Schaufensterkrankheit: Was bringt Früherkennung?

Shownotes

Millionen Menschen sind von einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit betroffen – viele, ohne es zu wissen. Die Erkrankung kann lange ohne typische Beschwerden verlaufen und wird deshalb oft erst spät erkannt. Die Folge: eine äußerst schlechte Prognose mit hoher Mortalität. Die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin und eine aktuelle Lancet-Serie fordern ein Screening von Risikogruppen. Zentral soll ein einfacher Test werden, der in der Hausarztpraxis durchgeführt werden kann. Dr. Dennis Ballwieser, Arzt und Chefredakteur der Apotheken Umschau, schätzt ein, wie sich die Früherkennung auf die Prognose auswirken könnte.

Für diese Folge haben wir gesprochen mit: Prof. Dr. med. Oliver J. Müller

Stand: 28. Oktober 2026

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Quellen und nützliche Links

Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt.


Das Team hinter „’ne Dosis Wissen“:

Hosts: Dennis Ballwieser, Laura Weisenburger;
Autor:innen: Jana Hauschild, Christian Heinrich, Johanna Heuveling, Felix Kunz, Vincent Suppé, Klaus Wilhelm, Christian Wolf;
Redaktion: Sina Metz, Kareen Seidler;
Chefredakteur: Dennis Ballwieser;
Postproduktion: BEBE Medien GmbH


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Transkript anzeigen

00:00:03:

00:00:04: Die perifäre arterielle Verschlusskrankheit bleibt oft lange unbemerkt.

00:00:09: Typische Beinschmerzen fehlen bei vielen Betroffenen, die Prognose bei späterkannte Erkrankungen ist schlecht.

00:00:17: Eine Früherkennung bei RisikopatientInnen soll das ändern!

00:00:26: Guten Morgen und willkommen zu eine Dosis Wissen dem täglichen Podcast für das Gesundheitswesen.

00:00:31: Eine Dosis Wissen gibt es werktags ab sechs Uhr in der Früh.

00:00:34: In kompakten zehn Minuten.

00:00:35: Ich bin Dennis Balwiser, ich bin Arzt und Chefredakteur der Apothekenumschau.

00:00:39: Heute ist Mittwoch Der achtundzwanzigste Oktober.

00:00:42: zwei tausend sechsund zwanzig

00:00:45: Ein Podcast

00:00:46: von Gesundheit

00:00:47: hören.

00:00:49: apothekenumschau pro.

00:00:52: Was bringt die Früherkennung bei Periphera arterieller Verschlusskrankheit?

00:00:57: Darum ging es bei der zwarunvierzigsten Jahrestahrung der deutschen Gesellschaft für Gefäßcheologie- und Gefäsmedizin Und außerdem ist dazu im September eine Serie im Lancet erschienen.

00:01:07: Wir haben darüber mit Oliver Müller gesprochen, er ist Internist und der Direktor der Klinik für Innere Medizin V am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein.

00:01:17: Seine Einschätzung?

00:01:18: Mein Fazit ist Risikogruppen gezielt untersuchen aber gleichzeitig wissenschaftlich berufen ob das wirklich so viel bringt wie wir hoffen.

00:01:26: Hol euch euren ersten Kaffee des Tages!

00:01:34: Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, der PAVK sind insbesondere die Schlagalern in den Beinen krankhaft verengt.

00:01:44: Dabei kommt es nach einer definierten G-Strecke zu Muskelschmerzen in den beinen was die Patientinnen häufig beim Gen zu Pausen zwingt.

00:01:53: ihr kennt das aus der Ausbildung oder dem Studium.

00:01:56: daher kommt der Name Schaufenster Krankheit.

00:01:59: Im frühen Stadion gibt es zwar bereits Gefäßverengungen, die durch Blutung reicht aber noch aus um Muskeln und Gewebe genügend zu versorgen.

00:02:09: Die Betroffenen sind noch beschwerdefrei.

