Frauengesundheit: Ein Gespräch mit Annette Hasenburg

Shownotes

Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Dazu passend steht in dieser Spezialfolge Frauengesundheit im Mittelpunkt. In den letzten Jahren ist die Gynäkologie über den sogenannten „Bikinibereich“ hinausgekommen und Themen wie Dysmenorrhoe, Endometriose oder die Wechseljahre sind auch politisch mehr in den Fokus gerückt. Trotzdem gibt es noch viel zu tun, denn auch andere wichtige Themenfelder verdienen mehr Aufmerksamkeit: Prävention, die sprechende Medizin und langfristige Nachkontrollen, z. B. bei Gestationsdiabetes. Darüber spricht Dr. Laura Weisenburger, Ärztin und Redakteurin bei der Apotheken Umschau, mit Prof. Dr. Annette Hasenburg, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauengesundheit der Universitätsmedizin Mainz.

Diese Folge wurde am 27. Februar 2025 aufgezeichnet.

Quellen und nützliche Links

Artikel: Die langsame Revolution in der Frauenheilkunde

Das Team hinter „’ne Dosis Wissen“:

Hosts: Dennis Ballwieser, Laura Weisenburger;

Autor:innen: Jana Hauschild, Christian Heinrich, Johanna Heuveling, Vincent Suppé, Klaus Wilhelm, Christian Wolf;

Redaktion: Sebastian Brodkorb, Jessica Roth, Kareen Seidler;

Chefredakteur: Peter Glück;

Postproduktion: BEBE Medien GmbH

[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer aktuellen Werbepartner findet ihr hier: https://www.apotheken-umschau.de/podcast/partner

Transkript anzeigen

DR. LAURA WEISENBURGER

Morgen ist der achte März und was ist das für ein Feiertag? Nicht schummeln jetzt. Es ist internationaler Frauentag und wer jetzt an der Stelle sagt, aber das brauchen wir doch alles inzwischen gar nicht mehr und schon lange gleichberechtigt, dem empfehle ich mehrere Dinge. Nummer eins, beim nächsten Apothekenbesuch nehmt euch die aktuelle Ausgabe der Apotheken Umschau mit. Da haben wir das großartige Titel Gynäkologie in Deutschland, wo wir stehen. Da sieht man sehr schnell, dass wir da noch eine Menge Baustellen haben und zweitens schaut euch doch das Foto an, was gerade eben erst veröffentlicht wurde bei den Koalitionsverhandlungen aus Berlin. Wie viele Frauen saßen da gleich noch mal mit am Tisch? Ah ja, richtig, genau, null. Deshalb haben wir uns eine ganz wichtige Frau für die Gynäkologie in Deutschland heute zu einer Dosis Wissen Spezialfolge eingeladen. Ich spreche mit Professor Annette Hasenburg. Sie ist Gynäkologin und Psychotherapeutin und Direktorin der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauengesundheit der Universitätsmedizin Mainz, aber zusätzlich leitet sie auch die Taskforce Psychoonkologie, der ESGO, das ist die European Society of Gynecological Onkology, ist Vorständin der ISG, des Informationszentrums Sexualität und Gesundheit des Universitätsklinikums in Freiburg und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie.

SPRECHER

’ne Dosis Wissen, der Podcast für Health Professionals

DR. LAURA WEISENBURGER

Und an der Stelle darf ich mich auch einmal kurz vorstellen. Ihr habt eingeschaltet bei der Dosis Wissen, dem täglichen Podcast für das Gesundheitswesen. Mein Name ist Laura Weisenburger, ich bin Ärztin und wissenschaftliche Redakteurin im Team der Apotheken Umschau und eigentlich ist die Dosis Wissen ja wirklich nur eine kleine Dosis. Jeden Tag kompakte zehn Minuten zu einem wichtigen Thema aus dem Gesundheitswesen, aber heute eben eine Spezialfolge. Das heißt, die ist auch länger.

Ihr dürft euch da ein bisschen mehr Zeit für nehmen. Wir haben das Gespräch am Donnerstag, den 27. Februar aufgezeichnet und ihr hört die Folge vom 7. März.

SPRECHER

Ein Podcast von gesundheit-hören und Apotheken Umschau Pro

DR. LAURA WEISENBURGER

Und jetzt bleibt mir nur noch zu sagen, schnappt euch eine große Tasse Kaffee, eine halbe Kanne, wenn ihr Lust habt oder einen schönen heißen Tee, lehnt euch zurück und viel Spaß beim Zuhören.

So, Frau Professorin Hasenburg, willkommen in unserem Podcast ’ne Dosis Wissen. Ganz wunderbar, dass Sie Zeit gefunden haben, da ins Gespräch mit uns zu kommen, das freut mich sehr. Wir wollen heute ein bisschen über die Gynäkologie sprechen, beziehungsweise gar nicht unbedingt ein bisschen, sondern gerne ein bisschen mehr. Der Weltfrauentag steht ja vor der Tür.

