OPs in Pandemie- und Katastrophenzeiten
Shownotes
Krisen wie die Corona-Pandemie oder Naturkatastrophen stellen Krankenhäuser auf eine extreme Probe. Die Kliniken sind für solche Extremsituationen unterschiedlich gut aufgestellt. Wie können sie sich optimal vorbereiten? Eine große internationale Studie mit Daten aus 100 Ländern hat unter die Lupe genommen, wie stark sich die diese Vorbereitung auf das Überleben von Patient:innen nach OPs in der Corona-Pandemie ausgewirkt hat. Dr. Laura Weisenburger, Ärztin und Redakteurin bei der Apotheken Umschau, stellt die Studie vor und erklärt, was man daraus für zukünftige Pandemien und Katastrophen lernen kann.
Für die Folge haben wir Informationen eingeholt bei: Prof. Dr. Christian Karagiannidis
Quellen und nützliche Links:
- Studie zur Auswirkung von (Krisen-)Vorbereitung von Krankenhäusern auf die post-operative Mortalität in der Corona-Pandemie (engl.; DOI: 10.1016/j.lanepe.2025.101566)
Das Team hinter „’ne Dosis Wissen“:
Hosts: Dennis Ballwieser, Laura Weisenburger;
Autor:innen: Emeli Glaser, Jana Hauschild, Christian Heinrich, Johanna Heuveling, Felix Kunz, Vincent Suppé, Klaus Wilhelm, Christian Wolf;
Redaktion: Sebastian Brodkorb, Sina Metz, Kareen Seidler;
Chefredakteur: Dennis Ballwieser;
Postproduktion: BEBE Medien GmbH
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Transkript anzeigen
00:00:03:
00:00:04: Dennis und ich erzählen ja immer mal wieder ein bisschen auch aus der Zeit, wo wir noch im OP gearbeitet haben.
00:00:10: Aber welche Zeit ich tatsächlich nicht mehr mitbekommen habe als klinisch tätige Chirurgen ist die Corona-Pandemie?
00:00:20: Und da gibt es jetzt eine relativ neue spannende Untersuchung dazu wie gut hat die Chirurgie Die Pandemie als Krise überstanden bzw.
00:00:30: wie können wir uns noch besser auf sowas in Zukunft vorbereiten?
00:00:39: Und damit sage ich guten Morgen, willkommen zu einer Dosis Wissen dem täglichen Podcast für das Gesundheitswesen!
00:00:45: Uns hört ihr jeden Werktag ab sechs Uhr am Morgen In kompakten zehn Minuten mit einem Thema für euch.
00:00:54: Mein Name ist Laura Weisenburger, ich bin Ärztin und wissenschaftliche Redakteurin im Team der
00:01:06: Apothekenumschau.
00:01:09: Also ganz konkret lautet die Frage eigentlich wie sieht eine gute Vorbereitung von Kliniken aus damit sich das dann auch in Krisenzeiten auszahlen kann?
00:01:22: hat es auch eine Studie untersucht, im Lancet Regional Health Europe erschienen – im Januar, und zu finden wenn ihr auf den Link in unseren Shownotes klickt.
00:01:34: Und natürlich haben wir uns über dieses wichtige Thema mit einem Experten unterhalten, und zwar mit Christian Karagianidis.
00:01:41: Er ist Leiter des ECMO-Zentrums an der Lungenklinik Köln-Mehrheim.
00:01:47: Und bei so einem doch Nerven auf reimendem Thema und vielleicht auch ein Thema, wo Emotionen wieder hochkommen – die man schon Ad-Actor gelegt hatte.
00:01:56: Gönnt euch doch den ersten Kaffee des Tages!
00:01:58: Und dann starten wir gemeinsam rein.
00:02:05: Wir müssen jetzt natürlich zu Beginn einen kleinen Blick zurückwerfen.
00:02:10: wie war das noch mal?
00:02:12: In der Pandemie.
00:02:13: Es mussten Krankenhausbetten, Personalressourcen für die COVID-IX Versorgung natürlich umgeleitet werden.
00:02:20: Massiv betroffen waren eben gerade planbare Operationen.
00:02:26: Die wurden halt in der Anführungsstrichen einfach verschoben – es ging nicht anders!
00:02:31: Und in den vergangenen Jahren hat sich das schon eine andere Studie angeschaut, nämlich die des Deutschen Krankenhausinstituts.