00:02:12: Ist die Erkrankung dagegen schon fortgeschritten?

00:02:15: Dann kann sie die Mobilität und Lebensqualität ganz erheblich einschränken und die Gliedmaßen auch nachhaltig schädigen – das geht bis hin zur Amputation Und dann wird die Erkrankung irgendwann auch lebensbedrohlich.

00:02:29: Risikofaktoren sind die typischen Rauchen, Blutdruckdruck und Diabetes.

00:02:34: Es gibt eine Analyse der Daten zur globalen Krankheitslast, die hat ergeben das im Jahr für mehr als dreihundert Millionen Menschen im Alter von ab fünfundzwanzig Jahren mit der PAVK leben!

00:02:49: Weltweit steigt die Prävalenz, das ist vor allem auf demografische Veränderungen und Trends bei den Risikofaktoren zurückzuführen.

00:02:58: Dafür führen insbesondere weltweit das Rauchen und der Diabetes.

00:03:03: Dieses Jahr ging es schwerpunktmäßig um die PAVK bei der zweieinvierzigsten Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchorologie- und Gefäsmedizin Und wie gesagt hat auch der Lancet in drei Beiträgen zu dem Thema die Diagnose, das Screening und die Therapie sowie die globale Bedeutung der Erkrankungen herausgestellt.

00:03:25: Wir haben uns den ersten Review dieser Serie im Lancet herausgepickt – wir verlinken den natürlich in den Show-Notes –.

00:03:31: darin betonen die Autorinnen dass in Forschung Leitlinien und öffentlicher Wahrnehmung bislang vor allem Herzinfarkt und Schlaganfall im Mittelpunkt stehen die Bedeutung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit aber unterschätzt werde.

00:03:46: Sowohl die DGG in Deutschland als auch der internationale Review betonen, Menschen mit einer peripheren artereellen Verschlusskrankheit bleiben häufig viele Jahre lang – oft sogar Jahrzehnte – symptomfrei und werden in der Regel erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankungen

00:04:03: diagnostiziert.".

00:04:04: Dabei zeigt sich anhand der Daten der Hamburg City Health Study, wie häufig eine unerkannte PAVK auch in Deutschland sein könnte.

00:04:13: In dieser bislang einzigen bevölkerungsbezogenen Screening-Studie hatte rund ein Viertel eine PAVk.

00:04:21: Oliver Müller vergleicht die PAV k mit einem Eisberg mit einem nicht sichtbaren Teil unter der Oberfläche?

00:04:28: Er sagt dazu

00:04:30: Häufig ist das so, dass wenn man eben die PAVK sehr spät erkennt dann ist die Prognose problematisch und teilweise schwieriger als bei vielen Krebserkrankungen.

00:04:40: Und hier muss man sagen hat der Lancet Artikel da sein Verdienst?

00:04:44: Er macht ihn diesen unsichtbaren Teil des Eisbergs sichtbar, er weist darauf hin, dass wir eben auch unter der Oberfläche sozusagen gucken mussten.

00:04:53: Eine späte Diagnose hat Folgen und bedeutet eine schlechte Prognose.

00:04:57: Bei fortgeschrittener PAVK liegt laut dem Review die fünf-Jahres-Mortalität bei etwa dreißig bis fünftig Prozent.

00:05:06: Die DGG und auch die AutorInnen des Reviews wollen ausdrücklich Hausärztinnen und Internistinnen für eine frühe Diagnostik erreichen, Der DGG geht es dabei um ein risikopasiertes Früherkennungsangebot.

00:05:19: Menschen mit Risikofaktoren sollten gezielt beraten und mittels knöchelarmem Index untersucht werden, das ist sein einfacher schmerzloser Test.

00:05:29: Dabei wird der Blutdruck am Fußknöcheln mit dem Blut druck am Oberarm ins Verhältnis gesetzt, Werte unter Null Komma Neun deuten auf verengte Becken oder Beinarterien hin.