Die Folge erscheint einen Tag genau davor, am Freitag und mir ist in meiner Arbeit in der Redaktion in den letzten paar Wochen, aber auch so im Verlauf, in Vorbereitung auch auf die Folge aufgefallen. Ich bin ja auch Medizinerin, Ärztin, hab lange in der Bauchchirurgie gearbeitet, dass ich in meinem Studium rückblickend fast schon mich 'n bisschen erschrocken habe, dass einige gynäkologische Themen, die ich jetzt immer wieder auf dem Tisch habe, die ich eigentlich als sehr brennend empfinde, damals gar nicht als so vernachlässigt wahrgenommen habe. Also das erschreckt mich son bisschen im Nachhinein, dass ich … Damals war das so, ja, ja, das ist okay, Schmerzen sind ganz normal bei der Periode oder ne, so paar Stichworte, wo ich heute sage, Mensch, das würde man völlig anders inzwischen wahrnehmen. Gab's bei Ihnen im Laufe Ihrer gynäkologischen Karriere da auch einen Moment, son Aha-Effekt, wo Sie gesagt haben, boah, das das haben wir völlig übersehen oder sehr lange übersehen, das ist aber doch total wichtig?

PROF. DR. ANNETTE HASENBURG

Ja, vielen Dank, Frau Weisenburger. Ich freue mich sehr, hier heute bei Ihnen sein zu dürfen. Sie wissen, das Thema Frauengesundheit ist mir extrem wichtig. Ich leite ja auch die Klinik für Frauengesundheit in Mainz, der UM, also der Unimedizin. Und unsere Mission ist tatsächlich, Frauen leben stärken.

Und von daher ist das genau das richtige Thema. Ganz herzlichen Dank. Und wenn ich an das erste Aha-Erlebnis denke, ich glaube, dann sind das die Patientinnen mit schweren Periodenschmerzen, also mit der Dysmenorrhoe. Die Endometriose ist ja irgendwie so ein Chamäleon, was lange Jahre irgendwie vernachlässigt wurde. Und noch von meiner Mutter kenne ich einfach, ja, eine Frau hat halt Schmerzen während der Periode und das ist so.

Und man hat das gar nicht als besonderes Problem wahrgenommen. Und wir wissen, die Endometriose ist etwas, ja, eine Erkrankung, die sehr viele junge Frauen betrifft, die dazu führt, dass auch viele Arbeitnehmerinnen nicht zur Arbeit gehen können oder nicht zur Schule gehen können, die auch eine große, ja, finanzielle Auswirkung hat, aber vor allem auch für die Frauen selber. Wir sehen Leidenszeiten von fünf, sechs, sieben Jahren, bis überhaupt die Diagnose ins Spiel kommt und wir die Frauen dann auch entsprechend untersuchen und behandeln können. Und ich glaube, da hat sich ein wirklich ganz, ganz großer Bewusstseinswandel durchgesetzt, dass Schmerzen bei der Periode nicht normal sind, sondern dass wir schauen müssen, was gibt es für Ursachen? Wie können wir den Patientinnen helfen? Und auch da hat sich unser Armamentarium, also unsere Möglichkeiten, den Frauen zu helfen, sehr stark erweitert. Es gibt jetzt hormonelle Therapien, wir sind aber auch minimalinvasiv, also operativ in der Lage, den Frauen viel besser zu helfen und vor allem aber auch die Diagnostik ist besser geworden. Es ist nicht immer sofort die Bauchspiegelung, sondern jetzt beispielsweise auch der Kernspinn, das MRT, mit dem wir unseren Frauen weiterhelfen können und in der Routine natürlich die Sonographie, wir sind hier sehr viel besser geworden. Der Ultraschall in Kombination mit der gynäkologischen Untersuchung hilft uns in vielen Fällen schon sehr viel weiter, wenn wir einfach nur daran denken.

DR. LAURA WEISENBURGER

Mhm. Jetzt haben Sie quasi meine nächste Frage schon fast ein bisschen vorweg genommen, denn wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, das war für Sie so, ja, wenn man fast sagen kann, 'n fachliches Highlight, diese geänderte, veränderte Wahrnehmung, Periodenschmerzen sind bitte nicht normal, bitte auch eben der Appell an die Patientinnen, an die Betroffenen zum Frauenarzt, zur Frauenärztin gehen, sich untersuchen lassen und da schauen, was dahintersteckt. Gibt's für Sie noch andere Punkte, wenn man jetzt so die letzten, sagen wir mal, vielleicht zehn, zwanzig Jahre betrachte,t in der Gynäkologie? Gibt's vielleicht noch ein oder zwei weitere Punkte, wo Sie sagen, Mensch, da haben wir Riesenschritte gemacht? Da hat sich total viel geändert?

PROF. DR. ANNETTE HASENBURG

Da gibt's tatsächlich sehr, sehr viel. Ich würde das noch mal in zwei Gruppen einteilen.

DR. LAURA WEISENBURGER

Ja, gerne.

PROF. DR. ANNETTE HASENBURG

Um jetzt persönlich zu sprechen.

DR. LAURA WEISENBURGER

Sehr, sehr gerne.