00:02:37: Die zeigte, deutsche Krankenhäuser sind unzureichend auf Krisen und auch den Verteidigungsfall, der ja auch irgendwie zu einer Krise gehört vorbereitet.
00:02:47: Daher natürlich die Frage was können Krankenhäusern und eben diese operativen Fächer die Abteilungen besser machen um gut auf diese Krisen reagieren zu können?
00:03:01: auf die Studie, die sich diese Frage auch gestellt hat.
00:03:04: Durchgeführt vom NIRH Global Health Research Unit on Global Surgery und Covid Search Collaborative, so heißt das alles ausgesprochen ... Die haben geguckt wie sah die postoperative Mortalität während der Corona-Pandemie in Hinblick darauf aus, wie gut die Krankenhäuser auch hierurgisch vorbereitet waren?
00:03:27: Und dazu hat sich das Team Drei große prospaktive internationale Kohortenstudien angeschaut.
00:03:34: Darin waren mehr als dreißigtausend chirurgische Patientinnen und Patienten behandelt, die auch einen positiven Corona-Test hatten entweder sieben Tage vor bis dreißzig Tage nach der OP.
00:03:46: Diese behandelten Lagen in mehr als tausend fünfhundert Krankenhäusern weltweit in über hundert Ländern.
00:03:52: also das ist quasi die Kohorte, die diese große Studie angeschaud hat.
00:03:57: Und die Betrachtung zog sich auch schön in Anfangstrichen lang über vier Pandemie-Phasen hinweg, also von zwanzigzwanzig bis zwanzichzweiundzwanziger.
00:04:06: Als primärer Endpunkt wurde definiert dreizig Tage postoperative Mortalität, sprich also verstarb die Person dreißig Tage nach der OP Und es wurde gemessen mit dem Krankenhaus Preparedness Index.
00:04:20: Genauer gesagt, dem Surgical Preparednes Index dazu gehören.
00:04:26: Dreiundzwanzig Indikatoren die sich beziehen können also eine Menge.
00:04:30: ich zähle sie nicht alle auf Auf die Infrastruktur Verbrauchsmaterialien.
00:04:35: Also habe ich alles da was ich für die UP überhaupt brauche.
00:04:38: wenn ich keine Bauchtücher da habe brauche ich den Bauch gar nicht aufmachen.
00:04:43: Personalausstattung Priorisierung interne Abläufe und da wiederum wurden auch einzelne Items berücksichtigt, sowas wie Verfügbarkeit von reservierten Betten für geplante Operationen.
00:04:58: Also ihr merkt schon das wird sehr speziell oder zum Beispiel Formella Einsatzplan zur Fortsetzung geplantes Operationen während einer in Anführungsstrichen externen Systemstörung.
00:05:10: Und je nachdem wie diese Kriterien, diese Indizes erfüllt waren, wurden die Krankenhäuser eingeteilt in Stechtmoderate und gut vorbereitet.
00:05:21: Was waren jetzt konkret die Ergebnisse?
00:05:23: Die postoperative Mortalität sank deutlich über den ganzen Pandemie-Zeitraum hinweg – übersetzt gesagt also da wurde gelernt wir können es besser machen aber es brauchte eben auch die klassische Lernkurve Es brauchte die Zeit Aber es war auch klar, Krankenhäuser, die einen höheren Preparedness-Score erzielt hatten.
00:05:46: Die also so was wie Infrastruktur und Pläne für die Fortsetzung der Operation usw.
00:05:51: zur Verfügung hatten, hatten eine niedrigere Mortalität im Vergleich.
00:05:57: Was gehörte da vor allen Dingen dazu?
00:05:59: Also deutlich bessere Ergebnisse hatten jene Krankenhäuser, die klare formale Pandemiepläne hatten Strukturierte Patienten- und Eingriffspriorisierungsprotokolle.
00:06:12: Und auch reservierte OP Kapazitäten, und reservierte Betten für die Chirurgie.
00:06:19: Und die insgesamt einen gut organisierten präoperativen Ablauf – also ein prä-operatives Assessment hatte – war's gut lief!
00:06:29: Kurz gesagt also Vorbereitung war in dem Fall alles.
00:06:33: Und jetzt lasse ich mal unseren Experten Karagianides zu Wort kommen.
