Lipödem: OP ist konservativer Behandlung überlegen
Shownotes
Beim Lipödem sammelt sich ungewöhnlich viel Fettgewebe an, vor allem an Beinen und Armen. Die Betroffenen empfinden oft Schmerzen, Druckempfindlichkeit und ein Schweregefühl in den betroffenen Körperpartien. Neben konservativen Maßnahmen wie Kompression und Bewegung kommt seit Jahren auch die Liposuktion zum Einsatz. Unklar war bisher, wie wirksam und sicher der operative Eingriff im Vergleich zur konservativen Behandlung ist. Diese Frage beantwortet eine aktuelle Studie aus Deutschland. Dr. Dennis Ballwieser, Arzt und Chefredakteur der Apotheken Umschau, fasst die wichtigsten Punkte der Studie zusammen und ordnet sie ein.
Für diese Folge haben wir gesprochen mit: Dr. med. Gabriele Faerber
Stand: 28. September 2026
Quellen und nützliche Links
- Studie zum Vergleich von Liposuktion vs. konservative Behandlung beim Lipödem (engl.; DOI: 10.1016/S0140-6736(26)00910-4)
- Pressemitteilung des Gemeinsamen Bundesausschusses: G-BA nimmt Liposuktion nach positiver Nutzenbewertung in den regulären Leistungskatalog auf
- S2K-Leitlinie Lipödem (Stand: 01/2024)
- The Sex Gap, Folge „Lipödem: Dieses Fett tut weh und geht nicht weg“
Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt.
Das Team hinter „’ne Dosis Wissen“:
Hosts: Dennis Ballwieser, Laura Weisenburger;
Autor:innen: Jana Hauschild, Christian Heinrich, Johanna Heuveling, Felix Kunz, Vincent Suppé, Klaus Wilhelm, Christian Wolf;
Redaktion: Sina Metz, Kareen Seidler;
Chefredakteur: Dennis Ballwieser;
Postproduktion: BEBE Medien GmbH
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Transkript anzeigen
00:00:03: Gesundheit hören.
00:00:04: Ein Lieb-Üdem verursacht häufig starke Schmerzen, welche Behandlung dabei am besten hilft?
00:00:10: Das war lange um stritten.
00:00:12: eine deutsche Studie liefert jetzt eine Antwort.
00:00:20: Guten Morgen und willkommen zu ne Dosis Wissen dem täglichen Podcast für das Gesundheitswesen.
00:00:25: Ne Dosis wissen gibt es werktags ab sechs Uhr in der Früh in kompakten zehn Minuten.
00:00:30: Ich bin Dennis Balwiser ich bin Arzt und Chefredakteur der Apotheken Umschau.
00:00:33: heute ist Montag der.
00:00:47: Es geht um die Frage, ob beim Lieb-Ürdem konservativ behandelt werden soll oder operiert werden soll.
00:00:53: Dazu ist in diesem September eine Studie im Lancet erschienen.
00:00:57: Erst und letzte Autor kommen vom Klinikum Darmstadt – das ist Maurizio Potter der erste Autor bzw von der Uniklinik Cologne Oliver Cornely.
00:01:06: Wir haben darüber gesprochen mit Gabriele Ferber.
00:01:08: Sie ist Allgemeinmedizinerin mit der Spezialisierung auf Lymphologie, Pflibologie und Ernährungsmedizin.
00:01:14: Und sie arbeitet am Zentrum für Gefäßmedizin in Hamburg.
00:01:17: Holt euch euren ersten Kaffee des Tages!
00:01:19: Und dann geht's los... Das Lieb-Üdeem ist eine schmerzhafte, symmetrisch lokalisierte Fettverteilungsstörung die vor allem Frauen betrifft ...und die die Patientinnen in ihrer Lebensqualität ganz erheblich beeinträchtigt.
00:01:38: Eine aktuelle Hochrechnung spricht von mehr als dreihunderttausend Frauen, die alleine im Jahr zwanzig betroffen gewesen sind.
00:01:45: Das entspräche einer Prävalenz von knapp einem Prozent der Bevölkerung.