PROF. DR. ANNETTE HASENBURG

Das Thema das Thema Wechseljahre. Also das war früher einfach, das ist so. Aber wie viele verschiedene Komponenten damit verbunden sind, das war mir in der Dimension gar nicht so klar, tatsächlich. Also wir unterscheiden ja jetzt heute auch nicht nur vor den Wechseljahren und nach den Wechseljahren, sondern wir wissen gerade, dass diese perimenopausale Zeit extrem wichtig ist, dass das die Zeit des Umbruchs ist, die Phase der Frau, in der die höchste Rate an Depressionen beispielsweise auftritt und die Symptome zwischen Wechseljahren und Depressionen auch gar nicht so einfach zu unterscheiden sind. Ich hab jetzt gerade eine Doktorandin, die anfängt, da auch zu forschen, was sind die Symptome und wie kann man die Frauen bestmöglich, ja, beraten, behandeln? Was gibt es für Optionen?

DR. LAURA WEISENBURGER

Das ist ja auch, wenn ich da kurz einhaken darf, erstaunlich. Sie sagen, sie beginnt da ihre Forschung. Das heißt also, die Forschung steckt bei einem Phänomen, was uns ja, also die Frauen, Menschen mit Uterus, seit Jahrhunderten beschäftigt, ja, das gibt es ja schon länger als jetzt eben seit fünfzig Jahren. Da muss noch ganz viel geforscht werden. Da sind wir noch am Anfang.

PROF. DR. ANNETTE HASENBURG

Ja, wir haben jetzt alle möglichen Arbeiten. Welche Auswirkungen haben die Wechseljahre am Arbeitsplatz? Wie könnte man die Frauen dort besonders unterstützen, dass sie zum Beispiel unter ihren Symptomen nicht so leiden, ja? Ganz einfach, wir haben zwei Sekretärinnen, die eine ist jung und der ist immer kalt, die andere ist in den Wechseljahren, der ist immer heiß.

Also was machen wir jetzt? Das ist 'n ganz profanes Beispiel. Aber es gibt einfach sehr viele Dinge, weil die Frauen sich ja auch oft dann in einer Lebensphase befinden, die sich ändert. Die Kinder sind aus dem Haus, man sucht nach neuer Identität, neuen Aufgaben. Und dann kommen die körperlichen Symptome dazu in einer Zeit, wo man denkt, Mensch, ich möchte doch eigentlich noch jung und attraktiv aussehen, aber man hat dann Schwierigkeiten, das Gewicht zu halten, vielleicht sich auch so körperlich aktiv zu betätigen, wie man gerne möchte. Und das ist ein komplettes Paket, in der die Frauen eigentlich beraten werden müssen, ja? Hormonell, wir können die Frauen sehr gut unterstützen. Ich bin großer Fan der Hormonersatztherapie, weil ich denke, wir Frauen sollen nicht nur überdauern, sondern wir wollen überleben. Es ist nicht wie früher, wir haben unsere reproduktiven Aufgaben erfüllt und das war's, sondern wir sind jetzt Frauen, die im Leben stehen, die etwas bewirken wollen, die Gestaltungsspielraum haben und dazu braucht man einfach seine körperliche Power. Und ich denke, da können wir medikamentös gut unterstützen, aber auch all das, was zu Lifestyle dazugehört, ja? Also von körperlicher Aktivität, Ernährung, Resilienz, Körperbild, Körperbewusstsein. Das sind Dinge, die uns in dieser Lebensphase sehr stark beschäftigen. Und dafür müssen wir einfach ein Bewusstsein entwickeln. Wir wollen das aktiv gestalten als Ärztinnen und Ärzte, aber eben auch als Frauen.

Und von daher ist es sehr, sehr wichtig, dass dieses Thema in die Öffentlichkeit kommt, diskutiert wird und dass man gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten sucht. Also wenn Sie mich fragen, das ist das Thema Wechseljahre.

DR. LAURA WEISENBURGER

Ja.

PROF. DR. ANNETTE HASENBURG

Ich weiß nicht, ob Sie darauf noch näher eingehen wollen …

DR. LAURA WEISENBURGER

Ja, mich mir fiel gerade auf, als Sie sagten, was alles mit dazugehört. Das ist ja auch viel mehr, als jetzt ich es vor, ja, ich muss jetzt auch zugeben, Studium ist auch schon knapp zwanzig Jahre her, fast, aber da beschränkte sich der Blick auf Menschen mit weiblichen Reproduktionsorganen ja wirklich auf den Bikinibereich, wie es immer so schön heißt. Das war ja wirklich noch so echte Bikinimedizin. Wir sprechen von der Mammae, wir sprechen vom Uterus, von den Genitalien und dazwischen gab es nicht viel. Also es war dann eben immer noch son bisschen ja gut, Frauen sind tendenziell anfälliger vielleicht für mentale Problematiken.

Das kam dann irgendwie in dem anderen Bereich dann noch mal vor, aber da geht die Medizin jetzt auch komplett anders ran, wenn ich das richtig verstehe, dass sie eben, Sie haben gerade gesagt, wir müssen viel ganzheitlicher denken, ja, es geht um Lifestyle, Ernährung, Bewegung, mentale Gesundheit, aber das alles gehört zum großen Komplex der Wechseljahre.