00:06:37: Der erläutete nämlich auch was es mit diesem Preparedness Index auf sich hat, der sagte das kam aus einer vorangegangenen Studie.
00:06:44: da haben nämlich die Forscher in einen Score entwickelt wie gut eine Klinik vorbereitet sein kann für eben Elektive und auch Notfallchirurgische Eingriffe.
00:06:53: und diese Grundidee findet er wirklich sehr gut dass es einen validierten Preparednes Index gibt.
00:07:01: Und weiter sagt er gut, wir haben jetzt gesehen aktuelle Studien.
00:07:05: Je besser man vorbereitet ist, desto niedriger ist die Sterblichkeit.
00:07:08: und die gute Nachricht dabei fand er dass das unabhängig davon galt ob es sich um Low, Mittel oder High-Income Länder handelte.
00:07:17: noch mal zur Erinnerung Das war ja international hundert Länder Da die in der Studie betrachteten weltweiten Gesundheitssysteme so unterschiedlich sind, sagt ihr allerdings auch kann man das nicht einfach so auf Deutschland übertragen.
00:07:28: Man kann also nicht einfach anhand eines Scores jetzt sagen dass Krankenhaus A in Deutschland bestimmt besser ist in dieser Situation als Krankenhaus B. Zum Ergebnis sagt er auch für ihn handelt es sich zwar nur um eine Assoziation aber Da die Studie methodisch sehr gut gemacht ist und die Daten gut sind, kann man auch davon ausgehen dass eine bessere Vorbereitung eines Krankenhauses wirklich mit einer geringeren Sterblichkeit einhergeht.
00:07:53: Und diesen Preparedness-Index kann man offenbar auch bei anderen Großschadenslagen anwenden.
00:07:58: Das hat diese andere zitierte Studie, die er eben schon erwähnte nahegelegt.
00:08:03: Wobei man auch sagen muss das Problem in der medizinischen Versorgung ist eigentlich nie das kurzzeitige Auftreten eines Notfallereignisses.
00:08:11: Da nannte er zum Beispiel das Flugumgluck damals in Rammstein.
00:08:15: Da sind ja Großkliniken darauf vorbereitet und auch schnell einsatzbereite.
00:08:19: Ich erinnere mich selbst an die MANV-Übungen, also den Massenanfall an Verletzten.
00:08:25: Da gab es regelmäßig Fortbildung zu, da gab's sogar diese Rollenspiele, dass man dann wirklich Patientinnen-Patienten, Schauspielende verarzt und reagieren musste.
00:08:36: Das können wir!
00:08:38: Aber er bewohnte zum Problem wird eben diese lange Dauer einer Großschadenslage wie in der Pandemie.
00:08:45: Und die Lehrend, die er aus der Pandemie-Zeit ziehen würde, waren.
00:08:51: Dass es wichtig ist in Kliniken interprofessionelle und interdisziplinäre Teams vorzuhalten.
00:08:57: Notvoll Pläne ausarbeiten, damit man weiß wie man mit welchen Betten umgehen soll – nicht erst in der Sekunde entscheiden müssen!
00:09:05: Und dass wir natürlich auch Bereiche vorhält für Patienten, die nicht von dieser Situation getroffen sind oder der jeweiligen Großschadenslage.
00:09:15: Daher betont er auch, es ist natürlich besonders wichtig, dass in ruhigen Phasen wie jetzt gerade zu tun sich auf Ausnahmesituationen jetzt vorbereiten wo die Zeit da ist.
00:09:25: Sinnvoll sind Simulationen in seinen Augen wie zum Beispiel Stromausfälle, siehe Berlin hatten wir erst bis hin zur Großübung mit ihm verletzten oder auch infizierten Patientinnen Patienten und anhand dieser Übungen können dann die Notfallpläne evaluiert werden oft über die Sektorengrenzen hinweg.
00:09:49: Und das ist letztendlich auch schon unser Schlusswort, die Studie hat gezeigt ja wir sehen es je besser vorbereitet desto besser sind einfach auch die Mortalitätsraten am Ende von den Kliniken.
00:10:01: und wichtig ist jetzt müsste man dran arbeiten.
00:10:08: Das war die Dosis Wissen für heute.
00:10:10: Ich danke euch fürs Zuhören und wenn sie euch gefallen hat, dann freuen wir uns immer über ein paar Sterne oder noch lieber über ein Paar
00:10:39: Kommentare!
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