns ... Deshalb schauen wir uns jetzt an zum ersten Kaffee des Tages.
00:02:00: Agne Vulgaris tritt vor allen Dingen in der Adoleszenz auf, muss aber nicht – sie kann auch schon bei Kindern vorkommen oder erst im Erwachsenalter beginnen.
00:02:10: Allerdings liegt die Häufigkeit bei Jugendlichen am höchsten zwischen fünfzig und fünfundneunzig Prozent betroffen.
00:02:16: Betrachtet man nur mittelschwere bis schwere Verläufe?
00:02:19: Da liegt die Häufigkeit zum Glück ein bisschen drunter, nämlich bei zwanzig bis fünfundreißig Prozent!
00:02:25: Wie sieht das Ganze aus?
00:02:26: Manifestation durch nicht-entzündliche Lesionen.
00:02:30: Das sind diese offenen oder geschlossenen Komethune, aber was wir alle kennen und was am meisten stört, die entzündlichen Effloreszenzen, Papeln, Pusteln, Knoten, Syberöge hat dazu ... Und es kommt auch häufig zu Komplikationen wie Atrophennaben oder die postinflamatorische Hyperpigmentierung.
00:02:51: Davon hat man natürlich noch viel länger etwas!
00:02:54: Eigentlich haben wir da schon ziemlich gute Medizin am Start.
00:02:58: So erzählt es uns unser Experte, Martin
00:03:01: Schaller.".
00:03:25: Und dann ist es so, dass die Acne häufig bagitalisiert wird und nicht richtig behandelt wird.
00:03:32: Also wenn man überlegt, dass eigentlich topische Antibiotika seit Jahren obsolet also verboten sind oder nicht empfohlen werden aber immer noch das häufigste topische Medikament der Acne-Therapie darstellen ist da noch viel Luft nach oben.
00:03:50: Dafür gibt's natürlich sehr viele verschiedene Gründe wahrscheinlich auch ein bisschen reingespielt hat, eben eventuell auch die fehlende aktualisierte Leitlinie.
00:04:00: In sechzehn Jahren verändert sich Medizin einfach drastisch und deshalb jetzt also das neue Standardwerk – und das richtet sich nicht nur an der Matheologinnen und der Mathologen sondern natürlich an alle, die damit irgendwie in Kontakt kommen, sprich also auch AllgemeinmedizinerInnen, Pediater, Gönäkologinnen.
00:04:19: all die gehören mit ins Boot!
00:04:21: Betrachtet man das große Ganze der Leitlinie, dann wird da vor allen Dingen mit zwei Maximen gearbeitet.
00:04:29: Standardisierung und Individualisierung – warum das jetzt kein Gegensatz ist?
00:04:34: Das erklärt uns unsere Experte!
00:04:35: Wir haben betont, dass wir einen stufenweisen Einsatz der Medikamente empfehlen und das standardisierte Voraussetzungen geschaffen worden sind bezüglich Diagnostik.
00:04:47: Schwere Grad Einteilung der Therapieziele, der Kontrollzeitpunkte.
00:04:53: Und nicht jede mittelschwere Acne ist eben gleich.
00:04:56: Nicht jeder Patient hat dasselbe Risiko für Narben oder den selten Leidensdruck, deshalb muss es auch ein bisschen individualisiert sein.
00:05:05: Die Entwicklung geht daher weg vom reinen lesionsbasierten Vorgehen zu einer langfristigen Therapie die auch Narben-Pigmentveränderungen Lebensqualität und Rezedivrisiko berücksichtigt.
00:05:18: Was bedeutet das jetzt ganz konkret?
00:05:21: Lokale Standardbehandlung und systemische Therapie mit Doxycycline.
00:05:25: Systemisch, wo ihr gemerkt eben nicht lokal bei mittelschwerer bis schwerer entzündlicher Acne aber maximal drei Monate lang unter keinen Umständen.
00:05:36: Das hat unser Experte grad schon betont, sollten topische Monotherapien mit Antibiotika durchgeführt werden.
00:05:43: Und wenn es wirklich ein schwerer Verlauf ist oder die Therapie der Standardbe Handlungszyten Oder es sich um Acne conglobata handelt, dann können auch systemische Retinoiden helfen.
00:05:57: V.a.
00:05:58: Isotretinoin.
00:06:00: Entscheidend ist an der Stelle allerdings der Verweis auf die sichere Verhütung – denn das ist Theratogen!
00:06:08: Die Leitlinie führt eine weitere neue Option für die topische Behandlung an, nämlich Tripharothen.
00:06:15: Das ist eine Alternative zu den topischen Retinoiden Und als Off-Label-Therapie wird explizit genannt, Spironolakton nicht zugelassen für diese Indikation in Europa.
00:06:27: Aber warum in der Leitlinie aufgenommen?
00:06:29: Da gibt es einfach neue Evidenz zur Wirksamkeit und der Bedarf an weiteren systemischen Optionen ist einfach da!
00:06:36: Hier muss man auch etwas speziell beachten – das Spironolocton wirkt Antiandrogen einer der Mechanismen, weswegen die Acne dann besser wird.
00:06:46: Aber deshalb therapeutische Nutzung – vor allen Dingen möglichst nur bei Frauen!
00:06:51: Was sich in der Leitlinie nicht findet ist eine Empfehlung zu Klasskoteron.