PROF. DR. ANNETTE HASENBURG

Ich bin sehr froh, dass Sie das so noch einmal aufgreifen, weil wissen Sie, das ist mein Herzensthema. Das ist nämlich die Prävention und ich glaube, gerade in den Zeiten der Wechseljahre fangen wir Frauen noch mal an, neu über uns nachzudenken, uns neu zu definieren. Und das ist eine fantastische Zeit, einfach noch einmal gute Lebensjahre zu gewinnen. Es geht uns ja nicht nur drum, dass wir länger leben, sondern dass wir vor allem diese Jahre auch richtig gut leben. Und ich hab letztens auf Instagram eine Frage gehört, die hat mich echt umgetrieben.

Da wurde gefragt, ich weiß nicht mehr, von wem das war. Jeder von uns wäre ja sicher bereit, wenn es die Entscheidung wäre, Sie oder Ihr Kind, Sie würden Ihr Leben für Ihr Kind opfern. Aber wie viel sind Sie bereit, einzusetzen, länger für Ihre Kinder zu leben oder für Ihre Enkelkinder zu leben oder selber besser alt zu werden? Und ich glaube, das ist die entscheidende Phase, in der wir sagen können, ich mein, es gibt ja jetzt ganz viele Themen, angefangen vom viszeralen, also vom Bauchfett bis zur körperlichen Aktivität. Oft wird vieles auf die Hormone geschoben. Aber ich kann einfach sagen, mit wirklich wenigen Dingen kann man sein Leben so aktiv gestalten, dass man noch gute, wirklich richtig gute Lebensjahre gewinnen kann, die man aktiv für sich, für seinen Partner, für seine Familie, für seine Enkelkinder gestalten kann. Und das ist mein Thema. Wissen Sie, ich bin eigentlich gynäkologische Onkologin. Und mein Ziel müsste es sein, dass meine Patientin gar nicht zu mir kommen. Sondern wir wissen, dass wir dreißig bis fünfunddreißig Prozent der Krebserkrankungen verhindern könnten durch eine Änderung des Lifestyles. Und dazu würde ich meine Frauen und meine Patientinnen gerne motivieren, dass wir sagen, Mensch, wir sind die Heldinnen unseres Lebens. Lasst uns das angreifen und sagen, okay, wir gestalten jetzt neu, wir nehmen all das in die Hand. Wir wollen körperlich aktiv sein. Wir müssen nicht viel Sport machen. Das sind schon wenige Stunden spazieren gehen beispielsweise, die unsere unseren Lifestyle verbessern und auch unser Karzinomrisiko reduzieren. Oder indem wir unsere Ernährung etwas umstellen, indem wir bewusster leben, wir können so viel tun, oder Alkohol ist jetzt ein großes Thema. Die WHO hat ja gesagt, es gibt keine untere Grenze mehr. Ich mein, man möchte natürlich auch den Lebensgenuss haben. Ich bin jetzt tatsächlich auch nicht jemand, der sagt überhaupt keinen Alkohol mehr. Aber dass man das bewusst genießt und in geringen Dosierungen, ja, dass es nicht einfach nur zum Alltag dazugehört, sondern zum Beispiel zum Wochenende, zum besonderen Genuss. Und ich glaube, dass wir in dieser Phase sehr viel tun können für uns, aber auch, indem wir es unseren Kindern und Enkelkindern, unseren Partnern, unseren Partnerinnen vorleben. Weil wir jetzt vielleicht in einer Phase sind, in der wir nicht mehr uns beruflich aufbauen müssen, sondern in der wir Zeit haben, über diese Dinge nachzudenken. Und von daher, glaube ich, sind die Wechseljahre eine unfassbare Chance für uns Frauen.

DR. LAURA WEISENBURGER

Und dann wollten Sie ja noch, das war das eine große Thema und Sie sagten aber, Sie haben noch einen zweiten großen Komplex, der für Sie auch so heraussticht.

PROF. DR. ANNETTE HASENBURG

Ja, das ist all das, was mit unserer Reproduktion zusammenhängt. Und ich möchte da einfach mal drei Beispiele nennen. Das PCO-Syndrom, also das Polyzystische Ovar-Syndrom, dann der Gestationsdiabetes und die Präeklampsie.

Weil alle drei würde ich als, sagen wir mal, Marker-Erkrankungen bezeichnen dafür, dass sich hinterher in unserem Leben etwas tut. Wir wissen für alle drei Erkrankungen, dass Patientinnen, die darunter leiden, später auch ein höheres Risiko haben für das metabolische Syndrom, für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, für Schlaganfälle, für Herzinfarkte. Und ich finde es wichtig, dass das in unser Bewusstsein kommt, dass beispielsweise eine Patientin, die in der Schwangerschaft eine Präeklampsie hat oder ein Gestationsdiabetes, ganz besonders nachverfolgt, nachkontrolliert werden muss, damit wir verhindern, dass sie später Erkrankungen bekommt, die ihr Leben wirklich einschränken. Und so ist es auch mit dem PCO-Syndrom. Von allem deshalb sind mir diese Erkrankungen so wichtig, weil sie Marker-Erkrankungen sind dafür, dass wir auf unsere Patientinnen besser aufpassen müssen.

