Lungenhochdruck: Was bringt Ralinepag?

Shownotes

Die Pulmonale arterielle Hypertonie ist eine Erkrankung des Gefäßsystems der Lunge im kleinen Kreislauf, noch immer verbunden mit einer hohen Morbidität und Mortalität. Denn die Zahl der neuen Therapien in den vergangenen 10 bis 15 Jahren ist überschaubar. Nun wurde ein neuer Wirkstoff in einer internationalen Phase-3-Studie getestet. Was bringt Ralinepag? Dr. Dennis Ballwieser, Arzt und Chefredakteur der Apotheken Umschau, hat sich die neue Studie angeschaut.

Für diese Folge haben wir gesprochen mit: Dr. Yaosi Li

Stand: 25. September 2026

Quellen und nützliche Links

Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt.


Das Team hinter „’ne Dosis Wissen“:

Hosts: Dennis Ballwieser, Laura Weisenburger;
Autor:innen: Jana Hauschild, Christian Heinrich, Johanna Heuveling, Felix Kunz, Vincent Suppé, Klaus Wilhelm, Christian Wolf;
Redaktion: Sina Metz, Kareen Seidler;
Chefredakteur: Dennis Ballwieser;
Postproduktion: BEBE Medien GmbH


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Transkript anzeigen

00:00:03:

00:00:04: Die pulmonale arterielle Hypertonie ist immer noch eine Erkrankung mit hoher Mortalität.

00:00:11: Zwar gibt es mit Sotaterzept seit nicht allzu langer Zeit ein völlig neues Medikament, wir haben auch bein Dosis Wissen schon darüber berichtet aber der bisher noch nicht getroffene, der unmedical need bleibt hoch.

00:00:28: Jetzt gibt es ein weiteres neues Medikament und die Frage ist, was bringt Ralliné Pack?

00:00:39: Guten Morgen und willkommen zu Ne Dosis Wissen.

00:00:42: Den täglichen Podcast für das Gesundheitswesen!

00:00:44: Ne Doses Wissen gibts Werktags ab sechs Uhr in der Früh in kompakten zehn Minuten.

00:00:49: Ich bin Dennis Ballwieser ich bin Arzt- und Chefredakteur der Apotheken Umschau.

00:00:52: heute ist Freitag der fünfundzwanzigste September.

00:00:55: Zwei Tausend Sechsund Zwanzig

00:00:59: Ein Podcast

00:01:00: von Gesundheit

00:01:03: hören.

00:01:06: Bei der pulmonalen, arteriellen Hypertonie ist die Zahl der neuen Therapien in den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren eigentlich überschaubar.

00:01:15: Jetzt gibt es diesen neuen Wirkstoff Ralline Pack, der in einer internationalen Phase III-Studie getestet worden ist.

00:01:24: Die herstellerfinanzierte Studie ist im August dieses Jahres.

00:01:30: Die Erst- und LetztautorInnen kommen von der University of Michigan in den USA unter Universität Paris-Saclet.

00:01:38: Wir haben darüber gesprochen mit Yauzi Li, sie ist Internistin und Pneumologin und sie ist Funktionsoberärztin für pulmonale Hypertonie und Funktionstiagnostik an der Charité Universitätsmedizin Berlin.

00:01:53: Außerdem ist Jausi Li die Sprecherin der Sektion für Lungenhochdruck der deutschen Gesellschaft, für Pneumologie und insofern Berufen für dieses Thema zu sprechen.

00:02:04: Holt euch euren ersten Kaffee des Tages!

00:02:06: Und dann geht's los... Die pulmonale arterielle Hypertunie ist eine Erkrankung des Gefäßsystems der Lunge im kleinen Kreislauf.

00:02:20: Das Ganze führt zur Blutdruckssteigerung in Gefäßen dieses kleinen Kreislaufs zuweilen ohne erkennbare Ursache häufiger in Folge anderer Grunderkrankungen.

00:02:31: Pathologisch kommt es zum Umbau der kleinen Pulmonalarterien, die Gefäßwände verdicken, wuchern nach innen aus und infolgedessen wird das Lumen für den Blutfluss kleiner.

00:02:41: Das wird zu einer ganz erheblichen Belastung des rechten Herzens das dann zunehmend dekompensiert.

00:02:48: Dann kommt es zum Herzversagen!

00:02:50: Die Symptome sind deswegen Leistungsschwäche, Müdigkeit, Atemnot, Schwindel, Beinödeme die Brustenge und Herzklopfen.

00:02:58: Die Prävalenz dafür liegt bei ungefähr einem Prozent der Bevölkerung – bei Menschen über sechzig Jahren aufgrund von Kardialer oder pulmonaler Ursache sind es bis zu zehn Prozent.

00:03:10: Tatsächlich sind aber alle Altersgruppen betroffen und besonders häufig Frauen.

00:03:14: In Deutschland gibt es mehrere zugelassene Medikamente bzw.

