Menopause: Plötzlicher Umbruch statt schleichendem Wandel?

Shownotes

Die Wechseljahre gelten als Übergangsphase, in der sich der Körper allmählich auf das Ende der Fruchtbarkeit einstellt. Nun zeichnet eine große Studie ein anderes Bild: Rund um die letzte Menstruation verändern sich zahlreiche Laborwerte offenbar schlagartig – vom Knochen- und Fettstoffwechsel bis zur Leberfunktion. Außerdem werden gesundheitliche Probleme ab der letzten Menstruation häufiger. Dr. Laura Weisenburger, Ärztin und Redakteurin der Apotheken Umschau, stellt die Studienergebnisse vor und ordnet ein, wie sinnvoll eine Prävention etwa in Form von Hormonpräparaten wäre.

Für diese Folge haben wir gesprochen mit: Prof. Dr. med. Ludwig Kiesel

Stand: 4. November 2026

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Quellen und nützliche Links

Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt.


Das Team hinter „’ne Dosis Wissen“:

Hosts: Dennis Ballwieser, Laura Weisenburger;
Autor:innen: Jana Hauschild, Christian Heinrich, Johanna Heuveling, Felix Kunz, Vincent Suppé, Klaus Wilhelm, Christian Wolf;
Redaktion: Sina Metz, Kareen Seidler;
Chefredakteur: Dennis Ballwieser;
Postproduktion: BEBE Medien GmbH


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Transkript anzeigen

00:00:03: Gesundheit hören.

00:00:04: Ich bin ganz ehrlich, als ich die Stichworte zu der heutigen Folge gesehen habe und die Fragen, die sich daraus auftun, muss sich schon arg mit den Augen rollen!

00:00:14: Ja?

00:00:15: Also meine Pause hat mehr Einfluss als nur auf den Hormonhaushalt.

00:00:19: ja-deh hättet ihr mal die Frauen gefragt in den letzten zweihundert, dreihundert Jahren.

00:00:24: Die hätten euch das sehr wirklich gut erzählen können.

00:00:28: Und jetzt gibt es auch Daten dazu.

00:00:30: eine große Studie Belegt das, dass es wohl abrupte körperliche Veränderungen gibt und die auch mehr gesundheitliche Probleme mit sich bringen?

00:00:40: Surprise, surprise!

00:00:41: Wer hätte das gedacht.

00:00:43: Aber ich muss schon ein bisschen bitter auflachen wenn die Frage kommt ja könnten wir hier dann nicht auch was mit Prävention machen.

00:00:51: Schön, dass wir uns zumindest die Frage jetzt stellen.

00:00:55: Für mich und alle davor kommende Generationen ist es ein bisschen zu spät, aber vielleicht profitiert ja meine Tochter später noch von.

00:01:05: Guten Morgen!

00:01:06: Willkommen zu einer Dosis Wissen.

00:01:08: Ihr hört den täglichen Podcast für das Gesundheitswesen.

00:01:11: uns gibt's jeden Werktag ab sechs in der Früh in schnell zehn Minuten mit einem Thema vor euch.

00:01:18: mein Name ist Laura Weisenburger ich bin Ärztin und wissenschaftliche Redakteurin bei der Apothekenumschau Und heute ist Mittwoch der vierte November Und wir schauen uns heute eine Studie an, die sich wiederum die körperliche Dynamik rund um die letzte Menstruation angeguckt hat.

00:01:42: Erschienen ist sie in Nature Medicine im Oktober, und ihr findet sie natürlich verlinkt.

00:01:50: Und wir haben auch darüber geredet mit Ludwig Kiesel, er ist Seniorprofessor an der Klinik für Frauenheitkunde und Geburtshilfe am Universitätsklinikum in Münster.

00:02:01: Vielleicht merkt ihr schon, das ist ein emotionales und persönliches Thema für mich!

00:02:06: Ich brühe mir jetzt einen nerven Tee auf – dann können wir uns das hoffentlich in Ruhe anschauen.

00:02:17: Warum ist das eigentlich ein so großes Problem für so viele Menopause, menopausale Beschwerden?

00:02:24: Na ja.

00:02:25: Ihr wisst alle was die Hormonen da machen.

00:02:26: nicht jede Menge Mist auf jeden Fall und spielen sie mich verrückt!

00:02:30: Und unser Problem ist wir haben sexuelle Hormonrezeptoren in fast allen menschlichen Geweben.

00:02:36: Das heißt also... Wo genau die Hormone dann wirken und diese Dynamiken, die sie damit bringen – das lässt sich zum einen schlecht vorhersagen.