DR. LAURA WEISENBURGER

Passiert aber aktuell noch nicht in der intensiven Form, wenn ich das jetzt so richtig … Also alle Erkrankungen, die Sie genannt haben, sind quasi alte Bekannte, dachte ich jetzt so spontan, ja, alles schon mal gehört, aber die Bedeutung, die das im weiteren Verlauf haben kann, das muss noch mehr in den Fokus rücken, wenn ich Sie jetzt richtig verstanden hab.

PROF. DR. ANNETTE HASENBURG

Absolut. Und zwar sowohl bei den niedergelassenen Frauenärztinnen und Frauenärzten als auch bei uns in der Klinik. Weil die Frage ist natürlich, wer kontrolliert eine Frau mit einem PCO-Syndrom langfristig nach? Geht sie regelmäßig zum Kardiologen? Geht sie regelmäßig zum Check ihrer Laborwerte? Oder eine Patientin mit Gestationsdiabetes.

Wer kontrolliert wirklich bei 'ner Patientin, die ja dann hinterher vielleicht gesund ist nach der Geburt, ob sich nicht vielleicht doch eine Insulinresistenz einstellt? Also da muss auch geklärt werden, ist dafür verantwortlich? Wer bezahlt das? Ja. Auch bei den Patientinnen mit Präeklampsie, wir entwickeln jetzt grade in Leitlinien auch Nachsorgepässe für Patientinnen, die diese Erkrankung, diese Markerläsionen sozusagen haben.

DR. LAURA WEISENBURGER

Die gibt es noch nicht. Also die gab es noch nicht. Das ist ja eine sehr dramatische Erkrankung am Ende einer Schwangerschaft.

PROF. DR. ANNETTE HASENBURG

Es gab es bisher noch nicht routinemäßig. Es wird von der Routine noch nicht routinemäßig eingesetzt. Aber es gibt jetzt Leitlinien, die darauf hinweisen und die auch möchten, dass es diese Pässe gibt, dass man beispielsweise Frauen mit einem Gestationsdiabetes auch langfristig nachkontrolliert. Und dass vor allem auch die Frauen selber schon in der Klinik gesagt bekommen, Sie haben jetzt hier ein Gestationsdiabetes. Wir haben Sie behandelt. Sie haben ein gesundes Kind, aber gehen Sie jährlich zu Ihrem Hausarzt, damit er guckt, ob Sie nicht langsam eine Insulinresistenz entwickeln, weil dann kann man prophylaktisch tätig werden. Und diese Frauen müssen auch ein Bewusstsein dafür haben, dass es hier ganz besonders gilt, körperlich aktiv zu sein, aufzupassen, dass man nicht zunimmt und dass man die Ernährung auch dementsprechend einstellt.

DR. LAURA WEISENBURGER

Also ich muss ganz ehrlich sagen, jetzt werd ich an der Stelle 'n bisschen persönlich, bin heilfroh, dass wir uns heute unterhalten. Ich hab nämlich vor zehn Jahren, inzwischen sind's fast elf, meine Tochter bekommen und hatte einen diagnostizierten Gestationsdiabetes, der am Ende sogar insulinpflichtig war und ich habe keine dieser Ratschläge bekommen. Hab auch bis jetzt keine Nachkontrollen gemacht. Das wird sich jetzt ändern.

PROF. DR. ANNETTE HASENBURG

Das ist extrem wichtig und von daher freue ich mich auch über diesen Podcast, wenn das in die Welt geht, ja? Vielleicht sind die Frauen, die eine der drei Marker-Erkrankungen hatten oder haben, dass man einfach drauf aufpasst und nachfragt, aber selber auch seinen Lifestyle darauf einrichtet. Und ich hab noch eine ganz besondere Bitte. Wenn ich diese Chance hier heute nutzen darf.

DR. LAURA WEISENBURGER

Auf jeden Fall. Jederzeit, natürlich.

PROF. DR. ANNETTE HASENBURG

Also das zweite Thema, das wirklich ein Herzensthema von mir ist, ist das Thema Nachhaltigkeit. Und wir sehen gerade, dass bestimmte Erkrankungen ansteigen, wie beispielsweise die Endometriose oder Krebserkrankungen bei jungen Patientinnen und Patienten. Und wir denken, dass da sehr viel durch die Umwelt mitbedingt wird, durch die sogenannten endokrinen Disruptoren, die beispielsweise im Plastik sind und die unser eigenes Hormonsystem durcheinanderbringen und dann eben dazu führen, dass Erkrankungen wie Endometriose ansteigen. Da gibt es auch die ersten wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu.

Und meine Bitte und mein Aufruf heute ist tatsächlich, lassen Sie uns alle wirklich bewusst mit unserem Körper, aber auch mit unserer Umwelt umgehen. Wo können wir Plastik einsparen? Wo können wir CO2 einsparen? Um einfach auch eine lebenswerte Welt für unsere Nachkommen zu hinterlassen und uns selber zu schützen. Also ich denke, das ist ganz, ganz wichtig.

Und je gesünder wir sind, desto weniger Ressourcen verbrauchen wir aus dem Gesundheitssystem. Ja. Desto weniger CTs, desto weniger Diagnostik, desto weniger Therapie wird benötigt. Umso besser ist unser CO2-Fußabdruck. Das heißt, das ist ein riesiges Feld, das ich jetzt hier nur andiskutieren kann.