00:06:56: falls jetzt hier ein paar Dermatologinnen und Dermatalogen zuhören und sagen Moment da gibt es doch was das erst seit Juni zwanzig sechsundzwanzig überhaupt verfügbar.
00:07:06: einen topischer androgen Rezeptor-Inhibitor also eben ähnliche Wirkung wie die Nebenwirkungen vom Spironolakton wurde aber bisher nicht in die Leitlinie aufgenommen, eben wegen der klinischen Erfahrung.
00:07:18: Die fehlt und weiß sich in der EU die Zulassung zum Zeitpunkt der Leitlnienerstellung noch verzögert
00:07:26: hat.".
00:07:27: Auch das erklärte uns Martin Schalla ein bisschen genauer.
00:07:30: Es ist aber ein Medikament was einen Faktor beeinflusst, den all andere Cremes nicht beeinflussen
00:07:38: z.B.,
00:07:38: die Androgene Und das ist ein ganz wichtiger Faktor.
00:07:42: Ohne Androgene gibt es keine Acne, aber man muss auch wissen wie beim Spironolakton der Therapieeffekt fängt ganz langsam an nach drei Monaten beginnt.
00:07:52: er wird nach einem Jahr wichtig.
00:07:54: gut und für mich ist es eine additive Therapie das heißt Alleine ist es nicht der Hit, aber im Zusammenhang mit den anderen topischen Medikamenten oder der Oralentherapie.
00:08:07: Es ist eine sehr gute Ergänzung und ich sehe auch den wichtigen Beitrag von Glasgow Turun bei der Erhaltungstherapie.
00:08:16: Das waren jetzt eine Menge Medikamente, die neu aufgenommen wurden in der Leitlinie.
00:08:20: Es gibt aber auch komplett rund erneuerte Kapitel.
00:08:23: dazu gehören das zu Agnetarda, Agnepulminanz, Agnem Kindesalter und Explizitkapitel zur Pflege also im privaten dann und Schulungen von Betroffenen.
00:08:37: Auch zu Ernährung- und Nahrungsergänzungsmitteln findet sich da was mit der expliziten Empfehlung keine Spezialtherapie, sondern die allgemein gültige Ernährungsempfehlung der mediterranen Ernährung weniger Fleisch mehr Fisch mehr Gemüse für alle Teenies letztendlich weniger Fastfood weniger Cola weniger Zucker.
00:09:00: Und interessant an der Stelle und wusste ich noch nicht ist aber eine Kenntnis der vergangenen Jahre keine Kuhmilch.
00:09:08: Ein Sonderaspekt, den die Leitlinie rausgreift ist das Nebenwirkungsmanagement inklusive der Aufklärung.
00:09:16: Da sagt unsere Experte, warum das so wichtig ist?
00:09:19: Bei der topischen Therapie kann man davon ausgehen, dass die Patienten am Anfang des Gefühl haben es brennt, es spannend und unangenehm.
00:09:28: Darüber muss man die Patienten aufklären.
00:09:31: Agnetherapie ist kein Sprint, es ist ein Marathon.
00:09:36: Diese nebenwirklichen Behörden am Anfang ein bisschen dazu, sie verbessern sich insgesamt über den Lauf der Therapie müssen aber ganz bewusst angesprochen werden damit der Patient bei der Stange bleibt.
00:09:49: Und Martin Schaller hat es eben gerade schon einmal kurz angedeutet.
00:09:54: Ein zunehmendes Problem in der Aktentherapie ist tatsächlich, dass es auf den sozialen Medien sehr viele Informationen zu diesem Thema gibt und die nicht immer korrekt sind.
00:10:04: und das auch da einige Menschen Skinfluencer sozusagen sehr aktiv sind und dann natürlich genau die Betroffenen nämlich Jugendliche sehr deutlich ansprechen und nicht immer die richtigen Vorschläge parat haben.
00:10:19: Das ist ein Phänomen, was es natürlich bei anderen Erkrankungen nicht ganz so massiv gibt, weil nicht ganz zu viele betroffen sind oder auch nicht genau in der gleichen Zielgruppe wie Dieening, die eben die sozialen Medien am meisten konsumieren.
00:10:33: Unser Experte betont, dass man da ein bisschen dagegen halten muss.
00:10:37: Die Leitlinie stärkt die Schulung und Evidenz basierte Informationen unserer Patientinnen und Patienten.
00:10:44: Wichtig ist da die Aufklärung.
00:10:46: Vielleicht, das wäre ein guter Ansatzpunkt Leitlinie nicht nur zu publizieren sondern auch in diese Plattformen zu bringen und den Influencern so ein bisschen entgegenzutreten.
00:11:01: Diese Leitlinie, beziehungsweise diesen Beitrag findet ihr natürlich auch auf Instagram.
00:11:05: Da sind wir ja mit unserem Kanal eine Dosiswissen auch präsent!
00:11:08: Insofern – wir machen das jetzt sozusagen ein Stückchen weit.
00:11:12: Daher jetzt noch mal an euch die kleine Erinnerung, wir haben einen Social Media-Kanal und dem könnt ihr auch sehr gerne folgen.
00:11:20: Wenn ihr das nicht tut, dann wäre doch jetzt genau der richtige Moment dafür.
00:11:26: Und dann könnt ihr auch ganz einfach den Beitrag zu dieser Folge abspeichern, weiter schicken oder
00:11:51: empfehlen!
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