00:03:18: Wirkstoffe für die pulmonale arterielle Hypertonie und wir wollten von unserer Expertin Jausi Li einmal wissen, was sie zur Therapiestrategie der pulmonalen arteriellen Hypertonie sagen kann!

00:03:31: Es ist so dass seit Ende im Jahr zwei tausend vierundzwanzig ein komplett neuer Signalweg der Aktivinsignalweg eröffnet wurde für die Therapie.

00:03:40: Was für circa ein Drittel der Patienten tatsächlich bahnbrechende Erfolge gebracht hat.

00:03:47: Das ist das Sota-Terzept.

00:03:48: Bei der klassischen Pummelateriellen Hypertonie starten wir risikostratifiziert,

00:03:55: d.h.,

00:03:55: bei Diagnosestellung schauen wir wie hoch das geschätzte Mortalitätsrisiko der Patienten ist.

00:04:02: Man empfiehlt eine upfront duale Therapie und wenn die Patienten aber in einem hohen Risikobereich sind auch ganz schnell die Eskalation auf eine dreifache Therapie.

00:04:13: Das klingt also schon mal einerseits klar im Vorgehen, zweitens heißt das auch die Patientinnen und Patienten bekommen sehr schnell zwei oder drei Medikamente, die angreifen.

00:04:23: Trotzdem ist die Reduktion von Morbidität und Mortalität noch nicht befriedigend.

00:04:30: Die fünf Jahres über Lebensrate liegt bei gerade einmal fünfzig Prozent.

00:04:37: Deswegen ist diese Phase III-Studie zu Rallinepak so interessant.

00:04:41: Rallinnepak wirkt ein auf den an der Pathogenese, der pulmonalen Arthelienhypertonie beteiligten Prosterzyklin-Signalweg.

00:04:50: Das sagt Jausili.

00:04:52: Es ist eine oral verfügbare Substanz und hat eine extrem lange Halbwertzeit, was eine einmaltägige Einnahme ermöglicht.

00:05:01: Da gibt es ein weiteres Medikament das Oral verfügbar ist.

00:05:05: Das ist auch aus der gleichen Art wie das Rallinepack.

00:05:08: Das müsste man zweimal am Tag nehmen aber alle anderen Medikamente muss man aktuell eher so fünf bis sechs Mal am Tag inhalieren oder es geht nur über die Subcutan- oder intravenös die Applikation.

00:05:22: Und da ist die Orale einmal tägliche Gaben natürlich deutlich attraktiver.

00:05:27: und damit zu der Advanced Outcamps Studie, die jetzt in The Lancet erschienen ist.

00:05:32: Das Ganze ist eine randomisierte, doppelblende, placebo-kontrollierte Ereignis gesteuerte Phase III Studie natürlich Hersteller finanziert.

00:05:40: Eingeschlossen worden sind fast siebenhundert PatientInnen im Alter von mindestens achtzehn Jahren mit der Diagnose der pulmonalen Arterianhypertonie gemäß den Leitlinien.

00:05:49: D. h., ein mittlerer Pulmonalarteriendruck über zwanzig Millimeter Queksilversäule, einen Pulmonalartherienkeildruck unter fünfzehn Millimeter Ein pulmonaler Gefäßwiderstand von mehr als zwei Wurdeinheiten.

00:06:05: Unsere Expertin sagt zum Studiendesign ... Diese Patientinnen sind dann randomisiert worden, im Verhältnis ein zu eins in eine Ralline-Pak und eine Placebo-Gruppe.

00:06:26: in der Placeo-Gruppe.

00:06:31: Die Randomisierung ist strategisiert worden nach den Ergebnissen des sechs Minuten G-Strecken Tests zu Studienbeginn, der Ideologie der pulmonalen arteriellen Hypertonie bei den Patientinnen und der oralen Hintergrundtherapie.

00:06:45: Zu Behandlungsbeginnen lag die Dosis bei fünfzig Mikrogramm einmal täglich mit Nachfolgen der wöchentlicher Titrierung bis zur höchstverträglichen individuellen Dosis.

00:06:56: Der primäre Endpunkt war, die Zeit bis zur ersten klinischen Verschlechterung.

00:07:00: Ein zusammengesetzter Endpunkt aus tot jeglicher Ursache, Krankenhausaufnahme aufgrund einer Verschrechterung der pulmonalen Artälenhypertonie oder einer Rechtsherzinsuffizienz, die Einleitung einer parenteralen oder inhalativen Prosterzyklimtherapie, die Krankheitsprogression oder ein unbefriedigendes langfristiges klinisches Ansprechen – also sehr viele primäre Entpunkte!

00:07:24: Dazu sagt Jausili

00:07:25: Und da hat sich gezeigt, dass mit einer Hazard-Ratio von Nullkommar vier fünf ist tatsächlich ein sehr gutes Ergebnis.