00:05:39: Das schätzt unser Experte Oliver Müller so ein... Das

00:05:42: ist eine sinnvolle Empfehlung, auch die europäischen und amerikanischen Leitlinien gehen in diese Richtung.

00:05:50: Wobei man ehrlicherweise halt sagen muss das haben wir auch in der deutschen Leit Linie interdisziplinär so festgestellt.

00:05:57: Der Nützen eines solchen Tests ist leider nicht durch gute Studien belegt und die Untersuchung also der Test alleine hilft noch niemandem.

00:06:05: Das nützt nur was wenn man dann auch entsprechend handelt.

00:06:08: Das heißt, wenn man diesen ernötigten ABI als Hinweis auf eine PAVK anzieht und dann auch entsprechend eben dann Konsequenzen zieht.

00:06:18: Also Nikotinstopp, Bewegung, eventuell Medikation zur Einstellung des Bluthochdruckes oder der erhöhten Cholestrinwerte.

00:06:27: Und damit das gelingt sollte die Messung dort stattfinden wo die Menschen ohnehin sind nämlich in der Hausarztpraxis.

00:06:35: Oliver Müller hat da Die Abkürzung für Einkel Brachial Index benutzt, also das internationale Kürze für den Knöchelarm-Index ABI.

00:06:47: Es geht um eine verbesserte Frühdiagnose und entsprechende Behandlung und die Umstellung der Patientinnengewohnheiten.

00:06:55: Dazu sagt Oliver Müller.

00:06:56: Hier müssen wir ehrlich sein.

00:06:59: es ist sehr wahrscheinlich aber nicht bewiesen.

00:07:01: Wir wissen, dass die Behandlung an sich wirkt.

00:07:04: Also Nikotinstopp-regimästige Bewegung, Cholesterinsenker, Blutdruckeinstellungen – das alles senkt als Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und auch Amputation.

00:07:15: Es gibt sogar eine Auswertung von Krankenkassen-Daten, die zeigen, dass Menschen bei denen die PAVK schon vor der ersten Krankenausbehandlung bekannt war, den ging es hinterher besser.

00:07:25: Hier hat mir bessere Prognose.

00:07:26: Das ist aber eine Beobachtung und kein Beweis!

00:07:29: Damit ist denke ich die Stoßrichtung, die die Internistinnen hier einschlagen klar.

00:07:35: Es geht darum dass die PAVK grundsätzlich früher erkannt wird das man RisikopatientInnen herausfiltert und dass man dann durch ein frühzeitiges therapeutisches eingreifen hoffentlich die Prognose verbessern kann.

00:07:52: Allerdings fehlen uns tatsächlich noch Daten dazu, inwiefern uns das frühere diagnostische eingreifen und dann die frühe therapeutische Intervention wirklich die Daten langfristig verbessern können.

00:08:09: Das war eine Dosis Wissen für heute!

00:08:11: Die nächste Folge gibt's morgen ab sechs Uhr in der Früh überall da wo ihr Podcast hört Und wenn ihr bis dahin noch ein paar Minuten Zeit habt Dann lege ich euch unseren Podcast endlich sechzig ans Herz.

00:08:23: Meine Kollegin Anne Berbel-Köhler aus der Chefredaktion der Apotheken Umschau und Brigitte Huber, die ehemalige Chefredakteurin der Brigitte sprechen in diesem Podcast gemeinsam mit Expertinnen und Experten über das Alter werden.

00:08:36: In den letzten Folgen ging es zum Beispiel um Partnerschaften im besten Alter und die Frage wie man es mit dem Smartphone im Alter hält – sehr unterhaltsam und lehrreich.

00:08:48: Endlich sechzig geht es ebenfalls überall wo ihr Podcast findet und auch dieser Podcast ist für euch natürlich kostenlos.

00:08:54: Danke, dass ihr eine Dosis wissen

00:09:12: wird!

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