00:01:51: Lange Zeit war die Liebu-Suktion also die Fettabsaugung nur bei einem Lipidem im Stadium III und als befristete Ausnahmeregelung eine Kassenleistung.
00:02:00: Letztes Jahr hat der gemeinsame Bundesausschuss die Liposuktion nach positiver Nutzenbewertung in den regulären Leistungskatalog aufgenommen.
00:02:09: Gesetzlich versicherte können sich seitdem unabhängig vom Stadium der chronischen Erkrankungen unter bestimmten Bedingungen auch operativ behandeln lassen, Vor einer Liposuction als Kassenleistung muss unter anderem über einen Zeitraum von sechs Monaten eine konservative Therapie durchgeführt worden sein.
00:02:27: Da geht es einerseits um die Kompression und andererseits um Bewegungstherapie.
00:02:32: Zu dieser Kassenleistung sagt unsere Expertin Gabriele Ferber,
00:02:35: ich würde sagen grundsätzlich ist das erst mal positiv dass diese Krankheit, die ja bis vor kurzem von vielen ignoriert oder negiert wurde.
00:02:47: Dass es anerkannt ist, dass es diese Krankheit gibt und auch das sie im Leistungskatalog der Krankenkassen aufgetaucht
00:02:56: ist.".
00:02:56: Die Studie die jetzt im Lahnzeit erschienen ist, ist die sogenannte LibLec-Studie.
00:03:00: Die war vom gemeinsamen Bundesausschuss in Auftrag gegeben worden.
00:03:03: Deren vorläufige Ergebnisse waren auch die Grundlage für die Entscheidung über die Aufnahme der Liposuktion als reguläre Kassenleistungen.
00:03:11: In der Liblec-Studie ist untersucht worden, ob eine operative Entfernung des krankhaftvermehrten Fettgewebes bei Frauen mit Lipidem der Beine die Beinschmerzen stärker reduziert als eine konservative Behandlung.
00:03:24: Das Ganze ist ein multizentrischer Randomize Control Trial.
00:03:27: an elf deutschen Studienzentren Eingeschlossen worden sind vierhundertzehn Frauen mit Lipidem der Beine im Stadion eins, zwei oder drei und Beinschmerzen von mindestens vier Punkten auf der visuellen Analogskala-Schmerz von null bis zehn.
00:03:42: Zunächst haben alle Teilnehmerinnen eine standardisierte konservative Endbehandlung erhalten, also die Entstaunungstherapie über mehrere Monate.
00:03:51: Dann sind sie randomisiert worden im Verhältnis zwei zu eins zur Liposuction mit Option einer begleitenden konservativen Behandlung oder zur konservativem Behandlungen alleine beides über zwölf Monate.
00:04:03: Der primäre Endpunkt war die Reduktion der Beinschmerzen um mindestens zwei Punkte auf der visuellen Analogskallerschmerz Nach zwölf Monaten.
00:04:12: Zusätzlich haben die ForscherInnen unter anderem erfasst, wie es um die Lebensqualität, die körperliche Gesundheit und Einschränkungen insbesondere bei den Beinen stand.
00:04:21: Dazu unsere Expertin Gabriele Ferber.
00:04:24: Die Lebleck-Studie ist höchst gerenkt im Lancet erschienen.
00:04:28: Das sagt allein schon, dass man natürlich methodisch mit dieser Studie zufrieden sein muss.
00:04:34: Aber, sagt Gabriele Fischer, es gibt auch Schwächen der Studie!
00:04:38: Man muss dazu sagen, dass waren alles Patientinnen die von vornherein – es war ja ursprünglich fünfzehntausend, die sich gemeldet haben – alle Patienten, die natürlich operiert werden wollten.
00:04:52: Also da ist schon mal ein gewisser Beiß.
00:04:55: Und damit zu den Ergebnissen!
00:04:57: Rund zwei Drittel der operierten Frauen haben eine klinisch relevante Schmerzreduktion erreicht im Vergleich zu nur rund acht Prozent bei der konservativen Behandlung.