Aber ich glaube, hier können wir alle dazu beitragen, sowohl die Gesundheit für uns selber als auch für unsere Umwelt, für unsere Erde zu unterstützen.

DR. LAURA WEISENBURGER

Ja, ganz wichtiger Punkt. An der Stelle fällt mir nun gerade ein, wir hatten ja jetzt die Situation, Wahlen sind gemacht, neue Bundesregierung wird gebildet, sie ist noch im Werden. Wenn Sie jetzt sich quasi überlegen, was müsste da eigentlich noch angestoßen werden? Was würden Sie sich von einer neuen Regierung auch aus politischer Hinsicht für die Gynäkologie wünschen, wenn wir jetzt quasi schon bei einem sehr, sehr, sagen wir mal, umfassenden Blick auf die Gynäkologie sind.

PROF. DR. ANNETTE HASENBURG

Ja, das ist eine extrem gute Frage, Frau Weisenburger. Da könnte ich jetzt wahrscheinlich die nächste Stunde drüber referieren, aber wenn ich das mal in wenigen Punkten zusammenfassen darf. Ich denke, wir müssen Maßnahmen ergreifen, um das Bewusstsein in unserer Bevölkerung zu verändern. Und dazu könnten schon einige Dinge im medizinischen Bereich beitragen, wie beispielsweise die Finanzierung einer klimasensiblen Beratung. Alle diese Beratungsthemen auch zu Lifestyle und gesunder Ernährung werden ja im Grunde genommen nicht finanziert. Das müsste für die Niedergelassenen ganz wichtig sein.

Aber dann auch die ganze Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen in den Kliniken, angefangen von Sonnenkollektoren, also PV-Anlagen, über Ernährung, die auch einer pflanzenbasierten Kost entspricht, die immer noch teurer ist, die sich in den Kliniken nicht durchgehend umgesetzt hat, weil dafür das Bewusstsein noch nicht da ist. Bei uns in der Klinik …

DR. LAURA WEISENBURGER

Dabei ist ja, wenn ich an der Stelle kurz einhaken darf, die mediterrane Diät mit 'nem großen Anteil an Gemüse, 'nem großen Anteil an Obst, gesättigten Fettsäuren, wenig Fleisch, das ist ja nachgewiesenermaßen gesundheitsfördernd beziehungsweise eben auch präventiv, kardioprotektiv, ne? Also da müssten wir ja eigentlich schon ganz weit sein, gerade in den in den Kliniken.

PROF. DR. ANNETTE HASENBURG

Absolut, da sprechen Sie mir aus der Seele. Es gibt Beispielkliniken, aber bei vielen Kliniken ist das nicht umgesetzt. Also es hat mich einen großen Kampf gekostet, die vegetarische Kost als Standardkost bei uns einzuführen. Das heißt nicht, dass wenn Sie jetzt drei Wochen bei uns liegen, Sie jeden Tag nur Gemüse bekommen. Sie können dann auch Fleisch mal wählen, aber das ist die Standardkost. Und ich denke, es braucht einfach ein Umdenken in den Leitungen der Kliniken, aber auch bei den Patientinnen, die dann sagen, na, ich hab hier gar kein Fleisch bekommen, sondern die auch froh sind und sagen, okay, das ist hier pflanzenbasiert. Die Zeiten in der Klinik sind ja auch Zeiten des Umbruchs, in denen wir unsere Patientinnen und Patienten schulen können für eine gesunde Ernährung, für den eigenen Körper, für unseren Planeten.

Und es müsste eigentlich von der Bundesregierung viel mehr finanzielle Unterstützung dafür geben, Klimaschutzmaßnahmen in den Kliniken umsetzen zu können, in den Praxen umsetzen zu können. Die sprechende Medizin müsste in dieser Hinsicht auch stärker unterstützt werden, dass diejenigen Ärztinnen und Ärzte, die ihre Patienten und Patientinnen beraten, in Bezug auf eine, lifestylekonforme Lebensweise oder auch Hitzeschutzberatung, dass sie das auch entsprechend finanziert bekämen.

DR. LAURA WEISENBURGER

Die letzte Regierung hatte 'n relativ großes Forschungspaket, also relativ ist gut, ich glaub, wir reden von fünfzehn Millionen Euro, für die Endometriose angestoßen und die läuft jetzt auch. Also dieses große Projekt gibt es ja schon. Da gibt sind die unterschiedlichen Zentren schon in der Forschung begriffen. Haben Sie ähnliche Ideen oder gäb's ähnliche Themen wie jetzt die Endometriose, dass Sie auch da sagen würden, bitte politisch gesehen dieses frauengesundheitspolitische Thema oder dieses gynäkologische Thema, dem müssen wir uns widmen und das braucht auch politische Unterstützung.