00:07:32: Um das kurz in Zahlen zu sagen haben achtzehn Prozent im Wehrumarm im Vergleich zu sechsunddreißig Prozent im Placeboarm ein erstes Auftreten einer klinischen Verschlechterung gehabt

00:07:46: und zwar war dieses Ergebnis zu beobachten bis Woche achtundzwanzig der Nachbeobachtungszeit Und am Strich bedeutet das eine fünfundfünfzig-prozentige Reduktion des Risikos einer klinischen Verschlechterung.

00:07:59: Natürlich haben auch Patientinnen die Behandlung abgebrochen aufgrund von unerwünschten Ereignissen, das war bei fünfundsechzig der dreihundertfünfzig PatientInnen in der Rallinepakgruppe der Fall, da sind neunzehn Prozent.

00:08:10: In der Placebo-Gruppe waren es nur zehn von dreieinhalbunddreißig, das sind drei Prozent!

00:08:16: Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse sind bei Achtundneunzig PatientInnen aufgetreten.

00:08:21: Das sind mehr als ein Viertel der Betroffenen und bei Einhundertvier PatientInnnen in der Placebo-Gruppe, das ist sogar noch mehr als die Achtunzwanzig Prozent in der Verumgruppe.

00:08:32: Tödliche oder Unerwüngsteereignisse gab es bei Fünfzehn in der Wehrung Gruppe beziehungsweise vierzehn In der Placebogruppe – das sind jeweils vier Prozent!

00:08:44: Und damit zur Einordnung der Studie.

00:08:46: Niausili sagt, grundsätzlich ist das eine gut gemachte Untersuchung.

00:08:51: Gerade für die Patienten, die gar nicht auf das Otata-Cept ansprechen brauchen wir neue Medikamente und mit der Hazard Ratio von nullkommar vier fünf haben wir mit dem Rallinepak anscheinend ein potentes Medikament dass man Oral einsetzen kann einmal am Tag und insofern durchaus eine attraktive Option darstellen kann, wenn ein Patient unter der Zweifachtherapie eskaliert werden muss.

00:09:15: Und da gibt es viele Patienten die sagen Es passt nicht im meinen Alltag das ich fünfmal am Tag inhalieren muss.

00:09:20: Es passt auch nicht in mein Alltag oder Ich möchte für mich selber nicht eine implantierte Pumpe an mir in mir haben.

00:09:28: Da stellt das natürlich eine attraktionliche Option da ein oral verfügbares Medikament zu haben dass dem Prostacycline Pathway adressiert.

00:09:36: Da hört ihr raus, dass die Expertinnen, die solche Patientinnen und Patienten behandeln durchaus ein solches Medikament herbeisehnen weil es einfach im Alltag sehr gut anzuwenden ist.

00:09:49: Und wenn das dann auch einen gewünschten Effektzeit unverträglich ist, dann ist das einfach ein probater Weg für die Therapie.

00:09:57: Der Hersteller hat den Zulassungsantrag in den USA bei der FDA gestellt.

00:10:02: Bei der EMA.

00:10:02: in Europa gibt's Bislang keinen solchen Antrag, jedenfalls haben wir keinen öffentlich zugänglichen Hinweis auf eine Antragsstellung finden können.

00:10:14: In Deutschland würde es für den Fall einer Antragstellung und Zulassung in Europa dann noch um das Plazett des gemeinsamen Bundesausschusses gehen, sprich dem Vergleich dieses neuen Medikaments mit dem Therapiestandard.

00:10:26: Das heißt hierfür die Behandlung deutscher Patientinnen und Patienten erst einmal abwarten trotz dieser neuen Studienergebnisse.

00:10:33: Das Fazit unserer Expertin Jausili von der Charité in Berlin lautet

00:10:39: so.

00:10:48: Und falls die Zulassung dann irgendwann kommt, scheint es eine durchaus potenzielle Bereicherung in der Therapie der pulmonalen arteriellen Hypertonie zu sein!

00:11:01: Das war eine Dosis Wissen für heute.

00:11:03: Die nächste Folge gibt's am Montag, hab sechsmal in der Früh überall da wo ihr Podcasts findet und ich habe noch einen Hör-Tipp für das Wochenende ein Podcast von Gesundheit hören zu einem ganz anderen Thema bei.

00:11:16: endlich sechzig sprechen Anne Berbelköhle und Brigitte Huber gemeinsam über das Leben ab einer bestimmten Altersgrenze.

00:11:26: Meine Kollegin Anne-Bärbel Köhle aus der Chefredakteur in der Apothekenumschau und Brigitte Huber, die ehemalige Chefredaktörin der Brigitte haben sich für diesen Podcast gemeinsam mit Expertinnen und Experten zusammengesetzt und über das Älterwerden gesprochen.

00:11:41: In der aktuellen Folge geht es um nichts Geringeres als den Sinn des Lebens – und die Frage was zählt wirklich?

00:11:49: Endlich sechzig findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt und der Podcast ist wirklich gut geeignet um ihn zum Beispiel an einem verregneten Septemberwochenende in einem Rutsch durchzuhören.

00:12:00: Danke dass ihr eine Dosis wissen

00:12:19: hört!

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