00:05:07: Der Effekt lässt sich auch nachweisen bei einer getrennten Auswertung der verschiedenen Lipidemstadien.
00:05:13: Auch ein anderer für die Patientin in den relevanten Endpunkt zeigt eine Verbesserung und zwar die Lebensqualität, was man ansprechen muss ist das es in der Liposuktionsgruppe erwartungsgemäß mehr unerwünschte Ereignisse gegeben hat also zum Beispiel Infektionen der Operationsstellen postoperativen Hemoglobinabfall, die Entwicklung eines Seromes oder von Venentrombosen.
00:05:36: Darunter waren teilweise auch schwerwiegende unerwünschte Ereignisse, also Abszesse an den Operationsstellen.
00:05:43: Der postoperative Hemoglobinabfall kann natürlich schwerwiegend sein.
00:05:47: Manche von dem Patientinnen haben ein Schwindelproblem entwickelt.
00:05:51: Derzeit läuft eine Langzeitbeobachtung über thirty-sechs Monate.
00:05:55: Die Einschätzung unserer Expertin Gabriele Ferber dazu...
00:05:58: Es muss allerdings auch das Ergebnis angeht, muss eben auch von jemandem operiert werden, der es wirklich kann und erfahren ist und der die Technik beherrscht, sonst ist es weder im Sinne der Schmerzreduktion noch im Sinne des Gesamtautkampstern erfolgreich.
00:06:13: Wenn ich das nicht komplett operiere dann ist natürlich auch der Schmärz nicht weg.
00:06:17: aber in der Studie ist das offensichtlich passiert.
00:06:19: Das waren ja auch Zentren die alle eigentlich erfahren waren Weshalb es vielleicht auch nicht ganz unproblematisch ist, das jetzt auf die Breite zu übertragen.
00:06:29: Man kann nicht sagen nur weil es in der Studie so gut gelaufen ist mit so guten Ergebnissen ist das jetzt grundsätzlich immer der Fall wenn irgendjemand eine Liposuction
00:06:38: vollführt.".
00:06:39: Der gemeinsame Bundesausschuss hat mittlerweile beim LIP-UDM die Liposuktion nach der positiven Nutzenbewertung in den regulären Leistungskatalog aufgenommen.
00:06:48: Die Liposaktion isst der konservativen Therapie beim Lip-UDm Darin überlegen, Schmerzen zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern.
00:06:57: Und man muss natürlich wie bei allen Operationen sich gewahr sein, dass sie natürlich auch Risiken mit sich bringen.
00:07:04: Ich würde aber als mein Fazit aus der heutigen Folge ganz entschieden sagen das ist ein riesengroßer Erfolg der betroffenen Patientinnen und ihrer BehandlerInnen, die in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur dafür gekämpft haben, dass das Lippe dem überhaupt als reguläre Krankheit anerkannt wird sondern jetzt auch in jahrzehntelanger Kleinarbeit erreicht haben, dass die entsprechende operative Therapie denselben Stellenwert erhält wie andere Therapien.
00:07:31: Dass sie dann noch überlegen ist gegenüber den anderen – das ist ein extra Benefit und der soll bitte den Patientinnen zugutekommen!
00:07:43: Das war eine Dosis Wissen für heute.
00:07:45: Die nächste Folge gibt's morgen ab sechs Uhr in der Früh überall da wo ihr Podcast hört.
00:07:50: Wenn euch die heutige Folge gefallen hat, dann lege ich euch eine Folge aus unserem Podcast The Sex Gap ans Herz.
00:07:57: Das Sex GAP findet ihr auch überall da wo es Podcasts gibt.
00:08:00: Darin geht's um gendergerechte Medizin und meine Kollegin Cari Kungell hat eine Folge zum Thema Lieb-Üdeen gemacht!
00:08:08: Den Link dazu findet ihr in unseren Show Notes.
00:08:11: Danke dass ihr ne Dosis Wissen
00:08:13: hört.
00:08:27: Das ist das Audioangebot der Apothekenumschau.
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