00:02:44: Und zum anderen wirkt es sich natürlich weit über die Fruchtbarkeit hinaus auf ganz viele physiologische Systeme aus!

00:02:52: Und bis jetzt gibt's schon ein paar Untersuchungen durchaus auch prospektiv in Korten?

00:03:02: Aber bis jetzt umfasten die immer nur eine kleine Auswahl an Laborparametern.

00:03:07: Und begleiteten die Probandinnen auch nur wenige Jahre vor der letzten Menstruation.

00:03:11: und wir wissen ja inzwischen, die Menopause beziehungsweise Perimenopause muss man ja eigentlich sagen dauert gerne auch mal zehn, fünfzehn Jahre fängt vielleicht Anfang vierzig an geht bis in die späteren Fünfziger hinein.

00:03:25: das heißt also da muss eigentlich die Betrachtungzeit viel viel länger gewählt werden.

00:03:31: Und eine Annäherung hat jetzt also versucht, diese Studie in Nature Medicine.

00:03:36: Da wollte das Team genauer wissen, sorgt denn die Menopause wirklich für plötzliche körperliche und physiologische Veränderungen?

00:03:46: Oder sind es Dinge, die sich langsam über Jahre hinweg abspielen?

00:03:52: Dafür hat das Team sich zwei sehr große Datensätze geschnappt.

00:03:56: Einmal aus den USA, den National Health and Nutrition Examination Survey.

00:04:02: Das ist eine querschnittliche bevölkerungsbezogene Gesundheitsstudie die auch Labor-Tests beinhaltete von und einen Datensatz aus Israel von einem Krankenversicherer Aus den Jahren, aus dem Jahr und auch hier waren Labor-Tests dabei.

00:04:26: Die wurden dann eher querschnittlich ausgewertet worden.

00:04:30: Das war ein bisschen konstruierter.

00:04:33: Insgesamt kam das Team auf mehr als dreihundert Millionen Laborentauschungen.

00:04:39: Da sprechen wir wirklich von der ordentlichen Korte.

00:04:42: Untersucht wurden neunzig Laborparameter aus unterschiedlichen physiologischen Systeme.

00:04:50: Es tat sich aber leider auch schon ein methodisches Problem da auf, denn in den Datensätzen war der Zeitpunkt der letzten Menstruation nur für einen Teil der Frauen bekannt.

00:05:01: Im israelischen Datensatz wurde das gar nicht erfasst,

00:05:03: d.h.,

00:05:04: also das Team musste sich da ein bisschen behelfen und hat also einfach die Informationen, die wir über die Verteilung des Menopauseralters in der Gesamtbevölkerung haben, das rekonstruiert und auf die Datensätze angewendet, um das so ein bisschen zu simulieren.

00:05:22: Aber wir hören gleich noch mal unseren Experten Ludwig Kiesel zur Methodik.

00:05:27: Ja, das ist natürlich eine sehr hochrangig publizierte, sehr große Studie.

00:05:32: Das beinhaltet zwei große Gruppen an Frauen, die untersucht worden sind mit einem riesigen Zahl von Laboruntersuchungen.

00:05:43: Das ist neu dabei so ausgewertet, dass der letzte Periodenzeitpunkt die sogenannte Menopause diesen Wert genau zugeordnet wird.

00:05:54: Aber auch er sieht da gleich auf den ersten Blick gewisse Limitationen wie er uns erklärt hat.

00:06:00: Zunächst mal sind es zwei ganz verschiedene Gruppen.

00:06:03: das eine ist in USA und das andere ist in Israel und das Letzere is ja anhand von Daten von einer Versicherung.

00:06:11: Es ist auch komplett anders erhoben, die beiden und letztendlich nicht richtig prospjektiv.

00:06:17: Das ist natürlich sehr schwierig über so einen langen Zeitraum aber trotzdem ist es dann immer mit bestimmten Schwächen verbunden.

00:06:25: Aber jetzt gucken wir erst mal drauf was kam denn raus?

00:06:27: Bei mehr als fünfzig der untersuchten Laborparameter stieß das Team auf statistisch signifikante und zwar sprunghafte Veränderungen rund um die letzte Mensis.

00:06:40: Davon waren vor allen Dingen der Knochenstoffwechsel betroffen, Leberfunktion und auch der Fettsstoffwechsel.

00:06:46: Verglichen mit Männern zeigte sich in dem entsprechenden Alter keine solche abrupter Schift wie man es da gesehen hat.