PROF. DR. ANNETTE HASENBURG

Ein wichtiges Thema wird sein, die Krebsprävention, dass man sich stärker noch mal darauf konzentriert, wirklich zu sagen, welche Lifestylefaktoren ganz einfach verändert werden können. Wissen Sie, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, machen wir Frauen alles. Chemotherapie, Strahlentherapie, Operationen. Aber die wenigen Schritte, die es bedarf, um die Karzinome eigentlich zu verhindern, das wird noch viel zu wenig umgesetzt. Schauen Sie einfach, wir haben eine Impfung, die davor schützen kann, dass man Gebärmutterhalskrebs bekommt. Wie viel Prozent unserer jungen Mädchen sind geimpft? Fünfzig Prozent. Wie viel Prozent der Jungen sind geimpft? Keine zwanzig Prozent.

DR. LAURA WEISENBURGER

Zwanzig oder unter zwanzig, genau. Das wollte ich sagen. Das weiß ich noch. Das ist erschreckend. Es ist ganz schlimm, ja.

PROF. DR. ANNETTE HASENBURG

Das sind doch Maßnahmen, die umgesetzt werden müssen. Also Vorsorge, Prävention und wenn man dann in die einzelnen Punkte geht, kann ich nur noch mal die Marker-Erkrankungen aufführen, wie das PCO-Syndrom, Gestationsdiabetes, Präeklampsie, das hatten wir. Und ich denke auch, dass das Bewusstsein, die Awareness, für diese große Umstellungsphase der Wechseljahre einfach deutlich geworden ist. Und auch hier könnte man sehr viel für die Gesundheit tun, von Frauen, für Familien und auch Frauen mehr an den Arbeitsplätzen halten. Also auch ökonomisch wären das sicher sinnvoll, eingesetzte Gelder, wenn man hier schauen würde, wie kann man Frauengesundheit im großen Stil unterstützen?

DR. LAURA WEISENBURGER

Ich hab auch gesehen, Sie waren jetzt gerade erst bei der Konferenz der European Society of Gynacological Onkology – ich hoffe, ich hab's jetzt richtig ausgesprochen – in Rom. Was waren da so die Themen im Fokus? Gab's da speziell … Meistens gibt's ja spezielle Schwerpunkte auf den Konferenzen. Was wurde da vor allen Dingen besprochen?

PROF. DR. ANNETTE HASENBURG

Also das ist ja ein eher operativ ausgerichteter Kongress und da ist mir deutlich geworden, dass wir doch durch Deeskalation, also indem wir unsere operative Radikalität zurückfahren, unsere Frauen trotzdem sehr gut heilen können. Also da muss man jetzt mit Augenmaß schauen. Es gibt auch immer mehr Studien im operativen Bereich. Früher war das eher so eminence based, dass wir gesagt haben, das gehört einfach zur Operation hinzu. Heute überprüfen wir das.

DR. LAURA WEISENBURGER

Das haben wir schon immer so gemacht. Hat immer gut geklappt.

PROF. DR. ANNETTE HASENBURG

Das haben wir schon immer so gemacht, aber es gibt jetzt Studien, die eben zeigen, beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom bringt die Lymphonodektomie nichts. Ja. Die macht mehr Morbidität. Oder dass wir einfach auch sehen, wir können häufiger minimalinvasiv operieren, das ist für die Frauen sehr gut. Dann haben wir viele systemtherapeutische Ansätze, muss man sagen, auch Richtung Immuncheckpoint-Inhibitoren.

Dann Antikörper-Wirkstoffkonjugate, die die Therapie unserer Frauen wirklich revolutionieren. Und was ich auch ganz besonders schön fand, es gab einen Zusammenschluss der Organisation der jungen onkologischen Nachwuchstalente, von den Young Talents der AGO, von der ENYGO, also der Europäischen Netzwerkgesellschaft für die jungen gynäkologischen Onkologen, aber auch der NOGGO, der JAGO. Und wir haben uns zusammengetan, wir haben uns getroffen und wir haben auch Programme aufgestellt, wie wir uns international vernetzen können. Und da ist auch ein ganz wichtiges Thema neben der AI, also der Artificial Intelligence, auch die Nachhaltigkeit. Und hier werden wir uns ja zusammentun und in ganz Europa Ideen sammeln.

Was wird in den Krankenhäusern schon umgesetzt und wie können wir uns gegenseitig inspirieren, Maßnahmen umzusetzen, die dieses Thema europaweit letztendlich auf den Tisch bringen?

DR. LAURA WEISENBURGER

Gibt's da schon Vorstöße jetzt bei der AI/KI? Das ist ja gerade in aller Munde, ja? Durch ChatGPT haben wir's alle kennengelernt. Die Bilder von Mid Journey und dem Papst in der Pufferjacke haben uns alle schön getäuscht, aber inwiefern gibt's da schon richtig Anwendungsbeispiele im gynäkologischen Bereich?

PROF. DR. ANNETTE HASENBURG

Die sind gerade natürlich in der operativen Therapie, dass man sich vor der Operation schon über KI genau vorstellen kann, welche Bereiche wie operiert werden sollen, dass man das Imaging mit den Radiologen sozusagen im Vorfeld schon so koordiniert, dass ganz klar ist, was entfernt werden muss, welche Strukturen dabei sind. Und wir sind natürlich auch in Richtung auf Publikationen, auf Informationsverarbeitung, ist die KI wirklich sehr, sehr hilfreich und wir können auch schon Leitlinien eingeben, sodass man über die KI in Tumorboards zum Beispiel schauen kann, was ist die Therapie, die wirklich jetzt hier empfohlen wird und da kann man sich dann auch supergut informieren. Also die Anwendungsbereiche, die sind eigentlich im Moment unendlich.