00:06:56: Und überraschung, Überraschungen – das ist jetzt wieder ein bisschen ironisch, versuch mich gerade zurückzuhalten – die ersten hormonellen Veränderungen traten Allmählich zwar auf, aber viel früher als ursprünglich angenommen.

00:07:09: Teilweise bis zu fünfzehn Jahre bevor wir über die Menopause sprechen konnten.

00:07:15: zum Beispiel das Anti-Müller-Hormon da sank der Spiegel als Marker der ovariellen Reserve ziemlich beschleunigt also schon fünfzehnt Jahre vor der Menopause.

00:07:29: auch des FSH stieg beschleünigt an Also das verlickelstömmende Hormon und die Blutkonzentration von Oestrogen und Progesterone nahm ab.

00:07:38: Und ich hatte ja auch schon angedeutet, dass hat natürlich auch Konsequenzen, und zwar wirklich Krankheitskonsequenz, denn die Häufigkeit von einigen Erkrankungen wie z.B.

00:07:49: Herzinfarkt, Schlaganfall, Ostioporosel stieg ab der letzten Menstruation dann deutlich schneller an als zuvor.

00:07:58: Und Frauen, die eine Hormonersatztherapie bekamen, zeigten aber bei diesen Laborparametern, die da angeschaut wurden, geringere Veränderungen.

00:08:06: Das hatte also irgendeine Art von Effekt.

00:08:10: und natürlich stellte sich dann das Team die Frage ist angesichts dieser Zunahme vom gesundheitlichen Problem nach der Minupause eine Prävention vielleicht sinnvoll?

00:08:20: Das wollten wir auch von unserem Experten wissen!

00:08:23: Also man muss es natürlich belegen dass das tatsächlich auch in einer Studie, wo man etwas unternimmt.

00:08:29: Auch tatsächlich eine Bedeutung für die Frauen hat.

00:08:33: Das heißt, man müsste eigentlich meine weitere Studien zur Testung ansetzen aber... Hier sind ja viele Laborwerte untersucht worden, auch Krankheitsbilder.

00:08:43: Sodass man also durchaus als plausibel anzunehmen ist, dass es Sinn machen könnte nicht nur erst mit einsetzender Menopause sondern sogar etwas davor und sogar mehrere Jahre davor etwas zu unternehmen.

00:08:58: Und wir werden ja nicht die Dosis wissen wenn wir nicht genauer wissen wollten wie genau den die Prävention aussehen könnte was da dazu gehören müsste.

00:09:08: Also wenn man auf der Seite, was jetzt reine Hormonveränderung ist dann kann man natürlich unterschiedliche Hormonen präparate die es ja zum Teil natürlich heute schon gibt.

00:09:17: Die frühzeitig geben.

00:09:19: über die Dosis und Arten muss man natürlich das noch genau rausfinden.

00:09:23: also dass wäre sinnvoll und vielleicht auch bei bestimmten Gruppen von Frauen am ehesten.

00:09:29: Ja und da sind wir jetzt leider wieder so ein bisschen beim Einstieg nämlich Mir bringt das natürlich herzlich wenig.

00:09:37: Wir wissen jetzt, dass das ziemlich gut wäre, wenn man da irgendwas machen würde.

00:09:42: im Bevölkerungsdurchschnitt verändert sich mit Eintritt der Minupause extrem viel gerade in den Werten im Körper.

00:09:52: Es passiert schlagartig die Häufigkeit von gesundheitlich signifikanten Problemen nimmt dadurch auch deutlich zu und eigentlich könnte eine frühzeitige Prävention sinnvoll sein.

00:10:05: Für mich kommt's zu spät.

00:10:06: Meine Tochter ist jetzt zwölf Jahre, vielleicht hat die ja Glück und in vierzig Jahren ungefähr wissen wir da mehr.

00:10:13: Fingers crossed!

00:10:17: So, damit ich aber nicht auf einem so sakastischen Tonende möchte, möchte ich euch noch The Sex Gaps ans Herz legen.

00:10:25: Dieser Podcast, den wir hier schon einige Male empfohlen haben von Gesundheit hören, der beschäftigt sich mit dem wichtigen Thema geschlechtergerechtere Medizin.

00:10:37: Da spricht nämlich meine Kollegin Cari Kunge mit Expertinnen und Experten, wie eine gender-sensible Medizin für alle funktioniert.

00:10:45: Und da auch wirklich was bewirken kann!

00:10:50: Vielen Dank fürs

00:11:08: Zuhören!

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