DR. LAURA WEISENBURGER

Wunderbar. Jetzt haben wir ein sehr, sehr breites Spektrum abgedeckt. Alles „nur“ in Bezug auf die Gynäkologie, was wir schon erreicht haben, wohin es noch gehen muss. An vielen, vielen Ecken und Enden muss sich noch eine Menge tun. Sie arbeiten in Ihrer Klinik ja ganz konkret da dran.

Sie hatten am Anfang auch das Motto der Klinik „Frauen Leben Stärken“ erwähnt. Was genau steht für Sie da persönlich dahinter?

PROF. DR. ANNETTE HASENBURG

Also unsere Mission ist einfach zu sagen, wir können nicht versprechen, dass wir Frauen in jeder Situation gesund machen. Wir begleiten Frauen auch beim Sterben in Palliativ-Situationen. Und wir machen ja auch Schwangere nicht gesund. Das sind gesunde Patientinnen, das sind Kunden eigentlich, die zu uns kommen und bei uns ihr Kind bekommen wollen. Aber unser Ziel ist es, jede Frau in ihrer eigenen Situation so optimal zu unterstützen, wie wir das können. Auf dem aktuellsten Stand der Leitlinien, der Medizin mit allem, was wir operativ und systemtherapeutisch können. Einfach zu schauen, wo steht jede Frau und wie können wir ihr Leben, das Leben ihrer Kinder, aber auch ihrer Familie so stärken, dass mein Team dazu beiträgt, dass die Patientin sich optimal betreut und unterstützt fühlt.

DR. LAURA WEISENBURGER

So wie sich das anhört, ist das schon ein wahnsinnig langer Weg, den wir da ganz positiv zurückgelegt haben, glaube ich, von eben vor zwanzig Jahren Bikinimedizin. Ja, meine Güte, da gibt's Brustkrebs und da gibt's noch irgendwie Eierstock- und Gebärmutterhalskrebs und dann ist es vorbei. Ich glaube, da sind wir inzwischen weit von entfernt. Also wir müssen aber noch viele Schritte gehen. Ich danke Ihnen sehr.

Wir könnten wahrscheinlich noch ein oder zwei Stunden weitersprechen. Ohne Probleme.

PROF. DR. ANNETTE HASENBURG

So spannend.

DR. LAURA WEISENBURGER

Ja, das Thema ist spannend und man sieht eben auch, wie viel vernachlässigt wurde in den letzten Jahrzehnten, Jahrhunderten möchte man ja fast sagen, wenn man sich anschaut, wie lange es gedauert hat, um die Klitoris wieder zu entdecken zum Beispiel. Das ist ja auch so ein ganz wunderbares Beispiel.

Aber ich danke Ihnen sehr für dieses Gespräch. Superspannend, schöne Entwicklung und wer weiß, vielleicht treffen wir uns einfach in fünf Jahren noch mal wieder und wir sprechen darüber, was sich alles hat umsetzen lassen und was vielleicht auch nicht.

PROF. DR. ANNETTE HASENBURG

Sehr, sehr gerne und ich denke, vor uns liegen wunderbare Chancen, um wirklich zu schauen, wie wir die Gesundheit von Frauen optimieren können und wir haben viele Aufgaben, hier weiterzugehen und ich finde, das ist einfach wirklich fantastisch, dass wir neue Felder entdeckt haben, in denen wir das Leben von Frauen wirklich verbessern können. Vielen Dank für die Chance auch von diesem Podcast.

DR. LAURA WEISENBURGER

Ja, wunderbar, dass Sie da waren, Frau Professor Hasenburg. Vielen Dank.

So, und wenn ihr jetzt nach dieser Spezialfolge erst so richtig auf den Geschmack gekommen seid, und sagt, Mensch, da will ich jetzt noch mehr ins Thema eintauchen, da hab ich mehrere Tipps für euch. Zum einen, wie gesagt, aktuell unser Titel der Apotheken Umschau findet ihr jetzt grade in den Apotheken. Für euch ist das kostenlos zum Mitnehmen, bereitgestellt durch die Apotheken. Schaut da sehr gerne rein.

Dann haben wir natürlich noch zwei weitere Podcasts. Ihr kennt sie vielleicht schon, einmal „The Sex Gap“, da geht es vor allen Dingen um speziell Medizin für die verschiedenen Geschlechter und was sich da vielleicht ändern sollte und dann natürlich aber auch der Podcast „Frau Doktor, übernehmen Sie!“ mit unserer Chefredakteurin Julia Rotherbl. In der aktuellen Folge spricht sie auch mit einer Gynäkologin und zwar mit der Landesvorsitzenden des Berufsverbands der Frauenärzte in Berlin, Nicole Mattern. Also jede Menge Stoff für das Wochenende vom Internationalen Frauentag und wenn ihr möchtet, dann hören wir uns wieder am Montag nächste Woche.

SPRECHER

Ein Podcast von gesundheit-hören und Apotheken Umschau Pro

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